1967
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- Januar 1967 - In Ludwigsburg in Schwaben wurde er 1943 als Kriegskind geboren. Fritz Teufel interessierte sich bereits als Schüler für Politik und Geschichte. Wiederholt fuhr er nach Frankfurt am Main, um die Auschwitz-Prozesse gegen Nazi-Verbrecher im Gerichtssaal zu verfolgen. Im Alter von 20 Jahren ging der Sohn eines Steuerberaters nach West-Berlin, doch seinem Studium der Germanistik und Publizistik an der Freien Universität widmete er sich nur sporadisch. Er trat lieber in den Sozialistischen Deutschen Studentenbund (SDS) ein, lernte Rudi Dutschke und weitere junge Revolutionäre kennen. Mit Dieter Kunzelmann, Rainer Langhans, Antje Krüger und anderen gründete er im Januar 1967 die "Kommune 1". (Zum Tode Fritz Teufels - 7.7.2010)
- 02. Juni 1967 - Es kommt vor dem Schöneberger Rathaus in Berlin zu Protesten. Bei den Massendemonstrationen wird der Student Benno Ohnesorg von einem Polizisten erschossen.
- Konflikt mit der Staatsgewalt und der Justiz. Am 2. Juni 1967, als Tausende Studenten in West-Berlin gegen den Schah von Persien demonstrierten, wurde Fritz Teufel nach einem angeblichen Steinwurf festgenommen. Während der West-Berliner Polizist und Ost-Berliner Stasi-Agent Karl-Heinz-Kurras, der den Studenten Benno Ohnesorg erschossen hatte, in Freiheit blieb, saß Teufel wegen Landfriedensbruchs fast ein halbes Jahr in Untersuchungshaft. Vor Gericht parierte er die Aufforderung sich zu erheben mit der Bemerkung: "Wenn's der Wahrheitsfindung dient."
- 22. Januar 2012 - Schüsse auf Studenten: Berliner Polizei vertuschte Hintergründe des Ohnesorg-Todes. Der makaberste Akt der Vertuschung ereignete sich im Krankenhaus Moabit: Dort entfernten Ärzte Schädelteile um das Einschussloch herum und nähten die Kopfhaut wieder zu. Im Totenschein ist als Todesursache angegeben: "Schädelverletzung durch stumpfe Gewalteinwirkung." Dies, so sagte jetzt der Arzt, der den Schein ausstellte, dem SPIEGEL, habe er "nicht aufgrund eigener Feststellungen, sondern auf Anweisung meines damaligen Chefs gemacht."
Zitate
- Gemeinsam mit ihrem Mann Alexander Mitscherlich veröffentlichte sie 1967 das Buch "Die Unfähigkeit zu trauern". Die Weigerung der Deutschen, ihre nationalsozialistische Vergangenheit wahrzunehmen und zu verarbeiten, wurde von den beiden Medizinern als kollektives Verhalten diagnostiziert. Margarete Mitscherlich:
- Ach, wissen Sie, ich war oft sehr traurig, dass mir meine Ideale geraubt wurden. Ich wollte zu einer Gemeinschaft, zu einer Nation gehören, die ein achtenswertes Dasein führt. Stattdessen hat sich ein Abgrund von Grausamkeit aufgetan, der vorher unvorstellbar war. Meine Generation - mich inbegriffen - hat etwas sehr Wertvolles verloren. Wir haben Grund zu trauern, solange wir noch auf dieser Erde sind, auch um die ungezählten Menschen, die einer irrsinnigen Ideologie geopfert wurden.
- Ohne Übertreibung lässt sich deshalb sagen, dass jener Tag, der für Ohnesorg den Tod bedeutete und in einem zynischen, aber durchaus wörtlich zu nehmenden Sinne zum "Startschuss" einer Protestbewegung wurde, der 2. Juni 1967, für Teufel ein Schicksalstag gewesen ist. Denn ohne die Härte, mit der man damals seitens der Polizei ebenso wie der Justiz meinte, gegen ihn vorgehen zu müssen, wäre seine Entwicklung und die einiger anderer in seinem Umfeld möglicherweise anders verlaufen. Dieser Tag war eine fatale Weichenstellung.
