Regelleistungsvolumen

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RLV und NICHT-RLV, Folie in ULM 17.1.2009
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RLV und NICHT-RLV, Folie in ULM 17.1.2009
RLV und NICHT-RLV, Folie in ULM 17.1.2009
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RLV und NICHT-RLV, Folie in ULM 17.1.2009
Umverteilung, Folie in ULM 17.1.2009
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Umverteilung, Folie in ULM 17.1.2009
Vorstandsmitglied Dr.Herz, Vortrag ULM 17.1.2009
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Vorstandsmitglied Dr.Herz, Vortrag ULM 17.1.2009

Die vom Gesetzgeber geschaffene Vergütungsform "Regelleistungsvolumen" sieht feste Punktwerte vor und ermöglicht eine zusätzliche Bezahlung der Leistungen, die über das vereinbarte Regelleistungsvolumen hinausgehen. Die Mehrleistungen werden zwar nur mit einem abgestaffelten Punktwert vergütet, aber ein Teil des Morbiditätsrisikos wird dadurch an die Krankenkassen zurückgegeben. Voraussichtlich kann der neue EBM nicht, wie ursprünglich geplant, Anfang 1999 in Kraft treten. Umsetzungschancen habe er überdies nur, "wenn die Krankenkassen den Paradigmenwechsel mittragen", betonte Manfred Richter-Reichhelm. Dies ist zur Zeit ungewiß - die Verhandlungen sind unterbrochen.

Der "Knackpunkt": Die Kassen wollen auch bei Regelleistungsvolumina mit festen Punktwerten nicht auf eine Ausgabenobergrenze verzichten.
"Eine Vergütungsregelung ohne stringente Mengen- beziehungsweise Ausgabenbegrenzung ist für die Krankenkassen nicht akzeptabel", bekräftigte der Vorsitzende des Bundesverbandes der Betriebskrankenkassen, Wolfgang Schmeinck, in Königswinter.
Der Grundsatz der Beitragssatzstabilität gelte nach wie vor. Die kaum abschätzbaren finanziellen Auswirkungen müßten im Rahmen gehalten werden, meinte Schmeinck. Zumal die künftige Abrechnung von Komplexgebühren die Transparenz der tatsächlich erbrachten Leistungen reduziere. aus: EBM-Reform: Kassen klammern sich ans Budget - Deutsche Ärzteblatt vom 10.04.1998
  • Die Systematik der bundesweiten Honorarvorgaben durch den (Erweiterten) Bewertungsausschuss basiert auf arztgruppenspezifischen, durchschnittlichen Fallwerten der Regelleistungsvolumen (RLV).
Bei individuell unterdurchschnittlichen Fallwerten eines Arztes und/oder Absinken der tatsächlichen Fallzahl in der Quartalsabrechnung gegenüber der individuellen RLV-Fallzahl des Vorjahres, die bei der Bestimmung der RLVs zugrunde gelegt wurde, werden Teile des RLV nicht abgerufen. Bei Ärzten mit überdurchschnittlichen Fallwerten und/oder steigender abgerechneter Fallzahl erfolgt dagegen eine Quotierung durch das RLV. Ein Ausgleich ist nicht möglich und es verbleiben die in diesem Abrechnungsquartal nicht abgerufenen Finanzbeträge.
aus "Honorarbericht der KBV zum Quartal 4/2011"


