Fallzahl

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Die Fallzahl ist die Zahl aller abgerechneten (ambulanten) vertragsärztlichen Krankenbehandlungen in einem Vergleichszeitraum - wenn man die Gesamtheit aller Vertragsärzte in ihren Fallzahlen aufaddiert - (meist Abrechnungsquartal). Sie kann als errechneter Zahlenwert beschreibend dazu dienen, wenn man Kosten für ärztliche Leistungen in einer Region der Kassenärztlichen Vereinigung kalkulieren will. Unter den herrschenden Bedingungen führt eine steigende Fallzahl regelmäßig zu einem damit verbundenen Anstieg der abzurechnenden Leistungen/Punkte - es werden schließlich mehr Patienten untersucht oder behandelt als im Vergleichszeitraum zuvor - und daher sinkt bei bekannten Kriterien der Gesamtvergütung nach SGB V in der Regel der Fallwert, was durch Quotierungen oder gesunkenen Punktwert je nach KV und dort gültigem Honorarverteilungsmaßstab mathematisch exakt beschrieben wird.


Zitate

Durch eine Mengensteuerung soll verhindert werden, dass die Ärzte medizinisch unnötige Leistungen abrechnen. In der Vergangenheit hat sich gezeigt, dass die Ärzte bei dem Verzicht auf eine Mengensteuerung die abgerechneten Mengen von Jahr zu Jahr so stark erhöhen, dass das System sehr schnell an seine finanziellen Grenzen gerät. Dieses Phänomen wird auch als "angebotsinduzierte Nachfrage" bezeichnet. Patienten können i.d.R. nur schwer einschätzen, welche Therapie für sie notwendig ist. Das bedeutet: Ärzte können in einem bestimmten Grad selbst steuern, welche und wie viele medizinische Leistungen sie erbringen – sie erzeugen die Nachfrage nach ärztlichen Leistungen selbst. Daraus kann für Ärzte der Anreiz entstehen, mehr Leistungen zu erbringen als medizinisch erforderlich wären – denn dadurch können sie ihre Umsätze und Einkommen steigern. Die Mengensteuerung soll dem – auch im Interesse der Patienten – entgegenwirken.(aus: Fragen und Antworten zur Honorarreform der niedergelassenen Ärzte - Stand: 26. März 2009 Website des BMG)
  • Mit Hilfe einer Mengensteuerung soll erreicht werden, dass Vertragsärzte und -psychotherapeuten kein Interesse haben, ihre Leistungen auszuweiten. Das ist besonders dann wichtig, wenn es kein Budget mehr gibt. Das KBV-Konzept sieht eine Reihe von Steuerungselementen vor. Das wichtigste ist die Abstaffelung: Wer mehr als eine gewisse Menge an Leistungen erbringt, erhält darüber hinaus deutlich weniger Honorar. Auch Wirtschaftlichkeitsboni dienen der Mengensteuerung.

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