MEDI Deutschland

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Kernforderung 2008 Stuttgart Schleyerhalle 16. April
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Kernforderung 2008 Stuttgart Schleyerhalle 16. April

Die MEDI-Organisationen entstanden wie Ärztegenossenschaften aus der Suche der Ärzteschaft nach Alternativen zur hergebrachten Organisationsform, die durch Sozialgesetzbuch V bestimmt wird. Der MEDI Verbund wurde 1999 von Dr. med. Werner Baumgärtner und anderen politisch aktiven Ärzten aus Nordwürttemberg im Raum Stuttgart als Parallelorganisation zur Kassenärztlichen Vereinigung (KV) gegründet. Die Ärzte sahen sich immer mehr einem Staatsdirigismus ausgeliefert, der eine fachübergreifende und flächendeckende Versorgung der Patienten nach und nach zerstört und die Ärzte in ihrer Freiberuflichkeit eindämmt. So wurde beispielsweise den KVen immer mehr die Interessenvertretung für ihre Mitglieder über das SGB V entzogen.

Die Ärzte stellten fest, dass die KVen als Körperschaften des öffentlichen Rechts die berufspolitischen Interessen der Mediziner immer weniger wahrnahmen und nichts gegen die fortschreitende Unterfinanzierung im ambulanten Bereich tun konnten. Darüber hinaus griff der Staat immer mehr in die Therapiefreiheit ein und legte den Ärzten immer mehr Budgets auf, welche die Qualität der fachübergreifenden und flächendeckenden Versorgung minderten. (in der Historie bei MEDI zu finden)


Inhaltsverzeichnis

Entstehung und Ziele von MEDI

  • Am 19.07.2003 gründeten die Ärzteinitiative Berlin e.V., die Arbeitsgemeinschaft MEDI Trier GbR und Vertragsärztliche Vereinigung Trier e.V., der Landesverband Praxisnetze Westfalen-Lippe e.V., die Med Union Rheinland-Pfalz e.V. in Koblenz, der MEDI Baden-Württemberg e.V., der MEDI Mecklenburg-Vorpommern e.V., der MEDI Pfalz e.V., der MEDI Hessen e.V., die Nordbadische Ärzteinitiative e.V., die Vertragsärztliche Vereinigung Nordwürttemberg e.V., die Vertragsärztliche Vereinigung Südwürttemberg e.V. die Arbeitsgemeinschaft MEDI Deutschland.
Die Satzung von MEDI-Deutschland(Arbeitsgemeinschaft der Deutschen MEDI Verbünde)
Bei MEDI-Berlin findet sich Information zur Grundidee von MEDI und auch Antwort auf häufige Fragen.
  • Unser Produkt, das wir als niedergelassene Ärzte und Psychotherapeuten im Praxisnetz anbieten, ist die flächendeckende wohnortnahe haus- und fachärztliche Versorgung. Niemand außer uns ist in der Lage, die ambulante Versorgung der Patienten wohnortnah zu garantieren. Wir sind somit im MEDI Verbund konkurrenzlos organisiert, denn weder Krankenhäuser noch Kapitalgesellschaften können eine flächendeckende und fachübergreifende Versorgung der Patienten realisieren.


Die Ziele von MEDI Deutschland:

Rundschreiben zur KV-Wahl 2004
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Rundschreiben zur KV-Wahl 2004
  • 1. die gegenseitige Abstimmung von Zielen und Tätigkeiten, insbesondere auf politischem, standespolitischem und wirtschaftlichem Gebiet
  • 2. die Pflege der fachübergreifenden gemeinsamen Identität aller in MEDI Deutschland vertretenen Organisationen
  • 3. die Förderung und Unterstützung regionaler Projekte
  • 4. die gemeinsame und einheitliche Vertretung aller bundesweit relevanten Angelegenheiten

Der MEDI-Verbund Brandenburg hat im Einzelnen folgende Ziele:

  • Standespolitische Ziele:
  • Schaffung einer Dachorganisation unter Einbeziehung aller vorhandenen Strukturen (KV, BB, usw.) auch unter dem Aspekt eines möglicherweise erforderlich werden Ausstieges aus dem GKV-System.
  • Durchsetzung des gutachterlich festgestellten Punktwertes von 5,11 Cent
  • Abschaffung des AVWG (Arzneimittelverordnungswirtschaftlichkeitsgesetz)
  • Entbürokratisierung der ärztlichen Tätigkeit (DMP, Kassenanfragen etc.)
  • Durchsetzung der MEDI-Ziele in der KV durch Beteiligung an den KV-Wahlen mit eigenen Kandidaten für die Vertreterversammlung
  • Organisation der Ärzteproteste auf Landesebene
  • Unterstützung der Mitglieder über eine MEDI-GmbH (günstige Einkaufsverträge mit Energie- und Telekommunikationsanbietern, Versicherungen, Fahrzeugen, Medizintechnik usw.)
  • Begleitung bei der Gründung von Praxis-GbR und -GmbH zur betriebswirtschaftlichen Optimierung
  • Verträge mit Krankenkassen und anderen Leistungsanbietern sowohl für Einzelpraxen als auch den Gesamtverbund
  • Im Falle der zur Zeit nicht sehr unwahrscheinlichen Schwächung oder Auflösung der KV-Strukturen übernehmen die MEDI-Verbände auf Wunsch des einzelnen Mitgliedes die Verhandlungen mit den Krankenkassen und anderen Vertragspartnern

MEDI e.V. ist eine fachübergreifende Organisation

Die beste Organisationsform für die ambulante medizinische Versorgung sieht MEDI in Unabhängigkeit und Freiberuflichkeit – eingebettet in fachübergreifende Praxisnetze, Ärztehäuser, Teilgemeinschaftspraxen und in Kooperationen mit anderen Leistungserbringern.

Vertrag zur Hausarztzentrierten Versorgung in Baden-Württemberg Mai 2008
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Vertrag zur Hausarztzentrierten Versorgung in Baden-Württemberg Mai 2008
  • Der MEDI e.V. ist eine fachübergreifende Organisation niedergelassener Ärzte und Psychotherapeuten, die die ärztliche Freiberuflichkeit in wirtschaftlicher und therapeutischer Hinsicht stärken will. Hauptziel ist eine leistungsgerechte Vergütung für die Behandlung gesetzlich krankenversicherter Patienten durch den Abschluss von Verträgen mit Krankenversicherungen. Der MEDI e. V. hat u. a. für die Verhandlung, den Abschluss und die Umsetzung dieser Versorgungsverträge den MEDIVERBUND gegründet. Der MEDIVERBUND führt die Managementaufgaben nach diesem Vertrag für die Mitglieder des MEDI e.V. in Kooperation mit der HÄVG nach Maßgabe dieses Vertrages durch. (aus dem Vorwort zu: Vertrag zur Hausarztzentrierten Versorgung in Baden-Württemberg gemäß § 73 b SGB V idF. des GKV-WSG)
  • Nach Angaben von MEDI:
Der MEDI Verbund hat in Baden-Württemberg ca. 6.600 und deutschlandweit ca.13.000 Mitglieder. MEDI ist fachübergreifend organisiert, alle niedergelassenen Ärzte und psychologischen Psychotherapeuten können Mitglied im Verbund werden. Außer in Baden-Württemberg ist MEDI in Rheinland-Pfalz, Bayern, Berlin, Mecklenburg-Vorpommern und Brandenburg aktiv.
Arbeitsebenen:
Motto „Gemeinsam unsere Praxen retten“ - Schleyerhalle STUTTGART 11.3.09
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Motto „Gemeinsam unsere Praxen retten“ - Schleyerhalle STUTTGART 11.3.09
STUTTGART 11.3.09
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STUTTGART 11.3.09
1. Politische und standespolitische Arbeit
2. Business-Bereich: Abschluss von Einzelverträgen, Einkaufsangebote für Praxis- und Sprechstundenbedarf, Schulungen der Mitglieder und der Arzthelferinnen, Praxiszertifizierung, Qualitätsmanagement, eigene Modelle zu Ärztehäusern und Teilgemeinschaftspraxen als Gegenmodell zu medizinischen Versorgungszentren.
3. Ambulante Patientenversorgung: Ausbau von Schulungszentren für chronisch Kranke, Einzelverträge mit Krankenkassen und Krankenhäusern, in der Region Stuttgart eigene Patienten-Hotline für die sprechstundenfreie Zeit, Kooperation mit Rehabilitations-Zentren.
nach ausführlicher fachübergreifender ärztlicher Beratung durch den Erstbehandler ( incl. schriftlicher Aufklärung über die freie Arztwahl, wie berufsrechtlich vorgeschrieben) zum Zweitbehandler überwiesen hat dieser Patient dort einen Termin-Anspruch innerhalb 10 Tagen (ausserhalb der TGP Wochen bis Monate) und der Erstbehandler einen Arztberichtanspruch innerhalb 8 Tagen (sonst ebenfalls bis zu mehreren Wochen und Monaten). Neben den jeweiligen Fortbildungen innerhalb ihrer Fachgruppen verpflichten sich die TGP-Ärzte an zusätzlichen TGP-internen Fortbildungen, von der Ärztekammer zertifiziert, teilzunehmen, organisiert durch die jeweiligen MEDI-Geschäftsführer in der Regel.

