2001

Aus ArztWiki

Wechseln zu: Navigation, Suche
Anton Rouwen im Gespräch mit der Ministerin 28.3.2001 BERLIN
vergrößern
Anton Rouwen im Gespräch mit der Ministerin 28.3.2001 BERLIN

Chronik

  • 21.03.2001 - Statement Dr. Manfred Richter-Reichhelm, Vorsitzender der Kassenärztlichen Vereinigung Berlin bei der Pressekonferenz des Aktionsrates der Berliner Kassenärzte am 21. März 2001 - Aktionswoche der Berliner Ärzte vom 26.3.2001 bis zum 30.3.2001
Dr.Kraffel als DEMO-Teilnehmer 28.3.2001
vergrößern
Dr.Kraffel als DEMO-Teilnehmer 28.3.2001
Demonstration Berlin 28.03.01 Foto: Konrad Held/Svea Keller
vergrößern
Demonstration Berlin 28.03.01 Foto: Konrad Held/Svea Keller
  • 28.03.2001 - Dr. med. Manfred Richter-Reichhelm, Vorsitzender der Kassenärztlichen Vereinigung Berlin, Rede zur Protestkundgebung der niedergelassenen Ärzte und Psychotherapeuten Ostdeutschlands während der Aktionswoche (26. bis 30. März 2001) am 28. März 2001 vor dem Brandenburger Tor

Aus dem Aufruf an die Ärzte in und um BERLIN:

Zur Aktionswoche: Sie findet statt, weil immer weniger Geld in die ambulante Medizin fließt.

28. März 2001 Strasse vor dem Berliner Ministerium "Wir haben hier ein Paket abzugeben ..."
vergrößern
28. März 2001 Strasse vor dem Berliner Ministerium "Wir haben hier ein Paket abzugeben ..."
Notopfer BERLIN
vergrößern
Notopfer BERLIN

Rückgang der Kopfpauschalvergütung, Punktwertverfall III /2000, keine Aufhebung des Kollektivregresses, Richtgrößenprüfungen 1998 bei jeder 6-ten (!) Praxis über ein Gesamtvolumen von mehr als 200 Millionen Mark in diesem Jahr! Für das Jahr 2001 würde nach den jetzigen Vorgaben jeder dritte Arzt betroffen. Absicht des Gesundheitsministeriums: Den Kollektivregress durch "andere, ebenso wirksame Instrumentarien" zu ersetzen - sprich: Ein Folterinstrument gegen ein anderes auszutauschen! Die Regelung betreffend "Billigkassen"/Kopfpauschalen etc. zielen in eine Richtung, die zwar (in mehreren Jahren ) den Druck auf der Kassenseite vermindert, aber keine finanzielle Verbesserung unserer Lage bringt.

Wir fordern: Frei verhandelbare Kopfpauschalen, (Versenkung der Lohnsummenanbindung) krankheitsbezogene Arzneimittelrichtlinien.

Unsere Aktion in Berlin ist Teil der ostdeutschen Aktionswoche, das heißt: Unter Beteiligung aller Neuen Bundesländer, gemeinsam mit Niedersachsen. Es ist die größte derartige Aktion, die jemals stattgefunden hat und "alle Welt schaut auf diese Stadt!" Flächendeckend sollten alle Praxen in Berlin während der Aktionswoche vom Mo. 26.3. - Fr. 30.3.2001 schließen mit Ausnahme des bezirklich organisierten Notdienstes. Bitte kommen Sie mit Personal, dem ja leider Entlassungen drohen werden. Angesprochen sind auch diejenigen von Ihnen, die stets beklagen, dass nichts geschieht!!!

Wenden Sie sich bei Rückfragen an Ihre Berufsverbände, das Buschtelefon oder direkt an uns!

