1940

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Denkmal der grauen Busse, Weißenau bei Ravensburg
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Denkmal der grauen Busse, Weißenau bei Ravensburg

Inhaltsverzeichnis

Chronik

Denkmal "Grauer Bus" in der ehemalige Hauptpforte der Klinik/Anstalt Weißenau
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Denkmal "Grauer Bus" in der ehemalige Hauptpforte der Klinik/Anstalt Weißenau
Buchtitel 1920
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Buchtitel 1920
  • 18. Januar 1940 Aktion T4 beginnt die Morde in Grafeneck. Ihnen fallen bis Dezember 1940 über 10.600 Menschen, Männer, Frauen und Kinder, zum Opfer. Die Täter verwenden hierfür eine stationäre Gaskammer, eingebaut in ein bestehendes Gebäude auf dem Gelände des Schlosses. Obwohl als „Euthanasie“ und „Gnadentod“ verharmlost, ist das Geschehen angemessen nur als „industrieller“ Massenmord zu beschreiben. Den Opfern wird bereits seit Ende des 19. Jahrhunderts eine „doppelte Minderwertigkeit“ zugeschrieben. Sie galten als Gefahr und als Last für den sogenannten „gesunden Volkskörper“. Rassenhygienische (eugenische) sowie ökonomische Gründe werden angeführt, um den „Lebensunwert“ und damit auch das „Lebensrecht“ von psychisch erkrankten und geistig behinderten Menschen zu bestreiten. In der Hauptsache sind es dann Kriterien von Produktivität und Arbeitsfähigkeit, die vor dem Hintergrund des Zweiten Weltkrieges über Leben und Tod in den Anstalten und Kliniken entscheiden.
  • März 1940 - Theodor Roller wird in die Heil- und Pflegeanstalt Weissenau eingewiesen, wenige Kilometer vom Bodensee entfernt. Der aufnehmende Arzt notiert in die Krankenakte: "Pat. erzählt alles sehr aufgeschlossen, spricht auch von sich, dass man von einer Geisteskrankheit (Schizophrenie) gesprochen habe, er sei freigesprochen worden vor Gericht und hier eingewiesen, wahrscheinlich müsse er so lange hier bleiben bis er diese Ideen nicht mehr habe, aber dann müsse er sein ganzes Leben hier bleiben, denn seine Weltanschauung gebe er nicht mehr auf."
Denkmal Weissenau, Bild um 1940/41
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Denkmal Weissenau, Bild um 1940/41
Was der Patient nicht ahnt: NS-Mediziner beginnen 1940, Patienten von Heil- und Pflegeeinrichtungen für spezielle Tötungsanstalten zu selektieren. Bevorzugtes Kriterium bei der "Vernichtung lebensunwerten Lebens": der Vermerk "Sicherungsverwahrung" im Meldebogen der Insassen.
Im März 1940 erschien Dr. Mauthe vom württembergischen Innenministerium im Christophsbad bei Göppingen, um dort selbst eine erste Selektion durchzuführen. Infolgedessen wurden im April 40 weibliche Patienten mit ihren Krankenpapieren in die staatliche Heilanstalt Weinsberg verlegt. Zwei weitere Transporte mit jeweils 75 Patienten nach Weinsberg und Weissenau folgten Ende Juni des Jahres, verbunden mit der Ankündigung einer noch ausstehenden Verlegung von 150 Kranken. Vonseiten der Anstaltsleitung protestierte man entschieden gegen dieses Vorgehen und wies in schriftlichen Eingaben auf die negativen wirtschaftlichen Folgen hin, die der Abzug der Staatspfleglinge für die Heilanstalt bedeuten würde. Nachdrücklich bat die Direktion, vom Abtransport der 150 Patienten abzusehen.
Remake 1918 mit Hitler 1940
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Remake 1918 mit Hitler 1940
  • 10. Mai 1940 - Die Regierung Chamberlain tritt zurück: ein Kriegskoalitionskabinett unter Churchill übernimmt die Führung Großbritanniens
  • 12. Mai 1940 - Beginn des Blitzkriegs gegen Frankreich, die deutsche Wehrmacht überschreitet die französische Grenze.