Inhaltsverzeichnis

Definitionen rund um das RLV

  • Mittels RLV kann ich für eine bestimmte Menge Leistungen einen festen Punktwert definieren. Was darüber hinaus geht, wird mit einem abgestaffelten Punktwert vergütet. Ist die einzelne Leistung in der Höhe ihrer Punktzahlbewertungen adäquat kalkuliert, kann ich für Leistungen innerhalb des RLV das Kostendeckungsprinzip postulieren. (22.09.2003 Online-Streitgespräch im aend FJM - Andreas Köhler)
Mehr Honorar verteilt ... Vortrag Dr. Ulrich Thamer März 2010 bei Gesundheitskongress des Westens
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Mehr Honorar verteilt ... Vortrag Dr. Ulrich Thamer März 2010 bei Gesundheitskongress des Westens
  • Versuch der Definition 2003 durch Andreas Köhler: Jeder Vertragsarzt erhält künftig ein solches Regelleistungsvolumen. Die Summe der Regelleistungsvolumen aller Vertragsärzte in einer Kassenärztlichen Vereinigung soll dem Versorgungsbedarf der Versicherten dieser Region entsprechen. Die Partner der Gesamtverträge müssen diesen Versorgungsbedarf vertraglich vereinbaren. Sie haben dabei die Zahl der Versicherten und die Morbiditätsstruktur zu berücksichtigen.
Ablösung der Budgets durch die vertragliche Steuerung mittels morbiditätsbezogener Regelleistungsvolumen........
Deshalb erkennt der Gesetzgeber grundsätzlich einen Vergütungsanspruch der Vertragsärzte auch für Leistungen an, die Vertragsärzte über die geplanten Mengenansätze hinaus erbringen. Die Gesamtvertragspartner müssen jedoch vereinbaren, unter welchen Bedingungen diese Leistungen zu vergüten sind. Der Gesetzgeber erkennt damit an, dass nicht alle Determinanten des Versorgungsbedarfs aus Vergangenheitswerten extrapoliert und in der Planung des Mengengerüstes berücksichtigt werden können....
Ob und inwieweit sich künftige Leistungsvolumen von Budgets unterscheiden, wird jedoch davon abhängen, welche Bedingungen die Vertragspartner zur Anerkennung eines höheren als beim Vertragsabschluss geplanten Leistungsbedarfs vereinbaren.
  • Regelleistungsvolumen - RLV Seit 2009 werden die ärztlichen Leistungen nicht mehr nach Punkten abgerechnet, deren Wert sich erst später beim Vergleich von Punkten und Honorarvolumen errechnet. Seit Januar gibt es dafür das Regelleistungsvolumen (RLV), eine Art Pauschale in Euro und Cent, die der Arzt je Patient und unabhängig vom Behandlungsaufwand für ein Quartal bekommt. Das RLV soll dem Arzt das finanzielle Interesse daran nehmen, unnötige, aber kostensteigernde Leistungen abzurechnen. Nachteil: Ärzte, die bisher eher weniger Patienten behandelt haben, diese dafür aber umso intensiver, schneiden mit dem RLV schlechter ab. (nach "Neutral und unabhängig" - Die Redaktion kkdirekt arbeitet unabhängig von Interessen Dritter und unterliegt keinen lobbyistischen Einflüssen.)

Grundlagen in SGB V

Wie das RLV in Praxen eingreift - Vortrag Dr. Ulrich Thamer auf Gesundheitskongress des Westens März 2010
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Wie das RLV in Praxen eingreift - Vortrag Dr. Ulrich Thamer auf Gesundheitskongress des Westens März 2010
  • § 85a Arztgruppenbezogene Regelleistungsvolumina

(2) Die Vertragsparteien des Gesamtvertrages nach § 83 vereinbaren mit Wirkung für die Krankenkassen der jeweiligen Kassenart die von den Krankenkassen mit befreiender Wirkung zu zahlenden Vergütungen für die gesamte vertragsärztliche Versorgung der Versicherten mit Wohnort im Bezirk der Kassenärztlichen Vereinigung. Hierzu vereinbaren sie

1. den mit der Zahl und der Morbiditätsstruktur der Versicherten verbundenen Behandlungsbedarf,

2. die Aufteilung der Leistungsmenge nach Nummer 1 auf die jeweiligen Arztgruppen (arztgruppenbezogene Regelleistungsvolumina) sowie

3. den für die Vergütung der im Rahmen des jeweiligen Regelleistungsvolumens erbrachten Leistungen anzuwendenden Punktwert.


RLV-Zuweisungsbescheid für eine Gemeinschaftspraxis im Februar 2012
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RLV-Zuweisungsbescheid für eine Gemeinschaftspraxis im Februar 2012

2) Ein arztbezogenes Regelleistungsvolumen nach Absatz 1 ist die von einem Arzt in einem bestimmten Zeitraum abrechenbare Leistungsmenge, die mit einem festen Punktwert (Regelpunktwert) zu vergüten ist. Eine das arztbezogene Regelleistungsvolumen überschreitende Leistungsmenge ist mit einem Punktwert in Höhe von 10 vom Hundert des Regelpunktwertes zu vergüten; bei einer außergewöhnlich starken Erhöhung der Zahl der behandelten Versicherten kann hiervon abgewichen werden. Die Vertragsparteien nach Absatz 4 Satz 1 vereinbaren das Nähere zum Inhalt und zum Verfahren der in Satz 2 getroffenen Regelungen.

