Andreas Köhler

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Dr. med. Andreas Köhler
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Dr. med. Andreas Köhler

Dr. Andreas Köhler

Vorstand der Kassenärztlichen Bundesvereinigung



Inhaltsverzeichnis

Vita

20. 11. 1960 geboren in Hambrücken/Baden

19811987 Studium der Humanmedizin über die Bundeswehr als Sanitätsoffizier (s.link)

1987 – 1989 Chirurgische Weiterbildung bei der Bundeswehr, damit kein Facharztabschluß

19891994 Studium der Betriebswirtschaft

1993 - 1994 Geschäftsführer einer Klinik/eines Hotels

19951997 Tätigkeit als Referent bei der KBV

1998 Referent für Grundsatzfragen der KV Südwürttemberg für 6 Monate

06.1998 – 2002 Leiter des Dezernates "Gebührenordnung und Vergütung" der KBV

19992003 Stellvertretender Hauptgeschäftsführer der KBV

2004 Hauptgeschäftsführer der KBV

seit 01.2005 Vorstandsvorsitzender der KBV

Publikationen

  • Kölner Kommentar zum EBM. Kommentierung des Einheitlichen Bewertungsmaßstabes für ärztliche Leistungen einschließlich BMÄ und E-GO, 69.95 Euro
  • Kölner Kommentar zum EBM auf CD-ROM. Programm mit graphischer Benutzeroberfläche. Für Windows ab 3.1, 69,95 Euro
  • Kölner Kommentar zum EBM. Kommentierung des einheitlichen BewertungsmaßstabesUnter Mitarbeit von P. Abraham, D. Best, U. Casser, B. Rochell, J.-A. Rüggeberg, G. W. Zimmermann, 79,95 Euro


