Klaus Bittmann
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Dr. med. Klaus Bittmann * 6. September 1943 in Stargard/Pommern ist als FA für Frauenheilkunde und Geburtshilfe ein niedergelassener Arzt in Plön und zugleich ein ärztlicher Standesfunktionär.
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Vita
- 1963 Abitur in München
- Studium Medizin in Würzburg, Köln und Marburg - Staatsexamen und Promotion 1970 im Marburg. Weiterbildung zum FA für Frauenheilkunde und Geburtshilfe in Krefeld und Duisburg
- 1976 Facharztanerkennung
- 01.01.1977 Frauenarzt in eigener Praxis in Plön/Schleswig-Holstein mit Genehmigungen für Zytologie, Mammographie und Ambulantes Operieren; bis Ende 2004 in der Praxis tätig.
- 1988 wurde er Mitglied des Vorstandes der KV Schleswig-Holstein (KVSH).
- Mit seiner Wahl zum stellvertretenden Vorsitzenden der KVSH 1992 hatte er das Amt des NAV-Landesvorsitzenden niedergelegt.
- 1998 Vorsitzender des Vorstandes der KVSH
- Im Mai 2000 gründete Dr. Bittmann mit allen Verbänden in Schleswig-Holstein die Ärztegenossenschaft Schleswig-Holstein (ÄGSH), er wurde zum Vorsitzender des Vorstandes der ÄGSH benannt.
- 21. März 2006 - Als Vorstandschef der KV Schleswig-Holstein zurückgetreten - Urteil des Lübecker Landgerichts wegen Betruges rechtskräftig - Bundesgerichtshof (BGH) liess Revision gegen das Urteil nicht zu - erklärte Bittmann: „Durch den Beschluss des Bundesgerichtshofes wird das Urteil rechtskräftig. Ich ziehe damit die Konsequenzen und lege das Amt des Vorstandsvorsitzenden der KVSH nieder.“
- Er ist Mitglied des Vorstands der Ärztegenossenschaft Schleswig-Holstein eG und Sprecher des neu gegründeten "Bundesverband der Ärztegenossenschaften" . Dieser wird für überregionale direkte Vereinbarungen mit bundesweit agierenden Krankenkassen und für politischen Einfluss auf Bundesebene als unumgänglich erachtet.
- In dieser Funktion hielt er eine Rede auf der Protestversammlung in Sindelfingen am 20.1.2006.
- Auf diesem Photo steht Dr.Bittmann vor dem Podium, grün bewestet, bei der Berliner Protestkundgebung am 18.1.2006 nahe dem Bundesministerium im Berlin - Uraufführung Song "Dr.Schmidt in den OP"
- 22. März 2010 - Bittmann als Vorsitzender des NAV-Virchow-Bund zurückgetreten (Wahl 20.11.2006 als Nachfolger des langjährigen Vorsitzenden M. Zollner), neues Führungsduo: Der Allgemeinmediziner Dr. Klaus Bogner und der Kinderchirurg Stephan Kraft - sie werden den Verband bis zur turnusmäßigen Wahl im Herbst dieses Jahres kommissarisch führen. Kraft und Bogner übernehmen diese Aufgabe in ihrer Funktion als gleichberechtigte stellvertretende Bundesvorsitzende des NAV-Virchow-Bundes.
Zitate
- KBV-Klartext April 2001 "..Auf eine enge Zusammenarbeit zwischen der von ihm vertretenen Ärztegenossenschaft und den MEDI-Verbünden setzt der schleswig-holsteinische KV-Chef und Genossenschaftsvorsitzende Dr. Klaus Bittmann. Neben der Gefahrenabwehr durch eine von den KVen isolierte Etablierung der Integrierten Versorgung geht es ihm auch darum, sich für den zukünftigen Markt zu wappnen: „Wir sind in einem Sozialsystem gebunden, das sich immer bewährt hat, sich hinsichtlich der Zukunftsperspektiven jedoch einer völlig anderen Systematik stellen muss“, sagte der KV-Chef. Schleswig-Holstein sei nicht den Weg eines MEDI-Verbunds gegangen. Und an der stattdessen gegründeten Ärztegenossenschaft ist die KV auch nicht beteiligt.
