Jörg-Dietrich Hoppe

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Jörg-Dietrich Hoppe (* 24. Oktober 1940 - † 07.11.2011) als Sohn eines Studiendirektors in Thorn, damals Reichsgau Danzig-Westpreußen, heute Polen) war Präsident der Bundesärztekammer bis zum Deutschen Ärztetag 2011 in Kiel, und des Deutschen Ärztetages, war bis zu seinem Tod am 7.11.2011 weiterhin Präsident der Ärztekammer Nordrhein. Er war auch ein Mitglied des Aufsichtsrates der Allianz Deutschland AG.

Jörg-Dietrich Hoppe
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Jörg-Dietrich Hoppe

Inhaltsverzeichnis

Vita

  • 1945 Flucht nach Westdeutschland, Einschulung in Recklinghausen
  • 1948 bis 1951 Besuch der Volksschule in Münstereifel, danach bis Sommer 1952 des Staatlichen St. Michaels-Gymnasiums
  • 1952 bis 1960 Besuch des Staatlichen humanistischen Gymnasiums in Köln-Mülheim

Hoppe wollte eigentlich Musiker werden. Nach seinem Medizinstudium an der Universität Köln von 1960 bis 1965 arbeitete er zunächst zwei Jahre als Medizinalassistent und als Assistenzarzt in der Inneren Medizin und bildete sich in den Fachgebieten Pathologie und Allgemeinmedizin weiter. Anschließend wurde er Oberarzt für Pathologie in Solingen und 1977 in Düren, seit Mai 1982 war er Chefarzt des Instituts für Pathologie des Dürener Krankenhauses bis zum Jahr 2006. Daneben war Prof. Hoppe Hochschullehrer am Institut für Rechtsmedizin und als Honorarprofessor an der Medizinischen Fakultät der Universität zu Köln tätig.

Das Amt des Vizepräsidenten der Ärztekammer Nordrhein hatte er von 1975 bis 1993 inne.
  • Seit 1966 war er mit Erika Hoppe verheiratet, wobei zwei Töchter und ein Sohn die Familie vergrößerten. Neben der Familie, dem Beruf und der ärztlichen Berufspolitik war die klassische Musik seine große Leidenschaft. Er besuchte gerne Konzerte und spielte selbst Violine.
"Jörg Hoppe war in schwierigen Zeiten die Integrationsfigur der deutschen Ärzteschaft. Er wurde geschätzt für seine Aufrichtigkeit, seinen Anstand und seine Charakterstärke. Er war intelligent, humorvoll, warmherzig, stets bescheiden und doch unnachgiebig in der Sache." (BÄK-Präsident Montgomery im Nachruf)