MEDI Verbund

MEDI-Verbund Logo
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MEDI-Verbund Logo
10 Jahre MEDI GbRen: Fachübergreifend, basisnah, politikfähig
Der MEDI Verbund ist eine Parallelorganisation zu den KVen und wird im Vertragswesen dort tätig, wo die KVen per Gesetz keine Verträge abschließen dürfen (siehe z.B. Integrationsversorgung, hausarztzentrierte Versorgung, besondere Versorgungsformen, medizinische Versorgungszentren oder bestimmte Beratungstätigkeiten). Werner Baumgärtner, Vorsitzender von MEDI Deutschland und MEDI Baden-Württemberg und ehemaliger Vorsitzender der KV Nord-Württemberg, vertritt die Meinung, dass die körperschaftliche Struktur der KVen den Ärzten und ihrer Freiberuflichkeit zunehmend schadet.
MEDI bekennt sich dazu, überholte Strukturen im Gesundheitssystem zu erneuern. Aber nur dann, wenn das Ziel eines reformierten Gesundheitswesens keine sinnlose Umverteilung, sondern der Gewinn einer neuen Handlungs- und Leistungsfähigkeit ist. Dazu zählt die flächendeckende, wohnortnahe medizinische Versorgung, die den Ärzten und psychologischen Psychotherapeuten in überschaubaren Strukturen mit verlässlichen Honoraren eine selbstverantwortliche Tätigkeit ermöglicht – strikt nach den Grundsätzen von freier Arztwahl und Therapiefreiheit. Im Zentrum dieses von MEDI geprägten Gesundheitswesens steht die Behandlung des Patienten – und im Zentrum der Behandlung steht der Arzt. Eine fragwürdige Verteilung von Leistungen oder die Ausgrenzung sozialer Gruppen unter dem Diktat marktwirtschaftlicher Prinzipien kommt darin nicht vor.
Die beste Organisationsform für die ambulante medizinische Versorgung sieht MEDI in Unabhängigkeit und Freiberuflichkeit – eingebettet in fachübergreifende Praxisnetze, Ärztehäuser, Teilgemeinschaftspraxen und in Kooperationen mit anderen Leistungserbringern.

(1) Die bestehende Organisation des MEDI Verbundes in flächendeckend angelegten Basisorganisationen (in der juristischen Form von GbRen) mit der Verknüpfung zur MEDIVERBUND Dienstleistungs GmbH ist als Keimzelle einer schlagkräftigen Struktur von Haus- und Fachärzten sowie Psychotherapeuten angelegt. Hier können sich die verschiedenen Interessengegensätze innerhalb der Niedergelassenen ausgleichen und zu tragfähigen Lösungen führen. Durch die gleichzeitige Repräsentation der Geschäftsführungen dieser GbRen im Erweiterten Vorstand von MEDI Baden-Württemberg e.V. ist die Transmission der Willensbildung in beide Richtungen gewährleistet. Die GbR vereinigt Elemente der Basisdemokratie mit Elementen einer klaren Führungsstruktur. (MEDI Verbund- Programm 2009)

