Bert Rürup

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Prof. Bert Rürup im Gespräch mit Freie Ärzteschaft
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Prof. Bert Rürup im Gespräch mit Freie Ärzteschaft

Bert Rürup - nicht nur ein Krawattenexperte (seine Medienauftritte mit Karl Lauterbach, der immer eine Fliege trägt, kontrastierten dabei in diesem Bekleidungsdetail) * 7. November 1943 in Essen ist Professor für Volkswirtschaftslehre an der Technischen Universität Darmstadt und ein sogenannter „Wirtschaftsweiser“.

Bert Rürup

  • Studium der wirtschaftlichen Staatswissenschaften in Hamburg und Köln
  • Diplom-Kaufmannsexamen 1969 in Köln.
  • 1969 - 1974 Assistent am Seminar für Finanzwissenschaft der Universität Köln.
  • 1974/75 freier wissenschaftlicher Mitarbeiter in der Planungsabteilung des Bundeskanzler­amtes.
  • Sommersemester 1975 Lehrstuhlvertretung "Finanzwissenschaft" an der Universität Göttingen.
  • 1975 Professor für Volkswirtschaft - insbe­sondere Finanzwissenschaft - an der Universität Essen.
  • Seit Februar 1976 Professor für Volks­wirtschaftslehre - insbesondere Finanzwissenschaft - an der Technischen Universität Darmstadt. Mehrere Rufe an in- und ausländischen Universitäten und Forschungseinrichtungen.


Inhaltsverzeichnis

Gastprofessuren

  • Seit Sommersemester 1988 Gastprofessor und Lehrbeauftragter der TU Wien sowie Lehrbeauftragter der Uni­versität Wien und der Wirtschaftsuniversität.
  • 1990-1993 Gastprofessor an der TH Leipzig für "Wirtschaftspolitik und Finanzwissenschaft".
  • Vom 1.02.1991 bis 26.10.1993 Gründungsdekan für den Fachbereich "Wirtschaftswissen­schaften" der TH Leipzig und der „Wirtschaftswissenschaftlichen Fakultät“ der Universität Leipzig.
  • Seit 1992 Gastprofessor an der Technischen Universität Bukarest.

Beratungsfunktionen, Beiräte, Kommissionen

  • 1982/83 Consultant für die Bundesrepublik Deutschland bei der EG im Rahmen des Projektes "Social Policy under slow growth".
  • Vom 1.01.1986 bis 31.12.1991 Mitglied des Auswahl- und Be­willigungsausschusses für Sonder­forschungsbereiche der Deutschen Forschungsgemeinschaft.
  • Dezember 1992 bis April 2002 Mitglied und wissenschaftlicher Berater der Enquête- Kommis­sion des Deutschen Bundestages "Demografischer Wandel".
  • 1993-1995 geld- und finanzpolitische Beratung des Präsidenten und der Regierung von Kasachstan.
  • Juni 1996 bis März 1998 Mitglied der Kommission der deutschen Bundesregierung "Fortent­wicklung der Rentenversicherung".
  • Von Dezember 1995 bis November 1997 Berater des Sozialministeriums der Bundesrepublik Österreich zur Vorbereitung der Pensionsreform 1997.
  • Februar 1999 bis Mai 2001 Mitglied des Expertenkreises des Bundesarbeitsministers zur Vorbereitung der Rentenreform 2001.
  • Von März 2000 bis Februar 2009 Mitglied und ab März 2005 bis Februar 2009 Vorsitzender des „Sachverständigenrates zur Begutachtung der gesamtwirtschaftli­chen Entwicklung“.
  • Von Juni 2000 bis März 2009 Mitglied und von September 2000 bis März 2009 Vorsitzender des „Sozialbeirats für die Rentenversicherung“.
  • Von März 2002 bis März 2003 Vorsitzender der „Sachverständigenkommission zur Neuordnung der Besteuerung von Altersvorsorgeaufwendungen und Alterseinkommen“.
  • Von November 2002 bis August 2003 Vorsitzender der „Kommission für die Nachhaltigkeit in der Finanzierung der Sozialen Sicherungssysteme“.
  • Seit Februar 2004 Research Fellow of IZA, Institut Zukunft der Arbeit.
Aktion "Freie Ärzteschaft" Essen 28.3.2007 - Im Gespräch mit Prof.Rürup
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Aktion "Freie Ärzteschaft" Essen 28.3.2007 - Im Gespräch mit Prof.Rürup