Kontaktdaten

Dr. Andreas Köhler, Vorstandsvorsitzender der Kassenärztlichen Bundesvereinigung

Herbert-Lewin-Platz 2

10623 Berlin

Telefon: (0 30) 40 05 - 0 Telefax: (0 30) 40 05 - 10 90

Email: akoehler@kbv.de

Zitate

Mindestens 100 Jahre. Und ich wage nicht die Prognose, ob wir dann noch in Berlin sind oder schon in Brüssel.
Die Regierung hat ja schon sehr laut überlegt, den so genannten Sicherstellungsauftrag für die ärztliche Versorgung den Krankenkassen zu übertragen.
Welchen Krankenkassen denn? Den 300? Jede Kasse hätte dann für sich einen Sicherstellungsauftrag. Haben Sie sich das als Patient mal vorgestellt? Dann müssen Sie dort erst mal anrufen und fragen: Liebe Kasse, hast du mit diesem Arzt einen Vertrag? Und wie will denn die BKK XY mit zehn Versicherten irgendwo in der Uckermark die ärztliche Versorgung sicherstellen? Es wird immer Institutionen wie die Kassenärztlichen Vereinigungen geben müssen, die den Sicherstellungsauftrag in einer Region für alle Kassenarten wahrnehmen.
Wie sichergestellt ist denn die Versorgung – im Osten, in den Kliniken? Da hört man doch immer häufiger von Ärztemangel.
Das Problem der nächsten zehn Jahre ist tatsächlich der Ärztemangel. Sicherstellung hat plötzlich eine andere Qualität, es geht nicht mehr um die Überversorgung mit Ärzten. Wir werden völlig neue Anreizstrukturen entwickeln müssen, dafür, dass man sich in einer ländlichen Region als Hausarzt niederlässt. Das Gespräch führte Rainer Woratschka. (Tagesspiegel, 23. Dezember 2004)
Kassenärzte in Ketten - DEMO 28.9.2007 in BERLIN
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Kassenärzte in Ketten - DEMO 28.9.2007 in BERLIN
"Schwächelnder" Vorsitzender?
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"Schwächelnder" Vorsitzender?
  • Protest vor der KBV: Selbst KBV-Chef Dr. Andreas Köhler stieß zu den protestierenden Kollegen – als Marionette, die Kassenärzte in Ketten legt. Die Aufmerksamkeit der KBV-Delegierten war den demonstrierenden Ärzten damit sicher: Neugierig blickten Sie aus den Fenstern und unterhielten sich noch kurz vor der Vertreterversammlung angeregt untereinander über das ungewöhnliche Treiben auf dem kleinen Platz vor KBV und Bundesärztekammer.
  • Das Schlimme ist: viele protestieren zwar, aber andere haben schon längst aufgegeben. Viele sind nicht mehr in der Patientenversorgung tätig, viele ziehen einem unterbezahlten Beruf mit enorm langen Arbeitszeiten, der zudem immer weniger frei ist, eine lukrative Anstellung in der Pharmaindustrie oder anderen verwandten Bereichen vor. Diejenigen, die ihren Beruf im Sinne ihrer Patienten ausüben und gleichzeitig sich und ihren Familien einen angemessenen Lebensstandard gönnen wollen, gehen ins Ausland. Ärztemangel in Deutschland ist längst kein Fremdwort mehr. Unterversorgung in einigen Regionen und Fachgebieten existiert bereits und sie wird weiter zunehmen. (Pressekonferenz am 23. März 2006 in Berlin) Es sei denn, es gelingt, die Arbeitsbedingungen der Ärzte spürbar zu verbessern. Dazu brauchen wir Kalkulations- und Investitionssicherheit für die Praxen. Wir brauchen vor allem die Vergütung ambulanter ärztlicher Leistungen in Euro und Cent, nicht in einer Punktwert-Muschelwährung. Wir brauchen zwingend einen Abbau der lähmenden Bürokratie.
  • Er hat die Wahl: rückwärtsgewandte Polemik oder Mut zur Veränderung. Die KV als Dienstleister, als Konzern, das war seine Vision zu Beginn seiner Amtszeit. "Wir wollen die Zukunft des Gesundheitswesens gestalten" - diesen Anspruch, sein Selbstverständnis von KV-Arbeit, stellt Köhler. Die Demonstration der Niedergelassenen erwähnt er dagegen fast nebensächlich. "Diese Proteste sind richtig und wichtig", sagt er, die Protestinhalte läßt er fast unerwähnt. Das Referendum ist ihm wichtig. "Wir müssen wissen, wo die Grenzen der Belastbarkeit liegen". Das könne als Argument gegenüber Politikern gebraucht werden. Den Körperschaftsstatus der KV will Köhler nicht verlieren. Ärzte Zeitung, 23.05.2006 Von Hanno Kautz
