Diskussion:Agenda 2010

Aus ArztWiki

Wechseln zu: Navigation, Suche

Staunen über die Kärrner-Arbeit im Arztwiki. Großes Lob und großes Kompliment. Wir Leser sind zu blind, zu faul, zu unbelesen, zu ungeduldig, das hier zu würdigen. Frage zur Agenda 2010: ist ja ein großes Projekt der SPD (gewesen?). Gibt es vergleichbare Alternativen der anderen parteien, die zur Ausgewogenheit ebenfalls angeführt werden sollten bzw Extra-Lexikoneinträge erhalten sollten ? Was macht die CDU sozialpolitisch bzw unter welchen Sammelbegriff kann man das stellen? Die FDP: zB Beschlüsse auf dem 58. Bundesparteitag in Stuttgart am 16./17.06.07. Müsste ich recherchieren in meinen Unterlagen und sortieren. Zur Union müsste ebenfalls recherchiert werden. Die Zeit ist knapp. (Die Inhalte und) Personen werden bis April für den September aufgestellt. Weiterer Vorschlag: Ein Lexikon-Eintrag zur Bundestagswahl 2009. Und: jeden Tag einen arztwiki-Link im änd.de an prominenter Stelle auf S. 1 !

-)

Nochmals Gratulation, Riesenkompliment für Archivierung und Bereitstellung dieser wahren Fundgrube. ich beantrage schon mal mehr als 24 Stunden / Tag. CH P.S. Ach so, die Agenda 2010: was kommt daraus wieder, was bleibt, was geht unter ? Die Geschichte der SPD in 2010 wird spannend - Gesundheitspolitik in D bleibt spannend.

>>>>>>>>> Frage zur Agenda 2010: ist ja ein großes Projekt der SPD (gewesen?).

Ja sicher! Da wurde das "Herzblut" der SPD angezapft und das "Gift" wirkte weiter, führte wohl auch zu dem "seltsamen Wahlergebnis" nach dem gewonnenen Mißtrauensvotum im Bundestag unter Schröder. Sein Vize und Außenminister war damals dagegen, dass er die Vertrauensfrage stellt ... das war nach dem Wechsel in NRW als die CDU unter Rüttgers gewonnen hatte ... Das ist mit Platzeck "Sozialstaat neuer Prägung" ... und eben die gesundheitspolitische Auseinandersetzung in der wir stecken ... Ansonsten ... danke für Blumen!! W.B.

____________________________________________________

Ergänzungen zum Thema mit "Soziale Gerechtigkeit":

  • Gerechtigkeit als soziale, also als administrative Kategorie ist eine eigenartige europäische Erfindung. Sie ist revolutionär. Sie bricht mit jener Einheit von Rechten und Pflichten, die seit Jahrtausenden den Kern dessen ausmacht, was man Gerechtigkeit nennt. So zerstört sie das dialektische Gleichgewicht von Pflichten und Rechten. Sie begründet damit einen halbierten Begriff von Gerechtigkeit. Wer über Rechte verfügt, vernachlässigt Pflichten. Wer Pflichten wahrnimmt, hat oft weniger Rechte. Gerechtigkeit verkümmert zu einem Forderungskatalog. Natürlich ging es in der antiken Philosophie, in der Scholastik und im Protestantismus um Rechte, aber auch - und vor allem - um Pflichten. Anders formuliert: Wer die Gerechtigkeit ihrer Dialektik beraubt, der ist nicht gerecht, sondern totalitär, der will nicht Freiheit, sondern Herrschaft.
aus Soziale Gerechtigkeit - Eine Begriffsbestimmung - Von Alexander Schuller (Deutschlandfunk)
  • Soziale Gerechtigkeit macht den Menschen unmündig - Die totale Daseinsvorsorge nimmt den Selbstständigen das Geld und den Betreuten die Würde. Dabei ist es gerade die Ungleichheit, die die anderen antreibt, es den Erfolgreichen gleichzutun. Von Norbert Bolz
Wohlfahrtsstaatspolitik erzeugt Unmündigkeit, also jenen Geisteszustand, gegen den jede Aufklärung kämpft. Und so wie es des Mutes bedarf, um sich des eigenen Verstandes zu bedienen, so bedarf es des Stolzes, um das eigene Leben selbstständig zu leben. Wie für das Mittelalter ist deshalb auch für den Wohlfahrtsstaat der persönliche Stolz die größte Sünde. Vater Staat will nämlich nicht, dass seine Kinder erwachsen werden. Der Paternalismus des vorsorgenden Sozialstaates wird den Menschen aber nicht nur aufgezwungen – sie begehren ihn, denn er entlastet sie von der Bürde der Freiheit. Die verwaltete Welt ist für viele eine Wunscherfüllung.
Die umfassend Betreuten brauchen gar keinen freien Willen mehr und empfinden die totale Vorsorge als Wohltat. Der demokratische Despotismus entlastet – vom Ärger des Nachdenkens genau so wie von der Mühe des Lebens. Ein Netz präziser, kleiner Vorschriften liegt über der Existenz eines jeden und macht ihn auch in den einfachsten Angelegenheiten des Lebens abhängig vom vorsorgenden Sozialstaat. Die Betreuer verstehen sich als die guten Hirten einer fleißigen Herde. Und die wenigen Widerstrebenden werden nicht gezwungen, sondern entmutigt; sie werden nicht tyrannisiert, sondern zermürbt.
Persönliche Werkzeuge