1987

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  • Neujahr - 1. Januar: Die ARD strahlt statt der aktuellen Neujahrsansprache von Bundeskanzler Helmut Kohl versehentlich die Ansprache vom Vorjahr 1986 aus
  • 25. Januar 1987 - Bei der Bundestagswahl in Deutschland wird die Regierungskoalition aus CDU/CSU und FDP in ihrem Amt bestätigt.
  • 27. Januar 1987 - Die beabsichtigte Perestroika (Glasnost) in der UdSSR kündigt Michail Sergejewitsch Gorbatschow auf dem Plenum des Zentralkomitees der KPdSU an.
  • 02. Februar 1987 - Die Todesanzeige, die heute in der Ulmer "Südwestpresse" erscheint, ist knapp gehalten. "Wir trauern um Dr. jur. Gerhard Klopfer, Rechtsanwalt". Die kalten Bürokraten des Genozid
  • 15. Mai 1987 - "Wozu Boykotteure fähig sind, entdeckten Freitagmorgen letzter Woche die Aufseher im Dortmunder Westfalenstadion. Da stand mit weißem Sprühlack auf grünem Rasen zwischen Mittelkreis und Strafraum des Fußballfeldes: Boykottiert und sabotiert die Volkszählung. Eile war geboten: Am Abend war die Begegnung Borussia gegen HSV angesetzt. Doch alle gärtnerischen Bemühungen scheiterten, die Schrift auf dem Rasen war nicht rechtzeitig zu beseitigen. Da griffen auch die Stadionhüter zur Sprühdose und fälschten eine staatstragende Version: Der Bundespräsident: Boykottiert und sabotiert die Volkszählung nicht - so lasen es die Fußballfans am Abend."
  • 25. Mai 1987 - Die für den 25. Mai 1987 angesetzte Volkszählung sollte ein letztes Mal die Massen der Bürgerbewegten mobilisieren. Einmal mehr war es der Politikstil Zimmermanns, der die Durchsetzung der Volkszählung zu einer Machtprobe werden ließ. Denn die Stimmung in der Bevölkerung war denkbar ungünstig: Meinungsumfragen hatten ergeben, dass nur rund die Hälfte der Bevölkerung ihre Bögen ordnungsgemäß ausfüllen wollte.
Die andere Hälfte setzte im Vorfeld auf Sabotage der Befragung. Der Chaos Computer Club CCC etwa warnte scheinheilig davor, Kaffee auf den Bögen zu verkleckern, um die Erfassungsrechner nicht zu sabotieren. Keinesfalls dürfe man auch "genau 4,4 Millimeter von der Papierkante" abschneiden, weil sonst "die Antwortmarkierungen um genau eine Zeile verrutschen" könnten.
  • 28. Mai 1987 - Mathias Rust landet am Tag der Grenzstreitkräfte mit einer Cessna auf dem Roten Platz in Moskau, daraufhin werden einige altgediente, hohe Militärs vorzeitig pensioniert und die Perestrojka auch in der Armee vorgetrieben
Honecker im Saarland 1987
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Honecker im Saarland 1987
  • O7. September 1987 - Erich Honecker besucht als erster DDR-Staatschef die Bundesrepublik Deutschland.
Widerspruch und Entscheid 3/1989
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Widerspruch und Entscheid 3/1989
Widerspruch und Entscheid 3/1989- Seite 2
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Widerspruch und Entscheid 3/1989- Seite 2
  • 01. Oktober 1987 - Für die niedergelassenen Ärzte tritt ab heute der neue EBM in Kraft, der 1988 dann zu erheblicher Unruhe in der Ärzteschaft führen wird.
  • 11. Oktober 1987 - Ministerpräsident von Schleswig-Holstein Uwe Barschel tot in der Badewanne eines Genfer Hotelzimmers gefunden. - Es mag sein, dass Barschel das Opfer finsterer Agenten wurde. Wer aber die Täter waren und wer sie beauftragt hat, ist nach wie vor völlig unklar. Übrig bleibt die Theorie von der Sterbehilfe, dazu passen die seltsamen Spuren im Hotelzimmer und auch Barschels verzweifelte Lage. Er galt als Mitwisser schmutziger Tricks gegen seinen politischen Rivalen Björn Engholm und musste zurücktreten, seine Karriere galt als beendet.
Es kann sein, dass dem medikamentensüchtigen Barschel jemand geholfen hat, sein Leben zu beenden. Er starb letztlich an einer Überdosis Tabletten.
  • 14. Dezember 1987 - Dutzendweise klagen Mediziner deshalb in der ganzen Bundesrepublik gegen die veränderten Honorar-Richtlinien. Zuverlässige Zahlen über ihre Auswirkungen in der Praxis jedoch werden frühestens im April nächsten Jahres vorliegen. Eine Endzeit für ärztliche Großverdiener steht auch nach Ablauf dieser Frist keineswegs zu erwarten. Sollten die neuen Gebührenregelungen die "Existenz" von Arztpraxen gefährden, so versicherte der Vorsitzende der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV) in Köln, Professor Siegfried Häußler, würden sie umgehend korrigiert. Die Unruhe unter dem ärztlichen Fußvolk machte indessen auch vor der Kölner Kassenarztzentrale nicht halt. Bayrische Kassenärztepolitiker warfen KBV-Chef Häußler Führungsschwäche vor und verlangten seinen Rücktritt. Als Nachfolger Häußlers offerierten sie den starken Mann aus Bayern: Ex-Bundesärztekammerpräsident Hans Joachim Sewering, der 1978 sein Amt hatte aufgeben müssen.
Für die Zusage Norbert Blüms, den lawinenartig andrängenden Medizinernachwuchs durch Zulassungssperren und Weiterbildungshürden wenigstens zum Teil auszudünnen, hatten sich die Ärzteführer bereit gefunden, die Ausgaben für die ambulante Medizin künftig an die Entwicklung der Löhne zu koppeln. Mit gravierenden Folgen: Denn immer mehr Ärzte werden sich um den nur noch mäßig wachsenden Honorarkuchen drängeln und sich einen, wie die Berliner Frondeure prophezeiten, "mörderischen Konkurrenzkampf" liefern.
Verwunderung über Formulierung ...
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Verwunderung über Formulierung ...