  • 24. August 2010 - Umwandlung der GmbH in eine Aktiengesellschaft - 30. September 2010: Eintragung der MEDIVERBUND AG - Wie es weitergehen wird? Conrad wagt den Blick in die Glaskugel. Seiner Vorstellung nach wird MEDI in drei bis fünf Jahren Verträge für alle Arztgruppen anbieten und alle wichtigen Facharztverbände als Hauptaktionäre mit im Boot haben. Damit wäre MEDI dann eine echte Komplementärgesellschaft zur KV. Wer Geld anlegen will, kann sich MEDI Aktien kaufen – das Angebot gilt zunächst allerdings nur für MEDI Ärzte. Sie haben exklusiv die Möglichkeit, Vorzugsaktien zu erwerben, die je nach Marktsituation mit einer Verzinsung von ca. 8% angeboten werden.
  • MEDI Berlin ist ein freiwilliger Zusammenschluss von etwas 800 Berliner Vertragsärzten unterschiedlicher Fachrichtungen und Psychotherapeuten. MEDI Berlin besteht aus 12 Gesellschaften bürgerlichen Rechts in den jeweiligen Bezirken, die in einer GmbH zusammengeschlossen sind. Parallel dazu gibt es einen Verein, die Ärzteinitiative Berlin e.V., dieser stellt den Vorstand, der die gesundheitspolitischen Aktivitäten des Vereins steuert. (Herbst 2011)

zur Historie

  • Den Auftakt bildete 1992 die Gründung der „Ärzteinitiative für Therapiefreiheit“, aus dem zwei Jahre später die „Vertragsärztliche Vereinigung Nordwürttemberg“ wurde. Diese wiederum bildete das Grundgerüst für die MEDI Verbünde und die MEDI GbRen, später auch für die MEDIVERBUND Dienstleistungs-GmbH. Seit nunmehr zehn Jahren gibt es in Baden-Württemberg regionale MEDI GbRen, heute (Ende 2009) sind es 33 Praxisnetze.
  • Die Beteiligung der KVNW an MEDI: Die MEDI - Gründung mit Beteiligung der KV wurde von den niedergelassenen Ärzten in Nordwürttemberg deshalb gewollt, weil die Regierung schon damals unsere körperschaftliche Selbstverwaltung in Frage stellte und zunehmend mit ihrer Abschaffung drohte. Leider wurde die KV, entgegen dem überwältigenden Votum der Vertreterversammlung, für die Beteiligung der Kassenärztlichen Vereinigung in der MEDI Verbund GmbH gerichtlich gezwungen, ihren Anteil an der MEDI Verbund GmbH zurückzugeben: Eine kleine Gruppe von Ärzten hatte vor den Sozialgerichten erfolgreich geklagt. Entgegen der Voten ihrer Gremien musste die KV sich aus MEDI zurückziehen.
  • Ich halte eine Organisationsform wie Medi für wichtig. Schließlich müssen die Kassen und die Politik, falls sie eines Tages etwas für die Gesundheit der Versicherten machen wollen, einen faßbaren Verhandlungpartner haben. Gleichberechtigt kann der aber nur sein, wenn er Streiken und protestieren darf. Dies ist der KV nicht möglich. Die Berufsverbände vertreten eh´ nur Interessen ihrer Gruppe oder noch mehr persönliche Interessen ihrer Vorstände. Genau diese geforderte aktive unabhängige Organisationsform für alle Ärzte soll medi-Berlin sein. Sind Sie schon Mitglied in der Ärzteinitiative und in ihrer lokalen medi-GmbH ? Wenn nicht, bitte unterstützen Sie uns. Im Internet: unter Medi - Verbund Berlin (B. Bratzke im November 2000 im Diskussionsforum des Buschtelefon - inzwischen Vize-KV-Vorsitzender KV-Berlin]
  • Es bleibt zu befürchten, dass sich durch die Fehlentscheidungen der Bundesregierung ein Flickenteppich von unterschiedlichen Versorgungsstrukturen bilden wird. Hinzu kommt noch ein Stadt-Land-Gefälle, weil sich in den Zentren manche Versorgungsstruktur eher rechnet.
Dieser Prozess wird langsam beginnen, aber schon mittelfristig zum Zerfall der KVen führen. Weil wir in unserem KV-Bereich dieses Szenario vermeiden wollen, haben wir uns zu einer Gegenstrategie entschlossen. Sie erschien uns nach einer internen Diskussion als die einzig schlüssige. Wir haben uns für einen einzigen Praxisverbund im Bereich der KV Nord-Württemberg entschieden und gaben diesem Verbund den Namen MEDI.
  • Die Ziele von MEDI waren von Anfang an
1. starke ärztliche Interessenvertretung gegenüber der Politik (Pressure-group)
2. Überwindung der innerärztlichen Konflikte und Beibehaltung der wohnortnahen hausärztlichen und fachärztlichen Versorgung
3. gemeinsame Mobilisierung der Nachfragemacht (Einkaufsgenossenschaft)
4. flexible Zukunftsoption und zweite Verteidigungslinie für den Fall der Aushebelung der KVen
Dieser Großverbund sollte bis zum Ende des Jahres 1999 mehr als die Hälfte der niedergelassenen Ärzte unserer KV organisieren. Der Großverbund sollte Anbietermacht schaffen. Er sollte verhindern, dass sich die einzelnen ambulanten Versorgungsstrukturen gegenseitig von den Kassen ausspielen lassen. Außerdem sollte er bei der Umsetzung von Strukturverträgen die KV unterstützen und es möglich machen, dass die in ihm organisierten Ärzte sowohl ein planwirtschaftliches als auch ein marktwirtschaftliches System im Verbund erfolgreich bestehen könnten.

