Gemeinschaft Fachärztlicher Berufsverbände

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Die Gemeinschaft Fachärztlicher Berufsverbände (GFB) ist die Dachorganisation der deutschen fachärztlichen Berufsverbände. Sie repräsentiert über 100.000 Mitglieder der 27 angeschlossenen Verbände und ist damit die größte freie ärztliche Standesvertretung in Deutschland nach der Bundesärztekammer (dem Zusammenschluß der Landesärztekammern) sowie der Kassenärztlichen Bundesvereinigung, die als Körperschaft öffentlichen Rechts aber staatlicher Aufsicht unterliegen.


Inhaltsverzeichnis

Über die GFB

Allgemein

  • Die GFB vertritt sowohl angestellte Fachärzte aus dem Krankenhaus wie niedergelassene Kollegen. Damit erfüllt sie nach eigenem Verständnis das Mandat einer globalen, gesundheitspolitischen Vertretung fachärztlicher Interessen in der Diskussion mit Politik, Kassen und anderen Leistungsanbietern wie der Deutschen Krankenhausgesellschaft (DKG) oder auch dem Berufsverband der Allgemeinmediziner.
  • Oberstes Organ der GFB ist die von den Präsidenten der Mitgliedsverbände besetzte Mitgliederversammlung. Sie wählt das Präsidium der GFB und legt die politische Strategie fest.


Lobbyliste beim Bundestag

Die GFB ist in der offiziellen Lobbyisten-Liste beim Bundestag eingetragen, unter anderem mit folgenden Angaben:
I n t e r e s s e n b e r e i c h
Wahrnehmung von berufspolitischen Belangen der Gebietsärzte und Vertretung dieser in der Europäischen Vereinigung der Fachärzte.
Mitgliederzahl: 100.000
vertreten wird die GFB laut Verzeichnis allein durch:
V o r s t a n d und G e s c h ä f t s f ü h r u n g
jeweiligen Präsident und Geschäftsführer


Aus der Satzung der GFB

  • § 1 Mitgliedschaft
1. Ordentliche Mitglieder der GFB sind fachärztliche Berufsverbände, die gemäß ihrer Satzung ein Gebiet entsprechend der Musterweiterbildungsordnung der deutschen Ärzte vertreten. Die antragstellenden Berufsverbände müssen in ihrer Satzung nachweisen, dass sie alle Fachärzte dieses Gebietes vertreten ohne einzelne Gruppen von der jeweiligen Mitgliedschaft auszunehmen. Ein Antrag zur Aufnahme ist schriftlich unter Beifügung der Satzung des Antragstellers zu begründen. Über den Antrag entscheidet die Mitgliederversammlung auf Vorschlag des Präsidiums.
2. Schwerpunkte innerhalb eines Gebietes können im Einvernehmen mit dem das Gebiet vertretenden Berufsverband eigene Vertreter in die GFB entsenden. Das Nähere regelt §3 dieses Statutes. Die bis zum 25.9.1999 die GFB tragenden Mitgliedsverbände sind im Anhang 1 aufgeführt.
3. Gastmitglieder können Verbände werden, die gemäß ihrer Satzung fachärztliche Interessen vertreten. Sie müssen eines oder fachübergreifend mehrere Gebiete entsprechend der Musterweiterbildungsordnung der deutschen Ärzte vertreten und können dabei auch einzelne Gruppen innerhalb des oder der Gebiete repräsentieren. Ein Antrag zur Aufnahme ist schriftlich unter Beifügung der Satzung des Antragstellers zu begründen. Über den Antrag entscheidet die Mitgliederversammlung auf Vorschlag des Präsidiums. Jeder Mitgliedsverband der GFB hat das Recht, der Aufnahme eines außerordentlichen Mitgliedes (Gastmitgliedes) zu widersprechen. Die anwesenden Mitglieder können sich über das Veto hinwegsetzen, wenn mit Ausnahme des vetoeinlegenden Mitgliedes eine Mehrheit von ¾ der Stimmen der Anwesenden erreicht wird.
4. Die Mitgliedschaft erlischt durch Auflösung des Mitgliedsverbandes, Austritt oder Ausschluß des Mitglieds. Der Austritt ist mit vierteljährlicher Frist nur zum Ende eines Kalenderjahres wirksam. Die Erklärung muß schriftlich unter Wahrung der Frist bei der Geschäftsführung eingehen.
5. Ein Mitglied kann ausgeschlossen werden, wenn es nach dreimaliger Mahnung den Beitrag für das laufende Jahr nicht entrichtet. Ein Mitglied kann ferner ausgeschlossen werden, wenn es nachhaltig und grob gegen die gemeinsamen Interessen der GFB verstößt.