Zitate

Als Redner bei Ärzte-DEMO am 15.5.2002 in BERLIN - eine gewisse Ähnlichkeit zu Giacometti-Skulpturen ist nicht zu leugnen
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Als Redner bei Ärzte-DEMO am 15.5.2002 in BERLIN - eine gewisse Ähnlichkeit zu Giacometti-Skulpturen ist nicht zu leugnen
  • "Ich bin gegen den Trend zur staatlichen und halbstaatlichen Zuteilungsmedizin." Mit Blick auf die Gesundheitsreform betonte der neu gewählte Ärztepräsident, er sei gegen das Diktat der Ökonomie über die Medizin. Die berufliche Unabhängigkeit und Entscheidungsfreiheit des Arztes dürften ebensowenig angetastet werden, wie in das Arzt-Patienten-Verhältnis hineinregiert werden dürfe. Hoppe, hart in der Sache und im Detail, will zumindest einen Wechsel des Tons bei der politischen Auseinandersetzung mit der Bundesregierung wagen. Er werde darauf setzen, sagte er, "in Ruhe und weniger in der Öffentlichkeit zu überzeugen, und erst dann, wenn es sich lohnt und nicht mehr anders geht, die Öffentlichkeit einzubeziehen". (Juni 1999)
  • ein "Versprecher" mit Folgen und einer späteren öffentlichen Entschuldigung - Reichseinheitsmedizin? Never, ever, misunderstood! "ein ungeheuerlicher Vorgang". Seine scharfe Kritik an der Gesundheitsreform hat Bundesärztekammerpräsident Professor Jörg-Dietrich Hoppe heute teilweise zurückgenommen. Sollte er in einem Pressegespräch mit der Nachrichtenagentur AP den Begriff "Reichseinheitsmedizin" gebraucht haben, sei ihm "ein Versprecher unterlaufen", den er sehr bedauere. Vielmehr habe er durchweg von "Rechtsverordnungsmedizin" sprechen wollen. Zuvor hatte Bundesgesundheitsministerin Ulla Schmidt (SPD) den Bundesärztekammerpräsident wegen seiner Äußerung schriftlich zu einer Entschuldigung aufgefordert.
  • „Wer möchte schon so einen Job – überlange Arbeitszeiten, die ein Familienleben fast unmöglich machen. Das auch noch zu einem Lohn, der dem Einsatz kaum gerecht wird. Dazu eine Hierarchie, die in ihrer Striktheit dem Militär ähnelt – und für Akademiker nach so langer Ausbildung in dem Alter unangemessen ist. Die gestiegene Anspruchshaltung und Klagefreudigkeit der Patienten macht den Doktor-Alltag nicht einfacher. Die Krönung aber ist die Lawine von bürokratischen Aufgaben, die sich obendrein permanent ändern. ‚Die Arbeitsbedingungen der Ärzte sind an die Grenze der Unwürdigkeit gelangt', urteilt Ärztepräsident Hoppe.“ (nach Bericht der BÄK zum Jahr 2005)
  • "...wir haben den Arztberuf in einem anständigen Zustand übernommen und müssen ihn als Vertreter der deutschen Ärzteschaft auch in einem anständigen Zustand der nächsten Generation weitergeben. Da müssen dann auch diejenigen, die als Gefährder auftreten, in die Schranken gewiesen werden." - Interview zum Thema „Individuelle Gesundheitsleistungen“ (IGeL) mit dem Präsidenten der Bundesärztekammer „Ärzte sind keine Kaufleute und sie verkaufen keine Ware“ (Januar 2008)
  • Unlängst hat ihm einer erzählt vom Ärztetag in Ulm. Da habe der Ärztepräsident gesagt, dass die Leute mit einer sechs vorne eine ganz eigene Art von Freiheit leben. Der Spruch gefällt ihm. Kauder wird bald 60, und das soll mit Hoppe heißen: gelassen. Er hat wieder ein Bein übers andere geschlagen, und der freischwebende Fuß federt pausenlos wie in der Aula in Limburg.
  • Der Ärztepräsident verteidigte seine Forderung nach einer offenen Debatte über künftige Leistungseinschränkungen. „Manchmal schmerzt die Wahrheit, aber manchmal muss man auch den Mut haben, sie trotzdem auszusprechen“, erklärte er. Mit seinen Äußerungen zur Priorisierung im Vorfeld des Ärztetages habe er ein Tabu brechen und eine Diskussion darüber auslösen wollen, wie die knappen Mittel im Gesundheitswesen künftig verteilt werden sollten.
  • Deshalb entspreche ich der Aufforderung, mich für das Amt des Präsidenten der Ärztekammer Nordrhein zur Verfügung zu stellen. Ich trete zu dieser Wahl an und kandidiere damit gegen den langjährigen Amtsinhaber. Ich tue dies mit allem gerne geschuldeten Respekt vor der Persönlichkeit von Professor Hoppe. Ich tue dies aber auch mit dem gleichen Respekt vor ur-demokratischen Gepflogenheiten, deren Wahrnehmung gerade uns Ärztinnen und Ärzten immer ein Herzensanliegen sein sollte. Und deshalb wird bei diesem Wahlgang – wie immer er ausgeht – keiner der Unterlegene sein.
