AOK

Aus ArztWiki

Wechseln zu: Navigation, Suche

Eine Allgemeine Ortskrankenkasse (AOK - Die Gesundheitskasse) ist eine regional abgegrenzte Krankenkasse in der gesetzlichen Krankenversicherung in Deutschland; die Abgrenzung kann eine Landesregierung durch Rechtsverordnung vornehmen (§§ 143 -146a SGB V). Die AOKs gehören zur Kassenart „Allgemeine Ortskrankenkassen“ (§ 4(2) SGB V).

AOK-Logo
vergrößern
AOK-Logo

Die AOKs betreuen mit 61.500 Mitarbeitern und 1.710 Geschäftsstellen 25,3 Millionen Menschen (im Durchschnitt 2004). Dies entspricht einem Drittel der Bevölkerung Deutschlands und knapp 37 % Marktanteil. Damit sind die AOKs Marktführer in der gesetzlichen Krankenversicherung. Es gibt siebzehn AOKs, die sowohl Krankenkasse als auch Landesverband i.S.d. SGB V sind. In jedem Bundesland gibt es eine AOK und in Nordrhein-Westfalen sogar zwei (AOK Rheinland und AOK Westfalen-Lippe). Die Zahl der AOKs wird sich in den nächsten Jahren verringern. Zum 1. Juli 2006 fusionieren die AOK Rheinland und die AOK Hamburg zur AOK Rheinland/Hamburg. Damit haben haben sich erstmals zwei Ortskrankenkassen über Landesgrenzen hinweg zusammengeschlossen.

Aufgrund ihrer rechtlichen Struktur bezeichnet man eine AOK auch als eine landesunmittelbare Kasse, d. h. sie unterliegt der Aufsicht der für die Gesundheitspolitik zuständigen Landesgesundheitsministerien. Die AOKs sind rechtlich selbständige Körperschaften des öffentlichen Rechts. Sie haben eigene Selbstverwaltungen aus Vertretern von Arbeitgebern und Arbeitnehmern und eigene Vorstände.

Die AOKs treten unter der Marke „AOK - Die Gesundheitskasse“ mit einheitlichem Erscheinungsbild auf. Der korrekte Plural lautet AOKs, da dies ein Markenname ist und daher nicht der Plural von "Kassen" gebildet wird. Zudem besteht Verwechslungsgefahr mit der (inoffiziellen) Abkürzung der AOK Niedersachsen AOKN.


Inhaltsverzeichnis

Satzung einer AOK

(1) Die AOK versteht sich als Gesundheitskasse. Aus der Aufgabe, die Gesundheit der Versicherten zu erhalten, wiederherzustellen oder ihren Gesundheitszustand zu bessern, leitet sie die Verpflichtung ab, die Versicherten allgemein über Gesundheitsgefährdungen und über die Verhütung von Krankheiten bzw. deren Vermeidung aufzuklären und zu beraten sowie bei der Verhütung arbeitsbedingter Gesundheitsgefahren mitzuwirken.
(2) Die Versicherten sind für ihre Gesundheit mitverantwortlich. Sie sollen durch eine gesundheitsbewusste Lebensführung, durch frühzeitige Beteiligung an gesundheitlichen Vorsorgemaßnahmen sowie durch aktive Mitwirkung an Krankenbehandlung und Rehabilitation dazu beitragen, den Eintritt von Krankheit und Behinderung zu vermeiden oder ihre Folgen zu überwinden. Dabei hilft ihnen die AOK durch Aufklärung, Beratung und Leistungen.
(3) Die AOK berät und unterstützt die Arbeitgeber bei der Erfüllung der ihnen in der Sozialversicherung gesetzlich übertragenen Aufgaben.
(4) Die AOK-Hauptverwaltung legt die Grundsätze und Ziele für eine einheitliche und landesweit verbindliche Unternehmenspolitik fest. Die AOK-Bezirksdirektionen setzen auf regionaler Ebene die Unternehmenspolitik um.
(5) Die AOK nimmt außerdem die Aufgaben eines AOK-Landesverbandes wahr. Sie hat insoweit die Rechtsstellung eines Landesverbandes. Die vom Spitzenverband Bund der Krankenkassen abgeschlossenen Verträge und die Richtlinien nach den §§ 92 und 282 SGB V sind für die AOK verbindlich.
(6) Die AOK kann Vorsorge- und Rehabilitationseinrichtungen und ähnliche Einrichtungen zur Durchführung von Vorsorge- und Rehabilitationsmaßnahmen erwerben und/oder betreiben.

