1946
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- 05. Januar 1946 - In Nürnberg beginnt vor einem US-Militärgerichtshof der Prozess gegen 23 ehemalige KZ-Ärzte wegen Verbrechen gegen die Menschlichkeit.
- 14. Januar 1946 - Das Pariser Reparationsabkommen zur Aufteilung von Reparationsansprüchen gegen das Deutsche Reich infolge des Zweiten Weltkrieges wird heute geschlossen.
- 21./22. April 1946 - Die KPD und die SPD vereinbaren in Ost-Berlin den Zusammenschluss zur Sozialistischen Einheitspartei Deutschlands (SED). Da eine Befragung der Sozialdemokraten in West-Berlin eine Mehrheit gegen einen Zusammenschluss ergeben hat und sich auch die SPD-Führung in den West-Zonen gegen eine Verschmelzung ausspricht, bleibt der Wirkungsbereich der SED auf Ost-Berlin und die sowjetische Zone begrenzt.
- 25. Juni 1946 - US-Militärgouverneur Lucius D. Clay ordnet für seine Besatzungszone den Stopp der Demontagen an, solange die Frage nicht geklärt sei, ob Deutschland als wirtschaftliche Einheit behandelt werde.
- 30. September 1946 - Verkündung der Urteile im Nürnberger Prozess gegen die Hauptkriegsverbrecher. Es ergehen zwölf Todesurteile, sieben Haftstrafen und drei Freisprüche. Hermann Göring begeht vor Vollstreckung seiner Todesstrafe Selbstmord.
- 01. Oktober 1946 - Der erste – und einzige – Prozess vor dem Internationalen Militärgerichtshof wurde vom 20. November 1945 bis 1. Oktober 1946 in Nürnberg durchgeführt. Der ursprüngliche Plan der Alliierten, weitere Prozesse vor diesem Militärgerichtshof durchzuführen, war aufgrund von Querelen zwischen den Alliierten fallengelassen worden. Bei den Alliierten hatten sich inzwischen unterschiedliche Interessen und Vorstellungen entwickelt, welche Kreise in welchem Umfang zu verfolgen seien.
- 16. Oktober 1946 - Vollstreckung der Todesurteile der Nürnberger Prozesse.
- 16. November 1946 - Die SED legt einen ersten Verfassungsentwurf für die „demokratische deutsche Republik“ vor.
- O9. Dezember 1946 - Beginn des Nürnberger Ärzteprozesses; der Erste Amerikanische Militärgerichtshof verurteilt schließlich sieben der 23 Angeklagten zum Tode und weitere neun zu langen Freiheitsstrafen.
- 31.Dezember 1946 - Frings wurde mit dem Wort „fringsen“ für „Mundraub begehen“ in der deutschen Sprache verewigt. Der Begriff geht zurück auf seine am 31. Dezember 1946 in der St. Engelbert Kirche in Köln-Riehl gehaltene Silvesterpredigt, in der er mit Bezug auf die Plünderungen von Kohlenzügen und die schlechte Versorgungslage in einem grimmigen Winter ausführte:
- „Wir leben in Zeiten, da in der Not auch der einzelne das wird nehmen dürfen, was er zur Erhaltung seines Lebens und seiner Gesundheit notwendig hat, wenn er es auf andere Weise, durch seine Arbeit oder durch Bitten, nicht erlangen kann.“
- Danach nannte man in Köln und später in ganz Deutschland das „Organisieren“ von Lebensmitteln und Heizstoffen „fringsen“ (mit weichem „s“ gesprochen).Der nächste Satz der Predigt:
- „Aber ich glaube, dass in vielen Fällen weit darüber hinausgegangen worden ist. Und da gibt es nur einen Weg: unverzüglich unrechtes Gut zurückgeben, sonst gibt es keine Verzeihung bei Gott.“
- wurde dabei oft nicht wahrgenommen. Bei der feierlichen Umbenennung der Düsseldorfer Südbrücke über den Rhein wurde als originelle Benefiz-Aktion angeboten, „rückwärts zu fringsen“, indem man zugunsten Bedürftiger besondere Briketts kaufen konnte.
