2012

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Inhaltsverzeichnis

Jahreschronik

Erstes Quartal

  • 01. Januar 2012 - Die "Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung" und die "Süddeutsche Zeitung" berichten, Wulff habe versucht, die Berichterstattung über den Kredit zu verhindern. Beiden Blättern zufolge hat Wulff auf Diekmanns Mailbox gesprochen und den "endgültigen Bruch" mit dem Springer-Verlag angedroht.
  • 02. Januar 2012 - Die "Bild"-Zeitung bestätigt Wulffs Anrufe und erklärt, man habe ihm vor der Veröffentlichung "Gelegenheit zu einer ausführlichen Stellungnahme gegeben". Diese habe der Präsident am 12. Dezember 2011 zunächst abgeben lassen, dann aber wieder zurückgezogen". Bei seinem ersten Anruf habe Wulff mit "strafrechtlichen Konsequenzen" gedroht, sich aber später entschuldigt.
Bundespräsident Wulff im TV
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Bundespräsident Wulff im TV
Ankündigung der Sendung in der Tagesschau
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Ankündigung der Sendung in der Tagesschau
TV-Runde mit BP Wulff
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TV-Runde mit BP Wulff
  • 04. Januar 2012 - "Bild" veröffentlicht eine E-Mail, die am 11. Dezember 2011 an Wulffs früheren Sprecher Olaf Glaeseker ging. Darin baten "Bild"-Redakteure um Antworten auf sechs Fragen zum Hauskredit. Nach Angaben der Zeitung beantwortete Glaeseker die Fragen einen Tag später, zog die Antworten jedoch kurz vor Redaktionsschluss wieder zurück. Daraufhin habe Wulff bei Diekmann angerufen. In einem Interview mit ARD und ZDF um 20.15 h zur "Primetime" mit sensationell hoher Zuschauerquote räumt Wulff ein, der Anruf sei "ein schwerer Fehler" gewesen. Er habe jedoch nicht versucht, die Veröffentlichung des Artikels zu verhindern, sondern bis zu seiner Rückkehr aus dem Ausland zu verschieben.
Sixt mit "politischer" Reklame
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Sixt mit "politischer" Reklame
  • 05. Januar 2012 - "Bild" widerspricht dieser Darstellung des Bundespräsidenten bei ARD und ZDF. "Und es war ein Anruf, der ganz klar das Ziel hatte, diese Berichterstattung zu unterbinden", sagt Diekmanns Stellvertreter Nikolaus Blome dem Deutschlandfunk. "Bild" will die umstrittenen Äußerungen veröffentlichen und bittet Wulff schriftlich um dessen Zustimmung. Der Präsident lehnt dies ab.
  • 06. Januar 2012 - "Bild" hat Wulff eine Abschrift des Wortlauts seines Anrufs auf die Mailbox von Chefredakteur Kai Diekmann übermittelt.
  • 07. Januar 2012 - Demonstration gegen Wulff: Schuhprotest vor dem Schloss - "Shoe for you" heißt die Aktion. In der arabischen Kultur werden mit dieser Geste Menschen verhöhnt, aber auch Ärger und Verachtung werden so zum Ausdruck gebracht.
  • 11. Januar 2012 - Der Anwalt von Bundespräsident Christian Wulff, Gernot Lehr, lehnt eine Veröffentlichung der Fragen und Antworten zu der Kredit- und Medienaffäre des Staatsoberhauptes weiter ab.
Costa Concordia vor Hafen Insel Giglio
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Costa Concordia vor Hafen Insel Giglio
