1949

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  • 1. März 1949 - Heute beginnt in Gießen an der Lahn die Arbeit des Ärzte-Verlages. Geschäftsführer wird Willi B. Schlicht. Gesellschafter wurden zu gleichen Teilen die heutige Bundesärztekammer und die Kassenärztliche Bundesvereinigung. Die erste Ausgabe der Ärztlichen Mitteilungen mit einer Auflage von 50.000 Exemplaren erscheint. Der Formularvertrieb und der Buchverlag werden gegründet.
  • 15. Mai 1949 - Zum Geleit - Carl Oelemann, der erste Hauptschriftleiter der wiederbegründeten Ärztlichen Mitteilungen (ÄM), führt seine Leser derart in die Aufgaben der Zeitschrift ein. Die beiden Herausgeber, also die Arbeitsgemeinschaften der Westdeutschen Ärztekammern und der Kassenärztlichen Vereinigungen und ihr Organ, eben die ÄM, wollten für die Belange der Ärzte und ihrer Kranken eintreten, und "alles, was diesen ausgesprochenen Interessen wirklich dient, gehört in die Spalten der ÄM", befand Oelemann. Man werde "den Kampf für die Berufsfreiheit des Arztes, wenn es sein muß, mit unerbittlicher Härte ebenso führen wie den Kampf des Arztes für sein Berufsideal, sein Berufsethos und seine kulturelle Sendung". Von Beginn an waren die ÄM, die erst 1964 wieder als Deutsches Ärzteblatt firmierten, ein politisch geprägtes, kämpferisches Organ der Ärzteschaft. So, wie sich die ärztlichen Organisationen politisch auseinandersetzten, mit Politikern, nicht selten den Kanzlern der neugegründeten Bundesrepublik Deutschland verhandelten und fochten, so agierte auch das Deutsche Ärzteblatt politisch, die Politik der Ärzteschaft begleitend, unterstützend, erläuternd - bis heute. Geändert haben sich allerdings Stil, Diktion und journalistische Präsentation. (1999 im Rückblick der 50 Jahre seither)
  • 20. Mai 1949 - Hartmannbund wiedergegründet. Die konstituierende Hauptversammlung findet am 31. August 1949 statt.
  • 13.06.1949 - Ursula „Ulla“ Schmidt geb. Radermacher wird in Aachen geboren.
  • 04.07.1949 - Horst Seehofer in Ingolstadt geboren, deutscher Politiker CSU
  • 14.08.1949 - Wahlen zum ersten Deutschen Bundestag: Von 402 Mandaten erringt die Union 139, die SPD 131, die FDP 52 und die KPD 15.
Das Ergebnis der ersten Bundestagswahl führte die SPD, die überwiegend einem Umbau der Sozialversicherung nach dem Beveridge-Modell zu Einheits- und Volksversicherung zuneigte, in die Opposition. Mit CDU/CSU, FDP und DP bildeten Parteien die Regierungskoalition, die übereinstimmend entschlossen waren, die Grundlagen der traditionellen deutschen Sozialversicherung zu verteidigen.
  • 31.08.1949 - konstituierende Hauptversammlung zur Neugründung des Hartmannbundes nach dem 2. Weltkrieg.
  • 21.09.1949 - Die Alliierten Hohen Kommissare John McCloy, Brian Robertson und André François-Poncet geben in Anwesenheit des neuen Bundeskabinetts das Ende der Militärregierung bekannt.
  • 07. Oktober 1949 - Verfassung der DDR tritt in Kraft:
Artikel 1
(1) Deutschland ist eine unteilbare demokratische Republik; sie baut sich auf den deutschen Ländern auf.
(2) Die Republik entscheidet alle Angelegenheiten, die für den Bestand und die Entwicklung des deutschen Volkes in seiner Gesamtheit wesentlich sind; alle übrigen Angelegenheiten werden von den Ländern selbständig entschieden. […]
(4) Es gibt nur eine deutsche Staatsangehörigkeit.“
Artikel 2
(1) Die Farben der Deutschen Demokratischen Republik sind Schwarz-Rot-Gold. Die Hauptstadt der Republik ist Berlin.
An diesem Tag konstituiert sich aus dem zuvor gewählten Zweiten Deutschen Volksrat eine "Provisorische Volkskammer" und erklärt als Akt der Staatsgründung am 7. Oktober 1949 die „Verfassung der Deutschen Demokratischen Republik“ zu geltendem Recht.
>> 07.10.1989 - Am 40. Jahrestag der Republik mahnt Gorbatschow bei seinem Besuch in Berlin die SED-Führung zu Reformen Demonstrationen in Berlin, Leipzig, Dresden, Plauen, Jena und Potsdam, viele Festnahmen und Misshandlungen durch die Volkspolizei und das MfS
  • 1949 - In Westdeutschland wird die Deutsche Bundesbahn gegründet, die Eisenbahn der DDR firmiert weiterhin als Deutsche Reichsbahn.


Zitate

  • Das im Mai 1949 verkündete, stark föderalistisch geprägte Grundgesetz beschränkte im Gesundheitsbereich die Vorranggesetzgebung des Bundes auf "Maßnahmen gegen gemeingefährliche und übertragbare Krankheiten bei Menschen und Tieren, die Zulassung zu ärztlichen und anderen Heilberufen und zum Heilgewerbe, den Verkehr mit Arzneien, Heil- und Betäubungsmitteln und Giften". Lediglich im Rahmen seiner Zuständigkeit für die Sozialversicherung war es Aufgabe des Bundes, für eine einheitliche Regelung der kassenärztlichen Rechtsverhältnisse Sorge zu tragen.
  • Im September 1949 wird auf dem 52. Deutschen Ärztetag in Hannover die Forderung nach einem Gesundheitsministerium erhoben. Es wird wiederum auf die "Not der Flüchtlingsärzte und der Jungärzte sowie die dadurch hervorgerufenen starken sozialen Spannungen innerhalb des Berufes hingewiesen" und zur Krankenversicherung festgestellt: "Das Maß des Notwendigen wird heute nicht erreicht." Unverändert aktuell heißt es dazu: "Wenn die Reichsversicherungsordnung der ärztlichen Heiltätigkeit Schranken setzen will, indem sie dem Arzt verbietet, das ,Maß des Notwendigen' zu überschreiten, so verstrickt sie ihn in einen ständigen Konflikt zwischen den Forderungen seines ärztlichen Gewissens und seiner Verantwortlichkeit gegenüber der Ökonomie der Krankenkasse. Die Überschreitung der wirtschaftlich gebotenen Grenzen wird mit Ersatzpflicht bedroht, ihre Innehaltung sollen Kontrollen verbürgen, die des Arztes ebenso unwürdig sind wie des Kranken. Seit dem Zusammenbruch und insbesondere seit der Währungsumstellung ist die deutsche Krankenversicherung nicht mehr in der Lage, den Versicherten eine Versorgung zu gewähren, die dem Stande der ärztlichen Wissenschaft entspricht, ohne ihren wirtschaftlichen Zusammenbruch gewärtigen zu müssen. Das Maß des Notwendigen wird heute nicht erreicht. Im Vordergrund einer jeden Versicherungsform muß deshalb vor allem die Forderung stehen: den Krankenkassen die Gewährung einer Krankenhilfe zu ermöglichen, die dem heutigen Stande der medizinischen Wissenschaft entspricht. Nicht auf das Notwendige, sondern auf das Menschenmögliche und damit Menschenwürdige hat der Kranke Anspruch. Auch die Psychotherapie ist ein Bestandteil vollkommener Heilbehandlung."
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