Gematik

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Die gematik ist eine Betriebsorganisation, die von den 15 Spitzenorganisationen des deutschen Gesundheitswesens im Januar 2005 gegründet wurde. Ihre Aufgabe ist die Einführung, Pflege und Weiterentwicklung der elektronischen Gesundheitskarte (eGK) und ihrer Infrastruktur als Basis für Telematikanwendungen im Gesundheitswesen.

  • Die Einführung der elektronischen Gesundheitskarte obliegt der Gesellschaft für Telematikanwendungen der Gesundheitskarte mbH (gematik) in Berlin, die auf Bundesebene von der Selbstverwaltung im Gesundheitswesen gegründet wurde (§ 291b SGB V). Sie hat die technischen Vorgaben einschließlich eines Sicherheitskonzepts zu erstellen, Inhalt und Struktur der Datensätze für deren Bereitstellung und Nutzung festzulegen sowie die notwendigen Test- und Zertifizierungsmaßnahmen sicherzustellen.
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Den Vorsitz der Gesellschafterversammlung hat Dr. Carl-Heinz Müller, seine Stellvertreterin ist Dr. Doris Pfeiffer. Der Vorsitz wechselt jährlich zwischen dem GKV-Spitzenverband und der Kassenärztlichen Bundesvereinigung.
Das oberste Gremium in der gematik bildet die Gesellschafterversammlung . Hier treffen die Vorstände der acht Spitzenverbände im Gesundheitswesen Entscheidungen zur elektronischen Gesundheitskarte und der Telematikinfrastruktur.

Inhaltsverzeichnis

Grundlagen der Gematik

  • gematik – Gesellschaft für Telematikanwendungen der Gesundheitskarte mbH - Zu Beginn des Jahres 2005 erfolgte in Nachfolge des im Vorjahr von den Organisationen der gemeinsamen Selbstverwaltung im Gesundheitswesen geschaffenen Interims-Projektbüros protego.net die Gründung einer GmbH zur Erfüllung der gemeinsamen Aufgaben aus den §§ 291a und b SGB V. An der gematik mit einem Stammkapital von 1 Mio. EUR ist die Bundesärztekammer zu 5 % beteiligt. Insgesamt entfallen 50 % des Stammkapitals (und so auch der Stimmrechte) auf die Kostenträger3, 50 % auf die Organisationen der Leistungsträger im Gesundheitswesen. Die Finanzierung der laufenden Kosten der GmbH erfolgt durch die Organisationen der Kostenträger.
Gesellschafter der gematik sind die 15 Spitzenorganisationen im deutschen Gesundheitswesen. In ihrem Auftrag bereitet die gematik die Einführung der elektronischen Gesundheitskarte in Deutschland vor und wird die mit ihr verbundenen Telematikanwendungen schrittweise ausbauen.
Mit dem Gesetz zur Modernisierung der gesetzlichen Krankenversicherung hat der Gesetzgeber die Grundlage für die elektronische Gesundheitskarte geschaffen und ihre Einführung verbindlich vorgegeben.


  • § 67 SGB V - Elektronische Kommunikation
(1) Zur Verbesserung der Qualität und Wirtschaftlichkeit der Versorgung soll die papiergebundene Kommunikation unter den Leistungserbringern so bald und so umfassend wie möglich durch die elektronische und maschinell verwertbare Übermittlung von Befunden, Diagnosen, Therapieempfehlungen und Behandlungsberichten, die sich auch für eine einrichtungsübergreifende fallbezogene Zusammenarbeit eignet, ersetzt werden.
(2) Die Krankenkassen und Leistungserbringer sowie ihre Verbände sollen den Übergang zur elektronischen Kommunikation nach Absatz 1 finanziell unterstützen.