- Dennoch sei es der Nord-KV auch ohne einen direkten organisatorischen Einfluss gelungen, personell dort Fuß zu fassen. Ideell gebe es zu MEDI keine Unterschiede. Die Existenz unterschiedlicher Strukturen könne zur Klärung beitragen. „Beim Vergleich beider Organisationsformen werden wir sehen, wer in Zukunft einen breiteren Erfolg bieten kann“, so Bittmann."
- Nach Artikel im SPIEGEL Der Vorsitzende der KV Schleswig- Holstein warnte Politik und Krankenkassen vor einer weiteren Komplizierung des Gesundheitswesens. "Das System ist so chaotisch, dass Ärzte und Patienten nicht mehr durchblicken". (Juni 2002)
- Wachstumsmotor Gesundheitsmarkt - ein "offener Brief" an die neue Bundeskanzlerin im November 2005 in seiner Funktion als Sprecher des Bundesverband der Ärztegenossenschaften e.V. i.G.
- KBV Klartext Januar 2006: Umstritten war bei den Delegierten in der VV der KBV 9.12.2005, ob sich die KBV ganz offiziell im Namen der Niedergelassenen an Streiks beteiligen soll. „Die KBV muss mitmachen“, meinte beispielsweise Dr. Klaus Bittmann vom Vorstand der Kassenärztlichen Vereinigung (KV) Schleswig-Holstein. Der Politik solle man die Versorgungsrealität aufzeigen und sagen: „Es geht nicht mehr.“
- Dr. Bittmann: Die Aussagen des Koalitionspapiers geben keinen Anlass, beruhigt in die Zukunft zu blicken. Wir müssen unabhängig von Fachgruppeninteressen für unsere Mitglieder und für unsere Patienten den Entscheidungsträgern in Berlin beweisen, dass wir nicht in Untertanen-Mentalität einen freien Beruf weiterer Kostendämpfung und dirigistischen Maßnahmen opfern werden. In Geschlossenheit sind wir zum Widerstand fähig. Das bedeutet nicht nur Protestaktionen, sondern auch Dienst nach Vorschrift und als Ultima Ratio einen kollektiven Verzicht auf Kassenzulassung.
- Bittmann bedankte sich nach seinem Rücktritt 20.3.2006 für die breite Rückendeckung und das Vertrauen, die ihm die Ärzte entgegen gebracht hatten. Er versprach, sich künftig mit noch größerer Intensität der Ärztegenossenschaft zu widmen. Dies wird voraussichtlich auch auf Bundesebene, wo Bittmann dem Bundesverband der Ärztegenossenschaften (BVÄG) vorsteht, so bleiben. „Sein Rücktritt als KV-Vorsitzender stellt für uns den Abschluss eines unwürdigen Versuchs der Kriminalisierung dar, der im Einklang mit der politischen Diffamierungskampagne der letzten Monate gegen die Ärzteproteste gesehen werden kann“, sagte die zweite BVÄG-Vorsitzende Dr. Bärbel Grashoff. Schwer fallen wird Bittmann besonders der Abschied von den Mitarbeitern der KV in Bad Segeberg. Er war dort seit 1998 1. Vorsitzender, zuvor Vize und Beisitzer - insgesamt rund 20 Jahre im Vorstand. „Es wird keinen Rücktritt vom Rücktritt geben, es ist das Beste für die KV“, sagte Bittmann anschließend dem Schleswig-Holsteinischen Ärzteblatt.