  • KBV-Hauptgeschäftsführer Köhler begründet seine Absage an die AOK und lässt Zweifel am EBM nicht gelten - „Zunächst einmal hat mich die tiefe Betroffenheit sehr verwundert“, erklärte Köhler, ebenfalls sichtlich mitgenommen nach den Ereignissen der zurückliegenden Tage. Nachdem ihn die Indiskretion seines anvisierten neuen Arbeitgebers zum denkbar ungünstigsten Zeitpunkt – kurz vor der KBV-Vorstandssitzung und dem anschließenden Parlamentarischen Abend der Ärzteschaft – unter Druck gesetzt hatte, machte er seine „Frust“-Entscheidung rückgängig. „Es ist mir sehr schwer gefallen, etwas zu verlassen, das durch den Weggang eventuell hätte Schaden nehmen können“, versuchte Köhler seine Entscheidung zu begründen. Nicht etwa Geld habe ihn zum Bleiben bewogen. Vielmehr sei es die Hoffnung gewesen, dass der neu zu wählende Vorstand nicht in alten Grabenkämpfen verhaftet sein wird, sondern „konstruktiv den Kollektivvertrag vorantreibt“. Sollte diese Hoffnung sich nicht erfüllen, wird sich der Honorarfachmann wohl doch noch anderweitig orientieren, wie er zu verstehen gab. Köhlers abschließendes Bekenntnis: „Ich glaube an dieses KV-System.“ für KBV-Chef Manfred Richter-Reichhelm das „beste Pferd im Stall“. (nach einem Artikel in "Ärztliche Praxis" Oktober 2004)
  • Köhler betonte ausdrücklich den Stellenwert der Freiberuflichkeit. Darüber hinaus sei es völlig unabhängig davon, in welchem arbeitsrechtlichen Verhältnis Ärzte arbeiten. „Sie sind Angehörige eines freien Berufes“, sagte der KBV-Chef. Dessen zentrale Charakteristika seien die persönliche Leistungserbringung, die Eigenverantwortung und die fachliche Unabhängigkeit. Ein klares Bekenntnis legte Köhler auch für das KV-System und den Kollektivvertrag ab. „Einzig die Selbstverwaltung aller Vertragsärzte und -psychotherapeuten bildet einen wirksamen Schutzwall gegen die Staatsmedizin“, erklärte der KBV-Chef. „Und zwar für Ärzte und Patienten.“ Sie sei Garant für eine wohnortnahe flächendeckende medizinische Versorgung der Bevölkerung. Das neue Leitbild der KBV stelle zudem Dienstleistungs- und Serviceorientierung in den Mittelpunkt. KBV-Vertreterversammlung: Eine KV – für alle - Juni 2006
  • Die Versichertenbefragung der KBV ist integraler Bestandteil der neuen strategischen Ausrichtung der KBV und der KVen. Wir wissen, dass wir uns verändern müssen, um den veränderten Bedürfnissen der Patienten, der Versicherten, der Vertragsärzte und des Systems gerecht zu werden. Wir wollen an der Lösung der bestehenden Probleme konstruktiv mitarbeiten und richten daher unsere Organisationen konsequent auf mehr Dienstleistung und Patientenorientierung aus. Bei dieser Neuausrichtung stehen für uns als Interessenvertreter der Vertragsärzte und -psychotherapeuten diese naturgemäß im Vordergrund. Deren Interesse liegt darin, ihre Patienten bestmöglich zu versorgen und gleichzeitig eine tragfähige wirtschaftliche Basis für ihre Arbeit zu haben. (aus dem Statement von Dr. Köhler zur Versichertenbefragung 2006)
Second-Hand-Kittel für Afrika! Mein letzter hängt jetzt ... 14.12.2006
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Second-Hand-Kittel für Afrika! Mein letzter hängt jetzt ... 14.12.2006
  • Es ist ein gigantisches Arztvernichtungsprogramm. (Außerordentlicher Deutscher Ärztetag 2006 in Berlin) Es wird am Ende von einer guten Versorgung nicht mehr viel übrig bleiben. Das dürfen wir nicht zulassen. Jeder Arzt muss sich jetzt wehren, genauso wie es die Organisationen tun, sonst wird es zu spät sein. 24. Oktober 2006, Vormittagssitzung Ich weiß heute nicht, wie viele Arztpraxen Pleite gehen werden, aber es werden viele sein. Diejenigen, die überleben, müssen Kosten sparen. Was bedeutet das für die Versorgung? Wir werden keine Investitionen mehr in medizinische Geräte machen können. Wir werden massenweise Praxispersonal entlassen müssen und es wird eine Altersarmut für Ärzte geben. Vor allem aber wird es Leistungskürzungen bei den Patienten geben.
Andreas Köhler
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Andreas Köhler