Präsidenten an der Spitze der GFB

  • Auf der Mitgliederversammlung im Januar 2009 in Berlin wählten die Mitglieder mit großer Mehrheit Dr. Herbert Menzel zum neuen Präsidenten. Menzel ist zugleich Vorsitzender des Berufsverbandes der Fachärzte für Psychosomatische Medizin und Psychotherapie Deutschlands (BPM). Die GFB wolle die Wahl auch als Zeugnis ihres „ungebrochenen Anspruchs“ verstanden wissen, „die Interessen der deutschen Fachärzte nachhaltig politisch zu vertreten", erklärte der Berufsverbandes der Fachärzte für Psychosomatische Medizin und Psychotherapie Deutschlands (BPM). Der neue Präsident verfüge als Vorsitzender der Vertreterversammlung der Kassenärztlichen Vereinigung Berlin und Mitglied verschiedener Gremien der ärztlichen Selbstverwaltung über fundierte, langjährige Erfahrungen. Neue Vizepräsidenten der GFB sind Prof. Dr. Werner Schlake, Pathologe aus Münster, und Dr. Frank Bergmann, Nervenarzt aus Aachen.
Präsident: Dr. med. Herbert Menzel, Berlin, Facharzt für Psychosomatische Medizin geb. am 06.03.1948
  • Zum Nachfolger wählte man im Januar 2010 mit knapper Mehrheit Dr. Siegfried Götte, sein Stellvertreter Dr. Werner Schlake, der zugleich Präsident des Bundesverbandes Deutscher Pathologen ist. Einen weiteren Vizepräsidenten gebe es nicht, da keiner der vorgeschlagenen Kandidaten die erforderliche Mehrheit erhalten habe, hieß es aus Kreisen der Mitgliederversammlung.
Seine Abwahl nannte Menzel „hinterhältig und bösartig“. „Ich bin der Meinung, dass ich eigentlich gute Arbeit geleistet habe.“ Erst vor einem Jahr war der 61-Jährige an die Spitze des GFB gerückt. „Man hat mich damals in dieses Amt gedrängt und wollte nun, dass ich es freiwillig wieder abgebe.“ Dazu sei er aber nicht bereit gewesen. „Wenn man mich schon nicht mehr haben will, dann soll man mich bitte auch abwählen.“ Seine Abwahl habe die Mitgliederversammlung damit begründet, dass in der letzten Zeit in der GFB Stillstand geherrscht habe. Das sieht Menzel allerdings anders. Er habe den „Dritte-Welt-Verein“ GFB in dem Jahr seiner Amtszeit weiterentwickelt.
  • Der abgewählte Präsident der Gemeinschaft Fachärztlicher Berufsverbände (GFB), Herbert Menzel, hält seine Abwahl für eine Intrige anderer Berufsverbände. Den frisch gewählten GFB-Präsidenten und ehemaligen BVOU-Vorsitzenden, Dr. Siegfried Götte, vermutet Menzel jedoch nicht als treibende Kraft. (Interview in Biermann-nachrichten)

Mitgliedsverbände

(Stand 01.01.2005)



