Patienteninteressen

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Patienteninteressen und -rechte werden durch Selbsthilfegruppen oder eigenständige Verbände sowie politische, kommerzielle, gemeinnützige und private Institutionen vertreten. Einige Verbände werden von der Pharmaindustrie finanziert, andere sind gesetzlich festgelegt.

Zwischen Arzt und Patient wird mit Aufnahme der Behandlung ein Vertrag geschlossen. Nach diesem schuldet der Arzt nicht einen Erfolg, den er nicht garantieren kann, sondern seine professionellen Bemühungen um die Erhaltung oder Wiederherstellung der Gesundheit oder um die Linderung von Leiden des Patienten. Wenn für die Behandlung im Rahmen des Sozialgesetzbuchs (SGB V) die gesetzliche Krankenkasse aufkommt, so wird der Patient als Kassenpatient oder Allgemeinpatient bezeichnet. Dagegen schuldet der Privatpatient das ärztliche Honorar, das sich nach der GOÄ oder Gebührenordnung für Ärzte bemisst, selbst und kann eine Kostenbeteiligung der Krankenkasse oder der privaten Krankenversicherung in Anspruch nehmen.


Links


  • das Selbstbestimmungsrecht
  • das Prinzip der Einwilligung, also das Verbot von Behandlungen ohne Zustimmung des Patienten
  • das Recht auf sorgfältige Heilbehandlung gemäß dem aktuellen Stand der Wissenschaft (nicht aber eine "Erfolgsgarantie")
  • das Recht auf freie Arztwahl
  • das Recht auf Aufklärung, das ist eine für den Laien verständliche Erklärung
der Diagnose, also die wahrheitsgemäße Beschreibung der Krankheit und ihrer wahrscheinlichen Folgen
der Therapie, also die Beschreibung der Behandlungsalternativen
der Risiken, insbesondere der Nebenwirkungen und der Erfolgsaussichten
der Kosten
  • das Recht auf Einsicht in die Krankengeschichte
  • die ärztliche Schweigepflicht, § 203 StGB.
  • Dazu kommen noch etwa das Recht auf würdevolle Behandlung, Berücksichtigung religiöser Bedürfnisse, ausreichende Besuchsmöglichkeiten, etc. In Deutschland haftet der Arzt seinem Patienten auf Folgen einer evtl. fehlerhaften Behandlung unter dem Gesichtspunkt der Arzthaftung.