(1) Abweichend von § 85 werden die vertragsärztlichen Leistungen ab dem 1. Januar 2009 von der Kassenärztlichen Vereinigung auf der Grundlage der regional geltenden Euro-Gebührenordnung nach § 87a Abs. 2 vergütet. Satz 1 gilt nicht für vertragszahnärztliche Leistungen.
(2) Zur Verhinderung einer übermäßigen Ausdehnung der Tätigkeit des Arztes und der Arztpraxis sind arzt- und praxisbezogene Regelleistungsvolumina festzulegen. Ein Regelleistungsvolumen nach Satz 1 ist die von einem Arzt oder der Arztpraxis in einem bestimmten Zeitraum abrechenbare Menge der vertragsärztlichen Leistungen, die mit den in der Euro-Gebührenordnung gemäß § 87a Abs. 2 enthaltenen und für den Arzt oder die Arztpraxis geltenden Preisen zu vergüten ist. Abweichend von Absatz 1 Satz 1 ist die das Regelleistungsvolumen überschreitende Leistungsmenge mit abgestaffelten Preisen zu vergüten; bei einer außergewöhnlich starken Erhöhung der Zahl der behandelten Versicherten kann hiervon abgewichen werden. Bei der Bestimmung des Zeitraums, für den ein Regelleistungsvolumen festgelegt wird, ist insbesondere sicherzustellen, dass eine kontinuierliche Versorgung der Versicherten gewährleistet ist. Für den Fall, dass es im Zeitablauf wegen eines unvorhersehbaren Anstiegs der Morbidität gemäß § 87a Abs. 3 Satz 4 zu Nachzahlungen der Krankenkassen kommt, sind die Regelleistungsvolumina spätestens im folgenden Abrechnungszeitraum entsprechend anzupassen. Antragspflichtige psychotherapeutische Leistungen der Psychotherapeuten, der Fachärzte für Kinder- und Jugendpsychiatrie und -psychotherapie, der Fachärzte für Psychiatrie und Psychotherapie, der Fachärzte für Nervenheilkunde, der Fachärzte für Psychosomatik und Psychotherapie sowie der ausschließlich psychotherapeutisch tätigen Ärzte sind außerhalb der Regelleistungsvolumina zu vergüten. Weitere vertragsärztliche Leistungen können außerhalb der Regelleistungsvolumina vergütet werden, wenn sie besonders gefördert werden sollen oder soweit dies medizinisch oder auf Grund von Besonderheiten bei Veranlassung und Ausführung der Leistungserbringung erforderlich ist.

Einfache Formelgleichung ?

Augenarzt-DEMO mit Empfangsgasse für die Delegierten der VV der KBV in MAINZ 18.5.2009 vor Rheingoldhalle
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Augenarzt-DEMO mit Empfangsgasse für die Delegierten der VV der KBV in MAINZ 18.5.2009 vor Rheingoldhalle
Die magische Formel im Rundschreiben KV-SW 2004
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Die magische Formel im Rundschreiben KV-SW 2004
Rheingoldhalle 18.5.2009
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Rheingoldhalle 18.5.2009
Rheingoldhalle VV der KBV mit demonstrierenden Augenärzten im Hintergrund nahe der Saalwand weiß gekleidet stehend, 18.5.2009 MAINZ
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Rheingoldhalle VV der KBV mit demonstrierenden Augenärzten im Hintergrund nahe der Saalwand weiß gekleidet stehend, 18.5.2009 MAINZ
1. fachgruppen-/vergleichsgruppenspezifischer kurativer Punktzahldurchschnitt X Punktwert = Fallwert
2. Fallwert X anerkannte Fallzahl = kuratives budgetiertes Honorar = RLV der Praxis.
Erläuterungen
1. Der Punktwert für 2009 ist auf 3,5001 Cent festgesetzt worden.
2. Anerkannte Fallzahl ist die Fallzahl des Vorjahrsquartals. Bei Praxisneugründung wird wahrscheinlich die Durchschnittsfallzahl der Vergleichsgruppe herangezogen, genaueres steht im HVV Ihrer KV.
3. Großpraxen mit mehr als 150% der Fallzahlen der Vergleichsgruppe bekommen für die 150% überschreitende Fallzahl nur abgestaffelte Punktmengen zuerkannt für das RLV zuerkannt.
4. Oberhalb des RLV abgerechnete Punkte werden mit Mini-Punktwerten vergütet.
Die Regelung, dass immer auf die Fallzahl des Vorjahrs Bezug genommen wird, lässt bei vielen Kollegen Blütenträume reifen. So müsste man ja nur seine Fallzahl steigern, um jedes Jahr mehr Honorar zu generieren ...
Virtuelles FPZ im Soll oder Haben? - Rundschreiben KVSW 2004
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Virtuelles FPZ im Soll oder Haben? - Rundschreiben KVSW 2004

