1873

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Das Deutsche Kaiserreich 1871 - 1918
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Das Deutsche Kaiserreich 1871 - 1918
  • Der Verein für Socialpolitik wurde im Jahr 1873 gegründet. Die Vereinsgründung, die auf eine im Jahr 1872 einberufene Versammlung von Persönlichkeiten aus Publizistik, Wissenschaft, Politik und Wirtschaft zurückgeht, richtete sich einerseits gegen die von der deutschen Manchesterschule betriebene Politik des Laissez-faire in der Sozialpolitik und andererseits gegen die sozialrevolutionären Ideen des aufkommenden Sozialismus. Die Gründer des Vereins, für die bald die Bezeichnung "Kathedersozialisten" üblich wurde, wollten nach den Worten des langjährigen Vorsitzenden (1890 - 1917) Gustav Schmoller "auf der Grundlage der bestehenden Ordnung die unteren Klassen soweit heben, bilden und versöhnen, dass sie in Harmonie und Frieden sich in den Organismus einfügen". Bereits unter Schmoller begann die von schweren inneren Auseinandersetzungen gekennzeichnete Entwicklung von einem sozialpolitischen "Agitationsverein" zur politisch neutralen, fachübergreifenden Gesellschaft. (nach Vereinsangabe)
Zusammenschluss von Wirtschaftswissenschaftlern und Praktikern zur wissenschaftlichen Erörterung wirtschaftlicher und sozialer Fragen; 1872 in Eisenach gegründet. Zu den Gründern gehörten Schmoller, Brentano und Wagner. Ursprünglich war der Verein an der historischen Schule orientiert und um eine Reform der Sozialpolitik bemüht. Deshalb wurden die Mitglieder des Vereins als Kathedersozialisten bezeichnet. Nach der Jahrhundertwende befasste sich der Verein - wie wirtschaftswissenschaftliche Gesellschaften im Ausland - zunehmend mit Fragen der Wirtschaftstheorie und Wirtschaftspolitik. Der Gleichschaltung durch den Nationalsozialismus entzog er sich 1936 durch Selbstauflösung. 1948 wurde er als „Verein für Sozialpolitik. Gesellschaft für Wirtschafts- und Sozialwissenschaften” in Marburg neu gegründet, 1956 in „Gesellschaft für Wirtschafts- und Sozialwissenschaften. Verein für Socialpolitik” umbenannt. Der Verein für Socialpolitik ist heute die maßgebliche wirtschaftswissenschaftliche Vereinigung von Hochschullehrern im deutschsprachigen Raum, wie etwa die „American Economic Association” in den Vereinigten Staaten oder die „Royal Economic Society” in Großbritannien. Der Sitz des Vereins für Socialpolitik wechselt mit dem Vorsitzenden. Die im Rahmen des Vereins für Socialpolitik durchgeführten Untersuchungen sind in der Reihe „Schriften des Vereins für Socialpolitik” erschienen (188 Bände zwischen 1873–1939), die seit 1949 als „Neue Folge” fortgesetzt wird. (nach Lexikon Gabler)
  • Als im Jahre 1873 der Deutsche Ärztevereinsbund gestiftet werden sollte, wurde Adolf Julius Friedrich Karl Hoffmann (*25. Dezember 1822 in Karlsruhe; † 27. Oktober 1899 ebenda) ein badischer Arzt, promovierter Mediziner und Großherzoglich-Badischer Sanitätsoffizier, zuletzt im Rang eines Generalarztes. als Delegierter zum ersten Ärztetag entsandt und nahm von da an bis zum Jahre 1883 auch an allen folgenden Delegiertenversammlungen Anteil, von 1876 an als Mitglied des Geschäftsausschusses, wobei er sich besonders als Referent in Fragen der deutschen Ärzteordnung betätigte. Mit dem Schluß des Jahres 1884 trat er aus dem Ausschuß der badischen Ärzte zurück, nachdem sein Wunsch, zu einem kräftigen Gedeihen der „Unterstützungsklasse für hilfsbedürftige badische Ärzte” mithelfen zu dürfen, in Erfüllung gegangen war. Nur dem Verwaltungsrat der ärztlichen Witwenkasse gehörte er auch weiterhin an.


Quellen

Persönliche Werkzeuge