(Nach einen Vortrag von Werner Baumgärtner beim "Symposium der Kassenärztlichen Bundesvereinigung am 10./11. Februar 2000 in Berlin")

  • Was sind die Beweggründe, KV- und MEDI- Chef in Personalunion zu sein? MEDI ist angetreten als Parallelorganisation zur KV. Alles was die KV wegen ihres körperschaftlichen Status nicht mehr im Interesse ihrer Mitglieder umsetzen darf, soll MEDI übernehmen. Die Personalunion sichert, dass MEDI und die KV nicht gegeneinander arbeiten! Stellen Sie sich vor, in Nordwürttemberg hat die KV 5.500 Mitglieder, MEDI hat über 3.300 organisierte Ärzte und Psychotherapeuten. Beide gehen nun aufeinander los, weil zwei Vorsitzende sich profilieren wollen (siehe Hausarzt-Facharztkonflikt). Dies würde eine KV politisch lähmen und wäre nicht im Interesse ihrer Mitglieder. (Dr. Werner Baumgärtner, Erster Vorsitzender von MEDI Deutschland im Chat auf Facharzt.de 04.02.2004)
  • (3) KVen und KBV sind heftige Gegner des MEDI Konzeptes, da sie durch die Tätigkeit des MEDI Verbundes neben der politischen Bedeutungslosigkeit auch ihre faktische Hilflosigkeit demonstriert bekommen. Der neue Zusammenschluss von MEDI, Genossenschaften und NAV-Virchow-Bund (BVMG) soll sich als neues Kraftzentrum neben der KBV etablieren und wird als solches auch von den Playern im Gesundheitswesen zunehmend wahrgenommen. Die Krankenkassen, deren Spielräume durch die Politik ebenfalls erheblich beschnitten wurden, sind sowohl Partner wie Gegner im Vertragsgeschäft; je nach Fachgruppe und deren Anteil an den Verordnungskosten spielen hierbei Pharmaverträge nach § 130 SGB V eine mehr oder weniger bedeutsame Rolle. (MEDI Verbund Programm 2009)

5 Säulen-Modell

Siegessäule BERLIN 2007
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Siegessäule BERLIN 2007
Kardiologenvertrag  §73c unterzeichnet! 10.12.2009
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Kardiologenvertrag §73c unterzeichnet! 10.12.2009
  • MEDI setzt auf eigenes "5-Säulen-Modell" - MEDI Baden-Württemberg sieht seine künftige Aufgabe hauptsächlich darin, die niedergelassenen Arztpraxen wirtschaftlich zu stärken und ihnen Perspektiven außerhalb des Kollektivvertrags zu bieten. Das hat der Vorsitzende des Verbunds, Dr. Werner Baumgärtner, vor 65 Delegierten erklärt. Mit dem sogenannten „5-Säulen-Modell“ will MEDI die Mitglieder im Südwesten fit für den Wettbewerb im Gesundheitswesen machen.
Die Säulen des Modells setzen sich zusammen aus dem
1. Kollektivvertrag, den
2. Selektivverträgen für Haus- und Fachärzte, der
3. Kostenerstattung, den
4. individuellen Gesundheitsleistungen und
5. Einzelverträgen mit Krankenhäusern im prä- und poststationären Bereich.

