Peter T. Sawicki

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Peter T. Sawicki
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Peter T. Sawicki

Prof. Dr. Peter T. Sawicki * 24. Januar 1957 in Warschau, Polen, ist ein deutscher Arzt und Medizinwissenschaftler. In Nordrhein ist er als Experte im Zusammenhang mit dem Disease-Management-Programm Koronare Herzkrankheit (DMP KHK) aktiv. Seit Sept. 2004 Leiter des Institutes für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen.

  • 1984 bis 1991 Assistenzarzt
  • 1991 bis 1997 Oberarzt
  • 1997 bis 2000 leitender Oberarzt an der Klinik für Stoffwechselkrankheiten der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf. Dabei war er von 1991 bis 2000 Leiter der Ambulanz für Diabeteskomplikationen. Von 1992 bis 1998 hatte er das Amt des Sprechers der Notärztegruppe inne.
  • seit 2000 Direktor der Abteilung für Innere Medizin des St. Franziskus Hospitals in Köln.
  • 2002 gründete der Diabetologe das Institut für evidenzbasierte Medizin (DIeM).

Inhaltsverzeichnis

Zitate

  • Medizinischer Aufklärer und Widersacher der Pharmaindustrie
Die einstimmige Entscheidung des Gemeinsamen Bundesausschusses (G-BA) vom gestrigen Dienstag, Analog-Insuline für Diabetiker nicht mehr von den Krankenkassen erstatten zu lassen, lasten viele Patienten Sawicki an. Das Institut, das im Juni 2004 im Zuge der Gesundheitsreform gegründet wurde, hatte im Februar ein 124-seitiges Fachgutachten vorgelegt, auf dem der Beschluss des G-BA basiert. Im Auftrag des G-BA und des Gesundheitsministeriums untersucht es Nutzen, Qualität und Wirtschaftlichkeit medizinischer Leistungen. (Quelle: Süddeutsche Zeitung 19. Juli 2006)
  • Wieviel Kontrolle braucht die Medizin?
Vor ein paar Jahren wurde evidenz-basierte Medizin noch als „Kochbuchmedizin“ verunglimpft. Dass nun die Stimmung umgeschlagen ist, hat mehrere Gründe. Viele Ärzte wollen sich gegen Beliebigkeit schützen. Evidenz-basierte Medizin hilft, unter mehreren Alternativen für einen Patienten die vielversprechendste zu identifizieren. Doch sie ist keine Kochbuchmedizin. Im Gegenteil, sie führt zur Emanzipierung des Arztes:
Wer die Leitlinie kennt, kann begründen, warum er im Einzelfall von der Linie abweicht. Das ist anders als in der oft üblichen Medizin, in der Autoritäten ohne weitere Begründung den Ton angeben. Evidenz-basierte Medizin schreibt nicht vor, was zu tun ist, sondern beschreibt das vorhandene Wissen. (Süddeutsche Zeitung Januar 2003)
  • Was darf's denn kosten?
Nicht alles, was medizinisch möglich ist, soll in Zukunft noch bezahlt werden. Die heikle Entscheidung darüber, was dem Kassenpatienten zusteht, trifft nicht mehr der Arzt, sondern der Staat. VON MAGNUS HEIER Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung, 29.10.2006 - Die Entscheidungen, die der Gesetzgeber dem Kölner Institut aufbürden will, sind ethische Grundsatzfragen. Peter Sawick ist über diese Kompetenzausweitung denn auch nicht besonders glücklich. "Wir brauchen einen gesellschaftlichen Konsens, eine Diskussion darüber, wieviel ein zusätzlicher Lebenstag kosten darf."
  • Sawicki: Aber wenn die bestmögliche finanzierbare Versorgung der Patienten Ihr Ziel ist, können Sie sich dann nicht anfreunden mit dem Vorschlag, erst mal mehr Vernunft in die Medizin zu bringen?
Jörg-Dietrich Hoppe: So gering, wie Sie es darstellen, ist die Vernunft in der Medizin doch gar nicht. Ich bin fest davon überzeugt, dass die meisten Ärzte nach bestem Wissen und Gewissen handeln.
Sawicki: Schade, dass Sie glauben, dass durch Regeln die ärztliche Freiheit beschränkt wird. Ich glaube, dass man mit Kochbüchern besser kocht als ohne.
SPIEGEL 29/2009: Herr Hoppe, Herr Sawicki, wir danken Ihnen für dieses Gespräch.
Welt am Sonntag: Woran liegt das?
Sawicki: Weil es einen gesellschaftlichen Konsens gibt. Weil wir mehr Geld ins Gesundheitssystem investieren als andere Länder und weil wir uns bei den Leistungen an bestimmte Spielregeln halten. Doch ich habe große Sorge, dass wir zu wenig dafür tun, dass es langfristig so bleibt. Es gibt zu wenig Anstrengungen zum Schutz der Solidargemeinschaft.