(1) Im Rahmen der Aufgaben nach § 291a Abs. 7 Satz 2 hat die Gesellschaft für Telematik
1. die technischen Vorgaben einschließlich eines Sicherheitskonzepts zu erstellen,
2. Inhalt und Struktur der Datensätze für deren Bereitstellung und Nutzung festzulegen
sowie die notwendigen Test- und Zertifizierungsmaßnahmen sicherzustellen. Sie hat die Interessen von Patientinnen und Patienten zu wahren und die Einhaltung der Vorschriften zum Schutz personenbezogener Daten sicherzustellen. Die Gesellschaft für Telematik hat Aufgaben nur insoweit wahrzunehmen, wie dies zur Schaffung einer interoperablen und kompatiblen Telematikinfrastruktur erforderlich ist. Mit Teilaufgaben der Gesellschaft für Telematik können einzelne Gesellschafter oder Dritte beauftragt werden; hierbei sind durch die Gesellschaft für Telematik Interoperabilität, Kompatibilität und das notwendige Sicherheitsniveau der Telematikinfrastruktur zu gewährleisten.
(2) Der Gesellschaftsvertrag bedarf der Zustimmung des Bundesministeriums für Gesundheit und Soziale Sicherung und ist nach folgenden Grundsätzen zu gestalten ...
  • Dr. Franz-Joseph Bartmann, Mitglied des Vorstandes der Bundesärztekammer und dort verantwortlich für das Thema Telematik, sagte dazu: "Die gematik hat mit ihrem Stand auf dem 115. Deutschen Ärztetag einen ersten Beitrag dazu geleistet, der kritisch bis ablehnenden Haltung in der Ärzteschaft gegenüber der eGK Rationalität und gute Argumente entgegenzusetzen. Der Bedarf nach sachlichen Informationen zum Thema eGK ist in der Ärzteschaft nach wie vor sehr hoch. Wir stehen hier erst am Anfang."
Auf Einladung der Bundesärztekammer hatte die gematik am 115. Deutschen Ärztetag vom 21. bis 25. Mai 2012 mit einem eigenen Messestand teilgenommen.

Ziele

  • Die Verfügbarkeit von Patientendaten ist ein wichtiges Kriterium für eine hochwertige medizinische Versorgung und ein effizientes, modernes Gesundheitswesen. Die neue Telematikinfrastruktur und die elektronische Gesundheitskarte tragen maßgeblich dazu bei, unnötige Doppeluntersuchungen zu vermeiden, die Verordnung ungeeigneter Arzneimittel zu reduzieren und Arbeitsabläufe zu optimieren. Somit bleibt mehr Zeit für den Patienten - und eine bessere Behandlung.


Vertreter der Selbstverwaltung der Leistungsträger im Beirat

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Als drittes Gremium steht der gematik ein Beirat zur Seite, der die Gesellschaft in fachlichen Belangen von grundlegender Bedeutung berät.
  • Bundesapothekerkammer (Dr. Günther Hanke)
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  • Bundeszahnärztekammer (Dr. Markus Schulte, HGF der LZÄK Hessen)
  • Kassenzahnärztliche Bundesvereinigung (Dr. Janusz Rat, KZV Bayerns)
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Zitate

  • "Gelenkte Demokratur" - Die Gesundheitskarte soll den "Gläsernen Patienten" schaffen und Kosten sparen. Doch der Testbetrieb muss erneut verschoben werden. Drohen Pannen wie bei der Lkw-Maut? wer im Entwicklungszentrum nach Details fragt, trifft überraschenderweise auf Ratlosigkeit. Wie sollen zum Beispiel die Patientenakten später gespeichert werden - auf der Speicherkarte oder doch besser auf einem Internet-Server, von wo aus die sensiblen Daten abgerufen werden? Drees kennt die Antworten auch nicht, denn darüber sind sich die Beteiligten noch nicht einig. Wie teuer wird die Karte? "Das hängt davon ab, wen Sie fragen." Und warum verschlampt die Gematik einen Starttermin nach dem anderen? "Tja, das ist eben gelenkte Demokratur", sagt Drees achselzuckend. (nach SPIEGEL Juni 2006)
  • Das Bundesgesundheitsministeriums macht Druck auf rasche Tests mit der elektronischen Gesundheitskarte. Sie kündigte am 20. September 2005 in Berlin eine entsprechende Weisung an die für die Einführung der Karte zuständige Gesellschaft gematik an. Die Ministerin warf der Selbstverwaltung der Kassen, Ärzteschaft und Apotheker vor, sich gegenseitig zu blockieren. Dadurch seien die für den Probelauf notwendigen Festlegungen bisher nicht getroffen worden. Dies erledigt das Gesundheitsministerium nun auf dem Verordnungsweg. gematik "Gesellschaft für Telematikanwendungen der Gesundheitskarte gGmbH" wird Einführung der elektronischen Gesundheitskarte vorantreiben -
  • Gemeinsame Presseerklärung:
  • AOK-Bundesverband, Bonn -
  • BKK-Bundesverband, Essen -
  • IKK-Bundesverband, Bergisch-Gladbach -
  • See-Krankenkasse, Hamburg -
  • Bundesverband der landwirtschaftlichen Krankenkassen, Kassel -
  • Bundesknappschaft, Bochum
  • Deutscher Apothekerverband -
  • Bundeszahnärztekammer -
  • Deutsche Krankenhausgesellschaft -
  • Kassenzahnärztliche Bundesvereinigung -

