Axel Munte

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Der Internist und Gastroenterologe Dr. med. Axel Munte, * 30. März 1940 in München, ist ein ärztlicher Standesfunktionär und war Chef der Kassenärztlichen Vereinigung Bayerns (Januar 2001 bis Ende 2010)

KVB Vorstand 2006 Mitte:Munte
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KVB Vorstand 2006 Mitte:Munte

Munte flankiert auf beiden Seiten, die Vorstandsriege der KV-Bayern


Inhaltsverzeichnis

Biographische Daten

Axel Munte
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Axel Munte
  • 1962 - 1966 Studium in München, Kiel und Edinburgh
  • 14.12.1966 Staatsexamen in München
  • 20.12.1966 Med. Promotion, Universität München
  • 20.12.1976 Zulassungsbeschluss


Niedergelassener Internist vom 15.06.1978 bis 01.01.2006

Funktionen und Ämter

Vorsitzender des Vorstandes der Kassenärztlichen Vereinigung Bayerns (KVB) - seit Januar 2001
Vorsitzender der KVB Bezirksstelle München Stadt und Land - 1996 bis 2004
Mitglied des Vorstandes der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV) - vom 17.03.2002 bis 17.05.2004
Delegierter der Bayerischen Landesärztekammer
Delegierter des Ärztlichen Kreis- und Bezirksverbandes (ÄKBV) München
Gematik im Januar 2005 gegründet - Vertreter der Selbstverwaltung der Leistungsträger für die Kassenärztliche Bundesvereinigung


Initiator des wohl ältesten kooperativen Ärztehauses in Deutschland und dort über 26 Jahre tätig als Internist und Gastroenterologe
Initiator weiterer kooperativer Ärztehäuser, so in Köln das Haubrichforum am Neumarkt
(alles nach Angaben Homepage der KVB)
30.03.2004 Übergibt Munte das Amt des Vorsitzenden des DFV an Thomas Scharmann

Links

MÜNCHEN 18.1.2006 - "Satelliten-Veranstaltung" mit KV-Vorständen - Tag der Ärzte BERLIN
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MÜNCHEN 18.1.2006 - "Satelliten-Veranstaltung" mit KV-Vorständen - Tag der Ärzte BERLIN
  • Mut zu Wahrheiten Bayerisches Ärzteblatt 9/2006 - Schließlich sind alle gesetzlichen Versuche einer angemessenen Mengenbegrenzung gescheitert. Woran es hauptsächlich fehlte? Die ärztliche Entscheidung in Bezug auf Indikation und Leistungsumfang transparent zu machen und die Vergütung daran zu koppeln.

Zitate

Leserbriefe von Munte an die SZ

  • Politik muss passenden Rahmen schaffen - Ministerin möchte Ärzte auf die Schulbank schicken / SZ vom 14. Februar 2002: Wenn es nach der nordrhein-westfälischen Gesundheitsministerin Birgit Fischer geht, sollen wir Ärzte jetzt auf die Schulbank geschickt werden. Bravo, Frau Ministerin! Mit dieser Forderung rennt sie bei uns offene Türen ein. Anders als es Andreas Hoffmann meldet, lehnen wir Ärzte keineswegs eine Weiterbildungspflicht ab. Als Kassenärztliche Vereinigung Bayerns (KVB) gehen wir sogar noch einen Schritt weiter: ... Das Verständnis für Fort- und Weiterbildung sollte im Studium bei einer qualifizierten Ausbildung geschaffen werden. Ministerin Fischer sollte wissen: Es fehlt das prägende Vorbild.
  • Leserbrief vom Vorsitzender der KV-Bayern Dr. Axel Munte, München: Veraltete Röntgengeräte, schlecht ausgebildete Ärzte, bis zu 90 Prozent Fehldiagnosen - Zufall, wenn ein Tumor entdeckt wird - Unter den Ärzten ist ein Streit darüber entbrannt, wie die Diagnose und Therapie von Brustkrebs verbessert werden kann - Das Qualitätssicherungskonzept der Bundesvereinigung ist eine Reaktion auf die wachsende Kritik an den Fehldiagnosen und den Risiken der Röntgenuntersuchungen. Jährlich erkranken 53000 Frauen neu an Brustkrebs, 18000 sterben daran. KVB-Chef Axel Munte schätzt, dass bis zu 90 Prozent der Ärzte nicht ausreichend qualifiziert sind, bei der Mammografie korrekte Befunde zu erheben. In vielen Praxen werden zudem veraltete Röntgengeräte verwendet. In den Niederlanden oder Schweden, in Großbritannien oder den Vereinigten Staaten werden dagegen bereits seit Jahren speziell ausgebildete Ärzte nur unter strengen Auflagen beim "Mammografie-Screening" eingesetzt. (nach einem Artikel in der Süddeutschen Zeitung im Juli 2001)