Eigene Geständnisse

  • Die Patientin will gar nicht operiert werden. Sie sagt mir, sie habe große Angst davor, sie möchte lieber noch einmal ihre Enkel sehen und deshalb bald nach Hause. Lange sitze ich an ihrem Bett, spreche mit ihr und kann sie schließlich überreden, der Operation zuzustimmen. Eine Woche nach der Verlegung in die Kardiochirurgie erfahre ich, dass die Patientin kurz nach der Operation verstorben ist. Mein Fehler war, dass ich meinen eigenen Erfolg zeigen wollte und den Willen der Patientin missachtet habe. "Ich habe den Willen der Patientin missachtet" 28.02.2008
  • Der ehemalige Leiter des Instituts für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG), Peter T. Sawicki, wirft der schwarz-gelben Bundesregierung im Zusammenhang mit seiner Abberufung „schlechten Stil“ vor. Der Verlust seines Postens habe sich angefühlt wie ein „Tritt in den Hintern“, sagte Sawicki der „Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung“ (FASZ). Die Art und Weise, wie er entlassen worden sei, werfe „ein Licht darauf, wie man im Gesundheitswesen miteinander umgeht“. (Sept. 2010)

Kritik

  • Das Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG) wird zum 1. September 2010 einen neuen Chef bekommen. Der Vertrag des Pharma-Kontrolleurs Peter Sawicki wird nicht verlängert. Sawicki, der in der Gesundheitsbranche umstritten ist, werden Unregelmäßigkeiten bei Spesenabrechnungen vorgeworfen. Während Stiftungsrat und Vorstand des IQWiG Sawickis Arbeit würdigten, reagierten SPD und Grüne empört auf die Ablösung. SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach sprach von "lupenreiner Klientelpolitik von Schwarz-Gelb". Das Institut bewertet den Nutzen von Arzneimitteln und anderen Therapien und gibt Empfehlungen, was finanziert werden soll.
Quelle: Rheinische Post
  • SPD und Grüne reagierten empört auf die Ablösung Sawickis. Die Bundesregierung habe die Personalentscheidung „maßgeblich” vorangetrieben und sich damit „zum Erfüllungsgehilfen der Pharmainteressen gemacht”, sagte SPD-Generalsekretärin Andrea Nahles in Berlin. Grünen-Chefin Claudia Roth kritisierte, mit Sawicki werde ein „ausgewiesener Kritiker der Pharmabranche mundtot” gemacht.

Kollektive Aktionen

  • Innerhalb von acht Tagen unterschrieben 600 im Gesundheitswesen Tätige - darunter mehrheitlich Hausärztinnen und Hausärzte aus der ganzen Bundesrepublik und 50 Professoren - eine Petition an Gesundheitsminister Philipp Rösler und an den IQWiG-Stiftungsrat, in der sie fordern, Sawicki in seinem Amt als IQWiG-Leiter zu bestätigen. Dass Sawicki bei den Ärzten unbeliebt sei, sei offensichtlich ein "Trugschluss", so der Organisator Günther Egidi, Allgemeinarzt aus Bremen von der Deutschen Gesellschaft für Allgemeinmedizin und Familienmedizin. "Die nicht selten unter Dauerfeuer von Pharmareferenten stehenden Hausärzte", sagt Egidi, "wünschen sich dringlich, weiterhin über eine unabhängige Informationsquelle zu umstrittenen Medikamenten zu verfügen. Das Geld der Krankenkassen ist endlich. Deshalb möchten die Hausärzte sparsam sein, ohne ihren Patienten eine gute Behandlung vorzuenthalten. "

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