Berlin, 11. Januar 2005: Die an der Einführung der elektronischen Gesundheitskarte beteiligten 15 oben genannten Spitzenorganisationen im Gesundheitswesen haben eine neue Betriebsorganisation, die "gematik Gesellschaft für Telematikanwendungen der Gesundheitskarte gGmbH" gegründet.

Anmerkung: Diese 15 Spitzenorganisationen reduzieren sich später nach Gründung des Spitzenverbands "GKV" unter Führung von Frau Dr. Pfeiffer um einige wieder.
  • Das größte IT-Projekt der Welt, die in Deutschland geplante Ausgabe einer elektronischen Gesundheitskarte an etwa 80 Millionen Versicherte und einer korrepondierenden Heilberufskarte an rund 1,8 Millionen Menschen im medizinischen Sektor, ist wieder fest in der Hand des Staates. Nach der Androhung entsprechender Maßnahmen erfolgte am 27. September 2005 in Absprache mit den Bundesländern die Ersatzvornahme durch das Bundesministerium für Gesundheit und Soziales (BMGS), korrekt "Ersatzvornahmemöglichkeit durch Rechtsverordnung mit vorgeschaltetem Weisungsrecht" genannt. Mit dieser Ersatzvornahme haben die Gesellschafter der Gematik, die Krankenkassen und Arztorganisationen keine Möglichkeit mehr, Beschlüsse für die Ausgestaltung des IT-Projektes zu fällen. Das ist die Konsequenz aus der Tatsache, dass es den Gesellschaftern der Projektgesellschaft Gematik nicht gelungen ist, Beschlüsse mit der notwendigen Mehrheit von 67 Prozent zu fällen - Gesundheitskarte: Die Mühe der Ebenen
  • 9. August 2007 – Dr. Carl-Heinz Müller ist der neue Vorsitzende der Gesellschafterversammlung der Gematik. „Der Patient wird die Gesundheitskarte nur dann akzeptieren, wenn er weiß, dass seine Daten sicher sind. Der Datenschutz spielt eine enorm wichtige Rolle. Deshalb darf es den gläsernen Patienten unter keinen Umständen geben“, erklärte Müller. „Sind diese Bedingungen erfüllt, wird die Karte von allen Beteiligten akzeptiert“, lautete sein Fazit.
  • Im Übrigen wird ergänzend auf Folgendes hingewiesen: Im Zusammenhang mit der elektronischen Gesundheitskarte sind im Rahmen der Ersatzvornahme nach § 291b Absatz 4 des Fünften Buches Sozialgesetzbuch (SGB V) Kosten für technische Beratungen sowie für Beratungen für Qualitätssicherung angefallen. Da der Bund hier im Rahmen einer Ersatzvornahme Aufgaben der Selbstverwaltung wahrnimmt, werden diese Kosten weitestgehend von der Gesellschaft für Telematik erstattet. Parlamentarischen Staatssekretärin Marion Caspers-Merk 27. August 2009

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