Seilschaft im Gipfelsturm

  • Seit zehn Jahren trifft sich Deutschlands mächtigste Manager-Seilschaft zum gemeinsamen Gipfelsturm. Dem „Similaun-Kreis“, benannt nach einem Dreitausender in den Ötztaler Alpen, gehören Wirtschaftsgrößen wie Post-Lenker Klaus Zumwinkel, Deutsche-Bank-Aufsichtsrat Ulrich Cartellieri, Linde-Boss Wolfgang Reitzle und KVB-Lenker A. Munte an. Geführt wird die Gruppe von Profi-Bergsteiger Reinhold Messner. Nach Auf- und Abstieg diskutieren die Teilnehmer stets auch drängende soziale und wirtschaftspolitische Themen. 11.08.2003

Übergabe einer Sammlung

Übergabe von Unterschriften der Aktion "Gesundheitsfonds" Dezember 2008
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Übergabe von Unterschriften der Aktion "Gesundheitsfonds" Dezember 2008
  • Ich merke deutlich, dass eine zunehmende Politisierung der Ärzteschaft vonstatten geht, die unser Berufsbild verändern wird. Und in diesem neuen Berufsbild scheinen Körperschaften wie eine Kassenärztliche Vereinigung oder auch eine Ärztekammer nur noch schwerlich einen Platz finden zu können. Dabei darf man eines nicht vergessen: Gerade diese beiden Körperschaften sind es, die stets das Gemeinwohl im Blick haben, auch wenn die Konsequenzen daraus den Interessen der eigenen Mitglieder im Einzelfall zuwiderlaufen.


Hausarzt-Interessen

  • Amtsenthebung des KVB-Vorstandes - Somit ist festzustellen, dass der Vorstand der Kassenärztlichen Vereinigung alles daran setzt, den Zwangsmitgliedern der KVB die ihnen zustehenden Rechte auf Selektivverträge vorzuenthalten. Erschwerend kommt hinzu, dass er dies in dem Wissen tut, dass das betriebswirtschaftliche Überleben der Hausarztpraxen unter den Bedingungen der RLV-Systematik nicht mehr gewährleistet ist. Somit handelt der Vorstand der KVB in gravierender Weise rechtswidrig, da er nach § 75 Abs. 2 SGB V die Rechte der Vertragsärzte gegenüber den Krankenkassen wahrzunehmen hat. Wir Hausärzte haben nach § 73 b SGB V ein Recht auf Selektivverträge mit den Krankenkassen.(Schreiben an Minister Söder: Amtsenthebung des KVB-Vorstandes verfasst am 22.06.2009)
  • Damit eskaliert der seit vielen Monaten schwelende Konflikt zwischen Bayerns größter Kasse und den Hausärzten endgültig. "Es ist unmöglich und unzumutbar, mit einem Verband zusammenzuarbeiten, der sich in zentralen Fragen der Sozialgesetzgebung rechtswidrig verhält und andere zum Rechtsbruch aufruft", begründet Bayerns AOK-Chef Helmut Platzer die drastische Reaktion seiner Kasse. Verständnis findet er damit bei Axel Munte, dem langjährigen Chef der Kassenärztlichen Vereinigung Bayerns (KVB): "Der Hausärzteverband hat die Schmerzgrenze seiner Vertragspartner eindeutig überschritten", sagte er.
Platzer kündigte an, dass die AOK nun nach neuen Vertragspartnern suchen werde. Einer steht bereits Gewehr bei Fuß: "Wenn der Bayerische Hausärzteverband jetzt nicht gegenüber den Kassen einlenkt, dann steht die Kassenärztliche Vereinigung Bayerns als potentieller Partner der AOK bereit", sagt Axel Munte.