  • 20. Juni 2009 Kammerwahl in Nordrhein: Hoppe im Amt bestätigt - Bei den Kammerwahlen in Nordrhein blieb die Überraschung aus: Prof. Jörg-Dietrich Hoppe wurde im Amt bestätigt. Auf den Amtsinhaber entfielen 69 Stimmen der Delegierten. Der Gegenkandidat Martin Grauduszus konnte 41 Stimmen auf sich vereinen.
  • Liebe Kolleginnen und Kollegen, das Geld im Gesundheitswesen ist knapp. Deshalb ist es richtig, dass sich die Regierung die Arzneimittelpreise vornimmt, und nicht etwa versucht, wieder einmal das Finanzloch der Krankenkassen auf Kosten von uns Ärztinnen und Ärzte zu schließen. Das wollen wir nicht und das wollen auch die Patientinnen und Patienten nicht.
In Deutschland, der Schweiz und den Vereinigten Staaten sind die Arzneimittelpreise viel höher als in anderen Ländern. Die einen sind die Finanziers, die anderen profitieren − das muss gerechter gestaltet werden. (Bericht zur Lage bei der Kammerversammlung der Ärztekammer Nordrhein am 20. März 2010 in Düsseldorf)
  • Wir dürfen uns in der gesundheits- und sozialpolitischen Debatte nicht auf Honorierungsfragen reduzieren lassen. Erst recht dürfen wir uns nicht selbst darauf reduzieren, denn das würde unser Ansehen und unsere politische Glaubwürdigkeit gefährden. Wir müssen vielmehr deutlich machen, dass unsere Berufsauffassung geprägt ist von sozialer Verantwortung und von einer Berufsethik, die das Wohl der Patientinnen und Patienten in den Vordergrund stellt – was eben auch bedeutet, dass wir unsere eigenen Interessen im Zweifel dahinter zurückstellen.
Das kann nun jedoch nicht bedeuten, dass wir uns in der Ethikfalle festsetzen lassen. Niemand kann uns Ärztinnen und Ärzten dauerhaft abverlangen, dass wir ausschließlich altruistisch handeln und die Selbstausbeutung zum Lebensprinzip machen. Das wäre ja auch nicht im Interesse der Patientinnen und Patienten. Niemand wird uns verwehren, ebenso entschieden für unsere eigenen Interessen einzutreten wie für eine gute Versorgung. Es ist unser gutes Recht, eine der Leistung, dem Können und der Verantwortung entsprechende Wertschätzung der ärztlichen Arbeit einzufordern.
Prof. Dr. Jörg-Dietrich Hoppe, Den richtigen Ton finden, Rheinisches Ärzteblatt April 2010
  • Der Präsident der Bundesärztekammer, Jörg-Dietrich Hoppe, wird sich im nächsten Frühjahr 2011 nicht wieder zur Wahl stellen. Er habe seinen Entschluss am 19.11.2010 vor dem Vorstand der Bundesärztekammer in Berlin bekanntgegeben, berichtete die "Frankfurter Allgemeine Zeitung". Gegenüber der FAZ begründete der 70-Jährige die Entscheidung mit seinem Alter und den vielen Veränderungen, die die Medizin in den vergangenen Jahren durch Kostendämpfung und Politisierung erfahren habe. "Jetzt ist die nächste Ärztegeneration dran", sagte er der Zeitung.
  • Spott erntet Ärztepräsident Jörg-Dietrich Hoppe, der die Alternativmedizin für geeignet hält, eine Lücke in der medizinischen Betreuung zu schließen. Hoppe könne, so der Spiegel, zwar auch keine einzige seriöse Studie nennen, die die Wirksamkeit der Kügelchen nachweist, dafür sage er, seine Enkelkinder hätten ihn von der Methode überzeugt. Der Mediziner Günther Jonitz, wie Hoppe im Vorstand der Bundesärztekammer, widerspricht vehement: "Wir brauchen nicht mehr Alternativmedizin, sondern mehr Psychosomatik." Er vermutet, dass Homöopathie ähnlich wirkt wie Psychotherapie.
  • Auch unter seiner Präsidentschaft diskutierten die Ärzte auf mehreren Ärztetagen, warum so viele Mediziner ihren hippokratischen Eid, Kranke zu heilen und Patienten nicht zu schaden, brachen. Unbestritten ist inzwischen, dass nicht nur Feigheit oder Opportunismus die Ärzte antrieb, sondern auch Überzeugung. So wurde kein Mediziner gezwungen, sich an Krankentötungen zu beteiligen, doch viele von ihnen teilten schon vor der Nazizeit verbreitete rassehygienische Gedanken. "Die unerträgliche Schuld der Ärzte" - 23.03.2011 in SZ