Was war noch ?

  • Zur Vorgeschichte von CHIP-Karte, Lesegerät und Drucker kurz aus einer Informationsschrift des Ministeriums für Arbeit, Gesundheit, Familie und Sozialordnung BW in Stuttgart:
Leistungs- und Kostentransparenz in der gesetzlichen Krankenversicherung

( Ergebnisse eines Modellvorhabens in Baden-Württemberg - 1984 bis 1987, Region Heilbronn und Ravensburg)
  1. Bessere Leistungs- und Kostentransparenz ist technisch machbar
  2. Die entwickelten Transparenzverfahren sind ausbaufähig
  3. Abstimmung der Datenspeicherung mit den datenschutzrechtlichen Bestimmungen erforderlich
Es folgen Empfehlungen:
a) Aufbringung eines maschinenlesbaren kasseneigenen Versichertenkennzeichens auf den Behandlungsscheinen und Verordnungsblättern
b) Datenträgeraustausch führt bei einem Versichertenkennzeichen zu einer kostengünstigen (Arbeit für die Erfassung der Daten!) Zuordnung der Leistungsdaten des Versicherten


  • Datenschutzrechtliche Überlegungen zum Referentenentwurf - (GRG Norbert Blüm 1988) von Dr. Ruth Leuze, Landesbeauftragte für den Datenschutz Baden-Württemberg
Zum verstärkten Einsatz der automatisierten Datenverarbeitung:
Damit wird in Zukunft ein sehr sensibler Lebensbereich nahezu lückenlos aufgezeichnet und für die einzelne Krankenkasse verfügbar gemacht. Das Leistungskonto des Versicherten erlaubt es, ein vollständiges Gesundheitsprofil zu entwickeln. Einen solch schwerwiegenden Eingriff in das informationelle Selbstbestimmungsrecht darf der Gesetzgeber nur zulassen, wenn dies im überwiegenden Allgemeininteresse geboten ist und er dabei den Grundsatz der Verhältnismäßigkeit beachtet. Bis jetzt gibt es keinen zuverlässigen empirischen Nachweis, dass ein umfassendes Leistungskonto notwendig und geeignet ist, den Kostenanstieg zu bremsen!
  • 1987 wollte Prof. Häußler als KBV-Chef die Geister, die er gerufen hatte, loswerden. Er verlangte und realisierte den Labor-Honorardeckel – vorübergehend.
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