  • Ärztefunktionäre wollen Karl Lauterbach das Handwerk legen - Netzwerk von Wissenschaftlern soll in den Sachverständigenrat geschleust werden - KBV-Chef Köhler plant, dafür Finanzmittel freizumachen - Ärztefunktionäre wollen Lauterbachs Wirken in der Medienwelt nicht mehr tatenlos zusehen und planen den Gegenschlag. Das geht aus einem vertraulichen Protokoll der Vertreterversammlung der KBV hervor. Andreas Köhler "möchte eine Gegenoffensive gegen Lauterbach und Konsorten haben" heißt es in der Vorlage, die der Süddeutschen Zeitung vorliegt. Das Geld für seinen Lauterbach-Gegenschlag will Köhler auf spezielle Weise zusammenbekommen. Er möchte einer traditionellen Einrichtung der KBV den Geldhahn zudrehen. Es geht um das Zentralinstitut für die kassenärztliche Versorgung. Noch ist unklar, ob sich Köhler mit seinem Geheimplan gegen Lauterbach durchsetzen kann. Vielleicht hat auch Gesundheitsministerin Ulla Schmidt etwas dagegen, beaufsichtigt sie doch die KBV. Dabei wollte Köhler die SPD-Politikerin eigentlich austricksen, wie er in dem Protokoll einräumt. (Quelle: Süddeutsche Zeitung 01. Dezember 2006)
  • Köhler: Diese Veränderung der Strukturen ist richtig. Wir werden in den nächsten Jahren immer mehr angestellte Ärzte in der integrierten Versorgung haben und in sogenannten Medizinischen Versorgungszentren. Das liegt daran, dass viele junge Ärzte das Investitionsrisiko für eine Praxis nicht mehr übernehmen wollen. Sie haben auch andere Vorstellungen von Lebensqualität und Arbeitszeit als frühere Arztgenerationen. Medizin-TÜV : Ärzte sollen Qualitätssiegel bekommen 5. August 2007 Interview in der "WELT"
  • „Wir müssen den Kollektivvertrag sexy gestalten“ - Fast zwei Drittel seines Berichts an die Delegierten verwandte der Vorstandsvorsitzende der KBV, Dr. Andreas Köhler, darauf, den Anwesenden die Auswirkungen des geplanten Hausarztvertrags der AOK Baden-Württemberg ohne Beteiligung der Kassenärztlichen Vereinigungen (KVen) vor Augen zu führen. „Das ist ein Frontalangriff auf die flächendeckende ambulante Versorgung!“, schimpfte der KBV-Chef.
  • Sitzung der Vertreterversammlung der KBV am 7. Dezember 2007 in Berlin: Liebe Kolleginnen und Kollegen, wir dürfen auch nicht immer darüber lamentieren, was alles so schlecht ist in unserem System. Wir haben doch ein gutes System! Zeigen Sie mir ein Land, in dem die ambulante ärztliche Versorgung besser ist als hier! Zeigen Sie mir ein Land, in dem der Zugang zum Arzt so einfach ist wie bei uns! Und dieses System wollen wir genau in dem Moment, indem sich das größte Problem, nämlich die miserabel schlechte Vergütung ärztlicher Leistungen, durch die Honorarreform lösen lässt gefährden? Nein, meine Damen und Herren, das lassen wir nicht zu!
Ich weiß, dass viele unserer Mitglieder skeptisch sind, was das Versprechen einer besseren Vergütung angeht. Zu oft sind sie bereits enttäuscht worden. Dieses Mal, das weiß ich, schaffen wir es. Vorausgesetzt wir glauben selbst daran und tun alles, um die engen Zeitpläne zur weiteren Umsetzung einzuhalten. Dafür stehen wir, Herr Müller und ich, als Vorstand gemeinsam ein!
  • Dr. Birgit Clever, Vorsitzende der Vertreterversammlung KVBW, ließ gleich zu Beginn der Sitzung im Rahmen ihres Berichtes vor allem im Hinblick auf die Neuordnung der vertragsärztlichen Vergütung kritische Töne einfließen. Gerichtet an die Adresse der KBV und ihren Vorsitzenden Dr. Andreas Köhler bemängelte sie, dieser trage immer wieder Entscheidungen der Politik und auch der Krankenkassen wegbereitend mit, die von vielen Ärzte und Psychotherapeuten so nicht gewollt seien. Dr. Clever kritisierte den Zickzackkurs der KBV-Spitze und plädierte für klare Entscheidungen: entweder solle die KBV konsequent für höhere Vergütungen eintreten und wenn es sein muss, sogar gegebenenfalls aus den Verhandlungen aussteigen - oder Köhler müsse sich klar bekennen, Vorgaben der Bundespolitik umzusetzen auch wenn dies für die Interessen der Ärzte und Psychotherapeuten Unsinn sei. (ÄBW 12/2007)
Veranstaltung zum Systemausstieg BERLIN
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Veranstaltung zum Systemausstieg BERLIN