Ehrungen

Titelbild "Der Kassenarzt"
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Titelbild "Der Kassenarzt"
  • KASPAR-ROOS-MEDAILLE FÜR ÄRZTE-PRÄSIDENT HOPPE - Berlin, 16. November 2007 – Der Präsident der Bundesärztekammer und des Deutschen Ärztetages, Professor Dr. Jörg-Dietrich Hoppe wurde mit der Kaspar-Roos-Medaille des Verbandes der niedergelassenen Ärzte, NAV-Virchow-Bund, ausgezeichnet. Der Verband würdigt damit Professor Hoppes Verdienste „als oberster Repräsentant der Deutschen Ärzteschaft, der das Bild des Arztes als Heiler und Wissenschaftler glaubwürdig, integer und sympathisch verkörpert“, so der Bundesvorsitzende des NAV-Virchow-Bundes, Dr. Klaus Bittmann in seiner Laudatio.
Im Spannungsfeld des ärztlichen Berufsbildes zwischen Ethik und Markt streitet Prof. Dr. Jörg-Dietrich Hoppe – seiner humanistischen Bildung verpflichtet – kühl, sachlich und präzise in der Art, aber kompromisslos in der Sache, unbeirrt für die Freiberuflichkeit des Arztes und für die Freiheit des Arztberufes.
Konsequenterweise stand Prof. Dr. Jörg-Dietrich Hoppe im Jahre 2006 während der größten Demonstrationen niedergelassener Ärzte in der Nachkriegszeit an der Spitze des Protestes. Er vertrat die Interessen der protestierenden Ärzte glaubwürdig und nachdrücklich und wurde somit die zentrale Identifikationsfigur des Protestes. Dabei hat Prof. Dr. Jörg-Dietrich Hoppe stets ein Ziel vor Augen: die Einigkeit der Ärzte. Beseelt von diesem Ziel stellt er all sein Handeln stets unter die Idee von der Einheit der Ärzteschaft und bekämpft Spaltungstendenzen, ob sie von Außen oder von Innen wirken“.
  • Ärztechef ist Hartmannbund-Ehrenmitglied „Herausragende Integrationsfigur“: Bundesärztekammer-Präsident Prof. Dr.Dr. hc. Jörg-Dietrich Hoppe ist zum Ehrenmitglied des Hartmannbundes ernannt worden - Der Allgemeinmediziner und Facharzt für Pathologie erfülle die Voraussetzungen einer Ehrenmitgliedschaft – der Verdienst um die gemeinsamen Interessen der Deutschen Ärzteschaft – auf ideale Weise.

Reden zu besonderen Anlässen

Freiberuflichkeit statt Fremdbestimmung
meine lieben Kolleginnen und Kollegen, die jüngste Gesundheitsreform, mit Verlaub, meine sehr geehrten Damen und Herren Vertreter des Deutschen Bundestages, sehr verehrte Frau Ministerin, hat unsere Erwartungen nicht erfüllt – wohl aber unsere ärgsten Befürchtungen übertroffen. Zehntausende von Ärztinnen und Ärzten haben deshalb demonstriert im vergangenen Jahr, haben protestiert und gestreikt. Das hatte diese Republik bisher noch nicht erlebt.
Aber was führt dazu, dass Menschen, die ja eigentlich nur ihren Beruf leben, plötzlich auf die Straße gehen? Es ist das Gefühl der völligen Fremdbestimmung ärztlichen Handelns. Nie zuvor ist die Freiheit des Arztberufes so in Frage gestellt worden, aber, meine lieben Kolleginnen und Kollegen, auch nie zuvor haben wir so für die Freiheit des Arztberufes gekämpft – und darauf können wir stolz sein. Wir haben eine neue, alle Arztgruppen übergreifende Solidarität bewiesen.

