Jürgen Graalmann

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Jürgen Graalmann
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Jürgen Graalmann

Jürgen Graalmann * 1968 in Leer, Ostfriesland -

Mit der Umwandlung des AOK-Bundesverbandes in eine Gesellschaft bürgerlichen Rechts (GbR) - nach dem Umzug von Bonn nach Berlin - rückte Graalmann am 1. Januar 2009 zum Geschäftsführenden Vorstand auf. Seine Zuständigkeiten umfassen die Bereiche
Politik,
Kommunikation,
Markt und Produkte,
Recht sowie
Services.
Am 1. Oktober 2011 übernahm er die Position des Vorstandsvorsitzenden des AOK-Bundesverbands.


Berufliche Vita

Gleich nach Abitur und Wehrdienst machte Graalmann eine Ausbildung zum Sozialversicherungsfachangestellten bei der Barmer Ersatzkasse in Leer und arbeitete dort bis Oktober 1992, als er bei Professor Dr. Jürgen Wasem am Institut für Versicherungswesen der Fachhochschule Köln sein Studium begann. In seiner Diplomarbeit, die er mit Prädikat abschloss, beschäftigte er sich mit der Tarifierung von Altersrisiken in der privaten Krankenversicherung.
Teilnehmer bei "Hart aber fair" am 8.10.2012 - neben ihm Barbara Steffens, Gesundheitsministerin NRW
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Teilnehmer bei "Hart aber fair" am 8.10.2012 - neben ihm Barbara Steffens, Gesundheitsministerin NRW
Nach kurzer Zeit als Dozent an der FH baute er in der Hauptverwaltung der Barmer in Wuppertal die Abteilung Sozialpolitische Grundsatzfragen mit auf. Im August 2000 übernahm er innerhalb der Stabsabteilung die Leitung für Gesundheitspolitik und unternehmenspolitische Grundsatzfragen und beriet zudem den Vorstandschef der Barmer, Dr. Eckart Fiedler, direkt als Referent.
Im März 2006 wechselte er als stellvertretender Leiter des Stabsbereichs Politik zum AOK-Bundesverband, bevor er im Januar 2008 die Stabsleitung übernahm. In dieser Funktion war Graalmann gesamtverantwortlich für die Gesundheits- und Unternehmenspolitik, das Projekt "Zukunft der AOK" sowie die Presse- und Öffentlichkeitsarbeit.
Seit Januar 2009 stellvertretender Vorstandsvorsitzender des AOK-Bundesverbandes, seit 1.10.2011 Vorstandsvorsitzender.


