Christopher Hermann

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Dr. Christopher Hermann * 18.01.1955

Dr.C.Hermann
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Dr.C.Hermann

Der stellvertretende Vorstandvorsitzende der AOK Baden-Württemberg ist seit Mitte 2000 im Vorstand der AOK Baden-Württemberg tätig.

Dr. Christopher Hermann begann seine berufliche Karriere mit dem Studium der Geschichts-, Politik- und Rechtswissenschaften in Marburg und Berlin. Nach erfolgreichem Abschluss seiner Promotion übte Hermann sozialrechtliche Tätigkeiten für verschiedene Sozialversicherungsträger aus.

In den Jahren 1987 bis 1990 war Dr. Hermann im Wissenschaftlichen Dienst des Deutschen Bundestages, von wo er ins Sozialministerium des Landes Nordrhein-Westfalen wechselte. Als Referatsleiter war er hier für die gesetzliche Krankenversicherung und die Aufsicht über Krankenkassen und Kassen(zahn)ärztliche Vereinigungen bis ins Jahr 1997 zuständig.

Vor seinem Wechsel zur AOK Baden-Württemberg bekleidete er den Posten des Gruppenleiters "Krankenversicherung, Heilberufe, Öffentlicher Gesundheitsdienst, Arzneimittelsicherheit und Umweltmedizin" im Gesundheitsministerium Nordrhein-Westfalen

  • AOK Baden-Württemberg, hat einen neuen Chef: Christopher Hermann (56) folgt auf Rolf Hoberg (64), der zum 1. Oktober 2011 in Ruhestand geht.


Inhaltsverzeichnis

Andere über Hermann

  • Der 55-jährige Hobby-Marathonläufer ist immer wieder überrascht, welche Gewinnspannen selbst bei Generika kalkuliert werden, also jenen wirkstoffgleichen Medikamenten von Nachahmern ohne Patentschutz. In diesem Jahr hat Hermann zum Beispiel den Wirkstoff Clopidogrel ausgeschrieben, ein Blutverdünnungsmittel, das vor Herzinfarkt und Schlaganfall bewahren soll. Mehr als 400 000 Patienten in ganz Deutschland schlucken das Mittel regelmäßig. (SPIEGEL Heft 38/2010 vom 20.09.2010)

Reformbestrebungen

  • 04. April 2002 - Eckpunkte einer neuen Gesundheitspolitik - SPD-nahe Wissenschaftler legen Reformvorschläge vor / Blaupause für Wahlprogramm - Eine Gruppe SPD-naher Wissenschaftler legt nun weitreichende Pläne vor. Ihre Pläne gelten als Vorlage für das Wahlprogramm, das die SPD Ende April festzurren und im Juni verabschieden will. Zu der 24-köpfigen Gruppe zählen etwa Gerd Glaeske von der Uni Bremen, Karl Lauterbach von der Universität Köln, Jürgen Wasem von der Universität Greifswald, Christopher Hermann, Vorstandsmitglied der AOK Baden-Württemberg oder Peter Schwoerer vom Medizinischen Dienst der Krankenversicherung in Baden-Württemberg. (nach Süddeutsche Zeitung)


