Kliniksterben

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Als Kliniksterben bezeichnet man die zunehmende Reduzierung von Krankenhausbetten und Kliniken in Deutschland.

Nach der Einführung des DRG-Abrechnungssystems im deutschen Krankenhausbereich traten erwartungsgemäß strukturelle Veränderungen in der Krankenhauslandschaft ein, die auch nach Abschluss der Konvergenzphase 2009 noch weiter andauern werden.

Unter finanziellem Druck kommt es trotz intensiver Sanierungsanstrengungen sowie zu einer zunehmenden Konzentration und Privatisierung im Krankenhausbereich zu Insolvenzen von Krankenhäusern, der oft auch verharmlosend als Wandel des Marktes bezeichnet wird, mit immer deutlicher werdenden Schwierigkeiten der flächendeckenden Versorgung sowie der Versorgungsqualität. (vgl. Lüngen, Lauterbach 2002) Dies betrifft nach neuen Berechnungen der Unternehmensberatung McKinsey&Company klick etwa ein Drittel der Kliniken. Sie sind selbst angesichts eines teils massiven Bettenabbaus, Umstrukturierung und verbesserter Abläufe auf absehbare Zeit nicht in der Lage, wirtschaftlich zu arbeiten. Verkäufe und Schließungen von kommunalen, Landkreisen und von den Ländern (z.B. Universitätsklinika) betriebener Krankenhäuser an Krankenhausketten und Fusionen kleinerer Anbieter sind an der Tagesordnung. Universitätsklinika werden außerdem zunehmend in andere Rechtsformen, z.B als Anstalt des Öffentlichen Rechts überführt, um Mitarbeiter nach Haustarifverträgen entlohnen zu können.

Es wird geschätzt, dass nach Einführung der DRGs in Deutschland ungefähr 400 von derzeit 2.200 Krankenhäusern überzählig sein werden.

Dabei war in den Ländern, welche bereits früher ein DRG-System eingeführt hatten, keine finanzielle Einsparung nachweisbar, da die Einführung an sich massiv Geld kostet und die Verwaltung auf allen Ebenen des Gesundheitswesens zunimmt.

Statistische Erhebung

Nachfolgende Werte wurden vom Statistischen Bundesamt über die Anzahl der Einrichtungen, Betten und Patientenbewegungen zwischen 1991 und 2004 erhoben.Erhebung des Statistischen Bundesamtes.


Jahr/Land Krankenhäuser Betten Fallzahl Belegungstage in 1000 Verweildauer in Tagen Auslastung in Prozent
1991 2 411 665 565 14 577 204 204 14,00 84,10
1992 2 381 646 995 14 975 198 769 13,20 83,90
1993 2 354 628 658 15 191 190 741 12,50 83,10
1994 2 337 618 176 15 498 186 049 11,90 82,50
1995 2 325 609 123 15 931 182 627 11,40 82,10
1996 2 269 593 743 16 165 175 247 10,80 80,60
1997 2 258 580 425 16 429 171 837 10,40 81,10
1998 2 263 571 629 16 847 171 802 10,10 82,30
1999 2 252 565 268 17 093 169 696 9,90 82,20
2000 2 242 559 651 17 263 167 789 9,70 81,90
2001 2 240 552 680 17 325 163 536 9,40 81,10
2002 2 221 547 284 17 432 159 904 9,20 80,10
2003 2 197 541 901 17 296 153 518 8,90 77,60
2004 2 166 531 333 16 802 146 746 8,70 75,50


Literatur

  • Ernst Bruckenberger: Dauerpatient Krankenhaus: Diagnosen und Heilungsansätze Lambertus, Freiburg im Breisgau 1989, ISBN 3-7841-0440-1
  • M.Eversmeyer: Das DRG-System stoppt in Australien nicht den Ausgabenanstieg in: f&w, Führen und Wirtschaften im Krankenhaus, 3(2001), 230-232
  • M. Lüngen, K. Lauterbach: Führen DRG zur Spezialisierung von Krankenhäusern? in: Gesundheitsökonomie und Qualitätsmanagement 7 (2002), 93-95
  • Jürgen Klauber, Bernt-Peter Robra, Henner Schellschmidt (Hrsg.): Krankenhaus-Report 2006 - Schwerpunkt: Krankenhausmarkt im Umbruch Schattauer, Stuttgart 2006, ISBN 3-7945-2490-X


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