- 1946 - Nicht einmal die Siegermächte des Zweiten Weltkriegs vermochten das deutsche Sozialstaatsmodell zu verändern - obwohl sie es hartnäckig versuchten.
- Im Herbst 1946, als Deutschlands Städte in Trümmern lagen, legte der Alliierte Kontrollrat den Plan für einen radikalen Umbau des Sozialstaats vor:
- Eine staatliche Einheitsversicherung sollte nicht nur sämtliche Arbeitnehmer, sondern auch Beamte, besserverdienende Angestellte und Selbständige organisieren. Nur Unternehmer, die mehr als fünf Angestellte beschäftigten, blieben ausgenommen.
- Das Konzept war weit gediehen. "Die haben uns zum Zeitpunkt unserer Beerdigung eingeladen", stöhnte ein Vertreter der Betriebskrankenkassen, als die Besatzungsmächte die deutschen Sozialpolitiker erstmals über ihre Pläne informierten. Doch mit Klagen hielten sich die mächtigen Interessenvertreter des deutschen Gesundheitswesens nicht lange auf, sie organisierten den Widerstand. Die privaten Krankenversicherungen, die große Teile ihrer Kundschaft verloren hätten, mobilisierten genauso gegen die Pläne wie die Ärztelobby, die sich vor der Monopolmacht einer zentralen Krankenkasse fürchtete. (DER SPIEGEL 11/2009)
- `Zunächst stand die Beseitigung der unmittelbaren Not der Menschen im Vordergrund. Die Lebensmittelversorgung erreichte weltweit einen kritischen Tiefpunkt; in Deutschland kam es zu Hungerstreiks von Arbeitern, die Tagesrationen von 1.500 Kalorien und weniger am Tag erhalten und häufig von Tuberkulose befallen sind, worauf die Alliierten darauf hinweisen, dass auch in Großbritannien das Brot rationiert werden müsse und es in Indien zu regelrechten Hungerkatastrophen komme. Die Bevölkerung behilft sich unterdessen mit Kohlenklau und Geschäften auf dem Schwarzmarkt, wo amerikanische Zigaretten sich zu einer Art Schattenwährung entwickeln. Die Demontagepolitik vor allem der Sowjetunion trägt zu einer Verlangsamung des Wiederaufbaus bei, immerhin aber sind bald die wichtigsten Verkehrswege wie etwa die Brücken über den Rhein wiederhergestellt.
- 1946 - Helmut Kohl *3.4.1930 tritt als 16-jähriger in die CDU ein
Zitate
- Die Ereignisse an den Instituten für Anatomie und Physiologie werden im Folgenden als Beispiele näher erläutert: Anatomie
- Das anatomische Institut wurde in den Jahren 1942- 1973 von Prof. Erich Blechschmidt (1904– 1992) geleitet. Der Aufbau einer Embryonensammlung war ein zentrales Projekt von Prof. Blechschmidt. Auf Basis von menschlichen Embryonen in unterschiedlichen Entwicklungsstadien wurden Schnittbilder und vergrößerte künstliche Modelle erstellt, die den Medizinstudenten zur Anschauung dienen sollten. Bis heute hat sich die Frage nach der genauen Herkunft der zahlreichen Embryonen nicht klären können. Prof. Blechschmidt gab als Ursprung Operationen bei Eileiterschwangerschaften bzw. Geschwülsten an. Widersprüchlich ist dabei, dass Eileiterschwangerschaften damals erst ab einer Embryonengröße von ca. 2 - 3 cm diagnostiziert werden konnten. Das erklärt demnach nicht die Herkunft vieler deutlich kleinerer "Exponate" von ca. 0,7 - 2 cm. Auffällig ist auch, dass die starke Zunahme an Embryonen in Prof. Blechschmidts Sammlung zeitlich genau mit den in der Frauenklinik der Universität Göttingen durchgeführten Zwangsabtreibungen zusammenfällt.