Andere über Hoppe

Zeitlebens

  • Politiker und Öffentlichkeit schätzen den Umgangsstil des Ärztepräsidenten, der als geschickter und auf Ausgleich bedachter Diplomat gilt. Auch in Zeiten der heftigen Auseinandersetzungen über den Kurs in der Gesundheitspolitik legt Hoppe stets Wert darauf, den Dialog mit den politisch Verantwortlichen nicht abreißen zu lassen. Gleichzeitig gilt er als scharfsinniger Analytiker, der beharrlich und konsequent die Interessen der Ärzteschaft und der Patienten vertritt. Dabei scheut er die offene Auseinandersetzung und klare Worte nicht. ( Rheinisches Ärzteblatt zu seinem 60.ten Geburtstag im Jahre 2000)
Werner Bartens - in Talkshows häufiger Gast
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Werner Bartens - in Talkshows häufiger Gast
  • "Patienten werden außerhalb der Klinik gewonnen, in der Klinik behandelt", sagt Riegel. Das kann gelingen, wenn Ärzte liebenswürdige Macken zeigen und eine Aura verbreiten. Ein Arzt sollte irgendwie "merkwürdig" sein, damit er als Markenartikel wirkt. Und er muss präsent sein - Vorträge für Laien halten, Leserbriefe schreiben, das können selbst Ärzte. Motto: "Work smarter, not harder."
Lassen Sie sich nicht beirren. Jörg-Dietrich Hoppe, Präsident der Bundesärztekammer, sprach zwar vergangenes Jahr davon, dass immer öfter "Kommerz statt Mildtätigkeit" das Arzt-Patienten-Verhältnis bestimme. Doch was soll das?
Der Mann ist Pathologe und schneidet Leichen auf - er musste nie Patienten anwerben.
Sie müssen kein Halbgott in Weiß sein, sondern ein Markenartikel in Weiß. Sie haben die Wahl: Jeder Arzt hat die Patienten, die er verdient.
WERNER BARTENS - Quelle: Süddeutsche Zeitung Nr.116, Samstag, den 20. Mai 2006, Seite 15
  • Jörg-Dietrich Hoppe hat nicht die richtigen Worte gefunden. Das kann bei einem Arzt schon mal passieren. Wo kämen wir denn hin, wenn Patienten ihre Ärzte immer verstehen würden? Viele Arztbesuche wären dann überflüssig und würden den Doktoren die Geschäftsgrundlage entziehen. Ärzte unseres Vertrauens Medizin und Wahnsinn (80)- 23.05.2009 Von Werner Bartens, Süddeutsche Zeitung
  • Ärztepräsident Jörg-Dietrich Hoppe hat es wieder gesagt. Am Dienstag 31.5.2011 ist sein letzter Arbeitstag als Präsident der Bundesärztekammer. Vorher hat er noch schnell gefordert, dass die Politik festlegen soll, welche Kranken noch eine Behandlung bekommen - und welche nicht. "Wir Ärzte werden das Thema Priorisierung in die Hand nehmen, weil die Politik sich bisher geweigert hat", sagte Hoppe in einem Interview mit der Rheinischen Post.
  • Sein häusliches Arbeitszimmer verriet viel über ihn: Regale bis unter die Decke, vollgestopft mit Büchern, mehr als 3.000 Schallplatten und wohl ebenso vielen CDs mit klassischer Musik. Der Vater dreier Kinder verfügte über ein phänomenales Gedächtnis. Das nutzte er nicht zuletzt dazu, sich in seiner Musiksammlung zurechtzufinden.
  • Während seiner gesamten berufspolitischen Karriere kämpfte Hoppe gegen Bürokratisierungs- und Verstaatlichungstendenzen im deutschen Gesundheitswesen. Als ebenso wenig versprechend sieht er Wettbewerbslösungen an, vielmehr setzt er auf das bewährte Zusammenspiel der Ärzteschaft mit den Partnern in der Selbstverwaltung. (Horst Schumacher im Rheinischen Ärzteblatt 12/2010)


posthum

  • Zeit seines Lebens war Professor Jörg-Dietrich Hoppe ein Suchender, ein Fragender. Das Verkünden letzter Weisheiten war ihm fremd. Wer ihm solche Weisheiten präsentieren wollte, wurde von Jörg-Dietrich Hoppe nur milde angelächelt. Vielleicht mochte er der Musikliebhaber gerade auch deshalb die Komponisten des 18. und 19. Jahrhunderts, die getrieben waren von der Suche nach Antworten auf die zentralen Fragen des menschlichen Daseins. Der langjährige Präsident der Bundesärztekammer (BÄK) und des Deutschen Ärztetages ist am 7. November 2011 im Alter von 71 Jahren nach längerer Krankheit verstorben. Begleitet wurde seine Beerdigung unter anderem mit Werken von Joseph Anton Bruckner und Felix Mendelssohn Bartholdy.

Weblinks

Quellen

[Ärztekammer Nordrhein]

Der Text auf dieser Seite basiert (zum großen Teil) auf dem Artikel Jörg-Dietrich Hoppe aus der freien Enzyklopädie Wikipedia. Die Inhalte stehen unter der GNU Lizenz für freie Dokumentation. Eine Liste der Autoren ist beim Originalartikel abrufbar.

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