  • 06. März 2008 - Ausstieg aus dem KV System? - „Das Schiff ist marode, müssen wir aussteigen, um nicht zu ertrinken“ - ist der Zulassungsverzicht eine sinnvolle Option für Kassenärzte? - Podiumsdiskussion mit den Teilnehmern: Dr. Andreas Köhler, Vorstandsvorsitzender der KBV, Dr. Martin Grauduszus, Freie Ärzteschaft e.V. - Moderation: Hanno Kautz, Journalist Einführung: Dr. Wolfgang Mitlehner, Ärzteinitiative Berlin e.V. - DER KOMMENTAR VON DR. SVEA KELLER
  • Ich gebe zu bedenken, dass 92 Prozent aller Versicherten in der gesetzlichen Krankenversicherung sind. Das garantiert das Einkommen der Ärzte, und daher fühlen wir uns immer noch legitimiert, die Interessen der Ärzte zu vertreten. (Ende eines Monopols - Der Vorstandsvorsitzende der kassenärztlichen Bundesvereinigung erklärt, warum seine Organisation noch gebraucht wird. Interview © Rheinischer Merkur 29.05.2008)
Dr. Köhler Dezember 2008
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Dr. Köhler Dezember 2008
  • "Ich bin es leid zu hören, die KBV habe versagt" - Am Ende bescheinigte ihm der Vorsitzende, sich "hervorragend geschlagen zu haben". Den Applaus der Abgeordnetenversammlung in Schleswig-Holstein aber musste sich KBV-Chef Dr. Andreas Köhler hart erkämpfen. Das Ziel, den drei KVen Nordrhein, Schleswig-Holstein und Rheinland-Pfalz durch einen Korrekturfaktor ein besseres Ergebnis zu bescheren, räumte Köhler ein, sei in den Verhandlungen nicht durchzusetzen gewesen. (Ärzte Zeitung, 11.09.2008)
  • Für mich war als junger Arzt die Zielvorstellung wichtig, wirtschaftlich selbstständig arbeiten zu können. Meine Vorstellung hat damals davon gelebt, dass man selbstständig handeln kann und nicht in starre Hierarchien eingebunden ist. (Streitgespräch mit Martin Grauduszus und Dr. med. Andreas Köhler: Sind Vertragsärzte noch Freiberufler?)
  • Ein Delegierter wies auf die Tatsache hin, dass Dr. Köhler nicht nur approbierter Arzt sondern auch Betriebswirtschaftler sei – er kritisierte anschließend, man müsse jedoch den Eindruck haben, dass Dr. Köhler beide Qualifikationen bei seiner täglichen Arbeit als KBV-Vorsitzender ignoriere. Darauf polterte der KBV-Grande am Ende: „Dass ich in einem budgetierten System nicht betriebswirtschaftlich handele, weiß ich selbst – dazu brauche ich Sie nicht!“ (Anfang Oktober 2008 Vertreterversammlung in Überlingen KV-BW)
  • Es wird immer wieder behauptet, dass die Kassenärztlichen Vereinigungen beziehungsweise Herr Dr. Köhler als Vorstandsvorsitzender der KBV die Interessen der Vertragsärzte vertreten würden. Dem ist nicht so. Die KV hat keinen gesetzlichen Auftrag, Interessen der Vertragsärzte wahrzunehmen. Die KV hat nach § 75 SGB V in erster Linie den gesetzlichen (staatlichen) Auftrag, die ambulante ärztliche Versorgung für die Bevölkerung sicherzustellen. Es erscheint etwas bizarr, wenn gerade Vertragsärzten durch § 69 SGB V das Bürgerliche Gesetzbuch und damit das komplette Vertragsrecht vorenthalten wird. Die KVen haben nach § 75 SGB V die Erfüllung der den Vertrags(zahn)ärzten obliegenden Pflichten zu überwachen – eine Interessenvertretung sieht anders aus. Die KVen üben in Selbstverwaltung hoheitliche staatliche Funktionen aus. Solange sie entsprechend ihrem gesetzlichen Auftrag handeln, vertreten sie die Interessen des Gesetzgebers, also des Staates. Wenn die KVen tatsächlich Interessen der Ärzte vertreten würden, würden sie gegen ihren Auftraggeber, den Staat, handeln. Herr Dr. Köhler weiß das sehr genau: „Als Vertreter einer Körperschaft darf ich nicht demonstrieren.“ (Leserbrief zum Streitgespräch Grauduszus-Köhler im Deutschen Ärzteblatt)
  • Der Chef der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV), Andreas Köhler, bejubelte die "höchste Steigerung der ärztlichen Gesamtvergütung seit Bestehen der ärztlichen Selbstverwaltung". Als manche Mediziner im Januar sahen, was ihnen die Kassenärztlichen Vereinigungen überwiesen, war der Schreck groß. Sie staunten über hohe Honorareinbrüche, Fachärzte in Baden-Württemberg und Bayern behaupten: von 25 bis 30 Prozent. Wie kann das sein? Die Bürger zahlen immer mehr, aber die Ärzte sollen immer weniger bekommen? (stern-Artikel aus Heft 14/2009)
