Qualitätsindikator
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Ein (Qualitäts-) Indikator ist ein quantitatives Maß, welches zum Monitoring und zur Bewertung der Qualität wichtiger Leitungs-, Management- und unterstützender Funktionen genutzt werden kann, die sich auf ein Ergebnis (Dienstleistungsprozess oder Produktionsprozess) auswirken. Ein Indikator ist kein direktes Maß der Qualität. Es ist mehr ein Werkzeug, das zur Leistungsbewertung benutzt werden kann, das Aufmerksamkeit auf potentielle Problembereiche lenken kann, die einer intensiven Überprüfung innerhalb einer Organisation bedürfen könnten. Die erhobenen Messwerte können sich innerhalb oder außerhalb eines Referenzbereiches bewegen oder einen Referenzwert über- oder unterschreiten. Vielfach synonym zum Begriff Qualitätsindikator wird der Begriff Kennzahl verwendet.
Medizinische Qualitätsindikatoren (=Klinische Messgrößen) messen Eigenschaften der Gesundheitsversorgung (z. B. von Strukturen, Prozessen und Ergebnissen), die im Rahmen des Qualitätsmanagements bewertet werden sollen.
In Deutschland und der Schweiz existieren mittlerweile umfangreiche Programme zur Qualitätsbewertung der medizinischen Versorgung anhand von Qualitätsindikatoren (z. B. der Bundesgeschäftsstelle Qualitätssicherung in Düsseldorf. Das ÄZQ unterhält ein Programm zur Qualitätsentwicklung klinischer Messgrößen.
Zitate
- Qualitätssicherung wird die zweite große Ressource sein, die wir ausschöpfen werden. Die Sicherung von Qualität gehört zu den Schlüsselaspekten einer wirklichen Reform der gesetzlichen Krankenversicherung. Wir brauchen klare Standards; diese werden wir schaffen. Darüber hinaus werden wir - das ist für viele schmerzlich - den Leistungskatalog überarbeiten und Leistungen streichen. Wir müssen neu bestimmen, was künftig zum Kernbereich der gesetzlichen Krankenversicherung gehört und was nicht. (Regierungserklärung von Bundeskanzler Schröder am 14. März 2003 -„AGENDA 2010“)
- Kritik an der Weiterbildung - Mit diesem Vorschlag geht die KBV bei einem in der Ärzteschaft heiß umstrittenen Thema in die Offensive. Schon seit Jahren diskutieren Experten, wie man die Qualität der ärztlichen Behandlung messen und entsprechend bewerten kann. Seit längerem wird beklagt, dass viele Mediziner sich nicht intensiv genug weiterbilden und deswegen die Qualität der Behandlung leide. Seit 2004 gibt es eine Fortbildungspflicht, wonach Kassenärzte alle fünf Jahre nachweisen müssen, dass sie sich auf dem Laufenden halten. Ansonsten drohen ihnen finanzielle Einbußen. Doch wird auch innerhalb vieler Kassenärztlicher Vereinigungen bezweifelt, ob dies ausreiche. Die Fortbildungsseminare seien oft zu seicht und die Prüfungen zu einfach, heißt es.
- Nach Tricksen, Täuschen, Lügen und dem Thema „Einsparungen“ ist als weitere Kriegstrategie die „öffentliche Qualitätsdiskussion“ zu nennen. Die TK war zu vernehmen: "Wir können nicht immer nur über die Höhe der Vergütung reden. Wenn die Verträge keine bessere Qualität und größere Wirtschaftlichkeit bringen, brauchen wir sie nicht.“
- Diese permanente öffentliche Diskussion über die Notwendigkeit einer Qualitätssteigerung impliziert, wir Hausärzte würden bis heute mit verminderter Qualität arbeiten. Ich (Wolfgang Hoppenthaller in Bad Sassendorf September 2010) halte diese öffentliche vermeintliche Qualitätsdiskussion für eine gezielte Diffamierung unseres Berufsstandes. Alleine zu diesem Zweck wurde sie von der KBV in diese Diskussion um die Hausarztverträge eingeführt und von den Kassen und von den genannten Politikern gerne übernommen.
Weblinks
- Outcome-Programm (CH)
- Bundesgeschäftsstelle Qualitätssicherung (D)
- Informationen zu Qualitätsindikatoren des ÄZQ (D)
- Sens B, Fischer B, Bastek A, Eckardt J, Kaczmarek D, Paschen U, Pietsch B, Rath S, Ruprecht T, Thomeczek C, Veit C, Wenzlaff P., Begriffe und Konzepte des Qualitätsmanagements - 3. Auflage. GMS Med Inform Biom Epidemiol. 2007;3(1):Doc05 (D)
Quellen
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