1963

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  • 22. Januar 1963 - Über eine Stunde beantwortet Karl Dönitz, ehemaliger Großadmiral, Oberbefehlshaber der Marine und Hitler-Nachfolger, an diesem 22. Januar 1963 seinem Publikum im Otto-Hahn-Gymnasium Geesthacht Fragen über das "Dritte Reich" und plaudert aus dem Nähkästchen der braunen Machtzentrale. Offensichtlich trifft er den richtigen Ton. "Die waren alle von seiner Größe und Autorität begeistert", erinnert sich Lutz Fähser, der damals als Schüler im Publikum saß. Allen voran Geschichtslehrer Heinrich Kock, der den Dönitz-Besuch angeregt hatte.
Dönitz verkauft einer Schar Jugendlicher, von denen viele zum ersten Mal etwas über das "Dritte Reich" hören, weil der Geschichtsunterricht dieses Thema geflissentlich ausspart, sein Geschichtsbild als Tatsachenbericht. Er und all die anderen Männer an der Front hätten in den Kriegsjahren lediglich ihre Pflicht als Soldat erfüllt, Soldaten könnten bei Kriegsausbruch nicht mit dem Fahrrad ins Auswärtige Amt fahren, um durch Aktenstudium festzustellen, ob es sich um einen Angriffskrieg handle".
  • 25. Februar 1963 - Historiker Karl Dietrich Erdmann in der gleichen Schule, um die Dönitz-Geschichtsstunde doch noch ins richtige Licht zu rücken. Er spricht vor einem ähnlich großen Publikum wie Dönitz einen Monat zuvor. Erdmann erklärte, dass Dönitz Hitler verfallen gewesen sei. Etliche führende Offiziere hätten sich damals hinter ihren militärischen Aufgaben verschanzt und bewusst politische Fragen ausgeblendet – als eine Art Schutzmechanismus. Letztlich machte Erdmann aber die Schüler für die entglittene Fragestunde verantwortlich: "Ihr habt einfach nicht die richtigen Fragen gestellt!" Was Erdmann nicht berücksichtigt: Die Schüler hatten dazu nicht das nötige Hintergrundwissen.
  • 01. April 1963 - Das Zweite Deutsche Fernsehen ZDF geht erstmals auf Sendung.
  • 17. Mai 1963 - Tod des Dr. jur. h.c. Maximilian Sauerborn, (* 28. August 1889 in Montabaur; † 17. Mai 1963 in Bonn): lange Jahre Mitgestalter der kassenärztlichen Rechtsbeziehungen, studierte Rechtswissenschaft an den Universitäten in Freiburg im Breisgau, München und Marburg. Nach seinem Studium trat er in den juristischen Staatsdienst ein. Er arbeitete zunächst als Staatsanwalt in Düsseldorf, wechselte dann als Richter zum Landgericht Limburg und war seit 1921 als Richter am Landgericht Frankfurt am Main tätig. Obwohl er dem Bund Nationalsozialistischer Deutscher Juristen angehörte, hatte er sich nicht der NSDAP angeschlossen.
Kennedy an der Mauer 1963
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Kennedy an der Mauer 1963
Fahrt zusammen mit Adenauer im offenen Mercedes an jubelnden Menschen vorbei
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Fahrt zusammen mit Adenauer im offenen Mercedes an jubelnden Menschen vorbei
Kennedy-Rede in BERLIN 26.6.1963
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Kennedy-Rede in BERLIN 26.6.1963
  • 26. Juni 1963 - Zum 15. Jahrestag der Berliner Luftbrücke am 26. Juni besucht John F. Kennedy Berlin (West). Vor dem Rathaus Schöneberg hielt er seine berühmte Rede, in der er an der Seite des damaligen Regierenden Bürgermeisters Willy Brandt seinen berühmten Satz sagte: „Ich bin ein Berliner“. Kennedy sagte auch zukünftig der Stadt und Deutschland die Unterstützung der USA als alliierte Schutzmacht zu.
  • 15. Oktober 1963 - Konrad Adenauer tritt als Bundeskanzler zurück
  • 16. Oktober 1963 - Ludwig Erhard wird zweiter Bundeskanzler der Bundesrepublik Deutschland.
  • 22. November 1963 - US-Präsident John F. Kennedy wird in Dallas bei einem Attentat getötet. Lyndon B. Johnson wird 36. Präsident der USA.


Was geschah noch in 1963?

  • Die Uraufführung des christlichen Trauerspiels "Der Stellvertreter" im West-Berliner Theater am Kurfürstendamm (Haus der Freien Volksbühne) am 20. Februar 1963 durch den Intendanten Erwin Piscator löste die bis dahin größte und weitreichendste Theaterdebatte der Bundesrepublik Deutschland aus und sorgte für internationale Kontroversen. Inszenierungen des Stücks führten zu Auseinandersetzungen und Tumulten in mehreren europäischen Ländern. Für eine Inszenierung am New Yorker Broadway (Brooks Atkinson Theatre, 26. Februar 1964, 316 Aufführungen) wurde Produzent Herman Shumlin mit einem Tony Award ausgezeichnet. Bis 1966 verbat sich Hochhuth eine Aufführung seines Stücks in Ostblock-Staaten aus Sorge vor einer plakativ anti-katholischen Interpretation.
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