Krankenhauskette

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Eine Krankenhauskette ist ein Krankenhaus- oder Mischkonzern, der mehrere Krankenhäuser betreibt. Krankenhausketten sind vor allem im Bereich der privaten Trägerschaft verbreitet. Es handelt sich dabei um Unternehmensverbünde rechtlich selbständiger Unternehmen.

Während beim Begriff „Kette“ der Fokus auf den konstituierenden Merkmalen Mehrgliedrigkeit, gleicher Name und qualitativ gleiches Angebot liegt, rücken beim Begriff „Krankenhauskonzern“ die leistungs- und finanzwirtschaftliche Zusammengehörigkeit in den Mittelpunkt. Die Verbreitung der Krankenhausketten hat im letzten Jahrzehnt in Deutschland stark zugenommen, wie das Wachstum des privaten Krankenhaussektors allgemein. Krankenhausketten wachsen fast ausschließlich über Akquisition von Krankenhauseinrichtungen mit Versorgungsauftrag bzw. Plankrankenhausstatus. Hintergrund ist, dass nur auf diese Weise eine Teilnahme an der Versorgung der GKV-Versicherten gewährleistet ist, die den Großteil der Bevölkerung stellen und damit aus betriebswirtschaftlicher Sicht wichtig für die Erlössicherung sind. Neuausgründungen von Einrichtungen sind daher eher selten. Mit der Akquisition geht eine sog. materielle Privatisierung einher. Eine andere Möglichkeit sind Betriebsführungs- bzw. Managementverträge. Dabei wird im Regelfall die Betriebsführung an eine Krankenhauskette oder -organisation zwar zeitlich befristet aber langfristig angelegt vergeben.

Die Auswirkungen der Umstrukturierungen auf den Markt Gesundheitswesen, auf die Mitarbeitenden (auch künftige) und die Kunden im jeweiligen Einzugsbereich sind zu beachten.


Inhaltsverzeichnis

Beispiele in Deutschland

  • Alexius, Gesellschaften der Alexianerbrüder, katholische Wohlfahrtsorganisation, 6 Krankenhäuser (2006), 7 Seniorenpflegeheime
  • AsklepiosGruppe, ca. 1,1 Mrd. Euro Umsatz (2004), 21.000 Mitarbeiter (2004)
  • Caritas Trägergesellschaft Trier, 5 Krankenhäuser , 5 Rehaeinrichtungen, 17 Pflegeeinrichtungen (ctt)
  • Unternehmensgruppe Damp, ca. 7.400 Mitarbeiter (2006), ca. 2.500 Betten in 8 Krankenhäuser, min. 1.200 Betten in 5 Rehaeinrichtungen
  • dk Deutsche Klinik GmbH, 2.500 Mitarbeiter (2005), ca. 2.000 Betten (2005), 5 Krankenhäuser in Trägerschaft, 6 mit Managementvertrag; seit 2006 im Besitz der Capio AB, Schweden einer börsennotierten Krankenhausgruppe die europaweit mehr als 100 Krankenhäusern betreibt
  • Katholische Wohltätigkeitsanstalt zur heiligen Elisabeth, 8 Krankenhäuser, 6 Altenheime, ca. 4.500 Mitarbeiter
  • Klinikgruppe Dr. Guth, Hamburg, 4 Krankenhäuser
  • Die Fresenius AG übernimmt
    • 2005 die Helios GmbH], ca. 9.345 Betten (2004), ca. 1,157 Milliarden Euro Umsatz (2004), 17.600 Mitarbeiter (2004)
    • 2001 die Wittgensteiner Kliniken AG mit 30 Akut- und Fach-Kliniken und rund 4.600 Mitarbeitern (2001)
  • KMG AG, 5 Krankenhäuser, 3 Rehakliniken, 6 Seniorenheime
  • KTG AG, 10 Fachkliniken zur Behandlung von Alkohol-, Medikamenten- oder Glücksspielabhängigkeit, sowie Rehaeinrichtungen
  • Marienhaus Kranken und Pflegeanstalten in Waldbreitenbach GmbH, katholische Wohlfahrtsorganisation getragen von einer Gemeinschaft von Franziskanerinnen, 23 Krankenhäuser, 17 Altenheime, 8 Hospize
  • Mediclin AG, 7 Krankenhäuser, 23 Rehaeinrichtungen, 7 Pflegeheime
  • Medigreif-Unternehmensgruppe, 5 Krankenhäuser, 3 Rehakliniken, ca. 1.900 Beschäftigte
  • Paracelsus-Kliniken Deutschland GmbH, 19 Karankenhäuser mit 2.472 Betten (2004), 11 Rehabilitationskliniken
  • Procuramed GmbH mit Sitz in Lindau, betreibt über Managementverträge 20 Krankenhäuser vor allem in Bayern
  • Recura-Klinien GmbH, 2 Kliniken, 2 Rehaeinrichtungen
  • Rhön-Klinikum AG, ca. 12.300 Betten (2005), ca. 1,04 Mrd. Euro Umsatz (2004), ca. 20.000 Mitarbeiter (2005)
  • Sana-Kliniken GmbH oder Sana-Gruppe, ca. 550 Mio Umsatz, ca. 60 Krankenhäuser und 20 Seniorenheime, 21.000 Mitarbeiter
  • Schön Kliniken, 10 Krankenhäuser, 2.850 Betten
  • SRH Kliniken GmbH, 6 Krankenhäuser, 2.600 Betten
  • Waldburg-Zeil Kliniken (Württemberg, Bayern), 2 Akutkliniken, 11 Rehakliniken, ca. 3.500 Mitarbeiter
  • Wicker-Gruppe, 2 Krankenhäuser, 12 Rehaeinrichtungen


Beispiel in der Schweiz

  • Hirslanden-Gruppe, 13 Krankenhäuser, 4.200 Mitarbeiter. Mehrheitsaktionärin ist die englische Investorengruppe BC Partners Funds.


Weitere Entwicklungen im Gesundheitsmarkt

Im Unterschied zu den bisher großen Betreibern (frei gemeinnützige Verbände, Unternehmen) entwickeln sich nach dem Krankenhaussektor seit 1995 zunehmend offen gewinnorientierte Unternehmensverbünde auch im Bereich Altenheime, medizinische Diagnostik und Arztpraxen. Zusätzlich ist eine Internationalisierung in diesem Bereich zu beobachten (Zuerst zwischen den NL, GB und D). Bei den Betreibern oder Besitzern handelt es sich zum Teil um ehemalige Leitende Manager oder direkt um die genannten Verbände selbst, die sich durch die andere Rechtsform einen größeren, auch finanziellen, Handlungsraum ermöglichen.

Quellen

Der Text auf dieser Seite basiert (zum großen Teil) auf dem Artikel Krankenhauskette aus der freien Enzyklopädie Wikipedia. Die Inhalte stehen unter der GNU Lizenz für freie Dokumentation. Eine Liste der Autoren ist beim Originalartikel abrufbar.

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