  • 13. Mai 1940 - Der britische Premier Winston Churchill hält seine bekannte „Blut, Schweiß und Tränen“-Rede vor dem britischen Parlament.
  • 22. Juni 1940 - Compiègne: am gleichen Ort und im gleichen Eisenbahnwagon wie 1918 wird der Waffenstillstand zwischen Frankreich und Deutschland unterzeichnet.
  • 24. Juni 1940 - R. Heydrich bittet Außenminister v. Ribbentrop zu Besprechungen, die "sich mit der Endlösung der Judenfrage befassen".
Aus dem Stroop-Bericht 1943
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Aus dem Stroop-Bericht 1943
Aus dem Stroop-Bericht 1943
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Aus dem Stroop-Bericht 1943
  • 02.Oktober 1940 - Die Deutschen befehlen allen jüdischen Einwohnern der Stadt Warschau innerhalb von sechs Wochen den Umzug in ein Gebiet westlich vom Zentrum. Dort mussten die nichtjüdischen Bewohner ihre Wohnungen verlassen. Das Warschauer Ghetto wurde ab der Nacht vom 15. auf den 16. November 1940 in der Folgezeit mit einer 18 Kilometer langen und 3 Meter hohen Umfassungsmauer hermetisch abgeriegelt und die anfangs 22 Tore von SS-Wachen unter dem Kommando Paul Moders bewacht. Heinz Auerswald, ein deutscher NS-Jurist, wurde als Kommissar über den nun so genannten "Jüdischen Wohnbezirk" eingesetzt. Das Ghetto erhielt – wie andere Sammellager im besetzen Europa – eine nur nominelle „Selbstverwaltung“ in Form eines den Deutschen vollkommen unterstellten Judenrats, dem wiederum eine unbewaffnete jüdische „Ordnungspolizei“ unterstand. Die Aufgaben des „Judenrats“, mit Adam Czerniaków als Ältestem, waren vielfältig: sie reichten von der Armenfürsorge über alltägliche Ordnungsdienste, die Einhaltung von Arbeitsbestimmungen bis hin zur „Bereitstellung“ der von den Deutschen geforderten Anzahl an Juden auf dem „Umschlagplatz“ für die Abtransporte nach Treblinka. Die „Transferstelle Warschau“ fungierte als deutsche Verwaltung des Sammellagers. Sie regelte und kontrollierte den Wirtschaftsverkehr hinein und heraus.
  • 14. Oktober 1940 - Heute werden 75 männliche Patienten vom Christophsbad bei Göppingen nach Winnenden gebracht. Der letzte Transport erfolgte im März 1941, nachdem am 10. Dezember 1940 eine unangekündigte „Nachuntersuchung“ von einem gewissen Dr. Schmalenbach aus Berlin durchgeführt worden war. Insgesamt verlegte man 297 Patienten aus dem Christophsbad in staatliche Anstalten, 168 wurden von dort aus nach Grafeneck oder Hadamar weitertransportiert und ermordet.
Zunehmende Proteste, vor allem vonseiten der Kirchen, führten schließlich zur Einstellung der zentral gesteuerten „Euthanasie“-Aktion im August 1941.
  • Dezember 1940 - Die Steuerbefreiung für Sonn-, Feiertags- und Nachtarbeitszuschläge wird eingeführt. Dies geschah zum einen aus Propagandazwecken - dem Volk sollte demonstriert werden, dass Nazi-Deutschland auch während des Krieges die Steuern senken könne, statt Kriegssteuern einzuführen - und zum anderen um einen finanziellen Anreiz für Arbeiter in der Waffenproduktion zu schaffen. Der Vorschlag dazu erfolgte von Rüstungsminister Fritz Todt.
Staatssekretär Reinhardt schrieb damals an den Finanzminister: "Auf die deutsche Öffentlichkeit und das Ausland wird es bestimmt einen sehr starken Eindruck machen, wenn in diesem gigantischen Krieg durchgreifende Kriegssteuermaßnahmen bei uns tatsächlich ausbleiben". (in "Hitlers Volksstaat" Götz Aly 2005)
Nach der so genannten „Hartheimer Statistik“ wurden in der Tötungsanstalt Grafeneck in den zwölf Monaten zwischen Januar und Dezember 1940 insgesamt 9.839 Menschen in einer Gaskammer ermordet:[3]

