1944
Aus ArztWiki
- 28. Januar 1944 - Die Rote Armee befreit die von der Wehrmacht eingekesselte Stadt Leningrad.
Brief an Göring mit Vorschlag Sauckel
- 08. März 1944 - Wo sollen "High-Tech"-Produkte in Deutschland produziert werden? (Hier geht es um das Strahlflugzeug ME 262 "Jägerprogramm" - siehe dazu auch 1945 - Chronik!
- 06. Juni 1944 - Invasion der Alliierten Streitkräfte in der Normandie (D-Day Operation Overlord)
- 10. Juni 1944 - Eine Einheit der Waffen-SS richtet im südwestfranzösischen Ort Oradour-sur-Glane ein Massaker an; 642 Bewohner, davon 202 Kinder und 241 Frauen kommen dabei um.
- 20. Juli 1944 - Gescheitertes Attentat auf Hitler durch Stauffenberg
- Im Sommer 1944 waren in Deutschland ca. 1,9 Millionen Kriegsgefangene und 5,7 Millionen Zivilisten aus dem Ausland offiziell als beschäftigt gemeldet. Mit den aus KZ-Lagern eingesetzten Arbeitern geht man von einer Zahl von 12 Millionen Menschen aus, die in irgendeiner Weise zur Arbeit im Deutschen Reich verpflichtet worden waren. Diese Menschen stammten zum großen Teil aus der besetzen Sowjetunion sowie Teilen Polens. Mehr als 50% dieser Menschen waren Frauen, viele damals unter 20 Jahre alt. Allein im März 1942 wurden 2,5 Millionen Personen aus der UDSSR ins Deutsche Reich gebracht und versklavt. Die Tätigkeiten reichten von leichten Hilfstätigkeiten über schweren Missbrauch der Verschleppten bis zur gezielten „Vernichtung durch Arbeit“. Der Großteil wurde in „kriegswichtigen“ Bereichen wie Landwirtschaft, Industrie und Bergbau eingesetzt, seit November 1942 aber auch vermehrt in den zunehmend kriegsrelevant werdenden Krankenhäusern.
- Alle ausländischen Arbeitskräfte wurden durch einen rassistisch-bürokratischen Repressions- und Kontrollapparat aus Wehrmacht, Arbeitsamt, Werkschutz, SS und Gestapo streng überwacht. Sie wurden in zugige Baracken oder in überfüllte Gaststätten und Festsäle eingepfercht. In den Lager- und Betriebskantinen wurden sie nur äußerst unzureichend verpflegt; ohne Lebensmittelmarken konnten sie von ihrem geringen Lohn nichts zu Essen kaufen und litten ständig Hunger. Den Bombenangriffen waren sie noch wehrloser ausgesetzt als die deutsche Bevölkerung, da sie meist keinen Zugang zu Schutzräumen hatten. Viele Frauen litten unter zusätzlichen Schikanen und Gewalttätigkeiten.
- 25. August 1944 - Die Alliierten nehmen Paris ein.
- 12. September 1944 - Roetgen wird als erste Gemeinde auf deutschem Boden durch alliierte Streitkräfte besetzt. (Als "Tor zur Eifel" ist Roetgen der ideale Ausgangsort für Ihre Streifzüge durch eine vielfältige Region. So preist sich der Ort heutzutage an ...)
- 19. September 1944 - USA: In Fort Hunt transportiert man den als "Antinazi" klassifizierten Gefangenen Alfred Andersch ab. Über ein Transitlager gelangte er zwei Tage später nach Camp Ruston in Louisiana, wo sich die Lücke in der bisher bekannten Andersch-Biografie wieder schließt.
- 21. September 1944 - Durch eine gezielte Indiskretion wird der Morgenthau-Plan des US-Finanzministeriums zum Nachkriegsdeutschland publik. US-Präsident Franklin D. Roosevelt distanziert sich nach stark ablehnenden Reaktionen bald von diesem Papier.
