NAV-Virchow-Bund
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Der NAV-Virchow-Bund, (so stellt er sich selbst dar) Verband der niedergelassenen Ärzte Deutschlands, ist der einzige freie ärztliche Verband, der die Interessen aller niederlassungswilligen, niedergelassenen und ambulant tätigen Ärztinnen und Ärzte aller Fachgebiete gegenüber Regierung, Parlament, der inner- und außerärztlichen Öffentlichkeit, der ärztlichen Selbstverwaltung und sonstigen am Gesundheitswesen Beteiligten auf Bundes- und Landesebene vertritt.
Dr. Dirk Heinrich - im November 2010 zum Vorsitzenden gewählt
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Arbeit des Verbands wofür?
- Er wirkt darauf hin, dass sich die Bundesregierung darauf beschränkt, Ordnungs- und Leistungsrahmen zu schaffen, die eine effiziente Umsetzung gesundheitspolitischer Ziele ermöglichen. Nach Auffassung des NAV-Virchow-Bundes darf es nicht Aufgabe des Staates sein, im Sinne eines zentralistisch gelenkten Gesundheitssystems bevormundend einzugreifen. Immer mehr Staat bedeutet immer mehr Verlust von Freiheit und Eigenverantwortung.
- Neben der ständigen berufspolitischen Vertretung bietet der NAV-Virchow-Bund, Verband der niedergelassenen Ärzte Deutschland, eine Vielzahl arzt- und praxisrelevanter Serviceleistungen an und gibt die Fachzeitschrift „der niedergelassene arzt“ heraus, ein Magazin für Berufspolitik, Medizin, Fortbildung und Wirtschaft.
- er NAV-Virchow-Bund ist in der offiziellen Lobbyisten-Liste beim Bundestag eingetragen, unter anderem mit folgenden Angaben:
- I n t e r e s s e n b e r e i c h
- Zweck des Verbandes ist
- die Sicherung und Förderung der freiberuflichen Tätigkeit niedergelassener Ärzte und Zahnärzte,
- der Niederlassungsfreiheit,
- des freien Zugangs zur vertragsärztlichen Tätigkeit und
- der freien Arztwahl der Bevölkerung.
- Der Verband vertritt die Interessen dieser Arztgruppe in parteipolitischer, weltanschaulicher und konfessioneller Neutralität gegenüber den Parlamenten, den Regierungen, den Parteien, Behörden, Organisationen und Institutionen.
- Mitgliederzahl: 20.000
Historie
- Niedergelassene Ärztinnen und Ärzte bemühten sich nach Kriegsende, zunächst ihre Interessen in Arbeitsgemeinschaften umzusetzen. Erste Landesverbände gründeten sich Anfang 1949 in Nordrhein-Westfalen und Hamburg. Diese schlossen sich während des Ärztetags in Hannover in der Zeit vom 2. bis 4. September 1949 zum „Verband der niedergelassenen Nicht-Kassenärzte Deutschlands (NKV)“ zusammen.
- Hans-Wolf Muschallik (1949-1953)
- Kaspar Roos (1953-1982)
- Erwin Hirschmann (1982-1994)
- Maximilian Zollner (1994-2006)
- Klaus Bittmann (seit 2006)
- Dirk Heinrich im November 2010
Ehrungen
- Die Kaspar-Roos-Medaille wird alljährlich im Gedenken an den Mitbegründer und Vorsitzenden des damaligen NAV, Dr. Kaspar Roos, für langjährige Verdienste um das Ansehen der deutschen Ärzteschaft verliehen.
- Aber Dr. Kaspar Roos muß sich aus gutem Grund eine weitere Frage gefallen lassen, die wenig mit Medizin und einiges mit Linguistik zu tun hat. Da er einer der drei Geburtshelfer ist, die in einem Kölner Hotel das „Deutsche Ärztesyndikat" zur Welt gebracht haben (der Urvater des Gedankens war Dr. Peter Sachse, der Vorsitzende des Berufsverbandes der praktischen Ärzte, und als dritter in diesem kollegialen Triumvirat wirkte Dr. Hubert Waldmann mit, der Vorsitzende des Verbands der Fachärzte), muß Dr. Roos Auskunft geben, wie man im Zusammenhang mit einer Ärzte-Organisation das Wort „Syndikat" zu verstehen habe.
