Äskulapstiftung

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Dr. Köhler Dezember 2008
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Dr. Köhler Dezember 2008

„Es besteht die Gefahr, dass private Klinikkonzerne diesen Markt erobern. Dann wird es einen Zeitpunkt geben, an dem die Interessen der Niedergelassenen gar nicht mehr wahrgenommen werden, weil wir von anderen dominiert werden“, befürchtet Andreas Köhler. (9.Mai 2008) Das unternehmerische Engagement will Köhler nicht als Konkurrenz für Ärzte verstanden wissen. Im Gegenteil: „Es geht darum, Ärzte zu schützen und für die veränderten Bedingungen im Gesundheitswesen gewappnet zu sein“, betont der KBV-Chef.

Da Kassenärztliche Vereinigungen (KVen) als Körperschaften öffentlichen Rechts auf diesem Gebiet nicht tätig werden können, haben 40 KBV- und KV-Vorstandsmitglieder die Initiative ergriffen: Sie gründeten die „Aeskulap-Stiftung“ mit 50 000 Euro Kapital, deren Zweck die Förderung der ambulanten vertragsärztlichen Versorgung ist. Indirekt – über eine Dienstleistungs-GmbH – beteiligt sich die Stiftung mit 25 Prozent an einer Aktiengesellschaft (AG), die MVZ aufbauen und betreiben soll. Weitere Gesellschafter der AG (für die noch ein Name gesucht wird - später dann "Patiomed") sind die Deutsche Apotheker- und Ärztebank, Düsseldorf, mit 49 Prozent von fünf Millionen Euro Grundkapital, die Deutsche Ärzteverlag GmbH, Köln, mit 24 Prozent und ein weiterer Investor, der zwei Prozent übernimmt.

  • Der Stiftungszweck der Aeskulapstiftung ist gemäß Satzung:
„Die Förderung einer qualitativ hochwertigen wohnortnahen medizinischen Versorgung, die getragen wird durch Vertragsärzte und Vertrags-psychotherapeuten in eigener Praxis oder angestellter Tätigkeit. Ferner soll die ärztliche und psychotherapeutische Aus- und Weiterbildung gefördert werden. Die Stiftung hat bei der Zweckverwirklichung die Interessen der Kassenärztlichen Vereinigungen und der Kassenärztlichen Bundesvereinigung zu unterstützen“.
  • Im Kuratorium der Stiftung können laut Satzung nur Vorstände vertreten sein, die in geheimer und freier Wahl von einer Vertreterversammlung einer KV oder der KBV gewählt wurden. Die rein ehrenamtliche Mitgliedschaft ist an das Vorstandsmandat geknüpft und endet mit dem Ausscheiden aus dem Vorstand einer KV oder der KBV.


Zitate

  • Die Aeskulap-Stiftung wurde im Jahr 2008 von Vorständen der Kassenärztlichen Vereinigungen und der Kassenärztlichen Bundesvereinigung gegründet. Die Mehrzahl der heute aktiven KV-Vorstände und der KBV-Vorstand sind im Kuratorium der Stiftung vertreten. Die Stifter haben mit der Gründung der Stiftung zum einen das Ziel verfolgt, zukünftig vor allem in die Förderung der ärztlichen Fort- und Weiterbildung, der Versorgungsforschung und der ärztlichen Freiberuflichkeit zu investieren.
Hierzu haben die Stifter eine Tochtergesellschaft ausgegründet, die KVMED GmbH. Diese Tochtergesellschaft hat gemeinsam mit der Deutschen Apotheker- und Ärztebank und dem Deutsche Ärzteverlag GmbH seit 2008 die Gründung eines Gemeinschaftsunternehmens vorbereitet, das mithelfen soll, ärztliche Versorgungszentren, die von wirtschaftlich selbständigen und freiberuflich tätigen Ärzten getragen werden, aufzubauen. Mit diesen ärztlichen Versorgungszentren soll vor allem jungen Ärztinnen und Ärzten eine echte und attraktive Karriereoption in der ambulanten vertragsärztlichen Versorgung geschaffen werden. Hier sollen sie auch als angestellte Ärztinnen und Ärzte, in Vollzeit oder Teilzeit mit flexiblen Arbeitszeitregelungen ärztlich arbeiten können und dabei gleichzeitig immer auch die Option zu haben, in eine wirtschaftliche Selbständigkeit als Partner eines ärztlichen Versorgungszentrums zu wechseln.
  • Von Ärzten für Ärzte: Stiftungszweck ist die Förderung der ambulanten vertragsärztlichen Versorgung. „Vorrangige Aufgabe der Stiftung ist es, mit eigenen Tochtergesellschaften oder Beteiligungen an Gesellschaften auf jenen Feldern des Wettbewerbs tätig zu werden, auf denen die KVen als Körperschaften des öffentlichen Rechts nicht aktiv werden können“, erklärt KBV-Vorstand Müller. Die Aeskulap-Stiftung wurde im April 2008 gegründet. Vorstände aus KBV- und KVen haben dazu als Privatpersonen 50.000 Euro Stiftungskapital aufgebracht. Gelder der Körperschaft sind nicht in die Stiftung geflossen. „Es ist eine Stiftung von Ärzten für Ärzte“, betont Müller. KBV und KVen wollen mit ihr Unternehmensstrukturen schaffen, mit denen sie den veränderten Rahmenbedingungen gerecht werden können. So hat sich die Stiftung auch zur Aufgabe gemacht, die ärztliche Aus- und Weiterbildung zu fördern, etwa in Gestalt von Stipendien oder der gezielten Unterstützung allgemeinmedizinischer Stellen.
  • Die Rolle des KV-Vorstandes in Schleswig-Holstein sei einzig und allein die eines Spenders zur Aesculap-Stiftung, welche indirekt an der Patiomed beteiligt sei. „Diese Stiftung verfolgt das satzungsgemäße Ziel, eine freiberufliche Betätigung im ambulanten Bereich zu stärken. Die Stiftung wurde 2007 durch persönliche Spenden einer Mehrheit der KV-Vorstände gegründet. Die Spendenhöhe betrug jeweils 1.650 €, womit insgesamt das Mindestkapital für eine Stiftung aufgebracht wurde. Sollten der Stiftung in der Zukunft Gelder zufließen, so werden diese wiederum zweckgebunden verwendet“, betonen Kreuz und Ennenbach KVSH. (nach aend Sept. 2010)
Der KV-Vorstand habe es beim dem Thema Äsculapstiftung bisher nicht für notwendig erachtet, sich „die Attitüde des Spenders für gute Dinge“ zu geben: „Es ist ein guter hanseatischer Brauch damit still umzugehen. Offenbar sind wir in der Entwicklung eines gesellschaftlichen Misstrauens nun so weit gekommen, dass auch der private ideelle Raum nicht mehr frei von Vorwürfen ist“, monieren die beiden Vorstände.

Kontakt

Vorsitzender des Vorstandes der Aeskulap-Stiftung: Herr Dr. Gunter Hauptmann (zugleich Vorstandsvorsitzender der KV-Saar)
Aeskulap-Stiftung - Ottostraße 12 - 50859 Köln
Tel.: 02234 / 9 81 77 80
E-Mail: info@aeskulapstiftung.de
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