  • Die Vertreterversammlung der Kassenärztlichen Vereinigung Baden-Württemberg fordert den Vorstand der KBV, Herrn Dr. Andreas Köhler und Herrn Dr. Müller auf, mit sofortiger Wirkung von Ihren Ämtern zurückzutreten. - Abstimmungsergebnis ⇒ Einstimmig angenommen - Beschluss: Antrag einstimmig angenommen (außerordentliche VV in Stuttgart am 31.1.2009)
  • Ihren ersten „Tag der Niedergelassenen“ heute 29.5.2009 in Berlin verbucht die Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV) als vollen Erfolg. Weniger zufrieden ist KBV-Chef Dr. Andreas Köhler mit den politischen Rahmenbedingungen: Er habe manchmal den Eindruck, die KBV könnte auch eine Abteilung des BMG sein, „so eng wie sie von der Politik gelenkt wird“, sagte er zum Auftakt der Diskussionsrunde mit Politikern vor etwa 400 Gästen.
  • Dr. med. Andreas Köhler, konstatierte eine „dramatische Einengung der Spielräume der gemeinsamen wie der ärztlichen Selbstverwaltung“. Längst mischen sich seiner Erfahrung nach der Gesetzgeber sowie das Bundesgesundheitsministerium (BMG) tief in das Arzt-Patienten-Verhältnis ein.
Widerspruch erhob Franz Knieps, BMG-Hauptabteilungsleiter: „Ich kann nicht feststellen, dass wir in die Tiefe gehen, wenn die Akteure es nicht wollen.“ Knieps wies darüber hinaus Vorwürfe zurück, in Deutschland gebe es längst eine Staatsmedizin. Dies suggeriere, dass irgendwo oben irgendwelche Leute säßen und Entscheidungen fällten, und der Rest habe damit nichts zu tun. In Wahrheit gebe es im Gesundheitswesen zahlreiche öffentlich-rechtliche Institutionen, darunter die KVen mit Zwangsmitgliedern und Zwangsbeiträgen, mit entsprechendem Einfluss.
  • Ich zitiere Dr. Andreas Köhler, am Vortag des DÄT. Das Ringen zwischen KBV und Hausärzteverband über das Sagen in der hausärztlichen Versorgung ist bekannt. Es geht in der Passage um die „gute Versorgung“, ihre Definition, Voraussetzungen und Behinderungen. Dr. Köhler sagte:
„So, wie die gesetzliche Grundlage derzeit ausgestaltet ist, bin ich mir sicher: Der daraus resultierende unkoordinierte, in Teilbereichen systemwidrige Wettbewerb fördert weder die Qualität, noch stärkt er die Wirtschaftlichkeit. Im Gegenteil: Er zerstört die Grundlagen für eine flächendeckende Versorgung, hebelt die freie Arztwahl aus und macht die Versorgung spürbar ungerechter. Er wirkt wie eine Abrissbirne, die das Fundament der ambulanten Versorgung mit jedem Schlag weiter beschädigt. Die Politik muss deswegen sehr schnell entscheiden, was sie wirklich will. (…) Abriss oder Sanierung des Altbaus, das ist die Entscheidung, die wir jetzt von der Politik einfordern.
Es ist eine Illusion, dass die Abrissbirne des derzeit herrschenden Wettbewerbs nur die Sanierung einläutet! Sie ist schon längst am Fundament angelangt und beschädigt dieses zunehmend. Wenn die Entscheidung für Abriss fällt, muss das klar gesagt werden. Dann müssen sich die Mieter neue Wohnungen suchen. Wenn die Entscheidung pro Sanierung ausfällt, dann brauchen wir zügig eine neue Wettbewerbsordnung mit klaren ordnungspolitischen sinnvollen Regeln. Nur dann wissen die Mieter, ob sie im sanierten Gebäude bleiben können und wollen.“
Ärzte sind Individualisten und müssen als typische Freiberufler die bestmögliche Form des Praktizierens in ihrer Praxis als Existenzgrundlage im Blick haben. Um die Verhältnisse realistisch einzuschätzen, muss man sich dann doch fragen– dem Beispiel Köhlers folgend –, welcher vernünftige und praktisch denkende Mensch in einem Altbau, und sei er noch so schön, bei dem die Abrissbirne schon das Fundament angegriffen hätte, weiter als Mieter ausharren und auf eventuelle Unterstützung aus der Politik warten würde?
