Dr. Ellis Huber

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Dr. Ellis Huber
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Dr. Ellis Huber

Dr. med. Ellis Huber, *31.03.1949 geb. in Waldshut (Baden-Württemberg)


Inhaltsverzeichnis

Vita

  • 1969-1976 Studium der Humanmedizin, Germanistik und Geschichte an der Albert-Ludwigs-Universität Freiburg
  • 1978 Approbation als Arzt, Land Baden-Württemberg
  • 1977-1978 Medizinalassistent am Kreiskrankenhaus Tuttlingen und am Städtischen Krankenhaus von Berlin-Spandau
  • 1979-1980 Wissenschaftlicher Mitarbeiter am Bundesgesundheitsamt, Max von Pettenkofer-Institut
  • 1979-1981 Ärztlicher Geschäftsführer des Medizinischen Informations-und Kommunikationszentrums, Gesundheitsladen Berlin e.V.
  • 1981-86 Gesundheitsstadtrat (Dezernent) im Bezirksamt Berlin-Wilmersdorf und -Kreuzberg
  • 1986-91 Leiter der Abteilung gesundheitliche und soziale Dienste des PARITÄTISCHEN, LV Berlin e.V.
  • 1987- 1999 Präsident der Ärztekammer Berlin
Als pointierter Kritiker seiner "monetär interessierten und konservativ orientierten Standeskollegen" hatte er dieses Amt nach der Wiederwahl 1990 und 1994 bis zum 27.1.1999 inne.
  • 4/1999-6/2001 Geschäftsführer der SECURVITA Gesellschaft zur Entwicklung alternativer Versicherungsprojekte,Hamburg
  • 1999-2002 freiberuflicher Organisationsberater für gesundheitliche und soziale Dienste bei LEXINGTON Consulting, Berlin
  • 1993-2003 Vorstandsmitglied der Internationalen Ärzte für Frieden und soziale Verantwortung (IPPNW)
  • seit 1996 Vorstandsmitglied des PARITÄTISCHEN, Landesverband Berlin e.V.
  • seit 7/2001 Vorstand der SECURVITA-BKK, Hamburg
  • seit 2004 Vorstandsmitglied des Berufsverbandes Deutscher Präventologen e.V.
  • seit 11/2006 Vorstandsvorsitzender des Berufsverbandes Deutscher Präventologen e.V.
  • Mai 2012 - SECURVITA-BKK, Hamburg trennt sich von Dr. Ellis Huber

Veröffentlichungen:

Bücher

  • 1993 Ellis Huber: "Liebe statt Valium" wirbt für einen Wandel der Medizin: Apparate und Pillen können nicht Krankheiten heilen, die zunehmend durch soziale und Umweltursachen hervorgerufen werden. "Das Menschenbild aus dem 19. Jahrhundert, die Körpermaschine, wird abgelöst von einer ganzheitlichen Sicht des Menschen mit Körper, Seele, und Lebensumfeld", schreibt Ellis Huber. Der Visionär und Reformer lebt für ein Programm, das Patienten und Behandler als Menschen ernst nimmt.


Veranstaltungen

  • Daß sich Ellis, alias Erich, Huber den Posten zutraut daran läßt er keinen Zweifel. Immerhin habe er 1980 den ersten alternativen Gesundheitstag parallel zum deutschen Ärztetag initiiert. Huber setzte sich gegenüber seinen Kritikern durch, mietete die Deutschlandhalle, und 12 000 Leute kamen. Danach gründeten sich 42 Gesundheitsläden in Deutschland ­ Anlaufstellen, Informations- und Beratungszentren für Patienten und Ärzte. "Ich habe die deutsche Gesundheitsbewegung entfacht", sagt Huber selbstbewußt. Nach seinen eigenen Worten gehöre er zu denen, die eine hohes Vertrauen in der Bevölkerung genießen. Ärztekammerpräsident Ellis Huber: "Ich will Gesundheitsminister werden" - Nach der Bundestagswahl 1998 strebt Berlins Kammerchef das Amt in Bonn an / Politische Heimat sind Bündnis 90/Grün