Zitate

KV-Nordwürttemberg

  • Der Vorsitzende der KV Nord-Württemberg, Dr. med. Werner Baumgärtner, setzt auf die Zukunftsoption Medi-Verbund Medi-Verbund hat alles, was mit Honorarverhandlungen zu tun hat, an die KV abgegeben. Der Verbund verhandelt nicht selbst mit den Krankenkassen, sondern es geht alles über die KV. Dadurch haben wir bessere Verträge, und zwar für alle.
DÄ: Medi-Verbund wird demnach auch als Drohpotenzial von den Verhandlungspartnern wahrgenommen?
Baumgärtner: Ganz klar. In Verhandlungen mit den Primärkassen haben wir mehr und mehr Leistungen zu festen Punktwerten ausbudgetieren können. Das führt dazu, dass die Ärzte, wenn sie mehr leisten, dies auch in ihrem Gesamtergebnis wiederfinden. Auf die im letzten Vertrag mit der AOK erzielte Vereinbarung – die Ärzte übernehmen bei den veranlassten Leistungen mehr Verantwortung, die Krankenkasse trägt über ausbudgetierte Leistungen das Morbiditätsrisiko mit – können Sie als KV-Chef nur eingehen, wenn Sie wissen, dass die Ärzte, die Sie vertreten, auch einheitlich handeln und das dann auch umsetzen. Deutsches Ärzteblatt 03.11.2000
  • Ein bißchen mehr Polarisierung, ein bißchen mehr Emphase. Vielleicht hätte das auch geholfen, um die KVen auf neuen Kurs zu bringen und deren Gegner fern zu halten. Moderne Dienstleistungsgesellschaften für Ärzte wollte Manfred Richter-Reichhelm aus der Selbstverwaltung machen. Und außerdem eine Parallelorganisation dazu schaffen für den Fall, daß das schief geht. Herausgekommen ist ein magentafarbenes Image auf Pflasterformat. Und Medi - eine Parallelorganisation mit Eigenleben. Richter-Reichhelm umschreibt das Entwicklungsstadium der modernen KV mit dem Begriff "Kinderschuhen". Und zu Medi fällt ihm das Bild vom Air-Bag ein, der schon vor dem Crash aufgegangen ist. (Ärzte Zeitung, 03.12.2004)
  • MEDI will jetzt eigene Interessen verfolgen – Eckpunktepapier - MEDI und Kassenärztliche Vereinigung in Baden-Württemberg gehen künftig getrennte Wege: Nach den Vorstandswahlen der KV will sich die Parallelorganisation im Südwesten stärker auf die Interessen seiner Mitglieder konzentrieren. "Wir suchen keine Konfrontation zur neuen KV, können sie aber in zentralen Fragen nicht mehr so unterstützen, wie in den letzten Jahren in Nordwürttemberg", erklärte der MEDI-Vorsitzende Dr.Werner Baumgärtner heute in Stuttgart. 20.10.2004