- 10. Oktober 1944 - Die Rote Armee erreicht die deutsche Grenze in Ostpreußen.
- 21. Oktober 1944 - US-Truppen erobern als erste deutsche Großstadt Aachen.
- 16. Dezember 1944 - Die deutsche Ardennenoffensive wird gestartet, die das weitere Vorrücken der Alliierten verhindern soll.
Zwangsarbeit
- Im Frühjahr 1944, als längst klar war, wer den Krieg gewinnen und wer ihn verlieren würde, klammerte sich das deutsche Reichsluftfahrtministerium an das Düsenflugzeug Me 262. Es sollte das Blatt wenden. Die Nationalsozialisten begannen, im Mühldorfer Hart eine Rüstungsfabrik gigantischen Ausmaßes zu errichten. Sie war als ein 400 Meter langer Bunker mit einer Höhe von 32 und einer Sohlenbreite von 85 Metern angelegt. 400 Meter - das entspricht der Länge von vier Fußballfeldern. 8300 jüdische KZ-Häftlinge und mehr als 1700 Kriegsgefangene und Zwangsarbeiter mussten unter Aufsicht der SS aufgeteilt in zwei Schichten rund um die Uhr arbeiten.
- In Oberbayern ließen die Nazis 2249 KZ-Häftlinge beim Bau eines Rüstungsbunkers ermorden. Warum lassen Behörden zu, dass der potentielle Gedenkort vom Wald überwuchert wird?
Zitate
- Auf einer Konferenz im Jahr 1944 überlegten amerikanische Psychologen, wie es zum Holocaust und den Nazi-Verbrechen kommen konnte. Für die beteiligten Anthropologen und Sozialwissenschaftler, darunter Margaret Mead, Kurt Lewin und Erich Fromm, stand fest, daß der Charakter jedes einzelnen Deutschen durch eine „schwere geistige Krankheit“ deformiert sei. Sie konstatierten eine Art Paranoia, ein kollektives neurotisches Abweichen von normalen Verhaltensmustern. Daraus entwickelte sich die These: Alle Deutschen waren schuldig.
- Um sie wieder zu „friedlichem Lebenswandel“ zu bewegen und die „Regeln der Bescheidenheit und Menschenliebe“ 36 einzuhalten, mußten sie entnazifiziert werden. Die Alliierten verschickten im Herbst 1945 Fragebögen an 13 Millionen Deutsche. Die Befragten wurden in fünf Kategorien eingestuft:
- Hauptschuldiger, Belasteter, Minderbelasteter, Mitläufer und Entlasteter.
- Wer auffällig war, mußte vor Gericht. Spruchkammern mit deutschen Laienrichtern und Schöffen fällten das Urteil, ob die Entnazifizierung erfolgreich war oder nicht.
Links
- Im Schuljahr 2008/2009 arbeiteten die Schülerinnen und Schüler der zehnten Klasse des Schwarzwald-Gymnasiums Triberg sowie der polnischen Schulen Gymnasium 2 in Lask, Gymnasium 26 Nikolaus Kopernikus in Lodz, dem Allgemeinbildenden Lyzeum Tadeusz Kosciuszko in Lask sowie das Gymnasium Königin Jadwiga mit freundlicher Unterstützung der Universitäten Lodz und Freiburg neben dem Unterricht gemeinsam an dem Projekt „Gedächtnis für die Vergangenheit – Schicksal der Zwangsarbeiter des ‚Dritten Reiches‘ als Botschaft für die Generationen Europas“.
- SS-Massaker in Oradour Späte Ermittlungen - keiner der Verantwortlichen stand bislang vor einem bundesdeutschen Gericht. Nun, 67 Jahre später, hat die Staatsanwaltschaft Dortmund die Wohnungen von sechs Beteiligten durchsuchen lassen. (Dezember 2011)