Zitate

  • AOK: Manipulation der Diagnose-Dokumentation lehnen wir ab - ­­Der AOK-Bundesverband hat Medienberichte zurückgewiesen, nach denen Kassen die Ärzte "schmieren". Wer solche Behauptungen aufstelle, müsse Ross und Reiter nennen, damit der Staatsanwaltschaft einschreiten könne, kommentierte der Verband einen Bericht von "Bild.de"
  • Die AOK will ihre 25 Millionen Versicherten zur öffentlichen Bewertung ihrer Ärzte im Internet aufrufen. Er erwarte einen „Aufschrei“ der Mediziner, sagte der Vize-Vorsitzende des AOK- Bundesverbands, Jürgen Graalmann. Das Arzt-Bewertungsportal „AOK-Arzt-Navigator“ solle im Lauf des Jahres starten und ziele auf Verbesserungen der Behandlungsqualität ab. Ärztevertreter reagierten umgehend mit Kritik. Grundsätzliche Zustimmung kam von der Patientenbeauftragten der Bundesregierung, Helga Kühn-Mengel (SPD). Graalmann sagte, Kriterien für die Ärzte-Bewertung durch Patienten würden mit Medizinern entwickelt. Erst, wenn mehrere Bewertungen zusammengekommen und somit aussagekräftig seien, sei die Freischaltung geplant. (Freitag, 12. Juni 2009)
  • Werde für 2010 mit einem Wirtschaftswachstum von 1,3 Prozent gerechnet, dürften auch die Leistungsausgaben der gesetzlichen Krankenkassen nur um diesen Betrag steigen, erläutert Graalmann das Modell. So will der AOK-Vize die "extrem hohen Ausgabenzuwächse" bei Krankenhäusern und Ärzten deckeln. Die "derzeit von der Politik programmierten starken Steigerungen" seien "unter entschieden besseren wirtschaftlichen Rahmenbedingungen getroffenen worden", begründet Graalmann. Die Leistungserbringer hätten 2009 "enorme Einkommenssteigerungen" erzielt. Daher sei es jetzt "nicht zu viel verlangt, weitere Zuwächse mit dem Wirtschaftswachstum zu verknüpfen".
  • Wir akzeptieren weder eine Privatisierung des Gesundheitsrisikos noch eine Zwei-Klassen-Medizin", betonte Graalmann. Einerseits behaupte die Koalition, die Versicherten könnten die unweigerlich drohenden höheren Beiträge durch steigende Kaufkraft ("mehr Netto vom Brutto") aufbringen. Andererseits aber werde die Kaufkraft nicht nur durch Beitragserhöhungen in der gesetzlichen Krankenversicherung, sondern auch durch die vorgesehene Privatvorsorge in der Pflege geschwächt. Auch deshalb sei es unerlässlich, dass die Leistungserbringer stärker zur Konsolidierung der Gesundheitskosten herangezogen würden. „Neue Osnabrücker Zeitung” (26.10.2009).
Graalmann: Die Frage suggeriert ein wenig, dass es wegen des Portals zu einer Belastung des Arzt-Patienten-Verhältnisses kommt. Sorgen dieser Art bekommen wir auch oft von Ärzten zu hören. Die Gefahr einer Störung des Verhältnisses von Arzt und Patient besteht aber nur bei Portalen, die mit Freitextfeldern arbeiten, die Platz für Schmähkritik bieten. Das ist der Grund für uns gewesen, auf Freitextfelder bewusst zu verzichten. Als AOK haben wir kein Interesse daran, das Vertrauensverhältnis zwischen Patient und Arzt negativ zu beeinflussen, da es ein wichtiges Kriterium für den Behandlungserfolg ist. Wir sind sogar überzeugt, dass das Portal das Arzt-Patienten-Verhältnis stärkt, weil sich der Patient schon im Vorfeld bewusst für einen Arzt entscheidet. Wir haben das Portal nicht gestartet, weil wir meinen, die Versorgung in Deutschland sei schlecht und das Arzt-Patienten-Verhältnis gestört. Wir wollen das Positive der Versorgung zum Vorschein bringen.
24 Millionen AOK-Versicherte sollen künftig ihre Haus- und Fachärzte im Internet bewerten können. Über den neuen Arzt-Navigator sprachen wir mit Dr. Brigitte Mohn (Bertelsmann Stiftung), Jürgen Graalmann (AOK-Bundesverband) und Dr. Siiri Ann Doka (BAG Selbsthilfe).
  • Jürgen Graalmann, Vorstandsvize des AOK-Bundesverbands, widersprach: Nichts werde sich ändern, Wechselwillige bekämen höchstens "einen Wok oder einen Hüpfball“ versprochen. Allein die Einnahmen anpassen bewirke nichts, Philipp Rösler sei lediglich eine "Notoperation am Gesundheitswesen“ gelungen. Das könne aber "Nur Atem holen sein für eine echte Reform“. Zu viele Krankenhäuser, zu viele Fachärzte, zu teure Medikamente – das alles zählte Graalmann an Missständen auf, die Schwarz-Gelb bisher unangetastet ließe. "
Die Krankenkassen rechnen mit einem Kurswechsel der Union bei den laufenden Koalitionsverhandlungen über die geplante Reform der ärztlichen Versorgung. "Wir haben darauf vertraut, dass die Union ihre Ankündigung einhalten wird, die Beitragszahler nicht für zusätzliche Honorarerhöhungen bei Ärzten, Zahnärzten und Krankenhäusern zu belasten," sagte der stellvertretende Vorstandschef des AOK-Bundesverbands Jürgen Graalmann dem Handelsblatt.
  • Der Präsident der Bundesärztekammer (BÄK), Frank Ulrich Montgomery, kritisierte Graalmanns Vorwürfe als "billige Polemik". Als ernsthafter Gesprächspartner habe er sich damit erst einmal disqualifiziert. Die Ärzte seien mit der Versorgung ihrer Patienten voll ausgelastet. Und das beschränke sich nicht allein auf die Sprechzeiten, sondern beinhalte auch Hausbesuche, Bereitschaftsdienste und die Bürokratie, betonte der BÄK-Präsident. AOK missachtet Einsatz der Ärzte
  • AOK-Chef Jürgen Graalmann hat die Politik aufgefordert, die private Krankenversicherung (PKV) in ihrer heutigen Form nicht künstlich am Leben zu erhalten. "Die Lage der PKV ist ganz offensichtlich bedrohlich", sagte der Vorsitzende des AOK-Bundesverbands der Nachrichtenagentur dpa in Berlin. (März 2012)


Interviews

  • Graalmann: Es ist immer dasselbe Lied. Im Gesundheitswesen fordern alle Akteure reihum mehr Geld. Im Herbst kommen immer die Ärzte, im Winter die Apotheker, im Frühling die Krankenhäuser und im Sommer die Pharmaindustrie. Besonders schlimm ist es in Wahljahren. Für die Politiker ist es verlockend, sich mit Wahlgeschenken Ruhe an der Gesundheitsfront zu verschaffen.
AOK-Chef: "Geldreserven schmelzen wie Schnee in der Sonne"
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