1905
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- 22. Juni 1905 - Die Gesellschaft für Rassenhygiene wird vom Mediziner und Privatgelehrten Alfred Ploetz (1860–1940) in Berlin gegründet. Die Gesellschaft wollte in Deutschland Rassenhygiene als wissenschaftliches Fach einführen und trug wesentlich zu deren Institutionalisierung in Deutschland bei. Über die Rezeption durch den Nationalsozialismus und konkreten Beratungen bei dessen rassenpolitischen Maßnahmen nahm die Gesellschaft unmittelbar Einfluss auf wichtige Gesetzgebungen bzw. Gesetzesänderungen wie das Gesetz zur Verhütung erbkranken Nachwuchses, mit dem das NS-Regime als „Euthanasie“ getarnte Massenmorde an Kranken und Behinderten, Zwangssterilisierungen usw. rechtfertigte.
Zitate
- Grundkonzept der Sozialhygiene (1904) Vortrag vor der Berliner Gesellschaft für öffentliche Gesundheitspflege. Hier definierte Grotjahn Soziale Hygiene als eine deskriptive und normative Wissenschaft. Als deskriptive Wissenschaft war sie „die Lehre von den Bedingungen, denen die Verallgemeinerung hygienischer Kultur unter der Gesamtheit von örtlich, zeitlich und gesellschaftlich zusammengehörigen Individuen und deren Nachkommen unterliegt“;als normative „die Lehre von den Maßnahmen, die die Verallgemeinerung hygienischer Kultur unter der Gesamtheit von örtlich, zeitlich und gesellschaftlich zusammengehörigen Individuen und deren Nachkommen bezwecken.“ (Quelle siehe unter 1848)