Geschichte

Feierstunde zum 125.jährigen Bestehen
vergrößern
Feierstunde zum 125.jährigen Bestehen
  • Die AOKs wurden im Jahr 1884 unmittelbar nach der Einführung der gesetzlichen Krankenversicherung im Jahr 1883 durch Reichskanzler Otto von Bismarck gegründet. Anfangs gab es 8.200 Ortskrankenkassen, denen die Arbeiter zugewiesen wurden, wenn sie nicht anderweitig zu versichern waren. Ab 1892 konnten auch Angestellte und Heimarbeiter neben gewerblichen Arbeitern Mitglied werden. Im Lauf der Zeit wurden die AOKs auf Kreisebene organisiert und auch im Gefolge der Kreisverwaltungsreformen reduziert. Das Gesundheitsstrukturgesetz von 1992 hat mit der Einführung der freien Kassenwahl der Versicherten und des freien Wettbewerbs unter den Krankenkassen zu einer weiteren Fusionswelle unter den damals knapp 300 AOKs auf nunmehr 16 AOKs geführt. Seit dem Ende der Primärzuständigkeit im Jahr 1996 ist auch die Schließung von AOKs bei mangelnder Leistungsfähigkeit möglich.

Fortschritt mit EDV

  • In Kooperation mit der Firma SAP entwickelt die AOK eine Branchensoftware, die den gesamten Bereich der gesetzlichen Krankenversicherung abdeckt. Hierfür wurde die AOK-Systems gegründet, die das Programm entwickelt. Das ursprünglich SAM genannte Programm wurde im Juni 2005 in oscare umbenannt. Dieses Programm wurde auch bereits an andere gesetzliche Krankenkassen verkauft und wird dort eingesetzt.


Der AOK-Bundesverband

  • Die Landes-AOKs werden vom AOK-Bundesverband als Spitzenverband im Sinne des SGB V vertreten. Der Bundesverband arbeitet mit Sitz in Bonn, ab 1.7.2008 in Berlin. Dr. Hans Jürgen Ahrens ist Vorstandsvorsitzender des AOK-Bundesverbandes. Der AOK-Bundesverband gibt u.a. monatlich das Magazin „G+G (Gesundheit und Gesellschaft)“ heraus.
DEMO Düsseldorf April 2009
vergrößern
DEMO Düsseldorf April 2009
DEMO Düsseldorf April 2009
vergrößern
DEMO Düsseldorf April 2009
DEMO Düsseldorf April 2009
vergrößern
DEMO Düsseldorf April 2009
  • Auch die AOK ist eine starke demokratische Gemeinschaft: Sie wird von den Versicherten und Arbeitgebern gemeinsam selbst verwaltet. Das heißt: Die Mitglieder bestimmen den Kurs. Das wichtigste Organ der Selbstverwaltung ist der Verwaltungsrat. Er wird paritätisch - das heißt je zur Hälfte - von der Versicherten- und der Arbeitgeberseite gebildet.
Mit der neuen Rechtsform des AOK-Bundesverbandes als Gesellschaft bürgerlichen Rechts hat sich auch dessen Selbstverwaltung geändert. Jeweils ein Verwaltungsrat der Versicherten- und der Arbeitgeberseite von jeder einzelnen AOK bilden nun gemeinsam den Aufsichtsrat des Bundesverbandes. Dieser nimmt unter anderem Einfluss auf finanzielle Fragen sowie die Bestellung des geschäftsführenden Vorstandes.


