Elisabeth Thesing-Bleck

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Die Fachapothekerin für Allgemeinpharmazie Elisabeth Thesing-Bleck war von 8/2001 bis 1/2007 Vizepräsidentin der Apothekerkammer Nordrhein (AKNR). Sie ist die erste in Deutschland examinierte Geriatrische Pharmazeutin.


Inhaltsverzeichnis

Berufpolitisches Engagement

Elisabeth Thesing-Bleck wurde am 29. August 2001 zur Vizepräsidentin der Apothekerkammer Nordrhein (AKNR) gewählt. Sie war die erste angestellte Apothekerin in einer hohen ehrenamtlichen Position in der Apothekerkammer Nordrhein. [ 1 ]

In ihrer Amtszeit hat bei allen Projekten und neuen Aufgaben der Apothekerkammer Nordrhein im Sinne der Qualitätsverbesserung pharmazeutischer Dienstleistungen aktiv mitgewirkt und sich für eine möglichst flächendeckende Umsetzung eingesetzt.

Ein wichtiger Arbeitsschwerpunkt von Frau Thesing-Bleck lag in der berufspolitischen Diskussion. Sie begleitete engagiert fünf wesentliche Gesetzesänderungen mit Auswirkungen auf die Berufsausübung von Apothekerinnen und Apothekern. Dazu gehörte auch das GKV-Modernisierungsgesetz - GMG, das bekanntlich einschneidende Veränderungen für die öffentliche Apotheke zur Folge hatte. In der öffentlichen Debatte legte Frau Thesing-Bleck einen Schwerpunkt ihrer Argumentation auf die Rolle, die Apothekerinnen und Apotheker in ihrem sozialen Umfeld spielen können. Beispielweise beschrieb sie sehr früh Aufgaben, die Apothekerinnen und Apotheker in der Arzneimitteltherapiesicherheit einer alternden Gesellschaft übernehmen können. [ 1 ]

Am 5. September 2002 befragte die Arbeitsgruppe „Medikamente“ der Enquêtekommission des Landtags von Nordrhein-Westfalen „Zukunft einer frauengerechten Gesundheitsversorgung in NRW“ [1] in einer nicht öffentlichen Anhörung Expertinnen und Experten aus Wissenschaft, Institutionen und Praxis zum Thema: „Über-, Unter und Fehlversorgung bezüglich der Medikamenteneinnahme in Altenheimen“. [ 2 ] Zu diesem Zeitpunkt waren valide Daten zur Arzneimitteltherapiesicherheit älterer Menschen nahezu nicht zu bekommen. Kurzerhand beantwortete Frau Thesing-Bleck die ihr hierzu gestellten Fragen mit der Aufarbeitung eigenen Datenmaterials. Dadurch konnte sie der Politik wichtige Hinweise auf Versorgungsunterschiede geben. [ 1 ]

Die so gewonnen Erkenntnisse band sie in Fortbildung der Apothekerkammer Nordrhein ein. In dieser Zeit entstanden Fortbildungsthemen wie: „Geschlechtsspezifische Unterschiede in der Wirkung von Arzneimitteln“, „Frauen werden anders krank als Männer“ und „Hormonsubstitution in den Wechseljahren der Frauen“. Zusätzlich war Elisabeth Thesing-Bleck über Jahre als Referentin in der Aus- und Fortbildung tätig u.a. mit folgenden Themen: “Koronare Herzkrankheiten - Prävention und frühzeitiges Erkennen der Risiken mit Hilfe der PROCAM-Studie“ [2], „Prävention, eine neue Aufgabe für die öffentliche Apotheke“.[ 1 ]

In der Ausgabe 6/2004 von Kammer im Gespräch (KIG), den Hausmitteilungen der Apothekerkammer Nordrhein stellte die Vizepräsidentin Elisabeth Thesing-Bleck in der Berufsöffentlichkeit der Apotheker in Nordrhein erstmalig eine Forderung auf, nach der sich die Apotheker und Apothekerinnen den neuen Herausforderungen der Arzneimittelversorgung für eine immer älter werdende Bevölkerung stellen sollten. Unter dem Titel „Ambulante Pflege älterer Menschen – Die Apotheken müssen sich den Herausforderungen stellen“ appellierte sie aber auch an die Standesorganisationen. [ 3 ] Dieser Beitrag dürfte als die Geburtsstunde der Geriatrischen Pharmazie in der Apothekerkammer Nordrhein an zu sehen sein!

Elisabeth Thesing-Bleck warb immer wieder dafür, dass Apothekerinnen und Apotheker die Herausforderungen einer alternden Gesellschaft annehmen und sich zukünftig verstärkt um die pharmazeutische Betreuung und die Beratung alter Menschen kümmern. In den Organisationsstrukturen der Selbstverwaltung der Apothekerschaft setzte sie sich für die Schaffung neuer Strukturen zur Verbesserungen der Arzneimitteltherapiesicherheit alter Menschen ein.