Zitate

Denkmal der grauen Busse, Weißenau RV
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Denkmal der grauen Busse, Weißenau RV
Verlegungsverfügung - Denkmal der grauen Busse, Weißenau RV
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Verlegungsverfügung - Denkmal der grauen Busse, Weißenau RV
  • Steuerfreie Zuschläge: zwei Milliarden Euro - Arbeiten, während der Rest der Republik schläft oder Freizeit hat, kann sich lohnen. Das Malochen an Sonn- und Feiertagen oder zu nächtlicher Stunde wird vom Staat etwas versüßt. Von den Arbeitgebern gezahlte Zuschläge sind steuerfrei, was jährlich Mindereinnahmen von rund zwei Milliarden Euro bedeutet. Würde die Regierung diese Subventionen abschaffen, würde dies allerdings den Unmut von rund 19 Millionen Arbeitnehmern nach sich ziehen. (50 Milliarden Euro Sparpotential - Wie Schäuble den Staat sanieren kann - 21.12.2009 SPIEGEL)
  • 1940, zwanzig Jahre nach der Veröffentlichung von "Die Freigabe der Vernichtung lebensunwerten Lebens. Ihr Maß und ihre Form." fällt eine Verwandte aus Hoches Familie dem "Euthanasie"-Programm zum Opfer. Hoche erhält die Asche nach Baden-Baden zugeschickt. Er ist entsetzt. Kurz darauf trifft er Dr. Viktor Matthes, den Leiter der Heil- und Pflegeanstalt Emmendingen, in der Straßenbahn. Hoche fragt den ehemaligen Kollegen, was dieser gegen die Abtransporte aus seiner Anstalt unternehme. Matthes versichert, nach bestem Können Sabotage zu treiben. Jetzt ist Hoche damit einverstanden. Drei Jahre später, im Mai 1943, nimmt er sich das Leben. (siehe auch Sewering)
Erklärung zum Denkmal
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Erklärung zum Denkmal
  • Psychisch Kranke und behinderte Menschen waren die ersten Opfer eines systematischen, von langer Hand vorbereiteten Ausrottungsplans, der sich gegen Kranke und vom NS-Regime als rassisch minderwertig Verleumdete richtete. Das „Denkmal der grauen Busse” erinnert an die Todestransporte der Patienten. Die Künstler Horst Hoheisel und Andreas Knitz haben dieses Mahnmal 2006 für das Zentrum für Psychiatrie Die Weissenau bei Ravensburg geschaffen. Ein in Originalgröße in Beton gegossener Bus des gleichen Typs, wie er in den Jahren 1940 und 1941 von den Pflegeanstalten zu den Vernichtungslagern fuhr, erinnert an den Massenmord. Dem Denkmalbus eingeschrieben ist das Zitat: „Wohin bringt Ihr uns?”, die überlieferte Frage eines Patienten.
T.Roller 1941 von seiner Mutter fotographiert bei einem Besuch in der "Weißenau"
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T.Roller 1941 von seiner Mutter fotographiert bei einem Besuch in der "Weißenau"
  • In größte Probleme gerät der Rekrut, als er den Fahneneid auf Hitler verweigert. Das gilt als Befehlsverweigerung, Roller * 22.2.1915 wird in Haft genommen. Das Militärgericht schickt ihn am 13. November 1937 in ein Reservelazarett nach München, er wird in eine psychiatrische Klinik eingewiesen, kehrt dann nach Tübingen zurück, arbeitet wieder bei der Sparkasse. Roller möchte Missionar werden, benötigt zum Besuch der Basler Missionsschule eine Ausreiseerlaubnis und wendet sich am 25. Januar 1939 mit diesem Anliegen an Hitler persönlich. In diesem ersten von drei Briefen legt er Hitler freilich auch dar, was ihm an der nationalsozialistischen Politik missfällt. Und er richtet, wie Lang schreibt, an ihn "einen resoluten, wenn auch weltfremden Appell", sich zur Umkehr zu bewegen.
Inschrift Denkmal der grauen Busse, Weißenau
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Inschrift Denkmal der grauen Busse, Weißenau
Weil sein Brief nicht dem "Führer" vorgelegt worden war, formuliert er den Brief vom 11. Februar 1939. Darin nennt er Hitler einen Lügner und einen Wahnsinnigen und will von ihm wissen, wie er sich anmaßen könne, das Wort "Gott" in den Mund zu nehmen, wenn gleichzeitig Menschen wegen ihres Glaubens "in Gefängnissen und Konzentrationslager schmachten oder in Irrenhäuser eingeliefert werden". Am 18. März 1939 wird Roller verhaftet. Die Kanzlei des "Führers der NSDAP" empfiehlt: "Die dauernde Unschädlichmachung des Roller ist dringend geboten." Roller wird von einem Sondergericht zur Sicherungsverwahrung in die Heil- und Pflegeanstalt Weissenau bei Ravensburg eingewiesen. Dass er arbeitsfähig war, rettete ihm das Leben. "Wenn ich nicht geschafft hätte, hätten sie mich auch ausrotten können", berichtete Roller später. Zwischen dem 20. Mai 1940 und dem 13. März 1941 werden 677 Weissenau-Patienten getötet. "Nur dank einiger glücklicher Fügungen" habe Roller den gerichtlich angeordneten Maßregelvollzug überlebt, sagt Lang.
Theodor Roller heiratete 1954, aus der Ehe gingen drei Kinder hervor. In geistiger Frische erlag er am 30. Oktober 2008 einem Herzschlag.
  • Herbert Backe, seit 1923 Mitglied in der NSDAP und SA, war weit davon entfernt, ein Kritiker des Regimes zu sein. Doch der Erste Weltkrieg bedeutete für ihn ein Trauma: Nicht nur, weil er als preußischer Staatsbürger, im Kaukasus geboren, vier Jahre in einem sibirischen Gefangenlager verbringen musste. Sondern vor allem, weil das Kaiserreich am Ende nicht mehr in der Lage gewesen war, seine Bürger zu ernähren. Die Lebensmittelpreise waren explodiert und Hunderttausende verhungert. 1918 war Deutschland ausgezehrt, kriegsmüde und revolutionär - und genau vor solchen Zuständen hatte Herbert Backe im Frühjahr 1940 Angst.

