Doris Pfeiffer

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Dr. Doris Pfeiffer, am 3. Oktober 1959 in Düren geboren, promovierte Volkswirtin, Sozialexpertin

Dr. Doris Pfeiffer
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Dr. Doris Pfeiffer
  • 1978 - 1984 Studium der Volkswirtschaftslehre an der Universität zu Köln und Pennsylvania State University, PA, USA
  • 1985 - 1988 Forschungsinstitut für Sozialpolitik der Universität zu Köln, Lehrstuhl Prof. Dr. J. Zerche Wissenschaftliche Mitarbeiterin
  • 1988 Kölner Schule - Institut für Publizistik e.V., Köln Lehrauftrag
  • 1989 Promotion zum Dr. rer. pol. - Dissertation: "Verteilungswirkungen der Alterssicherung - Die gesetzliche Rentenversicherung im Vergleich zu einem Mindestrentenmodell mit Zusatzrente"
  • 1989 - 1991 AOK-Bundesverband, Bonn - Referentin für Ordnungspolitik in der Abteilung Verbandspolitische Planung
  • 1992 Deutsche Krankenhausgesellschaft, Düsseldorf Referentin für Grundsatzfragen
  • 1992 - 1995 Verband der Angestellten-Krankenkassen e.V., Siegburg, wissenschaftliche Mitarbeiterin in der Abteilung Verbandspolitische Grundsatzfragen


  • 1995 - 2003 Abteilungsleiterin Verbandspolitik - Marktsicherung - Öffentlichkeitsarbeit (seit 1. Januar 2000 - einschl. Außenstelle Berlin)


  • seit Januar 2001 Fachhochschule Oldenburg, Wilhelmshaven/Emden -Lehrauftrag Public Health Weiterbildungsstudiengang


  • seit 1. Oktober 2003 Verband der Angestellten-Krankenkassen e.V., Siegburg AEV - Arbeiter-Ersatzkassen-Verband e.V. Siegburg Vorstandsvorsitzende


  • Juli 2007: Vorstandsvorsitzende des neuen Spitzenverbands der 217 gesetzlichen Krankenkassen (oberste Interessenvertreterin der Kassen mit ihren 70 Millionen Versicherten und gut 140 Milliarden Euro Umsatz) - Ihr Arbeitsmotto im Spitzenverband Bund:
«Es wäre gut, wenn der Versicherte erstmal gar nichts merkt.»


