1923

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Hitler Putsch (8.-9.11.1923). - Stoßtrupp Hitlers verhaftet sozialistische Stadträte
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Hitler Putsch (8.-9.11.1923). - Stoßtrupp Hitlers verhaftet sozialistische Stadträte
  • 11.08.1923 - Um den Sturz des Kabinetts Cuno herbeizuführen, hatten die Kommunisten für den 11.8.23 zum Generalstreik aufgerufen;
Marienplatz 9.11.1923
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Marienplatz 9.11.1923
  • 30. Oktober 1923 - Durch die Verordnung über Ärzte und Krankenkassen vom 30. Oktober 1923 (RGBl. I, S. 1051) wurde der wesentliche Inhalt dieses Abkommens (Berlin 1913) in die Reichsversicherungsordnung aufgenommen, die Gemeinschaftsarbeit der Ärzte und Krankenkassen zu einer gemeinsamen Selbstverwaltung in gesetzlicher Garantie erhoben. Der mit dieser Verordnung geschaffene Rechtszustand war eine Mischung aus individualrechtlichen und kollektivrechtlichen Elementen, ähnlich dem Arbeitsrecht. Diese Konzeption lag nicht fern, da nach damaliger Anschauung der Dienstvertrag zwischen dem Arzt und der Krankenkasse als Arbeitsvertrag verstanden wurde. Ähnlich der im Arbeitsrecht vorzufindenden Überlagerung individualrechtlicher Regelungen durch kollektivrechtliche Normen (Tarifverträge), die durch die Koalitionspartner ausgehandelt worden sind, finden sich nunmehr in dem durch die Verordnung von 1923 geschaffenen System unter Beibehaltung des individuellen Kassenarztvertrages als Kern der rechtlichen Beziehungen zwischen Arzt und Krankenkassen besondere kollektivvertragliche Elemente. Diese durch Verhandlungen geschaffenen kollektivvertraglichen Regelungen in Analogie zum Tarifvertrag des Arbeitsrechts wurden noch dem Privatrecht zugeordnet. Dennoch dauerten die Spannungen an.
"Die Pleite" - Titelblatt "SIEGFRIED HITLER" November 1923, G.Grosz
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"Die Pleite" - Titelblatt "SIEGFRIED HITLER" November 1923, G.Grosz
  • 09.11.1923 - Am Sonntagmorgen des 9. November 1923 marschierte Adolf Hitler mit seinen Anhängern auf die Feldherrnhalle zu, wo es zu einer Konfrontation mit der Bayerischen Bereitschaftspolizei kam. Der Marsch im Rahmen des Hitler-Ludendorff-Putsches wurde gestoppt.
Der Münchner 1923
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Der Münchner 1923
„Proklamation an das deutsche Volk!
Die Regierung der Novemberverbrecher in Berlin ist heute für abgesetzt erklärt worden. Eine provisorische deutsche National-Regierung ist gebildet worden. Diese besteht aus General Ludendorff, Adolf Hitler, General von Lossow, Oberst von Seißer.“
  • 11. November 1923 - Adolf Hitler wegen Hochverrats verhaftet! Sein Putsch im Bürgerbräukeller am Abend des 8. November war gescheitert, der Marsch zur Münchner Feldherrnhalle hatte in einem Blutbad geendet. Hitler wurde in einer Villa des Kunsthändlers Ernst Hanfstaengel am Staffelsee festgenommen. Die Arretierung bereitete der zuständigen Landpolizeistation Weilheim erhebliche Schwierigkeiten, da sie zwar über einen Lastwagen, nicht jedoch über einen geeigneten Kraftfahrer verfügte. Endlich fand man einen Bierfahrer der Gaststätte "Bräuwastl", der sich bereit erklärte, das Automobil zu fahren um "den Hitler zu fangen". Der Polizeibericht legte besonderen Wert darauf, zu vermerken, daß es sich bei dem hilfsbereiten Bierfahrer um einen "Sozialdemokraten" handelte.