Zitate

  • Der innerärztliche Verteilungskampf um Honoraranteile bleibt daher ebenso bestehen wie die Schwächung des ambulanten Sektors gegenüber dem notwendigerweise kostenintensiveren Krankenhausbereich. Dabei droht die notwendigerweise in den Praxisbudgets liegende zusätzliche Reglementierung und Nivellierung des Vergütungssystems die Ärzteschaft auseinanderzureißen mit bereits jetzt erkennbaren Verwerfungen in einer qualifizierten Versorgung der Versicherten (Leistungsverlagerung ins Krankenhaus und in die Privatliquidation). Es bedarf daher einer grundlegenden Änderung des Vergütungssystems, die die Krankenkassen stärker in die Mitverantwortung für die Vergütung der ihren Versicherten zugute kommenden ärztlichen Leistungen wieder einbezieht. Deswegen sieht der Gesetzentwurf der Regierungskoalition vor, daß in Zukunft die Gesamtvergütung wieder auf der Grundlage vereinbarter Punktwerte zu berechnen ist, die allerdings in dieser Höhe nur innerhalb ebenfalls zu vereinbarender arztgruppenspezifischer Regelleistungsvolumen zu vergüten sind; bei Überschreiten dieser Regelleistungsvolumen sind ebenfalls als Teil der Gesamtvergütungsvereinbarung Abstaffelungen des vereinbarten Punktwertes festzulegen. Diese Regelung verlagert das Morbiditätsrisiko partiell wieder auf die Krankenkassen. Ohne gleichzeitige Begrenzung des von den Krankenkassen mit einem vereinbarten Punktwert zu vergütenden Regelleistungsvolumens ist eine solche Auflockerung der Budgetierung undenkbar bzw. politisch nicht durchsetzbar.
Die Einführung von Praxisbudgets in den EBM ist daher eine wesentliche Voraussetzung für die Bereitschaft der Politik, die Gesamtvergütung wieder an vereinbarten Punktwerten zu orientieren und damit gleiche Wettbewerbsbedingungen zwischen ambulanter und stationärer Versorgung zu schaffen. Bei der Weiterentwicklung des EBM wird jeweils durch den Bewertungsausschuss zu entscheiden sein, wie sich Praxisbudgets und Zusatzbudgets bzw. budgetfreie Leistungen auf das gesamtvertraglich zu vereinbarende Regelleistungsvolumen auswirken sollen und in welchem Umfange die Budgetregelungen entsprechend zu modifizieren sind. (Mitteilungen: Die Einführung von Praxisbudgets zum 1. Juli 1997 Gründe und Inhalte Dtsch Arzteblatt)
  • EBM geht auf die Startrampe - Die KBV will sich ihre Strategie - feste Preise für eine definierte Menge ärztlicher Leistungen - nicht mehr zerstören lassen - Ab dem 1. Januar 2005 beginnt für die Vertragsärzte eine neue Honorarwelt. Dann soll es die lang ersehnten festen Punktwerte (5,11 Cent) geben, die es aber nur für eine bestimmte Leistungsmenge geben wird. Voraussetzung: Kassen und KVen einigen sich. Dazu ist es aber nötig, daß die KVen mit den Krankenkassen das Konzept der Regelleistungsvolumina in regionalen Honorarverteilungs-Verträgen konkretisieren. Im Regelleistungsvolumen muß jene Leistungsmenge, ausgedrückt in Punktzahlen, festgelegt werden, für die es den festen Punktwert gibt. Jenseits dieser Leistungsmenge gelten abgestaffelte Punktwerte. (nach Ärztezeitung September 2004)
  • Punktwert von 5,11 Cent für Regelleistungen doch nicht zu halten? - Ministerium macht Druck / KBV wartet Verhandlung ab - Der für das Regelleistungsvolumen vorgesehene Punktwert in Höhe von 5,11 Cent könnte nach unten korrigiert werden. EBM-Kritiker befürchten, daß die KBV hier einem entsprechenden Drängen des Ministeriums nachgeben muß. Die KBV wollte sich konkret zu dieser Meldung am 13.10.2004 nicht äußern. Man müsse zunächst die Gespräche mit den Kassen abwarten, sagte KBV-Pressesprecher Dr. Roland Stahl der "Ärzte Zeitung".