KV-BW ab 2005

  • Von der neuen Bundesregierung erwarten wir, dass sie Voraussetzungen schafft für einen echten Wettbewerb. Das holländische Modell ist ein Diskussionsansatz für neue Reformen, sowohl was die Bürgerversicherung und Kopfpauschale angeht, als auch was Kostenerstattung und Sachleistungssystem im Wettbewerb betrifft. Wir werden uns in MEDI Deutschland, gemeinsam mit den Genossenschaften, für eine solche Politik einsetzen. In Baden-Württemberg werden wir die Kooperation mit der GNS weiter verbessern und die Zusammenarbeit mit allen ärztlichen und psychotherapeutischen Verbänden suchen. Die Zusammenarbeit der verschiedenen Verbände, die bisher im nicht eingetragenen Verein MEDI Baden-Württemberg zusammengearbeitet haben, war sehr gut. (Bericht zur Lage - Stuttgart, 16.11.2005 Dr.W. BAumgärtner)
Ärzte-DEMO in Stuttgart 19.5.2006
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Ärzte-DEMO in Stuttgart 19.5.2006
  • MEDI ergänzt und unterstützt die Arbeit der KV Nordwürttemberg und wird als gewerkschaftsähnliche Interessenvertretung im Sinne einer Parallelorganisation dort tätig, wo die KV per Gesetz nicht mehr als Vertragspartner auftreten darf. Die MEDI Verträge innerhalb der Praxisnetze sind für die Mitglieder verbindlich. Damit ist der MEDI Verbund einerseits im Vertragswesen handlungsfähig (er kann Ja oder Nein zu Vertragsangeboten sagen),anderseits garantiert die Verbindlichkeit dem einzelnen Mitglied, dass er nicht in von Krankenkassen diktierte Einzelverträge einwilligen muss. Denn bei MEDI lautet im Vertragsgeschäft das Prinzip: Entweder alle oder keiner.
  • Sie sind Gründungsmitglied von Medi Trier. Wo sehen Sie die Existenzberechtigung für solche Parallelorganisationen? Müller: Ziel der Gründung war es, eine Parallelorganisation zu schaffen, weil die Politik alle zwei, drei Jahre das KV-System infrage stellt. Das gilt noch heute. Denn wir erleben ja, dass Ärzte Einzelverträge mit den Kassen nicht auf Augenhöhe verhandeln können. Im Grunde wird ein Einzelvertrag per Post an die Praxis geschickt, und dem Empfänger bleibt nur die Wahl zu unterschreiben oder nicht zu unterschreiben. Das wollen wir nicht. Deshalb ist eine gut strukturierte Parallelorganisation notwendig.
  • Damit ist unsere "Non-MEDI-Fraktion" bisher sehr stabil geblieben, die sich als Koalition aus Hausärzten, Fachärzten, Vertretern der Sprechenden Medizin, Psychologischen Psychotherapeuten und KJP aller 4 KV-Bezirke zusammengeschlossen hatte, um die von MEDI angestrebte totale Machtübernahme in der neuen KV zu verhindern. Das MEDI-Lager hatte somit nicht einen seiner Kandidaten durchbekommen, offenbar waren einige von dort als sicher eingeschätzte Unterstützer eben doch fester zu unserer Koalition gestanden als dortigerseits erwartet. Die Gratulation von MEDI-Chef Dr. Werner Baumgärtner blieb dementsprechend kurz und eisig, auch ansonsten erschien mir die Stimmung im MEDI-Lager bestürzt und frustriert...(bvvp - homepage)
  • Bericht zur Lage Stuttgart, 16.11.2005 Liebe Kolleginnen, liebe Kollegen, wir stehen vor großen Veränderungen im Gesundheitswesen, deshalb wird es auch Veränderungen in unserer Organisation geben, die es heute zu entscheiden gilt. MEDI ist inzwischen zu einer bundesweiten Marke geworden, deshalb sind im letzten Jahr die Weichen gestellt worden, dass aus der Vertragsärztlichen Vereinigung e.V. nun MEDI Baden-Württemberg e.V. wird und ich bin optimistisch, dass Sie heute der Namensänderung und dem Beitritt weiterer Organisationen zustimmen werden.
19.5.2006 - Bundesweit Ärztedemonstrationen - Hier Stuttgart MEDI-Infowand
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19.5.2006 - Bundesweit Ärztedemonstrationen - Hier Stuttgart MEDI-Infowand
Rundschreiben MEDI Baden-Württemberg Januar 2008
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Rundschreiben MEDI Baden-Württemberg Januar 2008
  • Parallel dazu hat Medi Baden-Württemberg den „sanften Ausstieg“ aus dem KV-System eingeläutet. Anfang Mai 2008 unterzeichneten Medi, der Hausärzteverband Baden-Württemberg und die dortige AOK einen Vertrag zur hausarztzentrierten Versorgung, der für Wirbel sorgte. Erstmals hatte eine Krankenkasse an der KV vorbei über die flächendeckende hausärztliche Versorgung ihrer Versicherten und damit über den Ausstieg der beteiligten Hausärzte aus dem Kollektivvertrag verhandelt. Hinzu kommt, dass der Vertrag aus der bereinigten Gesamtvergütung gegenfinanziert wird, das heißt durch Abzüge aus dem KV-Honorartopf aller Hausärzte. Das sorgt für hitzige Debatten und Anfeindungen zwischen KVen und freien Ärzteverbänden. Die KVen fürchten, zu Resteverwaltern degradiert zu werden, die freien Verbände wittern Morgenluft.
  • Medi ist stärker als andere Ärzteverbände ein Zwitter: Oppositions- und Protestbewegung zum einen, gestaltende Kraft im Vertragswettbewerb zum anderen. Das zeigt sich im Stammland von Medi, in Baden-Württemberg, am stärksten. Dort setzt der Verbund - zusammen mit dem Hausärzteverband - auf ein langsames Loseisen der Ärzte aus dem KV-System. Begünstigt wird das durch eine in sich zerstrittene KV und Vertreterversammlung. Das sind Rahmenbedingungen, die andernorts so nicht gelten. Deshalb hatten alle Expansionspläne von Medi über den Südwesten hinaus bisher nur begrenzten Erfolg.
  • "Medi ist als Parallelorganisation zur KV gegründet worden", sagt Werner Conrad, Geschäftsführer der Mediverbund Dienstleistungs GmbH. Seit Juli 2001 ist Conrad bei Medi dabei. "Unser Ziel war es, auf den Tag vorbereitet zu sein, an dem die Kassen Verträge ausschreiben", erinnert er sich. Man habe verhindern wollen, dass Verträge mit einzelnen Ärzten gemacht werden. Heute stehe Medi als eine Komplementärorganisation da, die den Ärzten neben dem Kollektivvertragssystem ein zusätzliches, planbares Einkommen beschert. Denn gemeinsam mit Hausärzten ist Medi im großen Stil der Einstieg in das Vertragsgeschäft gelungen. "Wir haben in Baden-Württemberg einen Organisationsgrad von fast 40 Prozent und waren in Kooperation mit dem Hausärzteverband sofort in der Lage einen Hausarztvertrag mit der AOK zu schließen und mit Leben zu füllen, der unseren Ärzten eine bessere Vergütung bringt", zieht Medi-Chef Dr. Werner Baumgärtner Bilanz. Die Vorstellung, dass man seine Zukunft auf den Einnahmen aus den Kollektivverträgen sichern kann, sei angesichts der Umverteilungspolitik der KBV eine Fata Morgana geworden.