Zitate

Karsten Vilmar: Nein, und auch nicht den Vorstand. Der hatte bereits im Juli beschlossen, eigene Reformvorschläge zu präsentieren, weil Ablehnung der Horst Seehofer-Pläne nicht ausreiche. Dazu hat eine Reihe von Vorstandsmitgliedern ihre Ideen eingebracht, auch solche aus den neuen Bundesländern. (September 1992)
  • Den Berliner Ärztekammerpräsidenten Ellis Huber zieht es nach Bonn. Nach den Bundestagswahlen im kommenden Jahr möchte der 48-jährige ein politisches Amt bekleiden. "Ich will Gesundheitsminister werden", sagte Huber gegenüber der Berliner Zeitung. Er sei überzeugt, eine "bessere Politik" zu machen als Gesundheitsminister Horst Seehofer (CSU). Voraussetzung ist für ihn allerdings ein Machtwechsel in Bonn zu einer rot-grünen Mehrheit. (30.Dezember 1997)
  • "Ich bin traurig, aber gegen Jonitz werde ich nicht kandidieren", sagte Dr. Ellis Huber der "Berliner Zeitung". Zwölf Jahre habe er seine Arbeit "in sozialer Verantwortung und im Interesse des Gemeinwohls" ausgeübt. Zunehmend sei ihm klar geworden, daß "die Interessen der Ärzte und der Bevölkerung zu weit auseinanderliegen". Huber: "Ich werde jetzt stellvertretend für die Politik von Gesundheitsministerin Andrea Fischer geschlachtet." Den Ärzte-Streik in der vergangenen Woche nannte er "den Treppenwitz des Jahrhunderts".
18. Dezember 1998 - Mehr als 4 000 niedergelassene Ärzte demonstrierten bei einem zentralen Aktionstag der Kassenärztlichen Bundesvereinigung in Bonn gegen das "Solidaritätsstärkungsgesetz". Am selben Tag fanden weitere Kundgebungen in ganz Deutschland statt. Tausende Praxen blieben geschlossen.
In den vergangenen Jahren hatte sich Huber immer wieder den Zorn Berliner Ärzte zugezogen. Er warf den Medizinern vor, daß "zehn bis 20 Prozent" von ihnen "korrupt sind und bewußt mehr abrechnen als zulässig". Als der 49jährige einen Stundenlohn und Angestelltenverhältnisse für Mediziner vorschlug, wandten sich viele von ihm ab. Aber auch die Patienten verärgerte er mit der Forderung nach Sonder-Abgaben für "gesundheitsschädliche" Produkte wie Zigaretten, Zucker oder Fleisch.
in Berliner Zeitung Online, 24.12.1998
  • Wer in Berlin noch schnell niedergelassener Vertragsarzt werden wollte, der erhielt, klagt Berlins Ärztekammerpräsident Erich ("Ellis") Huber, von der Kassenärztlichen Vereinigung (KV) "patzige und schlampige Antworten, demotivierende und abweisende Auskünfte, falsche oder unklare Informationen". Das sei eine "aggressive Reservatspolitik". Verantwortet wird sie von dem Berliner KV-Chef Roderich Nehls, einem alten politischen Weggefährten des Kammerpräsidenten Huber. Beide waren einst in der Ärzte-Apo aktiv - Nehls als Streikführer der Assistenten im Jahr 1971, Huber als Gründer der alternativen "Gesundheitstage". Seit Nehls Kassenarzt ist, nimmt ihn der Geldaspekt der Heilkunst immer mehr gefangen. Noch mehr Kassenärzte soll es nicht geben. Huber, angestellter Arzt beim Paritätischen Wohlfahrtsverband, plädiert für eine "gesprächszentrierte" Medizin, für mehr Ärzte und weniger Medikamente. In den beiden Kämpen personifiziert sich die Malaise des Standes: Huber will die Solidarität aller Ärzte, was die Neuverteilung der Arbeit und des Geldes einschließt; Nehls argumentiert: "Das Boot ist voll", und will seine Wähler, die etablierten Kassenärzte, möglichst vor jeder Einkommenseinbuße bewahren. (SPIEGEL 25.10.1993)
  • Ellis Huber: Das deutsche Gesundheitswesen leidet an einer systemischen Krankheit. Die beteiligten Akteure, Ärzteschaft, Krankenhausträger, Krankenkassen oder andere Verantwortungsträger optimieren die Durchsetzung ihrer Partikularinteressen. Es mangelt an einer systemischen Sichtweise, die den einzelnen als Teil eines größeren Ganzen erkennt. Individualisierte oder gruppenegoistische Profitziele stehen im Vordergrund, soziales Wachstum oder die Orientierung an humanitären Werten wird bei den meisten Beteiligten nicht mehr als wirkliche Aufgabe wahrgenommen. Es fehlt ein Denken und Handeln in sozialer Verantwortung. Was aufgrund der Honorarsysteme für ein Krankenhaus oder eine Arztpraxis lukrativ ist, zerstört den haushälterischen Umgang mit den gesellschaftlichen Ressourcen insgesamt. Je erfolgreicher ein Orthopäde den Rückenschmerz lukrativ auslastet und abrechnet, desto sicherer kommt es zum ökonomischen Zusammenbruch der Gesamtversorgung. Der Konflikt zwischen Ethik und Profit ist im bundesdeutschen System politisch nicht geklärt und der gute Arzt ist ebenso Opfer dieser Systemkrankheit wie der arme Patient. (nach IPPNW-Forum 78/02)
