1969
Aus ArztWiki
- 19. Mai 1969 - Helmut Kohl wird Ministerpräsident in Rheinland-Pfalz und löst damit Peter Altmeier ab
- 28. September 1969 - Die Wahl zum 6. Deutschen Bundestag brachte einen tiefen Einschnitt mit sich, denn erstmals in der 20jährigen Geschichte der Bundesrepublik Deutschland stellten die Unionsparteien nach einer Bundestagswahl nicht mehr den Bundeskanzler. Nachdem die ersten Hochrechnungen noch eine absolute Mehrheit für CDU/CSU prognostizierten, änderte sich das Bild im Lauf des Abends zugunsten einer knappen Mehrheit für SPD und FDP.
- undatiert - Einführung eines Systems der Beitragsrückgewähr (so genannte "Krankenscheinprämie"), in dem jeder Versicherte für das Quartal, in dem er weder seinen Krankenschein eingelöst hatte noch Krankenhauspflege in Anspruch genommen hat, eine Prämie von 10 DM (maximal 30 DM pro Kalenderjahr) erhielt.
- Wiederabschaffung der "Krankenscheinprämie" mangels ausreichender Bewährung bereits 1974!!
- 21. Oktober 1969 - Willy Brandt ist jetzt Regierungschef der Bundesrepublik. Er ist der erste sozialdemokratische Bundeskanzler.
Zitate
- Er zeige, daß er ein Herr ist - In einem Leitfaden, der 1969 unter dem Titel "Die Führung einer allgemeinen Praxis" erschien, doziert Dr. Fritz Geiger, praktischer Arzt und Präsident der "Internationalen Gesellschaft für Allgemeinmedizin", über den Umgang mit Patienten:
- Die Patienten wollen den souveränen Führer ... im Arzt täglich und stündlich spüren. Diese zum Teil bescheidene Führerrolle muß der Arzt spielen. Sonst bleiben die Patienten sozial unbefriedigt. Der Patient ist zum Gehorsam bereit. Er wünscht, geführt zu werden, und er wünscht, gehorchen zu dürfen.
- Nachdem die Persönlichkeit des Arztes die wirkungsvollste Arznei für seine Patienten ist, muß der Arzt immer und jederzeit die ganze Macht und Ausstrahlung dieser seiner Arztpersönlichkeit zum Einsatz bringen. Falsche Bescheidenheit ist hier fehl am Platze. Sie würde nur dem Ziele der Arzt-Patienten-Beziehung, nämlich der Heilung der Krankheit, im Wege stehen.
- Die Erfahrung der Praxisjahre schärft seinen 6. Sinn ... aus dem Mahlstrom seiner Patientenmühle täglich fünf bis zehn Patienten herauszuziehen, denen er eine genaue Untersuchung mit eingehender Anamnese angedeihen läßt ... Auf diese Weise bringt es auch ein Kassenlöwe mit 2000 Krankenscheinen pro Quartal zustande, ein guter Arzt zu sein. Mit beinahe nachtwandlerischer Sicherheit fischt er aus dem Strom der Bagatellen, der täglich an ihm vorbeifließt, die schwerer Kranken heraus.
