1991

Aus ArztWiki

Wechseln zu: Navigation, Suche

Ohne konkretes Datum

  • Ulla Schmidt wird Vorsitzende der Querschnittsgruppe „Gleichstellung von Frau und Mann“
  • Kopfpauschale: Unter Bezugnahme auf einen Stichtag im Jahr 1991 wurden die für die Mitglieder jeder Krankenkasse erbrachten ärztlichen Leistungen in Form einer Kopfpauschale festgeschrieben

* Januar 1991

  • 12. Januar 1991 - Kongress der USA beschliesst, den Irak unter Anwendung militärischer Gewalt aus Kuwait zu vertreiben. Mit 250 zu 183 Stimmen im Repräsentantenhaus und 52 zu 47 Stimmen im Senat stimmten die Volksvertreter für einen Militäreinsatz zur Verwirklichung der UN-Resolution 678.
  • 13. Januar 1991 - Der baden-württembergische Ministerpräsident Lothar Späth (geb. 1937) (CDU) tritt wegen der "Traumschiff-Affäre" zurück. Späth weist die Vorwürfe, auf Kosten der Industrie Ferienreisen und Dienstflüge unternommen zu haben, jedoch von sich.
  • 14. Januar 1991 - 250 Abgeordnete des irakischen „Kommandorates der Revolution“ stimmen per Akklamation für einen Krieg.
  • 17. Januar 1991 - Mehr als einen Tag nach dem in der Resolution 678 genannten Stichtag (knapp vor 3 Uhr Lokalzeit, d.h. 1 Uhr MEZ bzw 19 Uhr New Yorker Zeit am 16. Januar), löst das Bündnis einen massiven Luftkrieg aus; dies war der Beginn der Operation Wüstensturm (Operation Desert Storm). Die Koalitionsstreitkräfte flogen in den ersten 20 Stunden mit über 750 Kampfflugzeugen und Bombern rund 1.300 Angriffe auf Ziele im Irak.
Anlaß ist die vorausgegangene Invasion Iraks in Kuweit. Dieser Krieg löst in der deutschen Bevölkerung geteilte Meinungen aus. Mangels innenpolitischer Durchführbarkeit kommt es zu keinem direkten Einsatz deutscher Truppen im Irak. Jedoch werden deutsche Militär-Einheiten in andere Länder verlegt, um von dort US-Amerikanische Militäreinheiten für den Irak-Krieg abzuziehen.




Deutsche Krankenhäuser bereiten sich auf die Aufnahme von Verletzten Militärs und Zivilisten aus dem Irak vor.

In mehreren Universitätskliniken kommt es zu Protesten gegen diese staatliche Instrumentalisierung von Ärzten für die Infrastruktur eines Krieges.











Die Basisgruppe Medizin der Universität Göttingen besetzt wochenlang das Foyer des Klinikums.











Stündlich werden über die Haus-Lautsprecheranlagen im gesamten Klinikum hörbar Texte verlesen, z.B.:


DANN GIBT ES NUR EINS! (Wolfgang Borchert)

Du. Mann an der Maschine und Mann in der Werkstatt.
Wenn sie dir morgen befehlen,
du sollst keine Wasserrohre und keine Kochtöpfe mehr machen – sondern
Stahlhelme und Maschinengewehre,
dann gibt es nur eins:
Sag NEIN!
Du. Mädchen hinterm Ladentisch und Mädchen im Büro.
Wenn sie dir morgen befehlen,
du sollst Granaten füllen und Zielfernrohre für Scharfschützengewehre montieren,
dann gibt es nur eins:
Sag NEIN!
DANN GIBT ES NUR EINS!

  • 24. Februar 1991 - Die Alliierten starten ihre Bodenoffensive gegen den Irak, nachdem der irakische Präsident Saddam Hussein das US-Ultimatum vom 22. Februar hat verstreichen lassen.
  • 26.Februar 1991 - Der Irak beginnt seinen Truppenabzug aus Kuwait und erklärt sich einen Tag später zur Anerkennung der UNO-Resolutionen bereit.
  • 28.Februar 1991 - Mit der Einstellung aller Kampfhandlungen in Kuwait und dem Irak um 6 Uhr MEZ endet der Zweite Golfkrieg.


Splitter aus 1991

  • Mitglieder der Göttinger Basisgruppe Medizin verfolgen während des Golfkrieges die Auswirkungen von Krieg und Embargo auf die Gesundheit der Zivilbevölkerung.
  • Über Kontakte mit Ärzten, die im Irak arbeiten und durch Auswertung von Studien des UNO Sicherheitsrates, des Roten Kreuzes, und zahlreichen anderen Organisationen werden Daten gesammelt und ausgewertet. In mehreren persönlichen Gesprächen erklärt ein Mitglied der Göttinger Basisgruppe sowohl dem Präsident als auch Abgeordneten der ständigen Mitgliedstaaten des Sicherheitsrates in New York, daß deutsche Medizinstudenten und Ärzte das Embargo als politisch nutzlos für den Frieden und extrem gefährlich für die Gesundheit der Zivilbevölkerung einstufen. Diese Kritik wird in Form einer Dokumentation der Daten im Verlag Medico International veröffentlicht.

Irak ein Jahr nach dem Golfkrieg

  • Als Kosten des Krieges für die Vereinigten Staaten wurden vom Kongress etwa 61,1 Milliarden US-Dollar errechnet; 52 Milliarden von diesen Kosten wurden von verschiedenen anderen Staaten bezahlt: 36 Milliarden wurden von Kuwait, Saudi-Arabien und anderen Golfstaaten bezahlt. 16 Milliarden wurden von Deutschland und Japan bezahlt. (genannt: „Scheckbuchdiplomatie”, da sich die Länder nicht aktiv mit ihren Soldaten am Krieg beteiligten).
  • Leninstatue Der gigantische, dreieinhalb Tonnen schwere Kopf des 1991 gestürzten Berliner Lenin-Denkmals soll aus seiner letzten Ruhestätte in einem Sandhügel in Berlin-Köpenick exhumiert und für eine Ausstellung ans andere Ende der Stadt gebracht werden. (2009) Der Sturz der 19 Meter hohen Lenin-Plastik des russischen Künstlers Nikolai Tomski am ehemaligen Leninplatz - heute Platz der Vereinten Nationen - in Friedrichshain galt als "der prominestete Fall von Nachwende-Ikonoklasmus", wie der Kunsthistoriker Paul Sigel einmal schrieb. Der Senat hatte den Giganten aus rotem Granit, der auch im Film "Good bye, Lenin!" auftaucht, von der Denkmalliste gestrichen. Danach stimmte die Bezirksverordneten von Friedrichshain dem Abriss zu, den eine Bürgerinitiative verzweifelt abzuwenden versuchte.
Persönliche Werkzeuge