  • Krankenkasse setzt Billig-Tarif durch - Gericht: Securvita darf Beitragssatz auf 12,9 Prozent senken - Der Richterspruch ist auch ein persönlicher Erfolg für den streitbaren Securvita-Chef Ellis Huber, der sich von der offensiven Beitragspolitik einen Zulauf an neuen Mitgliedern verspricht. Die Rechnung wird wohl aufgehen, denn der durchschnittliche Beitragssatz aller gesetzlichen Krankenkassen liegt trotz Gesundheitsreform noch immer bei 14 Prozent. Die Securvita hat derzeit rund 120 000 Versicherte, mit einem hohen Anteil an Familien. Die Krankenkasse setzt stark auf Naturheilverfahren und alternative Medizin wie etwa Akupunktur. Da nach der Gesundheitsreform die Kostenübernahme bei derartigen Leistungen in den meisten Fällen nicht mehr möglich ist, bietet die Kasse hierfür Zusatzversicherungen an. (Februar 2004)
  • Ellis Huber warf in der "Sächsischen Zeitung" den Spitzen der Kassenärztlichen Vereinigungen und Ärztekammer vor, sie stünden zu sehr auf Seiten "der zynisch-profitgierigen Teile der Ärzteschaft und viel zu wenig auf der Seite der sozial-verantwortlichen Ärztinnen und Ärzte". SPIEGEL 2002
  • Für mich ist das Gesundheitssystemeine Art soziales Immunsystem zur Bewältigung der Krankheitsgefahren unter den bestehenden Lebensbedingungen. Pathetisch gesagt: Es hat die Wunden zu heilen, die der Kapitalismus schlägt. Eigentlich weiß ja jeder Politiker und jeder einfache Bürger, jeder Chefarzt und jeder Pförtner in einem Krankenhaus, dass das Profitmotiv als Antrieb für Handeln im Zweifel über Leichen geht und nie, aber auch nie, Gesundheit schützen wird. Also stellt sich die Frage, ob wir in der Lage sind, ein Gesundheitswesen zu organisieren, das die Menschen zusammenführt, statt sie zu vereinzeln. Dazu ist es notwendig, eine solidarische Absicherung der Gesundheitsrisiken in einer Bevölkerung sicherzustellen – mit einer Bürgerversicherung, die vor allem als Garant der Mitmenschlichkeit in einer Gesellschaft wirkt. Die Einführung von ›Kopfpauschalen‹, wie sie von manchen gefordert wird, würde dies nicht leisten. Diese müssten vielmehr über das Steuersystem flankiert werden, damit ein Ausgleich im Sinne der gesellschaftlichen Integration möglich wird. Einkommensabhängige Beiträge, und zwar von allen Einkünften, würden dagegen sofort integrierend wirken. Gesundheit: Ware oder öffentliches Gut? Podiumsveranstaltung in der Aula der Universität Osnabrück am 31. Mai 2005
  • Ein Forscher hat eine neue Reflexzone entdeckt - und zwar am Hintern. Der therapeutische Wert soll noch größer sein als bei der Ohr-Akupunktur. Der Titel der Tagung klang vielversprechend. Und für die "Jerusalem International Conference of Integrative Medicine wurden noch Beiträge gesucht. Dort sollten "die wissenschaftlichen Prinzipien der modernen Medizin mit den ganzheitlichen Prinzipien der Alternativmedizin vereint" werden.
  • 2003: Die Securvita BKK steckte tief in den roten Zahlen. Trotzdem veranlasste der damalige Vorstand Dr. Ellis Huber ein weiteres Kreditgeschäft: und zwar mit der Securvita BKK als Kreditgeber. 2,75 Millionen Euro hat die hoch verschuldete Krankenkasse an die Securvita Gesellschaft zur Entwicklung alternativer Versicherungskonzepte mbH (Securvita Konzept GmbH) insgesamt als Darlehen gewährt. (Hamburger Abendblatt Feb. 2011)
  • Mitte Mai 2012 hat sich die Kasse von Dr. Ellis Huber getrennt, der sie zunächst bis 2005 sowie von September 2010 bis dato leitete.
Als Gründe für die Trennung heißt es, das Vertrauensverhältnis zwischen dem einstigen Präsidenten der Berliner Ärztekammer und dem Verwaltungsrat habe nicht mehr gestimmt. Dubiose Immobiliengeschäfte - konkret ging es um den Mietvertrag für die Securvita-Zentrale in Hamburg - hatten die Geschäftsführung der Kasse 2011 ins Visier des Bundesversicherungsamtes (BVA) und der Hamburger Staatsanwaltschaft gebracht.
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