Zitate
- Den Gelüsten mancher Krankenkassenfunktionäre und auch seitens der Politik (insbesondere der SPD und der Grünen), das Einkaufsmodell an die Stelle des Sicherstellungsauftrags im ambulanten Sektor zu setzen, will der Verband energisch den Kampf ansagen. Bei einer Abschaffung des Sicherstellungsauftrags und der Verlagerung der Kompetenzen der Kassenärztlichen Vereinigungen auf die Krankenkassen würde man die KVen spalten und dem Kartell der Krankenkassen" ausliefern. Der Verband engagiert sich für eine funktionierende gemeinsame Selbstverwaltung von Ärzten und Krankenkassen als Grundlage für ein intaktes Gesundheitswesen. Voraussetzung sei allerdings, daß das Prinzip der "gleich langen Spieße" und der gleichen Startpositionen durchgesetzt wird. Um neue Modelle ärztlicher Versorgungsstrukturen erproben zu können, müßten die dazu benötigten Finanzmittel außerhalb des Budgets bereitgestellt werden. Im übrigen baut der Verband auf die Zusage der Politik, daß das Budget Ende 1995 suspendiert wird.
- Ärzteverband legt alternativen Reformplan vor - Alle Kassen sollen für Prämien eine Grundabsicherung anbieten - Als Kronzeuge für die Güte der eigenen Reformpläne dient dem NAV der Chefökonom der Deutschen Bank Professor Norbert Walter. Das Positionspapier des NAV sei "alles in allem ein großer Wurf", hatte Walter dem NAV-Chef Dr. Maximilian Zollner geschrieben und geschwärmt: "Es ist ein Masterplan für ein freiheitliches, effizientes und langfristig tragfähiges Gesundheitssystem, das den Prinzipien der Sozialen Marktwirtschaft entspricht und den Herausforderungen des demografischen Wandels gerecht wird."
- Der NAV träumt von einer anderen Krankenkassen-Welt - Die gesetzliche Krankenversicherung steht vor dem Kollaps - deshalb braucht das deutsche Gesundheitssystem einen fundamentalen Wechsel: die Konzentration auf die Versicherung von Krankheitsrisiken und medizinische Grundleistungen sowie die Ablösung von Sachleistungen durch das Kostenerstattungssystem. Generell soll die Sachleistung durch Kostenerstattung abgelöst werden. Damit herrsche vollkommene Transparenz für Patienten und Krankenkassen.
- Die KBV hat die Kostenerstattung – eine zentrale Forderung der Ärzteschaft – so gut wie beerdigt. Dadurch stellt sich die KBV offen gegen die Interessen der niedergelassenen Ärztinnen und Ärzte. „Dieser Konflikt wird zum Kernthema des nächsten Nationalen Protesttages am 22. September 2006 in Berlin werden“, kündigt der Vorsitzende des NAV-Virchow-Bundes am 3.8.06 in der Frankfurter Allgemeinen Zeitung an.
- ENDE DER GEFÄLLIGKEITEN: ÄRZTE BOYKOTTIEREN DIE E-CARD - Berlin, 7. Februar 2007 – Der NAV-Virchow-Bund lehnt eine Zusammenarbeit der niedergelassenen Ärzte bei der Einführung der elektronischen Gesundheitskarte ab. Daher ruft er alle Mitglieder und niedergelassenen Ärzte in den bestehenden und zukünftigen Testregionen zum Boykott des Einführungstests auf. Dazu erklärt der Bundesvorsitzende, Dr. Klaus Bittmann ... Das BGM kritisierte den Aufruf als „unüberlegt und rückwärts gewandt“ man erweise damit der eigenen Sache der Ärzte „keinen guten Dienst“, sagte Ministeriumssprecher Klaus Vater. Ärzte wie Patienten könnten die Karte „sehr gut gebrauchen“. Fakt sei auch, dass die Ärzte in den Testregionen die Einführung der Karte wünschten.
