1950
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- Jahr 1950 - 1.996 Krankenkassen; 20,200 Mio. Mitglieder (in der "Westzone")
- 22. Januar 1950 - In der Bundesrepublik Deutschland werden die Lebensmittelkarten abgeschafft. Dies geschieht in zwei Etappen. Am 22. Januar wird die Aufhebung der Rationierungen mit Ausnahme von Zucker ab dem 1. März bekannt gegeben.
- 31. März 1950 - Bundeskabinett unter Konrad Adenauer beschliesst die Aufhebung aller noch verbliebenen Einschränkungen zum 1. Mai 1950. Damit entfallen im Bundesgebiet die Lebensmittelkarten und -marken. In Berlin wird eine Zeit lang noch Milch auf Karten ausgegeben und für Kranke gibt es Krankenzulagekarten.
- 27. Juli 1950 - In München arbeiten 150 Aerzte an den Krankenhäusern umsonst, in Düsseldorf 190, in Hamburg 250. "Daß wir kein Geld kriegen, ist traurig. Aber das ist nicht das Schlimmste. Für die Ehre, den weißen Kittel tragen zu dürfen, müssen wir auch noch zuzahlen", klagt Dr. Karl-Heinz Schreyer. Er ist Pflichtassistent an der orthopädischen Klinik in Düsseldorf und muß für die Krankenhausverpflegung 65 DM im Monat bezahlen.
- JUNGÄRZTE / SOZIOLOGIE - Es gibt zu viele - DER SPIEGEL 30/1950
- 01. September 1950 - Mit Wirkung von heute erhalten die Krankenkassen wieder die Hoheit über Beitrags- und Leistungsgestaltung und damit auch über Mehrleistungen in den West-Zonen Deutschlands.
Zitate
- Anfang der 50er Jahre entstanden dann mit Genehmigung der Alliierten Kommandantur die ersten Berufsverbände in Form von eingetragenen Vereinen. Es waren zum größten Teil Neugründungen, wie der Bund der Berliner Assistenzärzte (BBA), später Marburger Bund, der Verband der leitenden Krankenhausärzte, die Interessengemeinschaft der Berliner Ärzte und der schon vor dem "Dritten Reich" gegründete Hartmannbund. Die Kassenärzte schlossen sich in der Vereinigung der Sozialversicherungsärzte Berlins (VSB) zusammen, da eine Kassenärztliche Vereinigung mit dem Charakter als Körperschaft öffentlichen Rechts nicht zugelassen wurde. Diese Entwicklung fand aber nur in den drei Westsektoren statt. Im Sowjetischen Sektor von Berlin waren die meisten Ärzte, da sie überwiegend in Angestelltenverhältnissen tätig waren, im FDGB. Dieser Zustand in Ost-Berlin blieb praktisch so bis zur Wiedervereinigung 1990.
