Qualitätszirkel

Aus ArztWiki

Wechseln zu: Navigation, Suche

Qualitätszirkel sind Gruppen von Ärzten und Psychotherapeuten, die sich mit der Qualitätsentwicklung der "Versorgungspraxis" der Vertragsärzte beschäftigen. Sie arbeiten mit dem Programm der "best practice". Hierunter versteht man eine Grundhaltung im Rahmen von Qualitätslenkungsprozessen, bei der sich Ärzte und Psychotherapeuten um die stetige Weiterentwicklung der von ihnen vollzogenen Handlungspraxis bemühen.


Inhaltsverzeichnis

Gesetzliche Grundlagen

Die Qualitätszirkel arbeiten nach den Richtlinien der KBV für Verfahren zur Qualitätssicherung nach § 75 Abs. 7 SGB V aus dem Jahr 1994. Sie bilden die Grundlage für eine bundesweit weitgehend einheitliche Vorgehensweise zur Errichtung und Weiterentwicklung von Qualitätszirkeln.


Grundlagen der Arbeit

Im interkollegialen Erfahrungsaustausch werden Versorgungsroutinen bewusst gemacht und eine Analyse und Bewertung der eigenen Tätigkeit ermöglicht.Qualitätszirkel arbeiten auf

  • freiwilliger Basis
  • mit selbstgewählten Themen
  • erfahrungsbezogen
  • auf Grund des kollegialen Diskurses
  • mit Moderator/in
  • mit Evaluation ihrer Ergebnisse, soweit möglich auf der Basis

empirischer Daten aus der ambulanten Versorgung

  • kontinuierlich
  • mit festem Teilnehmerkreis
  • mit Ärzten/Psychotherapeuten gleicher Fachrichtung


Moderatoren

Moderatoren erhalten eine Ausbildung, in der Grundlagen für die Leitung einer Qualitätszirkels vermittelt werden. Es werden Elemente der Gesprächsführung und der Gruppendynamik sowie Moderationstechniken vermittelt. Dies sind z.B. die Patientenfallkonferenz, die kritische Bewertung von Leitlinien sowie die Erarbeitung von Verfahrensanweisungen und kollegialen Absprachen.


Erfahrungen

Von wesentlicher Bedeutung für die Arbeit eines Qualitätszirkels ist die Unterstützung der Moderatoren und die Entwicklung bzw. Aufbereitung von Themen. Die Moderatoren sind von entscheidender Bedeutung für die Kommunikation innerhalb der Qualitätszirkel und den erfolgreichen Einsatz von formalen Kommunikationsinstrumenten.


Tutoren

Zur Unterstützung der Moderatoren wurde von einzelnen KV`en und der KBV ein Konzept zur Ausbildung von Qualitätszirkel-Tutoren entwickelt.Schwerpunkte bilden die Themen

  • Grundlagen der Gruppenleitung und Patientenfallkonferenz
  • Evidenzbasierte Medizin und Leitlinien
  • Rückmeldesysteme und Verfahrensanweisungen

Die Tutoren haben die Aufgabe, nach ihrer eigenen Ausbildung Moderatoren auszubilden und ihnen in kontinuierlichen Fortbildungsveranstaltungen neue QZ-Instrumente und Moderationsstrategien zu vermitteln. Sie stellen die begleitende Supervision der Moderationsarbeit sicher.


Aufwand für Qualitätszirkel

Im Bereich der KV Westfalen-Lippe wurden seit 1995 16.000 Sitzungen aus 897 Qualitätszirkeln mit ca. 13.455 Teilnehmern dokumentiert. Dies bedeutet, daß insgesamt 636.000 Arbeitsstunden allein in Westfalen-Lippe für Qualitätssicherung im Sinne einer freiwilligen und unbezahlten Leistung erbracht wurden.


Kosten- und Zeitaufwand

  • Wer kennt hierzu bislang veröffentlichte Angaben oder Vergleiche zu anderen Berufen, was "Arbeit an der Qualität" betrifft?


Quellen

Infoseite der KBV

Persönliche Werkzeuge