Jeder, ganz sicher jeder, der irgend könnte, würde doch dieses einsturzgefährdete Gebäude sofort verlassen zugunsten einer greifbaren, besseren Bleibe oder auch nur zugunsten der Hoffnung auf eine bessere Bleibe, denn er würde sogar eine gewisse Unsicherheit dem sicheren Zusammenbruch vorziehen. Und genauso läuft es doch, ob man das nun gut findet oder nicht: Die Hausärzte drängen in ihre 73b- Selektivverträge und entwickeln dabei eine ungeheure Kreativität und Energien, und alle anderen – behaupte ich – würden das ganz genauso machen, wenn sie vergleichbare historische Chancen und Angebote hätten. Deshalb wirkt auch das ganze Fordern und mit Konsequenzen Drohen seitens der KBV nicht wirklich überzeugend. Wer lässt sich davon wirklich beeinflussen oder gar erschrecken?
Die KBV kämpft mit einem über viele Jahre kumulierten Vertrauensverlust der Ärzte in die Belastbarkeit ihrer Versprechen (kalkulierbare Honorare auf der Basis von 5,11 Cent) und mit dem Vertrauensverlust der Politik in die Lösungsvorschläge der KBV. (Dr. med. Birgit Clever - Vorsitzende der Vertreterversammlung Kassenärztliche Vereinigung Baden-Württemberg)
  • Ist das System der Honorarverteilung nicht längst viel zu kompliziert? - Ein klares Ja. Wir haben für gesetzlich Versicherte den größten Leistungskatalog der ganzen Welt und geben ihnen ein unendliches Leistungsversprechen. Gleichzeitig steht dafür aber nur begrenzt Geld zur Verfügung. Je mehr diese beiden Pole auseinanderklaffen – und sie tun das immer stärker, weil die Menschen immer länger leben und immer kränker werden – desto mehr muss ich regeln. Seit zwölf Jahren bin ich jetzt an diesen Regelungen beteiligt, und mit jedem Jahr wird die Regelungstiefe dichter. Inzwischen hat das eine Komplexität erreicht, wo ich sagen muss: Das verstehen nur noch die Spezialisten. Wir haben einen Punkt erreicht, wo man nicht mehr von Transparenz oder Nachvollziehbarkeit sprechen kann. Es muss Grundlegendes passieren. (KBV-Chef Köhler spricht im Interview mit dem Tagesspiegel über Ärzte-Unmut, verfrühten Protest – und eigene Fehler. 20.3.2009)
  • Er verwies zudem darauf, dass sich das KV-System auf einen internen Ausgleich zwischen Gewinner- und Verlierer-KVen geeinigt haben. Details wollte Köhler zu beiden Verhandlungen nicht nennen.
  • Artikel im "Stern" 32/2009: Ein angenehmer Typ sei der 48-Jährige ehemalige Ringer aber nicht. Der Stern zitiert Abgeordnete, Krankenkassenchefs und BMG-Mitarbeiter: Köhler sei „ein Soziopath“, „brutal und gefährlich“, „ein Dschungelkämpfer, der sich mit bloßen Händen durch die Wildnis schlägt“. Der Autor schildert eine Podiumsdiskussion: „Ganz ruhig, wie ein großer Hund, hat Köhler sich den Streit der kleinen Kläffer angeschaut. Dann räuspert sich das Alphatier. Sofort herrscht Ruhe. Köhler verliert kein Wort über die Beiträge der anderen. Er spricht über die Schwierigkeiten im eigenen Laden, über mangelnde Reformbereitschaft unter den rund 150.000 niedergelassenen Ärzten und Psychotherapeuten.“
  • Liebe Kolleginnen und Kollegen, bevor ich heute vor Sie getreten bin, da habe ich in meinem stillen Kämmerlein überlegt: Was wäre, wenn ich heute die Revolution ausrufen würde? Was wäre, wenn die Forderungen hier und heute statt auf eine evolutionäre Entwicklung dieses Systems auf einen vermeintlichen Befreiungsschlag hinausliefen? Ich habe davon ganz bewusst Abstand genommen, denn die Ursache dafür wäre eher in den durch die politisch und innerärztlich induzierten Frustrationen, die mich manchmal überkommen, zu sehen gewesen als in einem verantwortlichen Handeln im Interesse einer guten Versorgung und im Interesse unserer Mitglieder. Ich setze aus dieser Verantwortung heraus auf Fortschritt, Weiterentwicklung und Verbesserung eines im Kern guten Systems. Diese Verantwortung teilen wir alle und deswegen bitte ich Sie, den skizzierten Weg mitzugehen.
Bericht an die Vertreterversammlung – Berlin, 4. Dezember 2009 - Dr. Andreas Köhler, Vorsitzender des Vorstandes der Kassenärztlichen Bundesvereinigung
  • Angesichts tausender fehlender Ärzte in Deutschland fordern die Mediziner einen Kurswechsel. "Wir müssen den drohenden Ärztemangel als gesellschaftliche Herausforderung begreifen", sagte Andreas Köhler. Insgesamt fehlen laut KBV derzeit 3620 niedergelassene Ärzte - darunter 2026 Hausärzte, 1260 Psychotherapeuten und 334 Fach- und Kinderärzte.