Zitate

  • Regierungsberater Rürup, der zu den Sachverständigen gehört, sagt allerdings unverblümt, was das bestehende Modell für jede Regierung attraktiv macht: »Das System entlastet die Politik, es macht Leistungsbegrenzungen leichter. Die Funktionärsrunde verärgert die Politik, aber sie nützt ihr auch. Die Trennlinie verläuft zwischen Informierten und Organisierten auf der einen und Ahnungs- und Hilflosen auf der anderen Seite. Damit werden sich demnächst auch die Gesundheitspolitiker beschäftigen müssen, die momentan, ermattet von den Querelen der vergangenen Monate, auf die Weihnachtsferien hoffen. (Gesundheitsreform - Das organisierte Versagen Ärzte, Kassen und Konzerne widersetzen sich der Politik. Einige Patienten werden doppelt untersucht, andere gar nicht. Das Gesundheitswesen könnte ein Wachstumsmotor sein. Doch es vergeudet Milliarden - Artikel in der ZEIT Dez. 2004)
  • „Einschnitte in die Beamtenpensionen sind überfällig”, sagte Rürup der F.A.Z. in Berlin. Nach den Erkenntnissen des Bundes der Steuerzahler erhalten Beamte im Ruhestand rund dreimal soviel Pension wie Rentner. Während die pensionierten Beamten 2003 in den alten Ländern im Schnitt 2620 Euro monatlich bezogen hätten, betrage die durchschnittliche Rente nur 766 Euro im Monat.
  • Rürup 2004 in der WELT: Die derzeitige Pflichtversicherungsgrenze ist versicherungsökonomisch nicht zu begründen. Allerdings sind die juristischen Hürden diese Grenze abzuschaffen extrem hoch. Wenn man auf einer Art grünen Wiese planen könnte, wäre es ökonomisch am sinnvollsten, anstelle der Pflichtversicherung eine Versicherungspflicht hinsichtlich eines gesetzlich definierten Grundleistungskatalogs einzuführen, verbunden mit der Wahlfreiheit, sich bei einer privaten oder gesetzlichen Kasse auf der Basis von Pauschalprämien zu versichern. Um faire Wettbewerbsbedingungen auf diesem Markt zu schaffen, müssten alle Krankenkassen, die diesen Grundleistungskatalog anbieten, zu regulierten Unternehmen werden, die dem europäischen Wettbewerbsrecht unterliegen. Sie würden damit steuerpflichtig, und die Festsetzung von Festbeträgen für Arzneimittel und viele andere Instrumente, die die gesetzliche Krankenversicherung derzeit kennzeichnen, stünden zur Disposition.
  • Rürup-Kommission in WamS Deutschlands vielleicht klügste Köpfe brüten über langen Zahlenkolonnen, wälzen dicke Aktenordner, entwerfen Skizzen über die Zukunft der Sozialsysteme. Ringen und diskutieren, stets konzentriert und aufmerksam. Hart in der Sache, perfekt im Umgang. So jedenfalls stellt sich Otto-Normalbürger eine Sitzung der Rürup-Kommission vor. Die Wahrheit: der Steinsaal, eine Quasselbude. So jedenfalls reden jene, die tatsächlich mit dabei waren. "Stellen Sie sich ein Klassenzimmer voller spät Pubertierender vor, die alle durcheinander quatschen. Irgendwann gibt es der Lehrer auf, ständig dazwischenzugehen, auch wenn er ein exzellenter Fachmann ist. So ungefähr ist es in der Rürup-Kommission", erzählt einer, der irgendwann am liebsten gar nicht mehr hingegangen wäre.
Rürup zu Gast bei Geburtstagsfeier K.Beck 60, ganz rechts
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Rürup zu Gast bei Geburtstagsfeier K.Beck 60, ganz rechts