Zitate

  • Besonders der Ärztestreik 1923 traf die arme Großstadtbevölkerung: Arbeitslose, Arbeiter, alleinerziehende und alleinverdienende Kriegerwitwen, allen voran die Kinder, mit brutaler Härte. Abhilfe leisteten allerdings in der Sozialhygiene engagierte Ärztinnen und Ärzte, häufig sozialistisch oder kommunistisch organisiert, unter ihnen viele Angehörige jüdischen Glaubens. Sie behandelten mittellose Patienten in Ambulatorien und Gesundheitshäusern, die von den Kassen als Reaktion auf den Ärztestreik errichtet worden waren. Heftig bekämpft wurden solche sozialistischen Umtriebe gegen das „freie und berufsfreudige Arztsein" aus den Reihen der standesorganisierten Ärzte, die um ihre ökonomischen Pfründe fürchteten und sich im Hartmannbund den gesundheitspolitischen Leitlinien der NSDAP und des NSÄrztebundes annäherten, die eine Verbesserung der ökonomischen Lage der Ärzteschaft verhießen. Der Keim des Hasses war gesät. ("Heilen unter ökonomischem Zwang – Das Dilemma der Mediziner"- Von Prof. Wolfgang U. Eckart)
Immer rasanter drehte sich die Inflationsspirale: Kostete ein Roggenbrot im Oktober 1922 noch 23 Mark, musste man im Juli darauf bereits 2000 Mark und im Herbst sogar 260 Millionen Mark dafür hinblättern. Wer die öffentlichen Verkehrsmittel nehmen wollte, musste das Geld für die Fahrkarte in einer Schubkarre mitführen. Betrug der Preis für eine Berliner Straßenbahnfahrt Anfang 1923 noch 50 Mark, so waren dies im Juli 1000 und Mitte November 150 Milliarden Mark. Unvorstellbare Summen, deren Produktion einen enormen Aufwand darstellte.
Auf dem Höhepunkt der Hyperinflation waren rund 30.000 Menschen mit der Herstellung der Geldscheine beschäftigt. Rund um die Uhr arbeiteten im Herbst 1923 bis zu 133 Fremdfirmen mit knapp 1800 Druckmaschinen für die Reichsdruckerei. 30 Papierfabriken produzierten das hierzu notwendige Banknotenpapier - eine Entwicklung, die Hans Fallada in seinem 1937 erschienen Inflations-Roman "Wolf unter Wölfen" aufgegriffen hat: "Irgendwo in dieser Stadt stand eine Maschine und erbrach Tag und Nacht Papier über der Stadt. 'Geld' nannten sie es. Sie druckten Zahlen darauf, wunderbare, glatte Zahlen mit vielen Nullen, die immer runder wurden. Und wenn du gearbeitet hast, wenn du dir etwas erspart hast auf deine alten Tage - es ist alles wertlos geworden; Papier, Papier und Dreck."
  • Der Hamburger Medizinhistoriker Peter Schmiedebach:
Es kam zu einer gewaltigen Zuspitzung im Zusammenhang mit der Inflation 1923. Die Kassen waren in der Tat nicht mehr in der Lage, die Honorare an die Kassenärzte auszuzahlen, was zu einem Streik führte, indem man Kassenpatienten nur noch gegen bar behandelte. Das war eine sehr schwierige Situation, weil die Patienten unter der Inflation litten und die geforderten Kosten häufig auch nicht aufbringen konnten. Die Kassen haben daraus die Konsequenzen gezogen und Ambulatorien gegründet und eigene Ärzte angestellt. Hier hat sich dann allerdings am Ende der Weimarer Republik der Nationalsozialistische Deutsche Ärztebund eingeschaltet und eine der Versprechungen der Nationalsozialisten war, diese Ambulatorien nach ihrer Machtübernahme wieder zu schließen - im Rahmen ihrer gesamten Privilegierungspolitik gegenüber dem Ärztestand.


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