Deutscher Facharztverband
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Wird so von sich selbst beschrieben: Die Fachärzte sind besser organisiert, als viele selbst unter uns Fachärzten denken. Zur Zeit werden die Interessen der Fachärzte durch zwei Säulen repräsentiert. Die eine, in der jede Fachärztin, jeder Facharzt unmittelbar sich beteiligen kann, ist der Deutsche Facharztverband (DFV). Der DFV ist ein reiner Mitgliederverband. Die zweite Säule wird durch die Gemeinschaft Fachärztlicher Berufsverbände (GFB) gebildet. Sie bildet den Dachverband der fachärztlichen Berufsverbände von A wie Augenheilkunde über O wie Orthopädie bis Z wie Zytologie. Hier kann nicht der einzelne Facharzt Mitglied werden, sondern er wird durch seinen jeweiligen Berufsverbandsvorsitzenden vertreten.
Beide Institutionen der Fachärzte verfolgen dasselbe Ziel, aber auf unterschiedlichen Wegen: die Interessen der Fachärzte berufsgruppenübergreifend zu vertreten und zu stärken. Die GFB ist die altere der beiden Säulen. Sie bildet die klassische Standespolitik ab, in der vor allem die Berufsverbände das Sagen hatten. Doch die Zeiten haben sich geändert. Der Vorteil der GFB – Berufsverbände mit ihren Einzelinteressen an einen Tisch zu holen – ist auch ihr Handycap: häufig werden die teilweise divergierenden Interessen unter den Verbänden auch unter dem Dach der GFB ausgetragen. Das führt z.B. dazu, dass zur Zeit die Gynäkologen und die Radiologen nicht Mitglied in der GFB sind.
Aus der Satzung des Deutschen Facharztverbands: Ziel des Verbandes ist die qualitative und strukturelle Weiterentwicklung des fachärztlichen Leistungsangebotes. Dazu gilt folgendes:
- a) Der Verband kann entsprechend der gesetzlichen Rahmenbedingungen die fachärztliche Versorgung organisieren, soweit dies nicht gesetzlich ausdrücklich öffentlich-rechtlichen Körperschaften vorbehalten ist.
- b) Der Verband kann mit geeigneten Vertragspartnern Vereinbarungen über die Sicherstellung der fachärztlichen Versorgung treffen. Voraussetzungen hierfür sind: die Bildung entsprechender Kooperations- und Leistungsstrukturen, entsprechende vertragliche Vereinbarungen, eine für die Sicherstellung ausreichend große Anzahl von teilnehmenden Mitgliedern.
- Darüber hinaus wird automatisch jedes Mitglied eines auf Landes- oder regionaler Ebene organisierten Facharztverbandes, das ausschließlich im fachärztlichen Versorgungsbereich tätig ist, Mitglied im DFV, sofern der jeweilige Facharztverband den Zweck des Deutschen Facharztverbandes e.V., fördert, unterstützt, dies durch seine Satzung zum Ausdruck bringt und die Satzung eine solche Doppelmitgliedschaft vorsieht. Für eine entsprechende Doppelmitgliedschaft bedarf es einer Vereinbarung zwischen dem auf Landes- oder regionaler Ebene tätigen Facharztverbandes und dem DFV. Zum Abschluss einer solchen Vereinbarung ist der Vorstand ermächtigt. Die Mitglieder eines solchen auf Landes- oder regionaler Ebene tätigen Facharztverbandes bilden Kraft ihrer Doppelmitgliedschaft zugleich eine unselbständige Untergliederung (Sektion) des DFV e.V.“
- § 4 Mitgliedschaft - 1. Ordentliches Mitglied kann jeder Arzt werden, der sich im fachärztlichen Versorgungsbereich niederlassen kann. 2. Fördermitglied kann jede juristische Person oder Privatperson werden, die sich mit den Zielen des DFV, identifiziert und bereit ist, diese zu unterstützen.
