2000

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Äskulapnatter
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Äskulapnatter
  • Die Äskulapnatter (Elaphe longissima longissima) ist Wildtier des Jahres (Schutzgemeinschaft Deutsches Wild)

Inhaltsverzeichnis

Chronik

  • 15. Januar 2000 - Dr. Manfred Richter-Reichhelm wird erster Vorsitzender der KBV Die KBV-Vertreterversammlung wählte am 15. Januar in Berlin auch Dr. med. Leonhard Hansen zum Beisitzer (Stellvertreter). Mit einer klaren Mehrheit (97 von 109 Stimmen) wird Richter-Reichhelm zum Nachfolger von Dr. Winfried Schorre gewählt.
  • 17. Februar 2000 - Microsoft bringt sein Betriebssystem Windows 2000 auf den Markt.
  • 08. April 2000 - Einrichtung der ersten deutschen Babyklappe in Hamburg-Altona.
  • 01. Juni 2000 - Die Weltausstellung EXPO 2000 in Hannover wird eröffnet (bis 31. Oktober 2000)
Gemäß § 140 d SGB V ist eine Rahmenvereinbarung zwischen der Kassenärztlichen Bundesvereinigung und den Spitzenverbänden der Krankenkassen zu schließen. Diese tritt heute Kraft und umfasst Regelungen, u.a. zu Mindeststandards des Versorgungsauftrages, Mindestanforderungen an die Qualitätssicherung, Teilnahmevoraussetzungen der Vertragspartner, zur Finanzierung der Leistungen der integrierten Versorgung sowie zur Bereinigung der Gesamtvergütung. § 140 e SGB V eröffnete die Möglichkeit einer Vereinbarung zwischen der Deutschen Krankenhausgesellschaft und den Spitzenverbänden der Krankenkassen.
  • 25. Juli 2000 - Bei dem Absturz einer französischen Concorde bei Paris kommen 113 Menschen ums Leben. Air France stellt daraufhin den Flugbetrieb der Concorde ein, die britische Flugaufsicht entzieht der Concorde die Bescheinigung der Flugtauglichkeit, die sie erst nach zahlreichen Konstruktionsänderungen wieder erlangte.
  • 05. August 2000 - Außerordentliche Vertreterversammlung der KBV - Thema: Neuer EBM - Dieser sieht im Wesentlichen eine transparente Berechnung und Fixierung des Preises für ärztliche Leistungen vor. Denn der war bisher im Dreieck "Leistungsmenge – Qualität – Preis" die Stellschraube. Resultat unter Budgetbedingungen: Punktwertverfall. Da die Qualität nicht abnehmen darf, sei nunmehr die Leistungsmenge die einzig mögliche Variable in diesem System, sagte der Vorsitzende der KBV, Dr. med. Manfred Richter-Reichhelm. „Versuchen Sie nicht weiter, immer mehr Leistungen in das Korsett der gedeckelten Vergütung zu pressen“, appellierte er an die Vertreter der Krankenkassen, „lassen Sie uns Luft zum Atmen.“ Die Grundprinzipien des neuen EBM, so wie er von der KBV vorgestellt wurde, wurden von niemandem in Zweifel gezogen, selbst frühere notorische Kritiker des KBV-Vorstandes liefen auf der Schiene des Vorstands und der Honorarabteilung; dessen Leiter, Dr. med. Andreas Köhler, wurde mehrfach coram publico gedankt.
Ärzteprotest BERLIN 1.11.2000
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Ärzteprotest BERLIN 1.11.2000
  • 27.09.2000 - das Buschtelefon geht online. "ÄRZTEPROTESTE IN BERLIN UND BUNDESWEIT" waren der Anlass dazu.
Teilnehmer Trauermarsch in BERLIN 1.11.2000
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Teilnehmer Trauermarsch in BERLIN 1.11.2000
Teilnehmer Trauermarsch in BERLIN 1.11.2000
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Teilnehmer Trauermarsch in BERLIN 1.11.2000
  • 01.11.2000 Das Online-Portal Facharzt.de geht online: Seit Mitte Oktober finden Fachärzte unter www.facharzt.de alles rund um Praxis und Politik. Vier Redakteure bereiten aktuelle Meldungen anderer Nachrichtendienste auf, recherchieren berufspolitische Entwicklungen, berichten von medizinischen Fachkongressen und liefern Hintergrundartikel aus Wirtschaft und Arztrecht, heißt es in der Presseerklärung zum Ereignis.
Die Protestaktionen deutscher Ärzte gegen die Gesundheitsreform der Bundesregierung gehen unvermindert weiter. Nach Praxen-Streiks in Sachsen, Sachsen-Anhalt, Thüringen und Niedersachsen blieben nun in Berlin und Brandenburg tausende Praxen geschlossen.
Dr. Manfred Richter-Reichhelm, KBV-Vorsitzender, geht davon aus, dass in den beiden Bundesländern 70 bis 90 Prozent der Praxen nicht öffnen werden. Für den 1. November 2000 ist ein Trauermarsch in der Bundeshauptstadt geplant. Der Ärztestreik richtet sich gegen die nach Ansicht der Mediziner zu geringe Honorierung ihrer Leistungen sowie das Arzneimittelbudget von Gesundheitsministerin Andrea Fischer.
Ärzte-DEMO-BERLIN "Maulkorb-Erlass"
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Ärzte-DEMO-BERLIN "Maulkorb-Erlass"
Auch die Abwanderung vieler Versicherter zu Billigkassen habe bei den Ärzten zu Honorarminderungen geführt, da einige von diesen Kassen nicht einmal die Hälfte von dem bereitstellten, was andere Kassen zahlten, so Richter-Reichhelm. Die Ärzte verlangen die Honorierung auf eine andere Basis zu stellen. So müssten die Kopfpauschalen pro Mitglied abgeschafft werden und stattdessen sollten die Pauschalen pro Versicherten gelten und die Krankheitshäufigkeit berücksichtigt werden.
Das Bundesgesundheitsministerium hingegen hat die Streikaktionen scharf kritisiert. Es sei völlig inakzeptabel, dass die Ärzte ihren Streit auf dem Rücken der Patienten und Versicherten austrügen, von deren Beiträgen sie schließlich lebten, sagte Staatssekretär Erwin Jordan (Die Welt, 31. Oktober 2000).
  • 11. November 2000 - Bei einem Brand in der Gletscherbahn Kaprun sterben 155 Menschen
Titel des Sonderhefts zum Jahresschluss 2000
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Titel des Sonderhefts zum Jahresschluss 2000
  • 27. November 2010 - Berlin, die ambulante medizinische Versorgung in Berlin ist akut gefährdet. Nach den drastischen Honorarverlusten und dem drohenden Arzneimittel-Regreß sehen sich immer weniger Ärzte in der Lage, ihre Patienten auch in Zukunft noch ausreichend zu versorgen. "Die Schmerzgrenze ist überschritten", mahnte der Chef der Kassenärztlichen Vereinigung Berlin (KV), Dr. Manfred Richter-Reichhelm, auf einer Pressekonferenz in Berlin. Die Ärzte seien nicht länger gewillt, die verfehlte Gesundheitspolitik der rot-grünen Bundesregierung auszubaden.
  • Dezember 2000 - Ein Sonderheft der Ärzte-Zeitung zum Jahresabschluss erscheint, weil eine neue Gebührenordnung anscheinend kurz vor der Einführung steht ... es wurde dann das Jahr 2005 damit ... 01.04.2005 Ab heute gilt für die Abrechnung der Vertragsärzte der EBM2000+
Abbildung im Sonderheft der Ärzte-Zeitung zum Jahresschluss 2000
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Abbildung im Sonderheft der Ärzte-Zeitung zum Jahresschluss 2000