  • 13. Januar 2012 - Gericht ordnet neues Gutachten für Breivik an - Der als unzurechnungsfähig eingestufte norwegische Attentäter Anders Behring Breivik muss sich einer weiteren psychiatrischen Untersuchung unterziehen. Das zuständige Gericht in Oslo betraute zwei Psychiater mit der Erstellung eines neuen Gutachtens. Angesichts der Schwere der Tat sei eine neue Untersuchung seiner Schuldfähigkeit angebracht, sagte Richterin Wenche Elizabeth Arntzen in Oslo.
ca. 22.00 Uhr: Das Schiff "Costa Concordia" rammt einen Felsen vor der Insel Giglio. Die Reederei wirft Kapitän Francesco Schettino später vor, er habe eigenmächtig den Kurs geändert. Er soll zum Zeitpunkt des Unglücks auf der Brücke gewesen sein und das Schiff bis auf 150 Meter ans Ufer herangesteuert haben. 22.30 bis 23.00 Uhr: Wasser dringt ein, das Schiff gerät aus dem Gleichgewicht. Es läuft rund 100 Meter vor der Insel auf Grund. An Bord bricht Panik aus. Der Kapitän setzt einen Funkspruch an die Hafenbehörde ab und meldet technische Probleme. Der Staatsanwalt wirft ihm vor, die Besatzung habe erst 58 Minuten nach dem Unglück die Küstenwache alarmiert.
ab ca. 23 Uhr: Die Evakuierung des Schiffes läuft. Passagiere werden mit Rettungsbooten zur Insel gebracht. Einige springen in Panik über Bord. Die Hafenaufsicht fordert den Kapitän, der das Schiff verlassen hat, mehrfach auf, zurückzukehren und die Evakuierung zu leiten. Bis zu 150 Menschen werden nachts aus dem Meer gerettet. Drei Tote werden geborgen. Später werden noch zwei weitere Leichen gefunden.
  • 14. Januar 2012 - 1.46 Uhr: Gregorio de Falco von der Hafenkommandantur in Livorno erreicht Schettino auf dem Handy. In einem dramatischen Telefonat fordert er den Kapitän auf, an Bord zurückzukehren. Sein wütender Befehl, "Vada a bordo, cazzo!", (auf deutsch etwa: "Kehren Sie an Bord zurück, verdammt noch mal!") verpufft: Schettino kehrt nicht zurück.
Bei Tagesanbruch suchen Rettungsmannschaften weiter nach Vermissten. Bis zum Mittag sind 4179 gerettete Passagiere an Land registriert. Die Staatsanwaltschaft ermittelt gegen den Kapitän. Er wird am Abend festgenommen. 560 deutsche Passagiere sind nach Deutschland zurückgeflogen. 41 Menschen werden weiter vermisst.
Mitteilung und INFO dazu
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Mitteilung und INFO dazu
WIKI-Information
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WIKI-Information
  • 18. Januar 2012 - Ein denkwürdiger Tag für das World-Wide-Web mit WIKIPEDIA-Strike in USA - Google zensiert in den USA sein Logo mit einem schwarzen Balken, Wikipedia geht gleich ganz offline, auch die Seite von Wordpress ist schwarz. Die Internetunternehmen protestieren gegen zwei umstrittene Anti-Piraterie-Gesetzesentwürfe, die derzeit in Washington für Ärger sorgen: Den Stop Online Piracy Act (kurz: SOPA) im Repräsentantenhaus und den Protect IP Act (PIPA) im Senat.
Präsidentenaffäre: Wulff gibt Fragen und Antworten heraus - Die veröffentlichten Journalistenanfragen und Antworten sind unter folgenden Links abrufbar:
- Teil 1 (Stand: 18.01.2012)
- Teil 2 (Stand: 18.01.2012)
- Teil 3 (Stand: 18.01.2012)
  • 08. Februar 2012 - "Bild" berichtet, dass Wulff mit seiner damaligen Freundin und heutigen Ehefrau Bettina im Herbst 2007 drei Nächte im Hotel "Stadt Hamburg" auf Sylt übernachtet hat. Gebucht und bezahlt hatte die Suite Wulffs Freund Groenewold, Wulffs Anwalt zufolge wurden die Kosten bar erstattet. Groenewold soll im Januar 2012 Angestellte des Hotels gebeten haben, der Presse nichts über den Vorgang zu sagen.