  • Rürup war ein Schnellstarter: Mit 30 Jahren wurde er wissenschaftlicher Mitarbeiter im Bundeskanzleramt unter Helmut Schmidt. Nur ein Jahr später erhielt er schon einen Ökonomie-Lehrstuhl in seiner Heimatstadt Essen. Rürup, so heißt es, hat viele Krawatten, er ist Frühaufsteher und sehr diszipliniert. Anders ließe sich sein Pensum auch wohl kaum erklären. In den diversen Ministerien geht er ein und aus. Mit dem CDU-Minister Norbert Blüm ("Die Rente ist sicher") erfand der Sozialexperte den "demografischen Faktor", also die schrittweise Senkung des Rentenniveaus. Die SPD schaffte diesen Faktor wieder ab, nur um ihn später verändert wieder auferstehen zu lassen - wieder unter der Mithilfe Rürups. Der rührige Ökonom untersuchte die Folgen der Buchpreisbindung, fordert Ausbildungs-Kredite für Studenten und Elterngeld zum Stopp des Geburtenrückgangs.
  • Freunde werden die Wirtschaftsweisen und der Vorsitzende der SPD-Bundestagsfraktion, Peter Struck, wohl nicht mehr in diesem Leben: "Ich glaube denen kein Wort. Wenn man frühere Prognosen mit der eingetretenen Realität vergleicht, merkt man recht schnell, dass diese sogenannten Weisen vor allem viel heiße Luft produzieren", sagt Struck in einem Interview mit der Zeitschrift "Super Illu". Struck will Wirtschaftsweise abschaffen - Inkompetent und überflüssig nennt Peter Struck den Sachverständigenrat der Bundesregierung, vulgo Wirtschaftsweise. Der SPD-Politiker plädiert angesichts allzu schlechter Prognosen für die Abschaffung des Gremiums. (15.11.2008 - SPIEGEL)
Rentnerhaushalte in Europa
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Rentnerhaushalte in Europa
  • Nach Wechsel in Privatwirtschaft: Rürup bietet Rücktritt aus Sozialbeirat an - Nach seinem Wechsel in die Privatwirtschaft hat der Chefökonom der Bundesregierung seinen Rücktritt aus dem Sozialbeirat der Bundesregierung angeboten, falls diese in der neue Aufgabe beim Finanzdienstleister AWD einen Interessenskonflikt sehe. (22.11.2008)
  • Jeder, der aus einer Position wie der Rürups zum AWD ginge, würde in seiner Branche ein Stirnrunzeln auslösen. Bei Rürup werden die Furchen besonders tief. Kein anderer Wissenschaftler hat in den letzten Jahren in Deutschland so den Zugang zur Politik gesucht und gefunden und damit die Politik mitgestaltet. Er war im Sozialbeirat der Bundesregierung, er war neun Jahre im Sachverständigenrat der Bundesregierung und vier Jahre dessen Vorsitzender, Rürup saß in der Rentenreform-Kommission von Rot-Grün. Er hat den demografischen Faktor für Norbert Blüm erfunden und die Riester-Rente für Gerhard Schröder mitentwickelt. Die Privatrente auf Kapitaldeckungsbasis ist sein Baby, „Rürup“-Rente heißt sie in der Variante für Selbständige. Rürups individuelles Rentenmodell, so könnte man jetzt sagen, beruhte darauf, ein Schlaraffenland für eine Branche zu schaffen, für die er hinterher tätig sein würde. Ein Altersjob als kleines Dankeschön. Das ist besser als Umlageverfahren oder Kapitaldeckung. Das ist traumhaft. (Der SPIEGEL 13/2009)
  • "Das fällt so senkrecht runter", Bert Rürup zeigt mit der Hand nach unten. Seit September 2008 geht die Konjunktur dramatisch zurück - so schnell wie noch nie. "Das kann man so richtig ökonomisch nicht erklären", sagt der Wirtschaftswissenschaftler am Dienstag vor Studenten der Uni Kiel. Als Vorsitzender des Sachverständigenrates, auch Wirtschaftsweise genannt, stellte Rürup dort das Jahresgutachten vor.