Links

  • KBV: Die Ärzte sind nicht bereit, mit sich spielen zu lassen - Deutsches Ärzteblatt 04.02.2000
  • Der Fehler steckt im System der bundesweit 23 Kassenärztlichen Vereinigungen, die sich selbst verwalten. Mehr als 40 Milliarden Mark verteilen die Körperschaften öffentlichen Rechts unter den etwa 115 000 niedergelassenen Kassenärzten. Nur sie wissen, welcher Arzt welche Patienten wie behandelt haben will. Den Krankenkassen stellen die KV zum Quartal lediglich anonymisierte Sammelbelege in Rechnung. Eine Einsicht, ob das Geld der 71 Millionen gesetzlich Krankenversicherten sinnvoll ausgegeben wurde, ist Kassen und Staatsanwälten kaum möglich.
Doch nun stellt Andrea Fischer dieses Monopol der Kassenärzte in Frage. Noch dieses Jahr will sie ein "Gesetz zur Verbesserung der Datentransparenz in der gesetzlichen Krankenversicherung" auf den Weg bringen. Eine Forderung, die Krankenkassen, Staatsanwälte und ehrlich abrechnende Mediziner schon seit Jahren stellen, soll sich erfüllen: der transparente Arzt.
Laut Gesetzesplan will Fischer Kontrollstellen einrichten, so genannte Trust-Center. Diese sollen für jeden Patienten alle ärztlichen Diagnosen, Behandlungen und Arzneiverordnungen penibel erfassen. Der Name des Versicherten wird mittels eines Zahlenschlüssels anonymisiert; den Code kennt nur die Kontrollstelle.


Zwangsarbeit

  • Die Stiftung „Erinnerung, Verantwortung und Zukunft“, kurz EVZ, wurde im August 2000 von der deutschen Bundesregierung und der Stiftungsinitiative der deutschen Wirtschaft je zur Hälfte mit 10 Milliarden D-Mark ausgestattet, um ehemalige Zwangsarbeiter des NS-Regimes zu entschädigen. Sie ist eine durch Bundesgesetz geschaffene Stiftung des öffentlichen Rechts mit Sitz in Berlin (BGBl. 2000 I 1263).


Dies und das

  • Der Chef der deutschen Industrielobbyisten, Hans-Olaf Henkel, nannte die frühe Aufnahme Griechenlands in die Währungsunion ein "verheerendes Signal". Und Manfred Neumann, Experte von der Universität Bonn, sagte, dass es nicht darum gehe, Griechenland grundsätzlich die Aufnahme zu verweigern, sondern den Hellenen "noch weitere zwei bis drei Jahre Zeit zu geben, wirtschaftliche Konvergenz zu beweisen". Er erinnerte daran, mit welchen Tricks die Griechen beispielsweise die Inflationsrate schönrechneten: Sie senkten einfach die Mehrwertsteuer - die Preise fielen. Die EU-Kommission habe mit ihrem Konvergenzbericht der Welt eine klares Signal dafür gegeben, dass sie die Konvergenz nicht ernst genug nehme. Die Empfehlung einer verfrühten Aufnahme Griechenlands sei deshalb "sehr negativ". Den Konvergenzbericht sollte die Euro-Tauglichkeit Griechenlands belegen, die von der Europäischen Zentralbank kritischer gesehen wurde als von der EU-Kommission.
  • Aktionswoche vom 25.9. bis 30.9.2000 der sächsischen niedergelassenen Ärzte - Um notwendig werdende Einschränkungen der ambulanten Versorgung und absehbare Praxispleiten nicht kampflos hinzunehmen, geben wir dieses öffentliche Signal an die Politik.
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