Charité

Aus ArztWiki

Wechseln zu: Navigation, Suche
Charité mit Werbung Nov. 2007
vergrößern
Charité mit Werbung Nov. 2007

Ein berühmtes Krankenhaus in Berlin - Die Geschichte des heutigen Universitätsklinikums Charité begann, als 1710 Friedrich I. das Quarantäne-Haus für eine drohende Pestepidemie errichten ließ. "Es soll das Haus die Charité heißen" entschied Soldatenkönig Friedrich Wilhelm im Jahr 1727. Der Name steht für Mildtätigkeit, Mitleid, Hilfsbereitschaft und Nächstenliebe. Aus dem "Pesthaus" wurde zunächst ein Garnisonslazarett, dann eine Klinik mit Weltruf. Bekannte Ärzte und berühmte Gelehrte wie Virchow, Helmholtz, Koch, Bier, Sauerbruch oder Bonhoeffer begründeten den guten Ruf der medizinischen Schule.

Heute ist die Charité nach Fusionen mit drei Berliner Kliniken das größte Universitätsklinikum Europas, mit 107 Kliniken und Instituten, insgesamt rund 14.500 Mitarbeitern und über 7000 Studenten.

Zitate

  • Aus Angst vor dem Rattenfloh, dem Überträger der Pest, hatte Preußens König Friedrich I. (1657-1713) einst den Bau eines "Pesthauses" 1710 außerhalb Berlins angeordnet, um mögliche Kranke schnell zu isolieren. Die Vorsorge erwies sich schließlich als unnötig. Von der Pest blieben die Berliner weitgehend verschont.
Zunächst wurde das Gebäude dann als Hospital für Arme und Bedürftige genutzt. 1727 gab König Friedhelm Wilhelm I. (1688-1740) der Einrichtung den Namen: "Es soll das Haus die Charité heißen." Ein Name, ein Auftrag: "Barmherzigkeit." Auch das preußische Militär ließ hier seine Ärzte ausbilden.
Die Charité wuchs und wuchs, baute neue Kliniken und Institute. Im 19. und auch noch im 20. Jahrhundert lockte sie zahlreiche Koryphäen an. Sie begründeten den weltweiten Ruhm der Klinik, von dem sie bis heute zehrt. Ob Rudolf Virchow, Mitbegründer der modernen Pathologie, Chirurgen wie Ferdinand Sauerbruch (1875-1951) oder der Bakteriologe Robert Koch (1843-1910) - sie alle forschten, operierten und lehrten auf Berliner Boden. Acht spätere Nobelpreisträger starteten von hier aus ihre wissenschaftliche Karriere.


Personelles

Bild für die Presse
vergrößern
Bild für die Presse
  • Die Berufung von Ulla Schmidt in den Aufsichtsrat der Charité ist begrüßenswert. Niemand vor und niemand nach ihr hat an der Spitze des Bundesgesundheitsministeriums, in dem man es weder Pharmalobbyisten noch Vertretern der Krankenkassen und schon gar nicht den Ärzten recht machen kann, so lange durchgehalten wie sie. Wer also sonst als die energische Politikerin wäre in der Lage, der laienhaft agierenden Führungsriege an dem Uniklinikum etwas entgegenzusetzen?
  • Die neu in den Aufsichtsrat der Berliner Charité berufene frühere Bundesgesundheitsministerin Ulla Schmidt (SPD) hat für Deutschlands größtes Universitätsklinikum eine Strukturreform angekündigt. "Wir müssen die Betriebskosten senken und die Effizienz erhöhen", sagte Schmidt der "Berliner Zeitung". Dazu gehöre auch die Kooperation mit anderen Krankenhausträgern wie dem landeseigenen Klinikkonzern Vivantes.

Links

Persönliche Werkzeuge