Zitate

Rabattverträge

  • Das Ansinnen einiger Arzneimittel-Hersteller, durch das Einschalten der Vergabekammern, die nächste AOK-Rabattrunde ab 2008 aufzuhalten, ist nach den Worten von Dr. Christopher Hermann, Verhandlungsführer der AOK in Sachen Rabattverträge, nicht gelungen. "Was wir im Frühjahr erfolgreich begonnen haben, geht sicher in die nächste Runde: Wir haben jetzt mit 23 Arzneimittel-Herstellern neue Rabattverträge ab 2008 über insgesamt 17 Wirkstoffe geschlossen. Zur neuen Gruppe der AOK-Rabattpartner ab dem nächsten Jahr gehören führende deutsche Generikahersteller wie Ratiopharm, Hexal und Stada", sagte Hermann am Montag (5. November 2007) in Stuttgart.
  • „Wir sind einer wahren Verfahrensflut von unterlegenen Bietern ausgesetzt. Die Auseinandersetzung ist noch nicht gewonnen, aber wir haben einen ganz wichtigen Etappensieg erzielt“, sagte der Vorstandsvize der AOK Baden-Württemberg und Verhandlungsführer für die AOK-Rabattverträge, Christopher Hermann.
  • Denn mancher Mensch verträgt die eine Pille besser als die andere, obwohl beide denselben Wirkstoff enthalten. Und trotzdem werden die Apotheker den AOK-Versicherten in der Regel das billigere Medikament geben. Verantwortlich für die Umstellung ist Christopher Hermann. Dem stellvertretenden Vorstandschef der baden-württembergischen AOK ist klar, dass er damit Klagen hervorrufen wird, etwa bei Menschen, die täglich Medikamente nehmen müssen. Doch der aufreizend unbescheiden auftretende Rheinländer ist sicher, dass sich der Wechsel zum Billig-Präparat lohnt, auch für den Patienten. (Süddeutsche Zeitung, 07. Mai 2009)
  • Die AOK begrüßte die Entscheidung. „Wir sind schließlich angetreten, um vor allem den Geldbeutel der Versicherten zu entlasten“, erklärte der stellvertretende Vorstandsvorsitzende der AOK Baden-Württemberg, Dr. Christopher Hermann, nach der Urteilsverkündung in Kassel. „Deshalb nehmen wir das aktuelle Urteil zum Anlass und werden die Ausschreibung von Rabattverträgen konsequent über die Sozialgerichte durchsetzen, um die vom Gesetzgeber gewollten Einsparpotentiale heben zu können.“
  • Wenn die Manager großer Pharmakonzerne neben ihren Renditen an etwas Höheres glauben, müssten sie sich wohl bekreuzigen, wenn der Name Christopher Hermann fällt. Der Mann hat sich innerhalb von vier Jahren zum leibhaftigen Schrecken der Pillenbranche entwickelt. Hermann drückt ihre hohen Preise, wo er nur kann.

Vergütungsregeln für Ärzte

  • Kritik an Plänen für Ärzte-Vergütung - Christopher Hermann bemängelte die geplanten Vergütungsregeln für Ärzte als „absoluten Sündenfall“. „Damit schafft die Koalition ein bürokratisches Monster und bereitet die Einheitskasse vor“, sagte er der Süddeutschen Zeitung. Hintergrund seiner Kritik sind die neuen Vergütungsregeln für niedergelassene Ärzte, die von 2007 an gelten sollen. Künftig sollen die Mediziner für ihre Tätigkeit innerhalb einer speziellen Leistungsmenge feste Preise bekommen, das Regelleistungsvolumen. Wettbewerbliche Ansätze für eine unterschiedliche Ärzte-Honorierung würden „ins Gegenteil verkehrt“. Künftig würde es sich für Kassen kaum noch lohnen, Ärzte unterschiedlich zu bezahlen. (August 2003, Südd.Zeitung)