  • 17. Februar 2012 - Bundespräsident Wulff verkündet in BERLIN im Schloss Bellevue um 11.03 Uhr seinen Rücktritt vom Amt: "Unser Land, die Bundesrepublik Deutschland, braucht einen Präsidenten, der sich uneingeschränkt diesen und anderen nationalen sowie den gewaltigen internationalen Herausforderungen widmen kann. Einen Präsidenten, der vom Vertrauen nicht nur einer Mehrheit, sondern einer breiten Mehrheit der Bürgerinnen und Bürger getragen wird.
Die Entwicklung der vergangenen Tage und Wochen hat gezeigt, dass dieses Vertrauen, und damit meine Wirkungsmöglichkeiten, nachhaltig beeinträchtigt sind. Aus diesem Grund wird es mir nicht mehr möglich sein, das Amt des Bundespräsidenten nach innen und nach außen so wahrzunehmen, wie es notwendig ist. Ich trete deshalb heute vom Amt des Bundespräsidenten zurück, um den Weg zügig für die Nachfolge frei zu machen.''
  • 29. Februar 2012 - Die Staatsanwaltschaft hat am Mittwoch zeitgleich die Geschäftsräume der KV und die Privatwohnungen von Dr. Angelika Prehn, Dr. Uwe Kraffel und Burkhard Bratzke durchsucht. Bei den Durchsuchungen wurden Unterlagen und Datenträger sichergestellt. Sie gehen zurück auf fünf Anzeigen, insbesondere von Ärzten, wie ein Sprecher des Staatsanwalts der "Ärzte Zeitung" mitteilte.
Zapfenstreich in BERLIN
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Zapfenstreich in BERLIN
Zapfenstreich in BERLIN
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Zapfenstreich in BERLIN
  • 08. März 2012 - Heute findet der "Zapfenstreich" vor dem Schloß Bellevue in BERLIN zu Ehren des zurückgetretenen Bundespräsidenten C.Wulff statt.
Es war ein Zeremoniell, wie es die Republik so noch nicht erlebt hat. Der Große Zapfenstreich für den Ex-Bundespräsidenten Christian Wulff wurde übertönt von einem Höllenlärm, den Demonstranten mit Trillerpfeifen, Vuvuzelas und ihren Protestrufen veranstalteten.
  • 09. März 2012 - Mit einer bewegenden Trauerfeier hat die Bevölkerung der westpfälzischen Gemeinde Weilerbach am Freitagabend Abschied genommen von zwei erschossenen Ärzten. Über 1200 Menschen nahmen an dem Gedenken in der protestantischen Kirche teil. Ein 78-jähriger Rentner hatte die beiden ortsbekannten Mediziner am 5. 3. 2012 mit jeweils einem Pistolenschuss umgebracht. Danach hatte er sich selbst erschossen. Nach Erkenntnissen der Polizei war der alleinstehende Mann ein Waffennarr und litt an Verfolgungswahn. An der Trauerfeier nahmen fast ausschließlich Menschen aus der Gemeinde teil. Überregionale Politiker waren nicht eingeladen worden.
Reichstag BERLIN 18.3.2012
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Reichstag BERLIN 18.3.2012
Reichstag BERLIN 18.3.2012
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Reichstag BERLIN 18.3.2012
  • 18. März 2012 - Sonntag, Wahl des neuen Bundespräsidenten in BERLIN
  • 22. März 2012 - Der Antrag der Linken, die Praxisgebühr zu streichen, wurde heute bis auf Weiteres in den Gesundheitsausschuss vertragt. Derzeit würden im Auftrag von Ressortchef Daniel Bahr weiter diverse Modelle durchgerechnet.