Protestveranstaltung Stuttgart Schleyerhalle 11.3.09
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Protestveranstaltung Stuttgart Schleyerhalle 11.3.09
  • Kritik an Plänen für Ärzte-Vergütung - Der stellvertretende Vorstandschef der AOK Baden-Württemberg Christopher Hermann bemängelte die geplanten Vergütungsregeln für Ärzte als „absoluten Sündenfall“. „Damit schafft die Koalition ein bürokratisches Monster und bereitet die Einheitskasse vor“, sagte er der Süddeutschen Zeitung (August 2003). Hintergrund seiner Kritik sind die neuen Vergütungsregeln für niedergelassene Ärzte, die von 2007 an gelten sollen. Künftig sollen die Mediziner für ihre Tätigkeit innerhalb einer speziellen Leistungsmenge feste Preise bekommen, das Regelleistungsvolumen. Wettbewerbliche Ansätze für eine unterschiedliche Ärzte-Honorierung würden „ins Gegenteil verkehrt“. Künftig würde es sich für Kassen kaum noch lohnen, Ärzte unterschiedlich zu bezahlen.
Metke-Vortrag, Protestveranstaltung Stuttgart Schleyerhalle 11.3.09
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Metke-Vortrag, Protestveranstaltung Stuttgart Schleyerhalle 11.3.09
  • Da ab dem 01.01.2009 das Prinzip der Vergütung ambulanter vertragsärztlicher und psychotherapeutischer Leistungen auf eine völlig neue Grundlage gestellt wird, hat das Verhältnis zwischen Punktzahlvolumen des Regelleistungsvolumens einerseits und Punktwerte im Regelleistungsvolumen andererseits für den Zeitraum nach dem 01.01.2009 eine grundsätzliche Bedeutung. Da ebenfalls nach einer gesetzlichen Vorgabe ab dem 01.01.2009 bei der Berechnung der Honorare bereits zu Jahresanfang ein fester Orientierungspunktwert zugrunde gelegt wird, der multipliziert mit der Punktzahl im EBM dann einen Wert in Euro ergibt und dieser Orientierungspunktwert (BOP) wiederum auf der Basis einer Berechnungsformel sehr stark von der Entwicklung des Punktwertes im Regelleistungsvolumen 2008 abhängt, bedarf es bei den Verhandlungen um die Neufestsetzung der Punktzahlen und des Punktwertes der Regelleistungsvolumina 2008 einer besonderen Sorgfalt!
Handlungsspielraum KVBW Vortrag ULM 17.1.2009
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Handlungsspielraum KVBW Vortrag ULM 17.1.2009
  • Die Kritik an der Honorarreform reißt damit nicht ab. Mancher Ärger beruhe nur auf einem Missverständnis, erläuterte Burkhard John gegenüber dem Deutschen Ärzteblatt. Der Vorstandsvorsitzende Kassenärztliche Vereinigung (KV) Sachsen-Anhalt verweist in der aktuellen Ausgabe darauf, dass Regelleistungsvolumen (RLV) und GKV-Umsatz nicht ein und dasselbe seien. „Vor der Berechnung der RLV muss das Geld aus der Gesamtvergütung abgezogen werden, das für die Vergütung von Leistungen außerhalb der RLV zur Verfügung steht, zum Beispiel für den Notfalldienst, Sonographie, Psychosomatik.“ Die KV behält das Geld zunächst ein, überweist es den Ärzten aber später, wenn sie die entsprechenden Leistungen abgerechnet haben.
  • Erste KV will RLV-Zuschlag für BAG begrenzen: Viele Kooperationen eher reine Abrechnungsübungen? - "Bei vielen Kooperationen wissen wir nicht, ob es sich bei der Zusammenarbeit eher um reine Abrechnungsübungen handelt als um eine regelrechte Zusammenarbeit", begründet Bremens KV-Chef Dr. Jörg Hermann den vorausgreifenden Beschluss des Honorarverteilungsausschusses. Es gebe derzeit "keinen objektiven Grund, die Zuschläge zu zahlen." Es "überwiegen die sinnentleerten Kooperationen", erklärt der KV-Vorsitzende.