Hausarztvertrag/§ 73 b/c SGB V

Die Unterzeichner des Vertrages im Gruppenbild 8.5.08 BERLIN
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Die Unterzeichner des Vertrages im Gruppenbild 8.5.08 BERLIN
  • „Wir haben die Abrechnungsmodalitäten so einfach konstruiert, dass sie auch auf einen Bierdeckel passen würden“, zog AOK-Vize Dr. Christopher Hermann den bildlichen Vergleich und erklärte weiter:
„Es geht hier nicht um eine Minivergütung oder um neun Euro, wie sie in anderen hausarztzentrierten Verträgen ausgehandelt wurden.“ Es ginge aber auch nicht um „billige Give-aways für Versicherte“, stellte Hermann mit Blick auf die Praxisgebühr klar, welche die teilnehmenden Patienten nach wie vor bezahlen müssen. Vielmehr wollte die AOK im Südwesten jahrzehntelang aufgebaute Strukturen aufbrechen: „Wir knipsen heute Hunderte von EBM-Positionen aus, damit der Blick frei wird für tatsächliche Versorgungsprobleme“, so Hermann. Das Plus, das die AOK den Ärzten an Honorar bezahlt, gedenkt sie teilweise über Empfehlungen und Steuerungen im Arzneimittelbereich zu refinanzieren. (nach Medi-Times 6/2008)
  • Die AOK (Dr. Hermann) sieht MEDI bei den geplanten § 73b-Verträgen nur als Anhängsel, der sich (wörtlich) in die schon länger laufenden Verhandlungen erst anlässlich der Ausschreibung „mit hineingesetzt“ hat. Betont wird das bewährte Vertrauensverhältnis zwischen AOK und HÄV, das sich u.a. im bestehenden Hausärztevertrag ausdrücke (IV-Vertrag nach § 140 ff. SGB V, angeblich 500.000 eingeschriebene Patienten und 4.000 Hausärzte). (nach einem Bericht vom 6. Baden-württembergischer Hausärztetag, Stuttgart 12.4.2008)
  • Ab Juni 2008 organisiert MEDI für teilnahmewillige Hausärzte aus Baden-Württemberg zahlreiche regionale Schulungsveranstaltungen, bei denen die Ärzte auch das erforderliche Zertifikat erwerben können (aber alles so einfach ... mit dem "Bierdeckelvertrag")
  • Prävention: Von den normalen 2,7 Millionen AOK-Versicherten gingen 24 Prozent zum Check-up, bei der HzV (tendenziell: 1 Million Versicherte) seien es 40 Prozent.
Chronikerquote: In der GKV-Regelversorgung gebe es 32 Prozent Chroniker, die 3.500 HzV-Ärzte hätten es in 62 Prozent der Fälle mit Dauererkrankungen zu tun.
Impfbereitschaft: Bei der Patientengruppe 60plus seien normalerweise 24 Prozent der Patienten durchgeimpft, im Hausarztvertrag 36 Prozent.
Arzneimittelversorgung: Die AOK-Rabattverträge im HzV-Bereich kosteten die Kasse patientenbezogen mittlerweile 31 Prozent weniger als in der KV-Regelversorgung. Aufs Jahr 2010 hochgerechnet werde die AOK rund 30 Millionen einsparen. Zum Vergleich: Allein die diesjährige Bereinigungssumme zur HzV-Versorgung, also das Geld, was beim KV-Honorar abgezwackt wird, liegt bei 200 Millionen Euro. Der durchschnittliche Fallwert im HzV-Vertrag liegt bei 80 Euro im Quartal. Hermann zeigte sich mit dem 30 Millionen-Deal sehr zufrieden: „Das ist ein Bringer“. (Pressekonferenz in Stuttgart der HzV-Vertragspartner am 9.11.2010)

Stellungnahme im Rahmen einer Anhörung beim Gesundheitsausschuss Okt. 2010

  • Mit § 73b SGB V ist bereits seit dem GRG 1989 eine gesetzgeberische Entwicklungslinie verbunden mit dem Ziel, die hausarztzentrierte Versorgung zu stärken. Dieses Ziel wird programmatisch weiterhin von politischen Parteien, Selbstverwaltungsorganen und substantiell namentlich vom Sachverständigenrat zur Begutachtung der Entwicklung im Gesundheitswesen betont, um den Herausforderungen und Wandlungen in der medizinischen Versorgung in Zukunft gerecht werden zu können. Aufgrund der beharrlichen Verweigerung der Umsetzung dieser gesetzlichen Vorgaben sah sich der Gesetzgeber mit der aktuellen Fassung des § 73b SGB V durch das GKVOrgWG veranlasst, den gesetzlichen Anspruch von Versicherten und Ärzten auf eine spezielle hausarztzentrierte Versorgung einzulösen.
SCHRIFTLICHE STELLUNGNAHME von Herrn Dr. Christopher Hermann zum
Entwurf eines Gesetzes zur nachhaltigen und sozial ausgewogenen Finanzierung der Gesetzlichen Krankenversicherung
(GKV-Finanzierungsgesetz – GKV-FinG)


