Fritz Beske

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Prof. Dr. med. Fritz Beske wurde am 12. Dezember 1922 in Wollin, Pommern, als Ältestes von drei Kindern des praktischen Arztes Fritz Beske und seiner Ehefrau Klara geboren.

Prof.Dr.med.Fritz Beske
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Prof.Dr.med.Fritz Beske
In Neustettin, Pommern, legte er 1940 die Abiturprüfung ab.
Während des Zweiten Weltkrieges war er bei der Kriegsmarine eingesetzt, zunächst auf Minenräumbooten, dann als U-Boot-Offizier.
Nach kurzer Kriegsgefangenschaft arbeitete er ein Jahr lang als Bergmann im Ruhrgebiet.
Sein Vater wurde seit Kriegsende in Russland vermisst.
Trotz widriger Umstände begann Beske 1946 im Alter von 23 Jahren das Studium der Humanmedizin an der Christian-Albrechts-Universität Kiel.
Schon während des Studiums war er politisch aktiv und wurde 1949 zum Vorsitzenden des Allgemeinen Studentenausschusses gewählt. Das Medizinstudium schloss er 1951 ab und wurde im gleichen Jahr zum Dr. med. promoviert. Seine Dissertation mit dem Titel "Das Bronchialkarzinom" entstand an der Chirurgischen Universitätsklinik in Kiel unter Leitung von Prof. Wanke.
Nach dem Studium begann Beske 1952 eine Tätigkeit als wissenschaftlicher Assistent am Hygiene-Institut der Universität Kiel unter Prof. Klose.
Diese Arbeit unterbrach er 1954: An der Universität Michigan in Ann Arbor, USA, erwarb er den Abschluss Master of Public Health (MPH), mit dem er 1955 an das Kieler Institut zurückkehrte. Beske dürfte damit einer der ersten Deutschen gewesen sein, der eine solche Qualifikation vorweisen konnte.
Preisträger in ULM, links Beske
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Preisträger in ULM, links Beske
(aus BÄK anläßlich 111. Deutscher Ärztetag ULM, 2008, Paracelsus-Medaille : Die deutschen Ärztinnen und Ärzte ehren in Fritz Beske einen Arzt, der sich in mehr als 55 Jahren seiner aktiven Tätigkeit herausragende Verdienste um das deutsche Gesundheitswesen und die Ärzteschaft erworben hat. Als anerkannter Wissenschaftler analysiert er mit Kompetenz und Sachverstand die Struktur des Gesundheitssystems und ist so zu einem unentbehrlichen Politikberater geworden. Seine Gutachten sind keine abstrakten akademischen Abhandlungen, sondern konkrete Handlungsempfehlungen für Entscheidungsträger. Auf lokaler, nationaler und internationaler Ebene hat er sich darüber hinaus viele Jahre in zahlreichen haupt- und ehrenamtlichen Funktionen gesundheitspolitisch engagiert.)
  • 1951 Medizinisches Staatsexamen und Promotion in Kiel.
  • 1952 - 1958 Wissenschaftlicher Assistent am Hygiene-Institut der Universität Kiel.
  • 1954/1955 Public-Health-Studium an der Universität Michigan, USA, mit dem Abschluss Master of Public Health (MPH)
  • 1958 Referent in der Gesundheitsabteilung des Innenministeriums Schleswig-Holstein.
  • 1961 – 1964 Internationaler Beamter im Europäischen Büro der Weltgesundheitsorganisation (WHO) in Kopenhagen
  • 1965 Leiter der Gesundheitsabteilung im Innenministerium Schleswig-Holstein
  • 1971 – 1981 Staatssekretär im Sozialministerium Schleswig-Holstein
  • 1975 Gründung des Instituts für Gesundheits-System-Forschung Kiel (IGSF) als gemeinnützige Stiftung. Seit dieser Zeit Direktor des Instituts.
  • 1987 Gründung der IGSF Institut für Gesundheits-System-Forschung Kiel GmbH für Auftragsforschung.
Seit 2001 sind Stiftung und GmbH getrennt. Die Stiftung IGSF wurde 2002 in Fritz Beske Institut für Gesundheits-System-Forschung Kiel umbenannt. Von 1983 bis 2004 war das Institut Kooperationszentrum der Weltgesundheitsorganisation. Das Institut gibt eine eigene Schriftenreihe heraus, in der bisher 106 Bände erschienen sind. Schwerpunkt der Arbeit des IGSF ist jetzt die Politikberatung im Gesundheitswesen.


Zitate

Die künftige Politik muss ihre gesetzgeberischen Maßnahmen an Gesundheitszielen ausrichten. Die wesentlichen Ziele sind[1]:

  • Versorgungssicherheit für den Patienten auch im Alter
  • Planungssicherheit auch für den Leistungserbringer
  • Medizinischer Fortschritt für alle

Folgende ordnungspolitischen Grundsätze sind zu beachten:

  • Dezentral statt zentral: Der Staat setzt Rahmenbedingungen, deren Umsetzung der Selbstverwaltung und der lokalen Ebene überlassen bleibt
  • Freiberuflichkeit: Zur Sicherung der Freiberuflichkeit gehören die Entwicklung einer einfachen und gerechten Honorarordnung sowie der Schutz der ärztlichen Unabhängigkeit durch Begrenzung der Einflussnahme von Staat und Kapital
  • Freie Wahl des Arztes

Finanzierung der gesetzlichen Krankenversicherung

  • Das Versprechen auf eine dauerhaft gesicherte Finanzierung der Gesundheitsdienstleistungen ist ohne die Definition eines Grundleistungskatalogs nicht einlösbar
  • Die Gesundheitspolitische Agenda 2009 sieht hierzu folgende Maßnahmen vor:

Perspektivisch soll der bisherige Solidaritätszuschlag zur Einkommenssteuer als Demografie-Zuschlag der solidarischen Krankenversicherung zugewiesen werden. Die gesetzlichen Krankenkassen sollen ihre Finanz- und Gestaltungshoheit zurückerlangen. Kassenärztliche und Kassenzahnärztliche Vereinigungen werden aus dem Status einer Körperschaft des öffentlichen Rechts entlassen. Stattdessen wird eine gesetzliche Beleihung mit dem kollektiven Versorgungsauftrag von freiwilligen Zusammenschlüssen von Ärzten für die Sicherstellung der Grundversorgung vorgenommen. In der privaten Krankenversicherung wird der Basistarif abgeschafft. Perspektivisch soll die Versicherungspflichtgrenze abgeschafft werden, sodass Wahlfreiheit zwischen gesetzlicher (solidarischer) und privater Krankenversicherung entsteht. Durchgängig gefordert wird der Bürokratieabbau im System der Krankenversicherung. Der Gesetzgeber wird aufgefordert, Gesetze zu evaluieren und – womöglich – eine zeitliche Befristung von Gesetzesregelungen vorzusehen.

Mitglieder der Gesundheitspolitischen Agenda 2009

  • Dr. med. Franz-Joseph Bartmann, Präsident der Landesärztekammer Schleswig-Holstein (S-H)
  • Prof. Dr. med. Fritz Beske, Direktor des IGSF
  • Ralf Wilhelm Büchner, ehemaliger Vorstand der KV S-H
  • Dr. rer. nat. Peter Froese, Vorsitzender des Apothekerverbands S-H
  • Peter Knüpper, Hauptgeschäftsführer der Bayerischen Landeszahnärztekammer
  • Dr. med. Ulrich Thamer, KV-Vorstand der KV Westfalen-Lippe

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