Definitionen

  • Die Freien Berufe sind begrifflich nicht zweifelsfrei abgegrenzt und in ihrer beruflichen Erscheinungsform nicht eindeutig bestimmt. Dennoch gibt es Festlegungen, die den Kreis der Freien Berufe umreissen und vor allem gegenüber anderen gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Gruppierungen hinreichend präzisieren. Es wird zwar keine zweifelsfrei verbindliche Festlegung getroffen, doch sind die Freien Berufe in ihrem Selbstverständnis wie auch in der Wahrnehmung durch andere festgelegt. So definiert der Bundesverband der Freien Berufe folgendermaßen:
"Angehörige Freier Berufe erbringen auf Grund besondere beruflicher Qualität persönlich, eigenverantwortlich und fachlich unabhängig geistig-ideelle Leistungen im Interesse ihrer Auftraggeber und der Allgemeinheit.
Ihre Berufsausübung unterliegt in der Regel spezifischen berufsrechtlichen Bindungen nach Maßgabe der staatlichen Gesetzgebung oder des von der jeweiligen Berufsvertretung autonom gesetzten Rechts, welches die Professionalität, Qualität und das zum Auftraggeber bestehende Vertrauensverhältnis gewährleistet und fortentwickelt."
Das 1995 in Kraft getretene Gesetz zur Schaffung von Partnerschaftsgesellschaften bestimmt in §1, Abs. 2 die Freien Berufe präziser als "die selbständige Berufstätigkeit der Ärzte, Zahnärzte, Tierärzte, Heilpraktiker, Krankengymnasten, Hebammen, Heilmasseure, Diplom-Psychologen, Mitglieder der Rechtsanwaltskammern, Patentanwälte, Wirtschaftsprüfer, Steuerberater, beratende Volks- und Betriebswirte, vereidigte Buchprüfer (vereidigte Buchrevisoren), Steuerbevollmächtigte, Ingenieure, Architekten, Handelschemiker, Lotsen, hauptberufliche Sachverständige, Journalisten, Bildberichterstatter, Dolmetscher, Übersetzer und ähnlicher Berufe sowie der Wissenschaftler, Künstler, Schriftsteller, Lehrer und Erzieher."
  • Wenn Ärzte privatärztlich tätig sind, dann stellen sie eine Rechnung und sind freiberuflich tätig, ähnlich wie Architekten. Sobald sie als Kassenärzte tätig sind, brauchen sie eine Zulassung, die mit Pflichten und Rechten verknüpft ist. Da spielt das Thema Freiberuflichkeit eine untergeordnete Rolle.
Interview mit der Vorsitzenden des vdek, Ulrike Elsner in Klartext der KBV Herbst 2012