  • Auf diesen Beobachtungen begründete sich das Erkenntnisinteresse des Projekts „Neue Patienten – Neue Ärzte?“ Erstens wollten wir klären, ob und wie sich die Veränderungen auf Patientenseite im Selbstverständnis des Arztes und seinem Rollenverständnis im Arzt-Patienten-Verhältnis widerspiegeln. Zum anderen stellten wir uns die Frage, welche strukturellen und institutionellen Reformen des Gesundheitswesens aus ärztlicher Sicht wünschenswert und durchführbar sind? Das Ziel des Projekt war es, analog zu der bereits erläuterten Patiententypologie aus dem Jahr 2004, verschiedene Ärztetypen zu definieren, die mittel- und langfristig ein stabiles Verhalten erwarten lassen.
  • Als Einziger Souverän bestimmt die Bundespolitik mit Gesetzen bis ins Kleinste, doch meist nur grob formuliert, nach welchen Regeln die eingezahlten Patientengelder – Krankenkassenbeiträge-verwendet werden sollen. Die Politik bestimmt auch, wer bezahlen muß (Beamte und Selbständige nicht- wie-lange noch?- ab 80.000 DM Einkommen nicht-usw.) „Kontrolliert“ wird diese Gesundheitspolitik nur durch die Opposition. Ausrichten kann diese Opposition jedoch Nichts- genauso wenig wie eine Ländergesundheitsministerin oder eine Patientenvertretung (in den Krankenkassen z.B.) Alle beauftragetn Handelnden (vom Länderminister über die Krankenkassenbosse bis zur Arzthelferin) haben so zu gehen, wie Berlin es regelt. Wenn am System etwas nicht stimmt, haben die Chefs in Berlin die Dinge falsch geregelt oder nicht im Griff, da alle untergebenen Handelnden naturgemäß nach eigenen (in der Regel wirtschaftlichen) Maßstäben handeln- was grundsätzlich nicht zu kritisieren ist. Wenn wir reformieren wollen, weil wir einen Bedarf sehen, müssen wir dort anfangen, wo die Entscheidungen gefällt werden.
  • Dabei gibt es zahllose Patientinnen und Patienten, die ihr Schicksal selbst in die Hand nehmen Sie organisieren sich hauptsächlich in Selbsthilfegruppen und in Selbsthilfeorganisationen. Allein in Nordrhein-Westfalen gibt es schätzungsweise 12 bis 14 Tausend Selbsthilfegruppen in 340 Themenbereichen und 80 überregionale Selbsthilfeorganisationen. In der Selbsthilfe geht es auch und wesentlich um Patienteninteressen. Aber es geht mindestens ebenso sehr um die konkrete Betroffenheit, um gegenseitige Unterstützung, um die psychosoziale Stärkung, um Informationen zu bestimmten Krankheitsbildern und um den gegenseitigen Rat der betroffenen Menschen unter- einander. Insofern sind Selbsthilfegruppen und Selbsthilfeorganisationen die real existierende Patientenbewegung in unserem Land. Aber sie bearbeiten eher die konkreten Probleme bestimmter Krankheitsbilder und weniger die allgemeinen Themen und Fragen von Patientinnen und Patienten im Gesundheitswesen.
  • Das Bundesministerium für Gesundheit (BMG) hat in den vergangenen Jahren mit Unterstützung der Selbstverwaltungsorgane (Krankenkassen, (Zahn-) Ärztekammern, kassen(zahn)ärztliche Vereinigungen, Krankenhausgesellschaften) politisch-rechtliche Rahmenbedingungen für mehr Bürger- und Patientenorientierung im Gesundheitswesen geschaffen, unter anderem die Verankerung einer Beratungsbeteiligung von Patientenvertretern und -vertreterinnen in Entscheidungsgremien des Gesundheitswesens, die Etablierung einer Patientenbeauftragten, die Stärkung der Patientenrechte und die Förderung von unabhängigen Einrichtungen der Verbraucher- und Patientenberatung.
    • Was wissen wir tatsächlich über die Folgen?
    • Wurden wir über die Nebenwirkungen dieser „Reform“ informiert?
    • Welche Hände greifen nach dem Topf in dem unsere Beiträge liegen?
    • Wieso erzählen uns Politiker laufend von Einsparungen wegen hoher Kosten?
    • Warum finden amerikanische Investoren (auch Heuschrecken genannt) trotzdem unser Gesundheitswesen so lukrativ und investieren darin immer schneller?
    • Weshalb lassen wir die elektronische Gesundheitskarte und die elektronische Patientenakte zu und geben unsere Einwilligung zur Datenspeicherung in einem Zentralcomputer?
    • Wer bitte glaubt tatsächlich, dass unsere Daten dort vor unbefugtem Zugriff sicher sind?


Zitate

  • Als informierter Patient ist es notwendig sich mit theoretischen Fakten zum Thema Gesundheitsreform zu beschäftigen, ansonsten werden wir als Patienten zwischen einzelnen Interessengruppen zerrieben und gezielt desinformiert. Jeder Gesundheitspolitiker entwickelt neue Konzepte, die er überwiegend aus Partei- und Eigenprofilierung durchsetzen will. Bei punktgenauer Betrachtung behindern diese Konzepte, bis hin zur jetzigen Gesundheitsreform, das Gesundheitssystem negativ. Wir als Patienten erfahren nichts über politische und kommerzielle Machtspiele, die hinter den Kulissen durchgeführt werden. Der Patient wird zur Ware, über und an ihm wird verdient. Unsere Gesundheit wird als Markt der Zukunft verstanden. Wir als Patienten darin zerrieben, vermarktet und belogen. Aus wahltaktischen Überlegungen wagt kein Politiker öffentlich die Wahrheit zu sagen über die tatsächliche Lage des Gesundheitssystems! Im Gegenteil: Durch gezielte Halbwahrheiten werden wir Patienten desinformiert, in dem uns von Politikern die Gesundheitsreform wie ein Lottogewinn für Patienten verkauft wird. Um uns als Wähler zu gewinnen, wird bewusst in Kauf genommen, dass die Selbstbedienungsmentalität mit einer solchen Strategie gefördert wird. Der bereits angelaufene Entsolidarisierungsprozess hat Folgen. Wir nutzen die Chance und bringen uns als informierte Patienten in die öffentliche Diskussion ein, damit ab sofort mit uns und nicht über uns entschieden wird.
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