KV-Wahlen 2010

  • MEDI ist als stärkste Gruppierung mit dreizehn Sitzen aus der KV-Wahl in Baden-Württemberg 2010 hervorgegangen, gleich darauf folgt der Hausärzteverband mit zehn Sitzen. Die beiden Verbände sind übereingekommen mit Unterstützung nahestehender Delegierter und Gruppierungen zukünftig den Vorstand der KV BW gemeinsam stellen zu wollen. Ein geordnetes Miteinander, statt völlig sinnloser Konfrontation zwischen Selektivvertrag und Kollektivvertrag, unter dem Motto „Gut ist, was dem Arzt und nicht den Institutionen dient“ wird Teil einer neuen Honorarpolitik für Ärzte und Psychotherapeuten sein. Ziele müssen eine leistungsadäquate Bezahlung und eine neue Planungssicherheit sein!
  • KBV 2011 – 10 Gründe für einen Neuanfang Die Akzeptanz der Standespolitik der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV) ist in den letzten Jahren bei ihren Mitgliedern, den niedergelassenen Hausärzten, Fachärzten und Psychotherapeuten, weiter stark gesunken. Es fehlt jede Planungssicherheit, denn die KBV-Führung ändert fortlaufend die Rahmenbedingungen in den Praxen.

MEDI

  • Die Delegiertenversammlung von MEDI Baden-Württemberg hat Werner Baumgärtner erneut zum Landes-Vorsitzenden gewählt. Er erhielt in geheimer Wahl 60 von 61 Stimmen. Damit leitet Baumgärtner für weitere vier Jahre die Geschicke von MEDI im Südwesten. Auch seine beiden Stellvertreter, Michael Ruland und Ekkehard Ruebsam-Simon, bleiben für weitere vier Jahre im Amt. Ruland wurde wird mit 60 Stimmen wieder gewählt, Ruebsam-Simon erhielt 58 Stimmen. (April 2011)

Links

  • Medi-Verbundsysteme: Mit aller Macht ins Netz - Sie wollen mehr sein als eine Einkaufsgenossenschaft. Die Medi-Verbundsysteme sind eine Reaktion auf neue Strukturen im Gesundheitssystem. Deutsches Ärzteblatt vom 03.11.2000
  • Wie ist MEDI entstanden? Die Vertragsärztliche Vereinigung Nordwürttemberg, ein 1992 gegründeter fach-übergreifender Berufsverband niedergelassener Ärzte und Psychotherapeuten, hat die MEDI Verbund GmbH 1999 als Unternehmen von Ärzten für Ärzte gegründet als Parallelorganisation zur KV Nordwürttemberg.
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