1965

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Zitate

  • 01. Februar 1965 - Zu Ehren des wenige Tage zuvor verstorbenen Sir Winston Churchill wird in Neufundland und Labrador der 856 km lange Hamilton River in Churchill River umbenannt.
  • 01. April 1965 - Ab heute gilt für Ärzte die GOÄ in Deutschland bei Abrechnung der Leistungen privat versicherter Patienten
§ 2: Die Vergütung bemisst sich nach dem Einfachen bis Sechsfachen des anliegenden Gebührenverzeichnisses, soweit nichts anderes bestimmt ist. Innerhalb dieses Rahmens sind die Gebühren und Entschädigungen unter Berücksichtigung der besonderen Umstände des einzelnen Falles, insbesondere der Schwierigkeit der Leistung, des Zeitaufwandes, der Vermögens- und Einkommensverhältnisse des Zahlungspflichtigen sowie der örtlichen Verhältnisse nach billigem Ermessen zu bestimmen.
1965 wurde aufgrund des 1952 verabschiedeten Zahnheilkundegesetzes von der Bundesregierung mit Zustimmung des Bundesrates eine Gebührenordnung für Zahnärzte erlassen (BUGO-Z), die die PreuGO ablöste. Auch sie enthielt nach einem allgemeinen Teil ein Gebührenverzeichnis, das allerdings nur noch Einfachgebühren auswies. § 2 BUGO-Z bestimmte: „Die Vergütung bemißt sich nach dem Einfachen bis Sechsfachen der Sätze des anliegenden Gebührenverzeichnisses, soweit nicht etwas anderes bestimmt ist. Innerhalb dieses Rahmens sind die Gebühren und Entschädigungen unter Berücksichtigung der besonderen Umstände des einzelnen Falles, insbesondere der Schwierigkeit der Leistung, des Zeitaufwandes, der Vermögens- und Einkommensverhältnisse des Zahlungspflichtigen sowie der örtlichen Verhältnisse nach billigem Ermessen zu bestimmen.“ Die Gebührenspanne ging also jetzt durchgehend vom Einfachen bis zum Sechsfachen.
  • 09. Juli 1965 - "Da hört der Dichter auf, da fängt der ganz kleine Pinscher an!“ Ludwig Erhard über 25 deutsche Autoren, die ein Plädoyer für einen Regierungswechsel veröffentlicht hatten.
  • 19. September 1965 - Bundestagswahlen in der Bundesrepublik Deutschland: CDU/CSU 47,6 % (245 Mandate), SPD 39,3 % (202), FDP 9,5 % (49); West-Berliner Abgeordnete: 15 SPD, 6 CDU, 1 FDP
  • 26. Oktober 1965 - Vereidigung des neuen Kabinetts unter Bundeskanzler Ludwig Erhard

Zitate

  • Ludwig Erhard versuchte im Kreise persönlich befreundeter Maler, Architekten und Musiker für ein paar Stunden Abstand von der Politik zu gewinnen. „Sehen Sie, mein Vorgänger Adenauer war völlig kontaktlos, er fasste einsame Beschlüsse, ich aber wähle das Gespräch nach allen Seiten, ich will mit den Menschen sprechen.“ Auf herbe Kritik in der Öffentlichkeit stieß jedoch sein Wunsch nach einem weitgehend gläsernen Kanzlerbungalow, den ihm der befreundete Architekt Sepp Ruf erfüllen sollte. Doch das Volk schien sich einig darin: Ein deutscher Kanzler wohnt nicht wie im Bauhaus! 1965, mitten im Wahlkampf, brach das Unheil über ihn herein, als er tief gekränkt feststellen musste, dass die Menschen von Geist und Wort sich eher zu dem Rivalen Willy Brandt hingezogen fühlten.
Der „gute Mensch vom Tegernsee“ geriet in Frontstellung zu einem „Intellektualismus“, der nach seiner Ansicht in Idiotie umkippe, wenn der Intellektuelle nur die Unzufriedenheit schüre, von der Sache aber nichts verstehe. Auf dem Wirtschaftstag der CDU holte Erhard zum polemischen Gegenschlag aus: Die Dichter sprächen von Dingen, „von denen sie von Tuten und Blasen keine Ahnung haben (…) Nein, so haben wir nicht gewettet. Da hört der Dichter auf, da fängt der ganz kleine Pinscher an, der in dümmster Weise kläfft.“ Martin Walser scherzte zurück: „Da hört der Kanzler auf, da fängt der Erhard an.“ Immerhin konzedierte posthum der einst als Pinscher geschmähte Rolf Hochhuth, dass Ludwig Erhard „ein hochkarätiger Intellektueller“ gewesen sei.
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