Der deutsche Facharztverband DFV handelt mit manchen seiner Aktionen für bzw. im Namen folgender Berufsverbände:
Berufsverband der Augenärzte (BVA)
Berufsverband der Deutschen Dermatologen (BVDD)
Berufsverband der Frauenärzte (BVF)
Deutscher Berufsverband der Hals-Nasen-Ohren Ärzte (HNO)
Berufsverband Deutscher Nervenärzte (BVDN)
Berufsverband der niedergelassenen Chirurgen (BNC)
Berufsverband der niedergelassenen, fachärztlich tätigen Internisten (BNFI)
Berufsverband der Fachärzte für Orthopädie (BVO)
Berufsverband der Pneumologen (BdP)
Berufsverband der Deutschen Urologen (BDU)
Bundesvorsitzender des DFV ist
Dr. Thomas Scharmann
Vorstandsmitglieder
Dr. Andreas Hellmann, Dr. Michael Hammer
Zitate
- IGES/Rürup-Gutachten zur fachärztlichen ambulanten Versorgung: Die strukturierte Facharztversorgung hat Zukunft
- Deutscher Facharztverband fordert 9,3 Milliarden Euro für Fachärzte 25.05.2007 - Die geforderten Milliarden setzten sich aus der Unterdeckung der fachärztlichen Honoraren von 27 Prozent, sowie einem Inflations- und Innovationsausgleich zusammen.
- Eine besonders große Bedeutung für die Zukunft der niedergelassenen Fachärzte sahen die verschiedenen Referenten in qualitätsgesicherter Diagnostik und Therapie. Einhellige Meinung war, dass nur diejenigen Ärzte, die ihre Qualität unter Beweis stellen, auf eine gesicherte und angemessene Vergütung hoffen dürfen – beispielsweise über Zusatzverträge nach § 73 c des Sozialgesetzbuches V (SGB V). Dr. Axel Munte, Vorstandsvorsitzender der KVB, machte das zu Beginn seines Statements deutlich: „Die Zukunft der Fachärzte, ob nun im KV-System oder im System der Selektivverträge, ist gesichert – wenn sie sich den geänderten Rahmenbedingungen anpassen.“ Sowohl in Muntes Vortrag als auch im Referat von Dr. Andreas Hellmann, Vorsitzender der Vertreterversammlung der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV), war dabei „Pay for Performance“ das Schlagwort: Mehr Geld kann es in Zukunft nur für Leistungen geben, die nachprüfbar hohen Qualitätsansprüchen genügen. Für Hellmann gehören dazu unter anderem eine nachvollziehbare Indikation, leitlinienbasierte Prozesse, die Vereinbarung von Behandlungszielen und deren Überprüfung anhand von Indikatoren. (Bayerischen Fachärztetag Februar 2007)
- Am Mittwoch 13.5.2009 kam es bei einem Termin mit Gesundheitsminister Söder deshalb zu einer Auseinandersetzung zwischen Scharmann und Enger. Scharmann lehnt das Korbmodell weiter ab obwohl die etablierten Verbände der Urologen und inzwischen auch die der Orthopäden, beide Mitglieder in der GfB das Korbmodell betreiben. Noch kann Herr Scharmann diese Position vertreten. Noch betreibt die Mehrzahl der in der GfB zusammen geschlossenen Berufsverbände das Korbmodell nicht, zumindest nicht offiziell. Letztlich muss es die Basis wissen. Taten statt Worte. (nach bayerischer Facharztverband)
Links
- Thomas Scharmann neuer DFV-Vorsitzender: Dr. Axel Munte hat auf der Delegiertenversammlung in München seinen Posten an den Augenarzt Dr. med. Thomas Scharmann weitergegeben. Munte, der den Verband mit aufgebaut und geprägt hat, bewirbt sich im Herbst um den Posten des hauptamtlichen Vorstandes der Kassenärztlichen Vereinigung Bayerns. 30.03.2004