Streikrecht

  • KVB-Chef verteidigt Widerstand der Fachärzte - Zwei Wochen lang machen die Fachärzte im Landkreis Miesbach ihre Praxen dicht. Was wie ein Streik anmutet und de facto ein solcher ist, darf so aber nicht heißen. Juristisch können niedergelassene Ärzte - anders als ihre Kollegen in Krankenhäusern - nicht streiken. Sie sind keine Angestellten, sondern Freiberufler. Niemand kann sie also zum Arbeiten zwingen. Auf die Möglichkeit zum Streik haben die Ärzte auch dadurch verzichtet, als sie vor mehr als 50 Jahren den Kassenärztlichen Vereinigungen das Monopol für die Honorarverteilung übertrugen. Durch einige Reformen des Gesundheitssystems sei das Monopol der Standesvertretung faktisch jedoch abgeschafft worden, argumentiert Axel Munte, Chef der Kassenärztlichen Vereinigung in Bayern (KVB). "Damit lebt auch das Streikrecht wieder auf." So können die Kassen inzwischen beispielsweise eigene Verträge mit den Hausärzten abschließen. Mit derartigen Regelungen, so sieht es Munte, dürfte auch der gesetzliche Auftrag, die ärztliche Versorgung sicherzustellen, von der KV an die Kassen übergehen. (Süddeutsche Zeitung 05. März 2009)
  • Die Süddeutsche Zeitung hatte berichtet, dass 38 Mediziner Kurzarbeit für ihre Helferinnen betragt hatten. Die Ärzte argumentierten, durch die Honorarreform hätten sie massive Einnahmeverluste, weshalb sie ihre Mitarbeiter nicht mehr entsprechend bezahlen könnten. "Das ist das falsche Signal", sagte Gesundheitsminister Markus Söder (CSU). Zwar sei es so, dass durch die Reform den Haus- und Fachärzten "massive finanzielle Einbußen" drohten. "Die Bundesagentur für Arbeit könne dieses Problem allerdings nicht lösen." Söders Kabinettskollegin Christine Haderthauer (CSU) äußerte zwar "Verständnis". Die Sozialministerin betonte allerdings, dass das Instrument der Kurzarbeit "nicht für eine persönliche Unmutsbekundung gedacht" sei. Angesichts der heftigen Reaktionen ging auch der Chef der Kassenärztlichen Vereinigung (KVB), Axel Munte, vorsichtig auf Distanz zu den Rosenheimer Ärzten. "Die gescheiterte Honorarreform verursacht panische Reaktionen in der Ärzteschaft, die möglicherweise zum Großteil unbegründet sein werden", sagte er der SZ. Aktionen wie in Rosenheim seien auch geeignet, dem Berufsstand zu schaden, warnte Munte. Allerdings hatte die KVB die Ärzte selbst darüber informiert, wie und wann sie Kurzarbeitergeld beantragen können. (Quelle: Süddeutsche Zeitung 29. Mai 2009)
  • Der Vorstandsvorsitzende der Kassenärztlichen Vereinigung Bayerns (KVB), Axel Munte, zeigte sich zufrieden mit dem Gesprächsergebnis. "Maßnahmen wie diese, in denen wir Ärzte unsere von schmerzlichen Einbußen bedrohten Kollegen unterstützen, sind nur innerhalb einer starken Solidargemeinschaft, wie sie die KVB darstellt, möglich", sagte er. Seine KVB war durch die Proteste der Ärzte unter Druck geraten. Die Arbeitsgemeinschaft der Krankenkassen in Bayern erklärte, sie sei "bis an die Grenze des Machbaren gegangen sei, um die hochwertige ambulante Versorgung im Freistaat zu erhalten". Intern hieß es jedoch: "Ein Armutszeugnis für uns - es fließt wieder zusätzliches Geld."

Nerven stark wie ...

  • Das nervt mich ... Leider werden die Foren oft zu polemischer Stimmungsmache missbraucht. Und dabei sind es immer die gleichen, die an nichts ein gutes Haar lassen - ein konstruktiver Dialog sieht anders aus. (zu 10 Jahren aend)
  • Herr Dr. Munte, Sie mussten in den vergangenen Jahren viele Nackenschläge einstecken und haben sich mit Ihrer Kollegenschelte nicht unbedingt beliebt gemacht. Warum wollen Sie weiter mitmischen in einem System das Sie öffentlich als reformunfähig bezeichnen? (Der änd befragte Munte zu seinen Motiven und Plänen - Do, 05.08.2010 /HG/red)
Ich glaube, dass wir in der Selbstverwaltung die Ausgaben besser steuern könnten, als es die Politik derzeit vorgibt. Ein positives Beispiel ist die Mengensteuerung durch Qualitätssicherungsmaßnahmen.
Da machen Sie sich aber nicht gerade wählbar bei den KV-Mitgliedern?
Ich habe mich als KVB-Chef nie nach den Mitgliedern gerichtet. sondern als Arzt agiert. Ich muss als Arzt mit meinem Gewissen gegenüber den Patienten zurechtkommen. Ich habe mich immer darum bemüht, durch gute Qualität zu einer guten Vergütung zu kommen. Damit habe ich für Bayern mehr Geld generiert als die meisten anderen KVen. Das hat zwischenzeitlich sogar die KBV erkannt und anerkannt. Ein Beispiel dafür ist die Koloskopie. Leider bin ich nur eine Stimme im KV-System und jeder redet hier anders. In so einem System können Sie nur wenig Veränderung erreichen. Mit einer Ausnahme: Das ist die Mengensteuerung durch die oben erwähnten Qualitätssicherungsmaßnahmen. Fakt ist, dass durchaus einige Ärzte die Mindestanforderungen nicht erfüllen. Deshalb mag es politisch nicht klug sein, wenn ich einen Wahlkampf mache für Qualität. Möglicherweise werde ich damit nicht die Mehrheit bekommen, aber ich denke dabei nicht an mein Wahlamt. Wenn´s nichts wird, dann habe ich eben zehn Jahre hart gearbeitet für eine Ärzteschaft, die wohl einen anderen Fokus setzt. Dass es Ärzte gibt, die nur ans Geld denken, tut mir weh.


