1934
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- 01. Januar 1934 - „Gesetz zur Verhütung erbkranken Nachwuchses“ tritt in Kraft, nach Entwürfen aus der Weimarer Republik und ausgearbeitet von den Ärzten und Rassehygienikern Gerhard Wagner, Ernst Rüdin, Alfred Ploetz, Fritz Lenz und Hans F. K. Günther. Auch prominente Psychiater wie die Professoren Dr. Robert Gaupp und Dr. Wilhelm Weygandt unterstützten das neue Sterilisierungsgesetz mitsamt den beschlossenen Zwangsmaßnahmen. Sie erwarteten deutliche Kosteneinsparungen durch das Gesetz.*
- 17. Juni 1934 - Marburger Rede des Vizekanzlers Franz von Papen an der Universität Marburg. Papen wendet sich gegen die rigide Presselenkung und die Vorherrschaft einer einzigen Partei, ganz besonders aber gegen die Befürworter einer zweiten nationalsozialistischen Revolution. Dies kann mit ein Anlaß für die "Röhm-Putsch"-Affäre gewesen sein.
- 30. Juni 1934 - Röhm-Putsch, „Säuberung“ der SA-Führung
- Die Führung der SA war auf telefonische Anordnung Hitlers vom 28. Juni 1934 zu einer „offenen Aussprache“ mit ihm für den 30. Juni 1934 in Bad Wiessee zusammengekommen. Am 30. Juni 1934 wurde Röhm auf Befehl und unter aktiver Beteiligung Hitlers verhaftet. Dazu Hitlers Fahrer Erich Kempka: „Mit der Peitsche in der Hand betrat Hitler das Schlafzimmer Röhms in der Pension „Hanselbauer“ in Bad Wiessee, hinter sich zwei Kriminalbeamte mit entsicherter Pistole. Er stieß die Worte hervor: ‚Röhm, du bist verhaftet!‘ Verschlafen blickte Röhm aus den Kissen seines Bettes und stammelte: ‚Heil, mein Führer!‘ ‚Du bist verhaftet!‘, brüllte Hitler zum zweiten Male, wandte sich um und ging aus dem Zimmer.“ So erging es auch den anderen SA-Führern. Nur Edmund Heines, der mit einem anderen Mann im Bett überrascht wurde, leistete Widerstand.
- Ernst Röhm wurde zusammen mit der übrigen Führungsriege der SA am gleichen Tage ins Gefängnis in München-Stadelheim geschafft. Auf Befehl Hitlers wurden die verhafteten, auf einer Namensliste angekreuzten SA-Führer von einem Kommando unter Sepp Dietrich in Stadelheim erschossen. Bei Röhm hatte Hitler zunächst noch Skrupel. Röhm wurde dann aber doch am Sonntag, dem 1. Juli 1934 gegen 18 Uhr in Stadelheim auf Befehl Hitlers von Theodor Eicke und dem SS-Hauptsturmführer Michel Lippert aufgefordert, mit einer Pistole binnen 10 Minuten Selbstmord zu begehen. Als alles ruhig blieb, wies Eicke einen Vollzugsbeamten an, die Pistole aus der Zelle Röhms zu holen. Als Eicke und Lippert schießend in die Zelle eindrangen, stand Röhm mit über der Brust aufgerissenem Hemd in der Mitte der Zelle.
- 03. Juli 1934 - Bild: Staatsnotwehrgesetz 1934
- 02. August 1934 - Nach dem Tod von Reichspräsident Paul von Hindenburg wird am selben Tag die Reichswehr auf Reichskanzler Adolf Hitler vereidigt.
- 5.–10. September 1934 - Der zum „Reichsärzteführer aufgestiegene Arzt Dr. Gerhard Wagner hält auf dem Reichsparteitag der NSDAP in Nürnberg eine programmatische Rede mit dem Titel „Rasse und Gesundheit“, in der er die rassenhygienische Ausrichtung der „neuen“ Gesundheitspolitik mit folgenden Einzelpunkten kennzeichnete:
- 1. Die Förderung der Vermehrung der arischen Rasse, die bislang durch Geburtenrückgang, ja Kinderlosigkeit geschwächt sei;
- 2. Die Stärkung jener Auslesevorgänge, die Erbuntüchtige von der Fortpflanzung ausschalten könnten;
- 3. Das Ende der Blutvermischung der arischen Rasse mit artfremdem, insbesondere jüdischem Blut.
Links
- Zum Tode Franz von Papen - SPIEGEL