Zweites Quartal

  • 07. April 2012 - Der Leiter des Leo-Baeck-Instituts in London sowie des Jüdischen Museums Frankfurt am Main - der Schweizer Historiker Raphael Gross - verwies darauf, dass aus der NS-Zeit stammende moralische Urteilsformen weiter wirkten. "Diese schreckliche Mentalität - nicht der offene Antisemitismus des 19. Jahrhunderts, diese direkt aus dem Nationalsozialismus in Deutschland zwischen 1933 und 1945 erwachsene Moral der Volksgemeinschaft ist es, deren Echo wir leider immer und gar nicht so selten hören, wenn wir der Generation von Grass nur genau zuhören", so Gross.
Drei Tage ist nun Günter Grass' "Was gesagt werden muss" in der Welt, und es wird kommentiert und darüber geurteilt, als wäre dieses Gedicht ein großes politisches, wenn nicht sogar militärisches Ereignis. Es ist es aber nicht. Es ist immer noch ein Gedicht, der in holpernde Verse und willkürlich gesetzte Strophen gekleidete Aufschrei einer zumindest scheinbar gequälten Seele, die Gehör und Anerkennung einfordert.
  • 17. April 2012 - "Ja, ich würde es wieder tun" - Er stilisiert sich zum Retter Norwegens in der "multikulturellen Hölle": Im verqueren Weltbild des Anders Breivik war das Massaker ein notwendiges Übel – angeblich zum Schutz vor einem Bürgerkrieg. Geisteskrank oder nicht? Das ist die wichtigste Frage, die das Gericht in den kommenden Wochen beantworten muss. Gefängnis oder Psychiatrie? Breiviks Selbstdarstellung wird wohl der wichtigste Beweis sein.
Sixt-Anzeige mit Politiker der Piraten
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Sixt-Anzeige mit Politiker der Piraten

Dies&das

Grass selbst versucht indes, in der "SZ" zu erklären, was er mit seinem Vorwurf einer "Gleichschaltung der Meinung" sagen wollte. Es gebe einen Hordenjournalismus gegen ihn, klagte er. "Ich bin entsetzt, wie 30-, 35- und 40-jährige Journalisten, die das Glück gehabt haben, in einer langen Friedensperiode aufzuwachsen, über einen Mann urteilen, der im Alter von 17 Jahren in die Waffen-SS gezogen wurde, sich nicht freiwillig gemeldet hat." Diese Kritik komme von einer Generation, "die von ihren Freiheitsrechten viel zu wenig Gebrauch macht".
Grass-Debatte: Schuldverrechnung eines Rechthabers - Eine Kolumne von Jan Fleischhauer
Biermann über Grass: "Stümperhafte Prosa. Eine literarische Todsünde": Von Romanen verstehe ich wenig, zu wenig. Aber was ein Gedicht ist, das merke ich auch dann, wenn es in einer Manier geschrieben ist, die mir fremd ist oder mich sogar ärgert! Der Wutanfall von Grass aber ist kein Gedicht, sondern ein Gedacht, egal ob er falsch oder richtig, egal ob er tief oder flach gedacht hat. Günter Grass war in seiner Jugend ein starker Romancier, aber ein Dichter wird er auch mit diesem späten Versuch nicht.
Reich-Ranicki greift Günter Grass an "Ein ekelhaftes Gedicht" - Wenn es um Literatur ging, waren sie selten einer Meinung. Jetzt geht es um Weltpolitik und Marcel Reich-Ranicki greift den Schriftsteller Günter Grass wegen dessen Gedicht Was gesagt werden muss scharf an. Der Text sei eine Gemeinheit, "ein ekelhaftes Gedicht", sagte der bekannteste Literaturkritiker des Landes der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung.
Der Schweizer Kollege Adolf Muschg: Der Antisemitismus-Vorwurf gegen den Literaturnobelpreisträger sei "so absurd unbillig und unverhältnismäßig, dass man über die fast geschlossene Front gegen den Autor nur staunen kann", schreibt Muschg in der Schweizer Zeitung Der Sonntag. Seine Kritiker würden Grass "für etwas geißeln, was er nicht geschrieben hat". Grass werde die Kompetenz abgestritten, Kritik an Israel zu üben. "Warum", fragt Muschg, "drückt sich die deutschsprachige Reaktion fast einhellig vor der Frage, ob sich diese Kritik denn erledigt hat? Und womit hat ein Autor wie Grass das Recht verwirkt, sich weltbürgerlich zu äußern?" Muschg urteilt: "Das dröhnende Schweigen" zeige, "dass die Selbstgefälligkeit nicht nur auf seiner Seite" sei.
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