Interviews

  • Hermann: Das geht nur mit Partnern, als Kasse allein schafft man das nicht. In Baden-Württemberg haben wir innovative Leute, die aus diesem alten Trott rauskommen wollen. Wir ziehen zum Beispiel mit zwei Arztverbänden an einem Strang, dem Hausärzteverband und dem Medi-Verbund. Andere Gruppen fühlen sich wiederum davon bedroht.
BZ: Sie bieten mit diesen beiden Gruppen Hausarztverträge an – über eine Million Versicherte nehmen daran teil. Aber einen Beweis, dass es dadurch zu Verbesserungen kommt, gibt es bisher nicht.
Hermann: Es gibt auf jeden Fall Verbesserungen. Wir konzentrieren das Ganze auf die Menschen, die Versorgung brauchen und die Ärzte, die Versorgung leisten. Dafür sollen diese Ärzte auch gut bezahlt werden. Die Evaluation für unsere Verträge läuft, im Frühjahr wird es Ergebnisse geben. Wir sehen jetzt schon, dass die teilnehmenden Ärzte etwa bewusster und rationaler Medikamente verordnen.
  • Hermann: Uns wird einzig ein reiner Nippes-Wettbewerb zugebilligt, wo es um einen Euro mehr oder weniger Zuzahlung für diese oder jene Leistung geht. Mit Blick auf ein Mehr an Versorgungs- und Qualitätswettbewerb zwischen den Krankenkassen findet sich im Gesetz nichts. Im Gegenteil: Krankenkassen werden wieder in die Rolle des reinen Zahlmeisters zurückgedrängt. Ich habe in vielen Gesprächen mit Politikern der Koalition die Botschaft erhalten, dass dort Selektivverträge schlicht keine Rolle mehr spielen. Stattdessen setzt man auf eine Restauration des Alt-Systems. Karl Jung lässt grüßen.
  • Wie groß ist in der Ärzteschaft Baden-Württembergs der Anteil der an den Verträgen teilnehmenden Ärzte? Sind die Verträge ausbaufähig, können Sie sich weitere Facharztverträge vorstellen? (aend-Interview 4.10.2012)
Derzeit nehmen in Baden-Württemberg 3.500 von ungefähr 5.000 realistisch infrage kommenden Hausärzten an unserem Hausarztvertrag teil, das ist eine Quote von zwei Dritteln. Die ärztliche Teilnehmerquote an den Facharztverträgen für Kardiologie und für Gastroenterologie beträgt jeweils sogar über 70%. Am Facharztvertrag für Psychotherapie nehmen zurzeit über 400 Psychotherapeuten teil. Die Teilnehmerzahlen, sowohl was die Ärzte als auch die Versicherten betrifft, nehmen stetig zu. Die Verträge entwickeln die Partner gemeinsam laufend weiter. Damit können wir unseren Versicherten dauerhaft eine optimale Versorgungsqualität auf dem aktuellen Stand der wissenschaftlichen Erkenntnisse bieten. In einer Zeit heraufziehenden Ärztemangels ein unschätzbarer Wert!
Das Netz der Selektivverträge wächst natürlich weiter. Wir verhandeln mit unseren Vertragspartnern derzeit intensiv zur Orthopädie. Das Ziel ist die flächendeckende fächerübergreifende ambulante Versorgung im Südwesten aus der Hand der verantwortlichen Partner vor Ort.
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