Rouwen/ Kruse

  • 21. Juni 2001 - Öffentliches Aktionsratstreffen um 20.30 Uhr in der KV Berlin ! Themen: Ideen für neue Aktionen, Finanzierung neuer Aktionen - Ein Problem waren die unterschiedlich gelagerten Interessen der Kollegen aus den 5 neuen Bundesländern und der Berliner Kollegen, die sich nicht unbedingt immer miteinander identifizieren können. Die Hauptargumente der Neuen Bundesländer sind nicht so ohne weiteres auf die Berliner Problematik übertragbar: 77% Bezahlung bei 25% Mehrarbeit, höhere Morbidität und Mortalität. In Berlin stehen die Probleme bei der Arzneimittelverordnung, die Unterfinanzierung in Berlin und die Finanzierung der Psychotherapeuten im Vordergrund. Auf dem Aktionsratstreffen in Potsdam wurde beschlossen, daß die Probleme der niedergelassenen Ärzteschaft in den der Bundestagswahlkampf eingebracht werden müssen. Am 1.10.2001 wird in den Neuen Bundesländern und Berlin ein Aktionstag stattfinden unter dem Motto: "Die Ärzte eröffnen den Bundestagswahlkampf".
NY 9.11.2001
vergrößern
NY 9.11.2001
  • 14. September 2001 - SPD-Arbeitsgruppe entwickelt Reformkonzept - Laut Ärzte-Zeitung vom 14. September hat sich vor rund zwei Wochen erstmals eine Expertengruppe getroffen, die für die SPD das Konzept einer großen Gesundheitsreform für den Zeitraum nach den Bundestagswahlen 2002 erarbeiten soll. Dieser Gruppe sollen Dr. Klaus Theo Schröder (Staatssekretär im Gesundheitsministerium), Professor Karl Lauterbach(Universität Köln), Professor Gerd Glaeske (Universität Bremen), Dr. Christopher Hermann(AOK Baden-Württemberg), Professor Jürgen Wasem (Universität Greifswald), Dr. Heinz Lohmann *)(Hamburg) und Dr. Peter Schwoerer (MDK Baden-Württemberg) angehören. Die Arbeitsgruppe sei bei der SPD-nahen Friedrich-Ebert-Stiftung angesiedelt, berichtet die Fachzeitung. Inhalte des ersten Gesprächs seien noch nicht bekannt. Man wolle erst intern diskutieren und sondieren, ehe man an die Öffentlichkeit gehe, äußerte Peter König, Referent für Sozial- und Gesundheitspolitik der Friedrich-Ebert-Stiftung, gegenüber der Ärzte-Zeitung.
*)Der 1948 in Ostfriesland geborene Heinz Lohmann ist Diplom-Soziologe. Nach leitenden Tätigkeiten in der privaten Wirtschaft und im Öffentlichen Sektor ist er seit 1992 Vorstandsmitglied und seit 1997 Vorstandsprecher des Gesundheitsunternehmens LBK Hamburg. Er ist Autor zahlreicher Veröffentlichungen und seit zwei Jahren Dozent an der Hochschule für Angewandte Wissenschaften Hamburg.
  • 12. November 2001 - Regierung verzichtet auf Arzneimittelpreissenkung - Nach Berichterstattung des Handelsblattes vom 12. November hat sich die Bundesregierung hat dem Druck der Pharmaindustrie gebeugt und verzichtet auf die für 2002 und 2003 geplante Absenkung von Arzneimittelpreisen. Regierungssprecher Uwe-Karsten Heye habe am 8. November nach einem Gespräch von Bundeskanzler Gerhard Schröder (SPD) mit Vertretern von Unternehmen und Gewerkschaften mitgeteilt, dass die Pharmabranche dafür im kommenden Jahr 400 Millionen Mark zur Entlastung der gesetzlichen Krankenkassen zahlen werde. Heye erklärte, die Bundesregierung habe eine flexible Lösung einer gesetzlich verordneten Preisregulierung vorgezogen. Die Regierung erwarte über die Einmalzahlung hinaus, dass die Preise für die festbetragsfreien Arzneimittel in den kommenden beiden Jahren stabil blieben. Das Geld der Pharmabranche werde unter den Krankenkassen gemessen an ihren Anteilen an den Arzneimittelausgaben verteilt. Die Bundesregierung wolle die Kassen-Finanzen konsolidieren, aber auch Deutschland als Standort für die Pharmabranche erhalten.

Dies und das aus 2001

2.4.2002 Das Gesundheitsministerium hatte ein Forum. Wie es sich gehört, diente das Forum als Volksberuhigungsinstrument. Als Alibi. Doch in dem Maße, wie die Töne in diesem Forum lauter wurden, wie die Kritik an Ministerium und Gesundheitsminister immer massiver wurde, wurde das Forum zu einem ungeliebten Kind, dessen man sich schließlich entledigte: Im Frühjahr 2001 wurde das Forum geschlossen - angeblich, um mit einer verbesserten Technik wieder geöffnet zu werden. Inzwischen ist viel Wasser die Spree hinabgeflossen, haben die Politiker viel neues Unheil angerichtet. Ein neues Forum... gibt es nicht.
In mindestens dem gleichen Maße, wie das Internet zu einem Instrument der Ämter und Behörden wird, wird das Internet zu einem Menschenrecht. Allgemein zugängliche nationale Daten wie zB aus dem Forum des Gesundheitsministeriums dürfen nicht unterdrückt, dürfen der Bevölkerung nicht vorenthalten werden. Dieser Mirror, dessen Daten bislang nur einem kleinen Kreis zugänglich waren, wird jetzt für die Allgemeinheit freigegeben. Dies geschieht nicht nur aus Protest gegen die menschenverachtende Politik des Gesundheitsministeriums, sondern um zu demonstrieren, was in diesem Forum dem Gesundheitsministerium mitgeteilt wurde. Die Dinge, die in diesem Forum dem Ministerium zu lesen gegeben wurden, sind Beweisstücke, die zu kennen das Ministerium nicht leugnen kann.
1. Die Basis für die politische Diskussion zur Gesundheitsreform ist und bleibt das Handlungskonzept der KBV zur Weiterentwicklung des Gesundheitswesens.
2. Der zur Begründung eines Systemwechsels erhobene pauschale Vorwurf, das deutsche Gesundheitswesen sei zu teuer und liefere dafür schlechtere Qualität als kostengünstigere Systeme, widerspricht der positiven Beurteilung des deutschen Gesundheitswesens durch die Patienten. Die für diesen Vorwurf herangezogenen Gutachten werden deswegen einer kritischen wissenschaftlichen Analyse unterzogen.
3. Die Konsequenzen einer Verlagerung der Gestaltungsmacht im Gesundheitswesen auf circa 400 konkurrierende Krankenkassen und die ihnen übertragene Einkaufsmacht gegenüber Ärzten, Apothekern und Krankenhäusern für die Qualität der ärztlichen Versorgung der Patienten und für die notwendige fachliche Unabhängigkeit der Gesundheitsberufe sind der Öffentlichkeit in einer PR-Aktion deutlich aufzuzeigen. (im Dezember 2001)
Persönliche Werkzeuge