AOK-Fusionen

  • Die AOK Rheinland-Hamburg entstand 2006 durch die Fusion von zwei Allgemeinen Ortskrankenkassen. Sie besitzt 2,9 Millionen Versicherte, die Beratung in 110 Geschäftsstellen, in der Region Nordrhein-Westfalen und Hamburg, vorfinden.
  • Die AOK Rheinland-Pfalz und die AOK Saarland haben heute am 19.12.2011 ihre Fusion bekannt gegeben. Im Südwesten entsteht damit am 1. März 2012 den Angaben zufolge die größte Krankenkasse der Region. Die neue Kasse wird rund 880.000 Mitglieder und 1,2 Millionen Versicherte haben.
Das rheinland-pfälzische Gesundheitsministerium hat die Fusion am 11.1.2012 genehmigt. Die neue Kasse mit ihren rund 1,2 Millionen Versicherten gehöre bundesweit zu den Top 15 der gesetzlichen Krankenkassen, sagte Gesundheitsministerin Malu Dreyer (SPD) in Mainz. Das Saarland soll einen Sonderstatus mit eigenständigen Rechten und Pflichten erhalten.

Finanzen

  • 2005 haben die AOKs 53,6 Milliarden Euro für Leistungen ausgegeben. Umgerechnet auf das einzelne Mitglied entspricht dies 2.921 Euro. Die Behandlung im Krankenhaus war auch 2005 mit rund 20,3 Milliarden Euro der größte Ausgabenposten. Die Ausgaben für Arzneimittel stiegen um 17,2 Prozent gegenüber dem Vorjahr. 2004 waren sie noch als Folge der Gesundheitsreform gesunken.


AOK als Klinik-Betreiber

  • Die AOK-Klinik GmbH ist ein Verbund aus drei Fach­kli­ni­ken für Anschluss­re­ha­bi­li­ta­tion und Reha­bi­li­ta­tion. Unsere Kinder­kli­nik in Wyk auf der Nord­seein­sel Föhr ist eine Einrich­tung für Vorsorge und Rehabilitation von Kindern und Jugend­li­chen.

AOK und der Risikostrukturausgleich

  • Die AOKs als große Versorgerkassen sind mit jährlichen Einnahmen von rund 12 Milliarden Euro aus dem Risikostrukturausgleich (RSA) die größten Empfänger aus diesem Finanzausgleich zwischen den Krankenkassen. Dies beruht unter anderem auf der systembedingten Historie der Ortskrankenkassen als einstige Pflichtkrankenversicherung der Arbeiter. Diese spiegelt sich heute noch in der Versichertenstruktur wider (zum Beispiel hoher Morbiditätsgrad) und ist mit hohen Ausgaben für die Kassenart verbunden.


Beitragssätze

AOK-Landschaft BRD
vergrößern
AOK-Landschaft BRD
  • Je nach Landesverband unterscheiden sich die allgemeinen Beitragssätze (Stand: 1. Juli 2006):
AOK Baden-Württemberg: 13,9 %
AOK Bayern: 13,6 %
AOK Berlin: 14,6 %
AOK Brandenburg: 13,6 %
AOK Bremen/Bremerhaven: 13,6 %
AOK Hessen: 14,4 %
AOK Mecklenburg-Vorpommern: 14,0 %
AOK Niedersachsen: 13,5 %
AOK Rheinland/Hamburg: 13,4 %
AOK Rheinland-Pfalz: 13,9 %
AOK Saarland: 14,6 %
AOK Sachsen: 12,0 %
AOK Sachsen-Anhalt: 13,5 %
AOK Schleswig-Holstein: 14,4 %
AOK Thüringen: 13,6 %
AOK Westfalen-Lippe: 13,0 %

Über den Gesundheitsfonds 2009 entstand eine Angleichung der Beitragsätze bzw. einheitlicher Beitragssatz