  • Lautstarker Protest bei Rürups Abschied von der Uni - Studenten sprengen die Abschiedsvorlesung des früheren Regierungsberaters Bert Rürup - Mit lautstarkem Protest gegen seine Reformen haben etwa 20 Studenten seine Abschiedsvorlesung an der Technischen Universität Darmstadt gestört. Noch vor den ersten Worten Rürups entrollten die Studenten Transparente, pfiffen mit Trillerpfeifen, trommelten auf die Tische und schwenkten Werbefähnchen des Finanzdienstleisters AWD, dessen Chefökonom Rürup seit April dieses Jahres ist. (Ärzte Zeitung online, 03.07.2009)
  • Carsten Maschmeyer und Bert Rürup sind das schillerndste Duo der deutschen Wirtschaft. Der Ex-AWD-Chef und der Ex-Wirtschaftsweise wollen mit ihrer Beraterfirma das deutsche Rentenkonzept als Blaupause gewinnbringend ins Ausland verkaufen - von der Türkei über Russland bis nach China. Von seinem Schreibtisch im Frankfurter Westend aus blickt Bert Rürup auf die großen Bankentürme der Innenstadt. Der Ex-Wirtschaftsweise, Ex-AWD-Chefökonom und emeritierte Wirtschaftsprofessor hat die Architektur der Geldmaschinen Frankfurts im Visier, wenn er darüber nachdenkt, wo für einen Rentenexperten die großen Geschäfte warten. Und da verlängert sich die Ost-West-Achse der Bockenheimer Landstraße gedanklich schnell ein paar Tausend Kilometer weiter gen Osten, in die Türkei, nach Russland, nach China. Das sind die Arbeitsfelder der Maschmeyer Rürup AG, die sich als Edelboutique für Gesundheits- und Rentenberatung versteht.
"Carsten Maschmeyer hat eine sehr hohe emotionale Intelligenz, und er kann Märkte riechen", erklärt Rürup, "ich bin mehr der kühle, strukturiert denkende Analytiker und weniger ein Bauchmensch. Wenn Sie sich die Visitenkarte ansehen, kommt dieser Unterschied im Schriftbild zum Ausdruck. Der Name Maschmeyer ist in einer Serifenschrift gesetzt und der Name Rürup in einer sehr technischen Type." Der kühle Rechner Rürup und der mitreißende Charismatiker Maschmeyer - so sieht sich das Duo.
  • Gutachten bei der MaschmeyerRürup AG in Auftrag gegeben - Das Familienministerium sieht in der Beteiligung der Versicherung an dem Konzept dagegen nichts Verwerfliches. Die geplante „Lohnvorschussausfallversicherung“ sei nicht in Absprache mit der Versicherungswirtschaft erarbeitet worden, sagte eine Ministeriumssprecherin. Vielmehr habe man das Gutachten bei der MaschmeyerRürup AG in Auftrag gegeben und dieser Firma „keine Vorgaben hinsichtlich der Einbindung von weiteren Akteuren gemacht“.
Aus dem vorliegenden Konzept ergebe sich lediglich, dass die versicherungsmathematischen Berechnungen und Schadentabellen in Zusammenarbeit mit der Nürnberger Versicherungsgruppe auf Machbarkeit und Kalkulationsgrundlagen „geprüft“ worden seien. Aus Sicht des Ministeriums sei das „im Interesse einer praxisnahen Bewertung des Konzepts nicht zu beanstanden“.
  • Die Politik: Das ist ein mittlerweile illustrer Kreis aus Ex-Bundeskanzler Gerhard Schröder (SPD), Bundespräsident Christian Wulff (CDU), Ex-Arbeitsminister Walter Riester (SPD), Arbeitsministerin Ursula von der Leyen (CDU) und anderen. Am engsten dürfte die Beziehung zu Schröder sein, dessen Wahlkampf Maschmeyer schon 1998 mit einer Anzeigenkampagne mitfinanziert hat, auf dessen Geburtstag der "Finanzoptimierer" gern gesehen ist, und der anreiste, als Maschi in Hildesheim zum Ehrendoktor ernannt wurde.

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