Elisabeth Thesing-Bleck hat sich für viele Berufsfelder stark gemacht, in denen Apothekerinnen und Apotheker aufgrund ihrer fundierten naturwissenschaftlichen Ausbildung eingesetzt werden können. Auf ihre Initiative hin entstand auch die Interview-Serie in Kammer im Gespräch (KIG), der Hauszeitschrift der AKNR, mit Apothekerinnen und Apothekern, die in ungewöhnlichen Berufsfeldern tätig sind. [ 1 ] Diese Interviews sind im „Forum Beruf“ [3] auf der Homepage der Apothekerkammer Nordrhein nachzulesen. Sie sind inzwischen zu einen Nachschlagewerk angewachsen, die junge Pharmazeutinnen und Pharmazeuten als unfassende Orientierungshilfe zur Ausrichtung ihres Berufes nutzen können. [ 4 ]

Geriatrische Pharmazie

  • Am 20. April 2007 startete die Apothekerkammer Nordrein mit dem ersten Seminarblock die neue Weiterbildungsmöglichkeit für Apothekerinnen und Apotheker „Geriatrische Pharmazie“. Knapp ein Jahr später am 28.02.2008 erhielten die ersten zwanzig examinierten Geriatrischen Pharmazeuten Deutschlands nach bestandener Prüfung ihre Urkunden und damit die Bereichbezeichnung „Geriatrische Pharmazie“ verliehen. Unter Ihnen war auch Elisabeth Thesing-Bleck. Sie gehört damit zu den ersten in Deutschland ausgebildeten Geriatrischen Pharmazeuten. [ 5 ]


Publikationen

  • Mehr Medikamentensicherheit und Lebensqualität auch in Heimen [4] >> Protokoll >> Seite 11 – 14 5. September 2002
  • Gender Mainstreaming - Frauen werden anders krank: Pharmazeutische Zeitung 1/ 2 2003 Titel: [5]
  • Frauen, Männer und Medikamente - Warum der kleine Unterschied so wichtig ist Pharmazeutische Zeitung 35 /2003 Titel: [6]
  • Beratung von Frauen in den Wechseljahren - Internationale Forschungsergebnisse zur Hormonersatztherapie schrecken auf + Kommentar in KIG 4/2004, Seite 6 + 7), [7]
  • Internationaler Frauentag - Geschlechtsspezifische Arzneimittelwirkungen müssen noch mehr erforscht werden in KIG 1/2004, S. 16/17, [8]
  • Apotheker: Heilberufler oder Kaufmann? Die Unverzichtbarkeit muss nach außen sichtbar gemacht werden (Leitartikel) 3 / 2004 S. 1 -2[9]
  • Geschlechtsspezifische Arzneimittelforschung in "informiert!" Heft 8/2004:[10]
  • PROCAM-Studie - Das Herzinfarkt-Risiko in der Apotheke berechnen + Kommentar * 5/2004, S. 10 + 11 [11]
  • Arzneimittel und alte Menschen: Vortrag im Landtag von Elisabeth Thesing-Bleck, Januar 2004
  • Ambulante Pflege älterer Menschen - Die Apotheken müssen sich den Herausforderungen der Zukunft stellen in KIG 6/2004, S. 10 + 11, [12]
  • Integrierte Versorgung- Wer nicht mit im Boot sitzt, ist der Verlierer + Kommentar in KIG 2/2004 Seite 16 + 17, [13]
  • Das elektronische Rezept - Chancen für die Apotheker und Apotheke + Kommentar in KIG 2/2005, S. 7 + 8 [14]
  • Apotheke vor Ort - Das Licht unter den Scheffel stellen ... + Editorial Tue Gutes und rede darüber! KIG 2/2006 S. 3-4[15]
  • Die Apotheke .der ideale Ort für Prävention KIG 4/2006 , S. 5 [16]

Links

  • Enquêtekommission „Zukunft einer frauengerechten Gesundheitsversorgung in NRW“:[17]
  • Herzinfarkt-Risiko erkennen [18]
  • Women Pharmacists share Experiences across Europe in National Association of Women Pharmacists ‘Celebrating Women in Pharmacy’, Newsletter DECEMBER 2006 [19]
  • Den Wechsel gestalten - Neuorientierung im Umgang mit der Hormontherapie in den Wechseljahren 4/05 [20]
  • Telematik im Gesundheitswesen - Chancen für Apotheker und für die Apotheke! Bochum, 21. Februar 2005 [21]

Kontaktdaten

  • Elisabeth Thesing-Bleck [22]


Quellen

[ 1 ] Kammer im Gespräch (KIG), [www.aknr.de/infoservice/kig/index.php KIG 2007/01 | PDF-Download: kig0107.pdf]

[ 2 ] Protokoll_12._Sitzung1.pdf, S. 11 -14, Enquetekommission" Zukunft einer frauengerechten Gesundheitsversorgung in NRW"(EKII) [23]

[ 3 ] Kammer im Gespräch (KIG), [www.aknr.de/infoservice/kig/index.php] | KIG 2004/06 | PDF-Download: kig0604.pdf

[ 4 ] Apothekerkammer Nordrhein/Forum Beruf [24]

[ 5 ] Deutsche Apothekerzeitung 148. Jahrgang | 06.03.2008 | Nr. 10 | Seite 1003 | 89

  • Der Text auf dieser Seite basiert (zum großen Teil) auf dem Artikel „Vizepräsidentin tritt auf eigenen Wunsch zurück“ veröffentlicht in Kammer im Gespräch (KIG), der offiziellen Informationsschrift der Apothekerkammer Nordrhein, Ausgabe 1/07, Seite 26, sowie den gleichlautenden Veröffentlichungen in der Pharmazeutischen Zeitung (PZ) und der Deutschen Apothekerzeitung (DAZ) . Der Originalartikel ist abrufbar unter: [www.aknr.de/infoservice/kig/index.php KIG 2007/01 | PDF-Downloads/kig0107.pdf]

--Linebacker46 00:08, 20. Mär 2008 (CET)

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