Zitate

  • Es gab eine Zeit, da sprach die heutige Vorstandsvorsitzende anders über den neuen Spitzenverband der Krankenkassen, dem sie jetzt vorsteht. Kaum jemand kämpfte 2006 und 2007 so energisch gegen die Pläne der Gesundheitsministerin. "Diese Reform kann keiner wollen!", sagte Pfeiffer damals.
Warum hat Pfeiffer, die damals eine der heftigsten Kritiker war, den Job dann trotz dieser großen Nähe zur Politik angenommen? Einige in den Verbänden sagen, sie sei eben einfach umgefallen. Sie selbst zeigt sich nachdenklich, wenn sie danach gefragt wird. "Ich habe mir diese Entscheidungen nicht leichtgemacht", berichtet sie. Am Ende überwog dann wohl doch der Reiz der Macht. Wenn etwas nicht mehr zu verhindern sei, müsse man eben versuchen, es an verantwortlicher Stelle mitzugestalten. Es sind meistens solche Sätze, die die Biographien glattbiegen. (Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung, 29.06.2008, Carsten Germis)
  • "Da wird ein Stück des Solidarprinzips aufgegeben", meint sie: "Starke Schultern müssen im Sozialstaat aber mehr tragen als schwache." Dieser Gedanke ist für Pfeiffer prägend. Das hat wohl auch mit ihrer Herkunft zu tun: Sie kommt aus einer Arbeiterfamilie, der Vater war Maurer, die Mutter Hausfrau. Sie und ihre Schwester sind die ersten Akademiker in der Familie. "Ich habe immer schon ein sehr starkes Gerechtigkeitsgefühl gehabt", behauptet sie. Sehr anders spräche die Chefin einer staatlichen "Bürgerversicherung" wohl auch nicht. (Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung, 29.06.08, Carsten Germis: Im Portrait: Doris Pfeiffer - Die Kassenfrau)
  • Bis Ende August 2008 müssen KBV und Spitzenverband sich auf das Gerüst für die Honorarreform verständigt haben, vor allem auf den bundeseinheitlichen Orientierungspunktwert. Ungefähr drei Milliarden Euro brauchen KBV und KVen, damit Ärzte in allen Regionen mit einem Plus im nächsten Jahr rechnen können. Das hält Pfeiffer nicht für gerechtfertigt, wie dpa berichtet. Die Kassen-Chefin behauptet, im Schnitt verdienten niedergelassene Ärzte 120 000 Euro. Das sei nicht zu wenig. Eine ungerechte Verteilung des Honorars sei nicht durch mehr Geld zu beseitigen. Das Null-Angebot an die KBV lässt jedenfalls auf harte Verhandlungsrunden in den kommenden Wochen schließen.
  • Wer sich danach sehnt, selbst im größten Stress gelassen auszusehen, der kann von Doris Pfeiffer viel lernen. Die 49-Jährige steht derzeit im Zentrum eines politischen Unwetters, doch ihre Frisur sitzt. Und ihre graublauen Augen betrachten ihr Gegenüber so ruhig, als könne sie nichts mehr schrecken. Sie erträgt es sogar, dass sie im Restaurant nicht rauchen darf beim Gespräch über sich und ihre Herausforderungen. Dabei zerren an der Chefin der deutschen Krankenkassen gewaltige Kräfte. In den Verhandlungen dieser Wochen geht es um nichts Geringeres als die Gesundheit von 70 Millionen Menschen - und 150 Milliarden Euro. Doch wie gesagt, von Doris Pfeiffer kann man viel lernen, z.B. dass man nicht überall präsent sein muss, um einflussreich zu sein. Es kommt darauf an zu wissen, wo die Schalthebel der Macht sind und wie sie sich bewegen lassen. (Artikel der taz 29.08.2008)
Meinungen von Spitzenvertretern ... im Jahre 2011
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Meinungen von Spitzenvertretern ... im Jahre 2011
  • Dr. Doris Pfeiffer, hält die Hälfte aller Arthroskopien für überflüssig. Die Spitzenfunktionärin in einem Interview mit der Apotheker Zeitung: "Nach Schätzungen sind etwa die Hälfte der Arthroskopien überflüssig. Bei den Röntgen-, CT- und MRT-Untersuchungen wird der Anteil noch höher geschätzt. Da besteht noch großer Spielraum für Einsparungen", polterte sie. (März 2010)
  • Im nächsten Jahr (2011) sei mit einer Unterfinanzierung von neun bis elf Milliarden Euro zu rechnen. Deshalb „wäre eine Nullrunde im ambulanten Bereich gut“, sagte Pfeiffer. Sie forderte diese ausdrücklich auch für den Bereich der vertragsärztlichen Honorare. „Durch eine Nullrunde könnten wir im ambulanten Bereich rund eine Milliarde einsparen und im stationären Bereich drei Milliarden“, sagte die Spibu-Vorsitzende. (Mittwoch, 19. Mai 2010)
  • Der Spitzenverband der Gesetzlichen Krankenversicherung warf der Bundesregierung vor, nicht entschlossen genug zu sparen und den Bürgern somit unnötig Geld aus der Tasche zu ziehen. Die Beiträge würden erhöht, „damit die Einnahmen der Ärzte, Zahnärzte und Krankenhäuser weiter kräftig steigen können“, erklärte Verbandschefin Doris Pfeiffer. „Durch ein engagierteres Sparprogramm hätte man das Ziel der finanziellen Stabilität auch ohne einen solchen Beitragsaufschlag erreichen können.“
  • Dr. Doris Pfeiffer, hat eine völlig falsche Diskussionskultur innerhalb der Gesetzlichen Krankenversicherung beklagt. Beim BKK-Tag 2011 in München kritisierte sie eine vorrangige Fixierung auf das Kostenkalkül. Für Pfeiffer ist das an sich erst Problem Nummer 3: Erst wenn der Nutzen nachgewiesen sei und die Patientensicherheit gewährleistet werde, sollte man nach ihrer Einschätzung über Kosten sprechen.
  • Pfeiffer: Die Ärzte bieten individuelle Gesundheitsleistungen an, weil sie offenbar meinen, dass sie nicht genug verdienen. Dahinter stehen klare ökonomische Motive. Wenn diese Leistungen medizinisch notwendig wären, würden sie von den Kassen bezahlt. Patienten sollten genau nachfragen, was ihnen da verkauft wird. Bei diesen IGeL-Verkaufsgesprächen in der Arztpraxis muss ich immer an Haustürgeschäfte durch Staubsaugervertreter denken. Da werden auch viele Leute leicht überrumpelt oder verunsichert und kaufen etwas, was sie eigentlich nicht brauchen.

Links

  • Beitragsbaum: Kassen schlagen Abschlag für Ärzte bei Diagnose-Betrug vor
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