Zitate

  • Und damit komme ich zur Kernaussage meines Statements: Wer jetzt immer noch nicht gemerkt hat, daß es gegenüber der Politik keinen Sinn macht, Einzelinteressen zu vertreten und nach dem Sankt Floriansprinzip handeln zu wollen, der ist nicht mehr zu retten. Ich appelliere an alle Kolleginnen und Kollegen sich trotz gelegentlicher Bedenken und möglicherweise auch unguter Gefühle gegenüber unserer Selbstverwaltung in dieser Zeit hinter die KVen und insbesondere hinter die KBV zu stellen, um unseren von uns gewählten Vertretern den Rücken gegenüber der Politik zu stärken.“
Dr. Georg Holfelder ist Präsident der Gemeinschaft fachärztlicher Berufsverbände, GFB Rede beim Kassenärztetag am 20. März 1999 in Köln, veranstaltet von der Kassenärztlichen Bundesvereinigung
  • GFB-Präsident Jörg-Andreas Rüggeberg stellte denn auch zur Diskussion, ob nicht auch im ambulanten Bereich DRGs einzuführen seien: "Der ambulante und der stationäre Bereich werden näher zueinander rücken. Und wenn die Regierung vergleichbare Honorarstrukturen wolle, dann muss der EBM konsequent in diese Richtung umgebaut werden." Berlin, 25.06.2001
Arztbrief und Gebührenordnung, Absatz im Schreiben an BVO/GFB-Präsident Holfelder
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Arztbrief und Gebührenordnung, Absatz im Schreiben an BVO/GFB-Präsident Holfelder
Interessenvertretung - Brief 1992
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Interessenvertretung - Brief 1992
  • 1987 ist Georg Holfelder erstmals zum Präsidenten der Gemeinschaft Fachärztlicher Berufsverbände e.V. (GFB) gewählt worden, einem Zusammenschluss von 26 Facharztverbänden mit heute mehr als 100 000 ärztlichen Mitgliedern in Krankenhäusern und Arztpraxen. Die GFB leitete Georg Holfelder bis 1999 souverän und weithin anerkannt innerhalb der pluralistischen Struktur der Ärzteverbände und im Zusammenwirken mit den Körperschaften und Verbänden auf Bundesebene, insbesondere mit der Bundesärztekammer und der Kassenärztlichen Bundesvereinigung. Zu den von Georg Holfelder verteidigten Grundsätzen zählen die Prinzipien der Freiberuflichkeit der Ärzte, der Therapiefreiheit, der beruflichen Unabhängigkeit und der freien Arztwahl sowie die Abwehr jeglicher Budgetierungs- und Rationierungstendenzen. Georg Holfelder bekämpfte alle Formen und ideologisch geprägten Vorstöße zur Begünstigung einer Mehrklassenmedizin. Stattdessen vertrat er engagiert die Meinung, die Gesamtärzteschaft solle für eine Umgestaltung des Pflichtleistungskatalogs der Gesetzlichen Krankenversicherung eintreten und sich den Herausforderungen von Wissenschaft, Gesellschaft und Patienten stellen. (Laudatio anläßlich Paracelsus-Medaille 2002)
  • GFB-Präsidiumssitzung am 11.6.2010. Hier verkündete der beigeladene Vertreter der Potsdamer Runde das erklärte Ziel dieser Gruppe: „Alle Vertreter der fachärztlichen Verbände sind Alphatiere, die in totaler Konkurrenz zueinander stehen. Die Bundes-GFB ist eine störende Machtposition : unerwünschte Konkurrenz. Diese gilt es zu zerstören durch Reduktion auf UEMS-Verwaltung und eine bedeutungslose koordinierende Dachorganisation. Der unmittelbare Druck wird erzeugt durch Einstellung der Beitragszahlung und Austrittsdrohung. Die Einbehaltung der Beitrage erfolgt nicht aus Gründen der finanziellen Not, sondern zur gezielten Realisierung von Einzelaktionen der sog. Potsdamer Runde “.
Mahlstedt bezeichnete die Streitigkeiten als "Katharsis" der GFB. De facto könnte an deren Ende jedoch nicht die Erneuerung der Standesorganisation stehen, sondern deren massive Schwächung. Die Schuld an dieser Entwicklung schreibt der BDN-Chef vor allem Orthopäden und HNO-Ärzten zu: "Die Art von Extremegoismus habe ich noch nicht erlebt."
  • Auch die Gemeinschaft Fachärztlicher Berufsverbände (GFB) spricht sich gegen das Vorhaben aus, jeden Praxisbesuch mit einer zusätzlichen Gebühr zu verbinden. Das sei ein untauglicher Versuch der KBV, die „überdurchschnittlich hohe Zahl“ an Arzt-Patienten-Kontakten in Deutschland zu senken, so die GFB. „Wir fürchten hier eine Gefährdung der Compliance der zu versorgenden Patienten und eine Verschleppung von Krankheitsfolgekosten“, sagte GFB-Präsident Siegfried Götte. (Juli 2010)
  • Stellung der GFB-Bayern zu fachübergreifenden überregionalen Berufsausübungsgemeinschaften (füBAG) (Oktober 2010)
Die GFB-Bayern sieht jedoch ebenfalls die Gefahr, dass fachgruppenübergreifende überregionale BAG ausschließlich unter dem Gesichtspunkt der Honorarmehrung des RLV gegründet wurden. Der Aufschlag von bis zu 40 % auf das RLV wurde von den Kassen gegen den erklärten Willen der KV im Bewertungsausschuss durchgesetzt. Der Grund, so darf vermutet werden, war die Hoffnung, diesen Betrag zur Sanierung kasseneigenerer MVZ einzusetzen.
Hier besteht Handlungsbedarf und wurde bereits im April von der GFB Bayern durch Dr. Andreas Hellmann in Berlin eingefordert. Aus diesem Grunde begrüßt die GFB-Bayern ausdrücklich, dass von Seiten der KBV in Berlin jetzt Grundsatzregelungen für Fachgruppenübergreifende überregionale BAG erarbeitet werden.
  • Bei der Wahl zur Vollversammlung der KV Bayerns musste die Gemeinschaft fachärztlicher Berufsverbände heftige Verluste hinnehmen: Sie stellt nach der ersten Auszählung nur noch zehn statt 23 Delegierte. Der Bayerische Hausärzteverband konnte seine Anhänger besser motivieren und erreicht 21 Mandate. Trotzdem wird es in der neuen VV nicht ohne Koalitionen gehen. (Ende Nov. 2010)
  • Urologen treten aus GFB Bayern aus: Scharmann soll zurücktreten - Der Berufsverband der Urologen (BDU) in Bayern hat ernst gemacht und seinen Austritt aus der Gemeinschaft Fachärztlicher Berufsverbände (GFB) erklärt. Zudem fordert er deren Vorsitzenden Dr. Thomas Scharmann zum Rücktritt auf. „Kontraproduktive Pressemitteilungen, polarisierende Berufspolitik, Spaltung der Ärzte in Bayern, Entsolidarisierung und Pflegen überholter Vorurteile – für den Berufsverband der Urologen (BDU) in Bayern ist das Mass voll und er hat deshalb mit dem heutigen Tag den Austritt des BDU Bayern aus der GFB-Bayern vollzogen“, teilte der BDU am 20.12.2010 in einer Presseerklärung mit.

Weblinks

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