  • Die böse Überraschung kam mit der Mitteilung des individuellen RLV. Die Arbeitsleistung des Vorjahresquartals I/2008 wurde als Bezugspunkt genommen, aber nicht als 100 Prozent, sondern als 150 Prozent. Das heißt, war 2008 bis zu einem Drittel der Leistung gekappt und nicht bezahlt, muss der Arzt jetzt auch diese bislang unbezahlte Arbeit erbringen. Und dieses vorab festgesetzte Honorarvolumen ist gerade für die Ärzte weniger, deren Patienten öfter kommen, z. B. wegen einer Blutzuckereinstellung. Mit dem Pauschalhonorar verdienen Ärzte, die kaum selbst diagnostizieren und therapieren, sondern überweisen. Mit dem Ausstellen der Überweisung fällt die gleiche Vergütung an wie bei mehrfacher Behandlung im Quartal. (Leserbrief eines Arztes in BERLIN an die Berliner Zeitung)
  • In den vergangenen Monaten seien bei der KVB für das erste Quartal 2009 mehr als 17 500 Anträge zur Anpassung der Regelleistungsvolumen eingegangen. Um die Flut zu bewältigen, sei eine neue Abteilung aus dem Boden gestampft und 120 Mitarbeiter abgeordnet worden, berichtete Axel Munte bei der Vertreterversammlung.
Probleme der NVV in der KVWL - Vortrag Dr. Thamer März 2010 Essen
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Probleme der NVV in der KVWL - Vortrag Dr. Thamer März 2010 Essen
  • Ärzte in Baden-Württemberg können ihr Regelleistungsvolumen nicht durch Praxisbesonderheiten erhöhen. Die KV begründet dies mit der Umsetzung der Konvergenzphase. Juristen raten zum Widerspruch. Noch Anfang des Jahres, berichtet Arztrechtler Nico Gottwald, habe die KV Ärzte dazu aufgefordert, unter Hinweis auf Praxisbesonderheiten eine Erhöhung ihrer Regelleistungsvolumina (RLV) zu beantragen. Nun aber seien sämtliche Anträge abgewiesen worden. "Die KV ist der Auffassung, dass bestehende Praxisbesonderheiten bereits über die Anwendung der Konvergenzregelung vergütet werden", so der Jurist von der Kanzlei Ratajczak und Partner.
Uwe Kraffel: In den RLV gibt es im Vergleich zum ersten und zweiten Quartal keine große Änderung. Schließlich werden Gemeinschaftspraxen und MVZ mit bis zu 40 Prozent subventioniert. Allerdings wissen wir, dass die Arztfallzahl massiv gestiegen ist. Schon im ersten Quartal 2009 hatten wir in Berlin mit insgesamt rund sieben Millionen eine Million Fälle mehr als im Vorjahresquartal. Ohne die Regelung wären die Fallwerte deutlich nach unten gegangen. Deshalb war die Änderung wichtig zur Stabilisierung der Fallwerte.
  • Ihr Hauptärgernis hat stellvertretend für viele Dr. med. Axel Brunngraber, Hausarzt in Hannover und engagiert bei der Freien Ärzteschaft, beschrieben: „Wir werden nunmehr über einen schwerwiegenden Absturz unserer pauschalierten Honorare ab dem ersten Quartal 2010 informiert.“ In vielen KVen wurden die Regelleistungsvolumen (RLV) zum neuen Jahr 2010 erneut gekürzt. Zwar ist unbestritten mehr Geld für ärztliche Honorare vorhanden, doch werden aus der morbiditätsorientierten Gesamtvergütung auch sogenannte freie Leistungen finanziert, für die es keine Mengenbegrenzungen gibt. Damit verkleinert sich die Honorarsumme, die für die RLV und damit für die Basisversorgung zur Verfügung steht. Weil zum Teil sehr viel mehr freie Leistungen, wie beispielsweise Akupunktur, dringende Besuche oder Psychosomatikleistungen abgerechnet werden als zuvor, steht weniger Geld für alles andere zur Verfügung.