- Mit einiger Bitterkeit zog Klaus Bittmann, der inzwischen ein Jahr als NAV-Vorsitzender amtiert, am Rande der Hauptversammlung seines Verbandes Bilanz. Derzeit hat die Organisation noch 12 000 Mitglieder, leidet aber unter Überalterung und Mitgliederschwund. "Wenn es unverändert so weitergeht, haben wir in fünf Jahren noch 8000 Mitglieder." Eitelkeiten und Partikularinteressen prägten die Verbandspolitik der Ärzte. Dringend sucht der NAV deshalb nach Kooperationen, vor allem in den Ärzte-Genossenschaften - Bittmann ist für sie in Schleswig-Holstein aktiv -, aber auch mit den Medi-Verbünden. Das Ziel ist, die Voraussetzungen dafür zu schaffen, dass Vertragsärzte aus dem KV-System aussteigen können, aber eine wirtschaftliche und rechtlich gesicherte Alternative haben. Gespräche führe der NAV-Virchowbund auch mit dem Hartmannbund, der unter einer ähnlichen Auszehrung leidet. (Ärzte Zeitung, 19.11.2007)
- Aber gleichzeitig wissen Kassenärztliche Vereinigungen nicht, inwieweit die kollektivvertragliche Gesamtvergütung Bestand hat. Die bisherigen Direktverträge zwischen ärztlichen Gruppierungen und Kassen haben bis auf Baden-Württemberg keine größeren Bereinigungsmechanismen ausgelöst. Die Verabschiedung des neuen § 73b SGB V als Gewinn des Hausärzteverbandes nach bayerischer Wahlstrategie löst das Vertragsmonopol der Kassenärztlichen Vereinigungen für hausärztliche Versorgung zumindestens schrittweise ab, die flächendeckende Trennung der Hausärzte von den Kassenärztlichen Vereinigungen ist denkbar. Inwieweit die Fachärzte unter Nutzung des § 73c SGB V nun auch eigene Wege suchen oder unter Umgehung der Kassenärztlichen Vereinigungen mit den Hausärzten paktieren, bleibt abzuwarten. Der Gesetzgeber hat hier jedenfalls eine Lunte gelegt, die den Kassenärztlichen Vereinigungen honorarpolitisch und funktional das Fundament gefährdet. Die Körperschaft öffentlichen Rechts wackelt ganz gewaltig bei gewachsenen Akzeptanzproblemen. Ich will hier nicht auf Versäumnisse der Vergangenheit, auf taktische und strategische Fehler, auf EBM-Reformen und Honorarverteilungsmaßstäbe eingehen. Tatsache ist, dass selbst eine gut geführte Kassenärztliche Vereinigung der niedergelassenen Ärzteschaft keine sichere Heimstätte bieten kann. Dies ist politisch gewollt, schon länger erkennbar gewesen und unter den bestehenden Rahmenbedingungen nicht zu verhindern. Der Sicherstellungsauftrag ist so nicht mehr erfüllbar, es stellt sich die Frage, welche Kräfte stehen bereit oder machen sich auf den Weg, um die Patientenversorgung kompensatorisch mit oder ohne Kassenärztliche Vereinigung zu gewährleisten und Ärztinnen sowie Ärzten in freier Praxis in dieser verworrenen Situation zu begleiten. (Bericht zur Lage anlässlich der Bundeshauptversammlung NAV-Virchow-Bund am 14./15. November 2008 in Berlin: „Chancen und Wege im Umbruch“ Dr. Klaus Bittmann
Links
- Viele Ärzte stehen vor dem Nichts, ruiniert durch die vom NAV-Wirtschaftsdienst vermittelten Immobilienfonds