Links

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  • The Einsatzstab Reichsleiter Rosenberg (ERR), the “Special Task Force” headed by Adolf Hitler’s leading ideologue Alfred Rosenberg, was one of the main Nazi agencies engaged in the plunder of cultural valuables in Nazi-occupied countries during the Second World War. A particularly notorious operation by the ERR was the plunder of art from French Jewish and a number of Belgian Jewish collections from 1940 to 1944 that were brought to the Jeu de Paume building in the Tuileries Gardens in Paris for processing by the ERR Sonderstab Bildende Kunst or “Special Staff for Pictorial Art.
The German invasion of Western Europe in May and June 1940 produced a massive exodus that included many individuals from the art world—whether consumers, producers or brokers. The imposition of anti-Jewish laws by the German military administration in France and the collaborationist government of Marshal Philippe Pétain put an end to the pre-war culture dominated by the so-called School of Paris whose members included Chaim Soutine, Jules Pascin, Camille Pissarro, Max Ernst and many others. These artists scattered to the four winds, leaving behind their entire corpus of creation, seeking refuge in small towns across central and southern France. Most of their dealers did the same and fled to Spain and Portugal and from there to the United States, often with the courageous assistance of Varian Fry and his Emergency Rescue Committee.
Barely a week had gone by after the occupation of Paris before representatives of civilian and military agencies began to plunder bookstores, galleries, cultural and educational institutions. First, the military administration of MbF began to plunder, followed bythe German embassy in Paris with the help of the so-called Devisenschutzkommando (DSK) and the field police units (GFP). As of mid-September 1940, the Einsatzstab Reichsleiter Rosenberg (ERR) became the official overseer and coordinator of cultural plunder in occupied France. The pre-ERR period of plunder lasted from June 1940 to October 1940.
  • The ERR database provides supplementary historical information on the looted objects and their spoliated owners that sheds some light on the wartime path of the looted objects, the locations through which these works transited, and their postwar fate—whether or not the victorious western Allied powers recovered them and took the necessary steps to repatriate them to the countries from which they had come in the hope that they would be restituted to their rightful owners.
Cultural Plunder by the Einsatzstab Reichsleiter Rosenberg: Database of Art Objects at the Jeu de Paume

"Feminisierung" der Medizin

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  • Aufnahme des Studiums der Medizin an der Eberhard-Karls-Universität Tübingen im Januar 1940 unter der Reichs-Nummer 226 136
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