AOK Bayern und Hausarztvertrag

Dr.Platzer beim Hausärzte-HEARING 14.1.2011
vergrößern
Dr.Platzer beim Hausärzte-HEARING 14.1.2011
  • Deshalb mussten wir handeln - Liebe AOK-Versicherte,
der AOK-Hausarzttarif war eine Erfolgsgeschichte. Leider wollte der Bayerische Hausärzteverband (BHÄV) diesen gemeinsamen Weg verlassen. Er hatte seine Mitglieder aufgefordert, ihre Kassenzulassung gemeinsam zurückzugeben, um auf privater Grundlage neue Verträge schließen zu können. „Dieses Handeln ist rechtswidrig!“, warnten beispielsweise die Gesundheitsminister in Bund und Land sowie das Bundesversicherungsamt den BHÄV. Daher musste die AOK den Hausarztvertrag kündigen. Andernfalls wäre es Sie, liebe Versicherte, letztlich teuer zu stehen gekommen, wenn es zu den vom BHÄV angestrebten Privatverträgen außerhalb der Sozialgesetzgebung gekommen wäre. Darüber hinaus haben diese Pläne des BHÄV die ambulante Versorgung der bayerischen Bevölkerung und die wirtschaftliche Existenz Tausender Arztpraxen bedroht.
Zum Glück hat die Mehrheit der bayerischen Hausärzte in einer Abstimmung (22.12.2010 - NÜRNBERG-Arena) nicht dem Ausstieg aus dem gesetzlichen Kassensystem zugestimmt. Jetzt ist der Weg frei für eine Fortentwicklung der hausarztzentrierten Versorgung in Bayern. Damit kann die Erfolgsgeschichte in Ihrem Interesse fortgeschrieben werden.
Dafür steht Ihre AOK!
Ein gesundes neues Jahr wünscht Ihnen Dr. Helmut Platzer, Vorstandsvorsitzender der AOK Bayern
  • Im Jahresbericht 2010 der AOK-Bayern :
Die AOK Bayern hat den Hausarztvertrag zum 31. Dezember 2010 gekündigt. Grund war das vertragswidrige Verhalten des Bayerischen Hausärzteverbandes (BHÄV), der den gemeinsamen Weg verlassen hatte, als er die teilnehmenden Hausärzte zur Rückgabe ihrer Kassenzulassung aufforderte. Eine Beschwerde des BHÄV vor dem Landessozialgericht wurde zurückgewiesen und somit die Rechtmäßigkeit der fristlosen Kündigung durch die AOK Bayern bestätigt. Im Interesse der Versicherten setzt die Gesundheitskasse in Bayern aber nach wie vor auf die hausarztzentrierte Versorgung. Die Verhandlungen für einen neuen Hausarztvertrag wurden bereits aufgenommen.
  • Die AOK Bayern ist weiter auf Erfolgskurs: Dank rund 145.000 Neukunden und einer historisch niedrigen Zahl von Kündigungen im Jahr 2010 hat die Gesundheitskasse ihren Versichertenbestand erneut um fast zwei Prozent anheben können.

AOK & mehr

  • Auslandseinsatz
Weltweit unterstützen wir Entwicklungs- und Schwellenländer bei der Planung und Einführung von Krankenversicherungssystemen. Als Kooperationspartner der Deutschen Gesellschaft für Technische Zusammenarbeit (GTZ) arbeiten wir gemeinsam an dem Projekt "Entwicklung und Erprobung sozialer Krankenversicherungssysteme in Entwicklungsländern". Mitarbeiter von uns waren beispielsweise in Ländern wie Guinea, der Elfenbeinküste, dem Senegal und den Philippinen im Rahmen des GTZ-Projekts tätig.
  • Wir sind immer in Ihrer Nähe. Auch im Urlaub. Deshalb gibt es Ihre Gesundheitskasse auch direkt vor Ort auf Mallorca. Das erspart Ihnen lange Wege und hilft bei der Verständigung.
  • Forschung
Das wissenschaftliche Institut der AOK (WIdO) versteht sich als Bindeglied zwischen Wissenschaft und Praxis. Forschungsgegenstand sind die Grundlagen und Probleme der gesetzlichen Krankenversicherung und der mit ihr zusammenhängenden Gebiete. Die Forschung dient hauptsächlich dem Zweck, die Krankenkassen bei der Sicherstellung einer qualitativ hochwertigen und wirtschaftlichen Versorgung der Bevölkerung zu unterstützen.

Links

Quellen

Persönliche Werkzeuge