RLV - Anzeigen des BMG - Reaktion KBV Bayern

Anzeigenkampagne des BMG, April 2009
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Anzeigenkampagne des BMG, April 2009
  • 20.04.2009 - Statement des Vorstandes der Kassenärztlichen Vereinigung Bayerns (KVB) zur aktuellen Anzeigenkampagne des Bundesgesundheitsministeriums (BMG)
Der Bundesgesetzgeber hat in den vergangenen Jahren in handwerklich immer schlechter gemachten Gesetzen immer detaillierter festgelegt hat, wie das Honorar zu verteilen ist. Anbei als Beleg ein Auszug aus dem SGB V, § 87b: „Ein Regelleistungsvolumen nach Satz 1 ist die von einem Arzt oder der Arztpraxis in einem bestimmten Zeitraum abrechenbare Menge der vertragsärztlichen Leistungen, die mit den in der Euro-Gebührenordnung gemäß § 87a Abs. 2 enthaltenen und für den Arzt oder die Arztpraxis geltenden Preisen zu vergüten ist.“ Wer sich den Begriff Regelleistungsvolumen ausdenktund ihn anschließend so wie in dem genannten Paragraphen definiert, der kann sich doch nicht wundern, dass sich beispielsweise ein Augenarzt bei der Mitteilung eines Regelleistungsvolumens von rund 18,50 Euro im zweiten Quartal 2009 auf den Arm genommen fühlt. „Die niedergelassenen Ärztinnen und Ärzte erhalten nun ein kalkulierbares, gerechteres und auch transparentes Honorarsystem.“ So lautete zumindest das Versprechen der Bundesgesundheitsministerin Ulla Schmidt in einer Presseinformation ihres Ministeriums vom 29. August 2008. Die Realität sieht anders aus ...

RLV und Hausarztvertrag mit "Bereinigung"

Anmerkung: Für Ärzte, die nicht an der HzV teilnehmen, liest sich das gut. Begrenzung der Verluste/Gewinne auf max. 2,5%. Derzeit wissen wir noch nicht, welches denn die Bezugsgröße ist. Vorquartal oder ein Mittelwert der letzten x Quartale? Nur bezogen auf den Bereich der jeweiligen KV oder auf eine andere Region? Was passiert, wenn flächendeckend beispielsweise die Grundlohnsumme um 10% ansteigen würde? Wie werden Leistungen, die heute noch im RLV enthalten sind und ab morgen außerhalb des RLV erstattet werden, bei der Berechnung berücksichtigt? Würde man nämlich einfach Leistungen aus dem RLV rausnehmen, muss das RLV zwangsläufig sinken. Für KV-Hausärzte wären die Rückgänge auf 2,5% begrenzt, selbst wenn sachlich rechnerisch ein Rückgang um 20% korrekt wäre. Dann würden also die HzV-Hausärzte über das Ausgliedern von Leistungen aus dem RLV zur Finanzierung der KV-Hausärzte herangezogen.
  • Im dritten Anlauf und nach drei Stunden von Emotionen geprägter Diskussion ist es der Vertreterversammlung der Kassenärztlichen Vereinigung Baden-Württemberg am Freitagabend, 18.12.2009, in Stuttgart gelungen, sich auf einen Weg zur Bereinigung der Gesamtvergütung zu einigen. Der Beschluss des Erweiterten Bewertungsausschusses am 16. Dezember in Berlin hatte den Weg gewiesen.

Soll ich das RLV erfüllen ?

RLV in Baden-Württemberg, Hausärzte
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RLV in Baden-Württemberg, Hausärzte

Erfülltes Kassenarztdasein?

  • immer übererfüllen!! (meint Dr. Uwe Kraffel) als Antwort zu: Wie mit niedrigem RLV umgehen? Erfüllen oder übererfüllen?
Es gibt drei Gründe:
1) Wenn das Vieh etwas im Trog zurücklässt, gibt es am nächsten Tag weniger. Also muss man schon mal grundweg übererfüllen, damit der Mangel sichtbar bleibt. Sonst kann die Politik behaupten, das RLV wäre ausreichend.
2) Was auch immer kommt, zukünftige Systeme werden sich immer an der jetzigen Leistungsmenge bemessen. wer jetzt spart, blutet später.
3) Woran wollen Sie sparen? Mit der Grundpauschale und ein, zwei im jeweiligen Fall wirklich medizinisch notwendigen zusätzlichen Leistungen ist der Fallwert immer erreicht. Sie könnten nur an der Fallzahl sparen. Damit senken Sie aber die Bemessungsfallzahl und damit das RLV für nächste Jahr und beginnen damit eine Todesspirale.
  • Wer das KV-System unbedingt erhalten will, wird sich mit der pauschalen Antwort von Dr. Uwe Kraffel, Vorstandsmitglied der KV Berlin, zufrieden geben. Dr. Kraffel: Immer überfüllen (Quelle siehe oben!). Ob das wirklich für den Arzt die beste Antwort ist, darf bezweifelt werden. Auf komplexe Situationen kann man selbstverständlich mit leicht verdaulichen Parolen reagieren. Für manche Ärzte darf es dagegen ein bisschen mehr sein.
  • Warum fragen Sie denn nicht mal bei Herrn Axel Munte nach, wieviel Geld im Rahmen der RLV-Anpassungen in der KVB "umverteilt wurde". Ich bin leider (oder Gott sei Dank) Mitglied dieser Kommission und habe bis heute an 26 Kommissionssitzungen teilgenommen. Es wurden über 16000 Anträge für die ersten zwei Quartale bearbeitet und entschieden. Und dies hat wensentlich dazu beigetragen, daß die Praxisstrukturen aus 2008 bei sehr vielen Praxen im Prinzip so weitergeführt werden konnten, auch wenn dies im ersten RLV-Bescheid so nicht aussah.
  • Wo muss man nachbessern? (Der gesundheitspolitische Sprecher der CDU/CSU-Bundestagsfraktion, Jens Spahn im Interview mit dem Deutschen Ärzteblatt)
Jens Spahn: Wir müssen zuerst einmal sicherstellen, dass die Regelleistungsvolumen auch tatsächlich die Grundversorgung abdecken können – und nicht etwa zugunsten der extrabudgetären Vergütung immer weiter in den Keller gehen. Da muss man zum Beispiel nachdenken, ob es beim Zwang zur Pauschalierung bleiben muss. Oder ob man die Selbstverwaltung noch flexibler agieren lässt.