Rastlos auch jenseits der 70

  • Herr Dr. Munte, vor gut einem Jahr sind Sie aus dem Amt des KVB-Vorsitzenden ausgeschieden, nun haben Sie einen neuen Berufsverband gegründet. Ist Ihnen ohne berufspolitisches Engagement langweilig?
Ich habe meine Arbeit bei der KVB nie als Funktionärsjob gesehen, sondern als ärztliche Arbeit. Viele meiner Patienten waren sehr enttäuscht, als ich die Praxistätigkeit zugunsten der Vorstandsarbeit reduziert habe und gefragt: Warum tun Sie das? Die Antwort war einfach: Ich kann als Vorstand durch die rasche Einführung des Bayerischen Mammographie-Screenings, der Früherkennungskoloskopie und der Qualitätsprogramme viel mehr Patienten helfen als in meiner Praxis. Und diese Motivation hat sich natürlich nicht mit dem Ende meiner KVB-Vorstandszeit geändert.

Offener Brief an den BFÄV

  • Sie (Dr.med. Ilka Enger) hatten mich ja gebeten, meine Ausführungen juristisch zu untermauern und deshalb möchte ich zunächst auf § 81 Abs. 3 SGB V hinweisen: Die Vertreterversammlung der KV Bayerns muss in der Satzung dafür̈r sorgen, dass Verträge, Beschlüs̈sse und Richtlinien der KBV für die KV Bayerns und ihre Mitglieder verbindlich sind. Unsere Weisungsunabhängigkeit gegenüber der KBV besteht in der Tat nur, soweit die KV Bayerns aus schließlich zuständig ist. Leider wird dieser weisungsfreie Teil der Zuständigkeit der KV Bayerns durch Gesetzesänderungen immer geringer.
Im Zusammenhang mit der Einführung der QZV kommt es aber auf diese Regelung gar nicht an. Denn die QZV wurden ja nicht von der KBV eingeführt, sondern durch den Bewertungsausschuss, ein Gremium, das durch die KBV und den Spitzenverband der Krankenkassen gebildet wird. Die KBV hatte die Einführung der QZV „nur“ vorgeschlagen - wegen eines Mehrheitsbeschlusses gegen die Stimmen der KV Bayerns. Die Beschlüsse des Bewertungsausschusses sind nun allerdings nicht minder für die KV Bayerns verbindlich. Dies wiederum ergibt sich aus § 87 b Abs. 4 SGB V, wonach das Verfahren zur Berechnung und zur Anpassung der Regelleistungsvolumina durch den Bewertungsausschuss–- und damit durch niemanden sonst – bestimmt wird.
Nur soweit der Bewertungsausschuss also selbst in seinem Verfahrensbeschluss Entscheidungen auf die Landesebene üüberträgt, kann die KV Bayerns Einfluss nehmen, dies allerdings nicht allein, sondern nur gemeinsam mit den Krankenkassen in Bayern. Die Rechtsgrundlage dafür lautet in Bezug auf die Anpassung der QZV "Beschluss Teil F I 3.3 Abs. 3", wonach "die Partner der Gesamtverträge" (also KV Bayerns und Kassen) "Zusammenfassungen von QZV auch mit den RLV vereinbaren" können.
Mit diesen Ausführungen müsste der gesetzliche Spielraum der KV Bayerns bei den QZV ausreichend juristisch geklärt sein. Sie sind einzuführen. Es wäre schön, wenn wir dieses Feld nun endlich hinter uns lassen könnten und uns mit der Frage beschäftigen, wie wir diesen kleinen Spielraum am Besten nutzen.
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