- "Dennoch müssen wir die Entscheidung des Vorstandsvorsitzende respektieren." Es handele sich hier um zwei Rechtskreise - Strafrecht und Kassenarztrecht. Nach dem Kassenarztrecht bleibt Bittmann für Schäfer "weiter unschuldig". Die Verurteilung Bittmanns erfolgte nach Ansicht der ÄGSH, weil Kassenarztrecht und Strafrecht an der Stelle der persönlichen Leistungserbringung nicht kompatibel sind. Er war wegen Betruges im Zusammenhang mit Laborabrechnungen zu einer Geldstrafe von 94 500 Euro verurteilt worden, hatte das Urteil aber angefochten.
- Am 1. August 2005 verurteilten die Richter Bittmann wegen Betruges zu einer Geldstrafe von 94500 Euro – 270 Tagessätze zu 350 Euro. Die Beweisaufnahme habe zweifelsfrei erbracht, dass Bittmann zwischen 1994 und Anfang 2003 die KV getäuscht habe. Er habe in seinen Honorarabrechnungen Leistungen als eigene abgerechnet, die er tatsächlich delegiert habe. Die Verteidigung hatte auf Freispruch plädiert und Revision beantragt.
- Statt das Finanzierungsproblem zu lösen, greife das GKV-Wettbewerbsstärkungsgesetz massiv in das Gesundheitswesen ein, gewachsene Strukturen würden destabilisiert. Dadurch würden Ärzte und Patienten verunsichert. Betroffen seien auch die Kassenärztlichen Vereinigungen (KVen). Deren Sicherstellungsauftrag werde künftig noch stärker durch Integrationsverträge und den Ausbau der hausarztzentrierten Versorgung angeknabbert: „Die Kollektivvertraglichkeit wird nicht mehr nur durch so genanntes Rankenwerk ergänzt, sondern bekommt durch Selektivverträge und Tarifangebote der Kassen Löcher.“ Generalversammlung am 6. Juni 2007 in Rendsburg.
- Die KVen behindern mit den Dienstleistungstöchtern eine wirkliche Interessenvertretung der Ärzte", kritisiert Bittmann. Sie seien für die Sicherstellung und die kollektive Vertragsgestaltung zuständig und könnten deshalb nicht gleichzeitig die - auch finanziellen - Interessen einzelner Ärztegruppen bei der Verhandlung von Einzelverträgen mit den Krankenkassen effektiv vertreten, glaubt er. Angesichts der Konkurrenz durch Krankenhäuser und medizinische Versorgungszentren sei es für die Niedergelassenen aber wichtig, sich in diesem Bereich zu behaupten. "Wenn die KVen von sich aus dieses dünne Eis noch brüchiger machen, dann ist das unverantwortlich", sagt der Verbandschef. Bittmann sieht die Gefahr, dass der körperschaftliche Status der KV vom unternehmerischen Charakter der KV Consult infiziert wird und umgekehrt. Beides seien gefährliche Entwicklungen und schaden den Ärzten, warnt Bittmann. (nach Artikel Financial Times Deutschland FTD vom 13 Aug 2007)
- Wenn sich die KBV dagegenstelle, sei sie keine echte Interessenvertretung mehr, sagte Bittmann und gab zu bedenken: „Die Kassenärztlichen Vereinigungen sind kein Selbstzweck!“ Bittmann rief die ärztlichen Verbände dazu auf, sich nicht gegenseitig zu bekriegen, sondern den Dialog miteinander zu suchen. „Denn jeder für sich kann die Versorgung nicht übernehmen!“
Links
- Bittmann ist neuer Chef des NAV - Der 63jährige Gynäkologe und Vorsitzende der Ärztegenossenschaften in Schleswig-Holstein, Dr. Klaus Bittmann, ist neuer Vorsitzender des NAV-Virchowbundes. Der Nachfolger von Dr. Maximilian Zollner hatte sich in einer Kampfabstimmung gegen Dr. Martin Junker aus Westfalen klar durchgesetzt. 20.11.2006
- Rede in Stuttgart, Schleyerhalle 16.04.2008 Großveranstaltung zum Systemausstieg: Gemeinsam unsere Praxen retten - Systemausstieg jetzt!