Links

  • KBV-Delegierte wollen Köhler und Weigeldt abwählen - "Wir sind schon so weit, dass sich hausärztliche Delegierten fragen, warum Weigeldt einen so stark pauschalierten hausärztlichen EBM haben will", sagt ein Insider. "Vielleicht nur, damit diese Pauschalen dann möglichst einfach über die Vertragsgemeinschaft abgerechnet werden können? Das Vertrauen ist einfach weg." Auch die Bonus-Malus-Regelung, die vor allem den Hausärzten Schwierigkeiten bereitet, lasten die hausärztlichen Delegierten Ulrich Weigeldt an. Dies sei keine Politik für, sondern gegen Hausärzte. 19.06.2007
  • Bestätigung von Vorstandschef Köhler – Rücktritt von Vorstand Weigeldt - Berlin, 6. Juli 2007 – Die Vertreterversammlung (VV) der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV) hat in den Abendstunden des gestrigen Donnerstags in Berlin eine personelle Weichenstellung vorgenommen.
  • „KBV und KV können für ihre Mitglieder viel tun, aber nicht alles, denn als Körperschaften sind sie in ihrem Handeln eingeschränkt“, hatte KBV-Chef Andreas Köhler seiner Vertreterversammlung im Mai zugerufen. Auch unterläge man Beschränkungen durch das Wettbewerbs- und Kartellrecht. Das zum April vergangenen Jahres reformierte Sozialgesetzbuch V erlaubt den Kassenärztlichen Vereinigungen zwar die Gründung von Dienstleistungsgesellschaften, schreibt aber auch vor, dass deren Finanzierung aus Mitteln der KBV oder KV ausgeschlossen sei. Deshalb hatte die KBV „mit den potentiellen Partnern Deutscher Ärzte-Verlag und Apobank“ Berater der Prognos AG nach einem Lösungsweg suchen lassen, um, in Worten Köhlers, „ein von der KBV und den KVen unabhängiges Unternehmen zu gründen, das Dienstleistungen und Unterstützung für Vertragsärzte und -psychotherapeuten anbieten kann. Und zwar in allen Feldern des Wettbewerbs.“


Reden im Video-Mitschnitt

Quellen

Persönliche Werkzeuge