Josef Stockhausen

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Dr. med. Josef Stockhausen * 1. Februar 1918 Elspe Sauerland, † 7. Dezember 2006 in Köln, war ein deutscher Arzt und langjähriger Ärztefunktionär.

Er studierte Medizin in Gießen, Jena, Frankfurt/Main, Innsbruck und Düsseldorf, wo er zum Dr. med. promovierte. 1944 und 1945 war er als Sanitätsoffizier eingezogen und wurde hoch dekoriert. 1945 bis 1950 bildete er sich zum Internisten weiter. ließ sich nach seiner Weiterbildung 1951 als Internist in Dortmund nieder. Er ist einer der „Männer der ersten Stunde“ der ärztlichen Berufspolitik. Bei Wiederbegründung der Landesärztekammern im Jahr 1946 wurde er in die Kammerversammlung und durch diese in den Vorstand der Landesärztekammer Westfalen gewählt. Zur gleichen Zeit gründete er in Westfalen einen Verband der angestellten Ärzte, aus dem sich unter seiner maßgeblichen Mitwirkung als Vorstandsmitglied und 2. Vorsitzender der im Jahr 1948 gegründete Marburger Bund als Verband der angestellten Ärzte entwickelte. Als Vertreter der angestellten Ärzte hat er bereits 1947 dem Vorstand der sich daraus bildenden „Arbeitsgemeinschaft der Westdeutschen Ärztekammern“, dem so genannten Neunerausschuss, angehört. Im Jahr 1949 wurde er vom Deutschen Ärztetag in Hannover in den damals neun Mitglieder zählenden Geschäftsführenden Vorstand der Bundesärztekammer gewählt. Auf Initiative Stockhausens sind zahlreiche, inzwischen bewährte Einrichtungen und Ausschüsse der BÄK entstanden, wie der „Wissenschaftliche Beirat“, der „Senat für ärztliche Fortbildung“ oder die „Arzneimittelkommission der BÄK“.


  • 1951 bis 1955 Geschäftsführender Arzt der BÄK nach einer kurzen Phase in eigener Praxis zuvor
  • 13. Juli 1955 bis 1974 nach dem Tod von Karl Haedenkamp Hauptgeschäftsführer der BÄK. Doch er handelte nach seinem eigenen Kopf. Das führte gelegentlich dazu, dass ihn die ehrenamtlichen, gewählten Repräsentanten an die Kleiderordnung erinnerten, und schließlich zu seinem nicht ganz freiwilligen Abschied mit 56 Jahren.
  • 1968 Honorarprofessor für Sozialmedizin in Marburg - von 1970 bis 1983 Vorlesungen zum Themenkreis „Vorsorge-Medizin“ und „Ärztliche Rechts- und Standeskunde“
  • 1974 Ende der Tätigkeit in der BÄK als Hauptgeschäftsführer
  • 1975 - 1991 Berufsverband Deutscher Internisten e.V., Wiesbaden, als Leiter des Fortbildungsreferates tätig - In dieser Funktion organisierte und leitete er die alljährlichen internationalen interdisziplinären Seminarkongresse in Pörtschach, Bad Kleinkirchheim, Ischia, Mallorca und Teneriffa. Zur gleichen Zeit, war Stockhausen Mitgründer und Vorstandsmitglied der „Medica“.
  • 1979 Großes Bundesverdienstkreuz
Er hatte wesentlichen Anteil am Aufbau der ärztlichen Selbstverwaltung, anfangs in Bad Nauheim, dann in Köln. Bei aller Liebe zum Marburger Bund (MB) und trotz früher Verbindungen zum Hartmannbund (HB) achtete er argwöhnisch darauf, die Bundesärztekammer und vor allem die Deutschen Ärztetage als die Spitze der Selbstverwaltung zu positionieren.
Temperamentvoll und nicht immer diplomatisch, schaffte er sich nicht nur Freunde, aber nichts und niemand konnte ihn von seiner Überzeugung abbringen, den richtigen Weg eingeschlagen zu haben. Wir alle verlieren mit Prof. Dr. Josef Stockhausen einen guten Freund, einen Streiter und Wegbereiter für die Ärzteschaft nach dem Krieg und den Begründer modern orientierter ärztlicher Fortbildung. (Nachruf in BDI-aktuell)


Weitere Ehrungen

  • Träger des Ritter- und Komptur-Kreuzes des Verdienstordens der Republik Italien
  • Großen Ehrenzeichens der Republik Österreich
  • Günter Budelmann-Medaille des BDI
  • Ernst-von-Bergmann-Plakette der BÄK
  • Goldenes Ehrenzeichen des Landes Kärnten
  • Ehrenzeichen der deutschen Zahnärzte
  • Ehrenzeichen der deutschen Apotheker
  • Wilhelm v.- Humboldt-Plakette des Bundesverbandes Freier Berufe


Zitate

  • So hatte Stockhausen seinen Vorstandskollegen schon brieflich die Neigung zum Rücktritt bekundet, vorausgesetzt allerdings, die machtvollen Ämter des Beauftragten für ärztliche Fortbildung sowie für Sozialpolitik würden ihm belassen. Der Druck in Richtung Pensionierung (vertragsgemäß mit vollen Bezügen) dürfte sich nun verstärken, nachdem Ende letzter Woche die Ermittlungsergebnisse des Bundeskartellamtes gegen Stockhausen, Fromm, Fenner und Lommel bekannt wurden. (05.11.1973)
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