Erschöpfende Ausschöpfung des Volumens

  • Die RLV-Ausschöpfungsgrade (jeweils ohne Berücksichtigung von Praxisbesonderheiten) fallen in den beiden Versorgungsbereichen weiterhin sehr unterschiedlich aus. So wurde im fachärztlichen Bereich das RLV um durchschnittlich 20,8 Prozent überschritten, wogegen sich im hausärztlichen Bereich diese RLV-Überschreitung "nur" auf 6,4 Prozent beläuft. Dabei stellt sich der durchschnittliche Ausschöpfungsgrad je Arztgruppe und noch wichtiger je Arzt sehr unterschiedlich dar. Während es in großen Gemeinschaftspraxen und MVZ durch die gegenseitige Verrechnungsmöglichkeit der RLV der beteiligten Ärzte kaum zu Unterschreitungen kommt, bleibt diese Möglichkeit den Einzelpraxen verwehrt.
  • "Immer übererfüllen" rät Herr Kraffel, und der muss es als stellvertretender KV-Vorsitzender eigentlich wissen, kann man sich von dem erhamsterten Geld doch z.B. leicht einen "Ausbildungsassistenten" halten, der einem die Volksmassen vom Hals hält und so Muße für lukrativere Dinge schafft. Wie auch immer, wer nicht "übererfüllt" und auch sonst nichts zuzusetzen hat, der landet über kurz oder lang in der "Todesspirale" (Kraffel) und fliegt aus der Kurve und aus dem Rennen. Wenn es um den schnöden Mammon geht, ist gnadenloses "Übererfüllen" und exzessives Fallzahl-Steigern gewiss nicht die schlechteste Taktik. Das KV-System hat seine eigenen Regeln, und wer sich ihrer mit einer gewissen "Kreativität" bedient, den hat es noch nie im Stich gelassen.
  • Heckemann: Das müssen die Fachärzte ja auch gar nicht. Ihnen wird nichts weggenommen, sondern den Hausärzten wird mehr gegeben. Das klingt nur vordergründig wie ein Widerspruch, ist aber keiner. Die Zuwächse bei den Hausärzten resultieren ja vor allem daraus, dass jetzt überhaupt der RLV-Fallwert ausgeschöpft werden kann. Bei jedem dritten Hausarzt in Sachsen war das bisher nicht der Fall, wobei die Ursache darin liegt, dass der EBM den demografiebedingten Mehraufwand nicht abbildet. Die Honorartöpfe werden nicht angetastet und schon gar nicht verkleinert. Wenn es da bei dem einen oder anderen trotzdem Missstimmung gibt, ist das wohl eher ein psychologisches Problem.
Bei der jüngsten KV-Vertreterversammlung wurde der HVM in einigen Punkten zugunsten der Hausärzte verbessert und der Punktwert von 3,5 auf 3,8 Cent angehoben, womit es zur mit zur "Ausschöpfung des RLV-Fallwerts" kommen kann.

RLV ... und die aktuellen Erfolgsmeldungen

KBV

  • „Es ist uns gelungen, die Basisversorgung zu stärken und die Regelleistungsvolumen (RLV) zu stabilisieren. Wir haben den Finanzfluss umgekehrt und auf diese Weise die Berechnung der RLV gerechter gestaltet. Ein wichtiger Vorsatz für das Jahr 2010 ist somit umgesetzt“, erklärte heute Dr. Andreas Köhler, Vorstandsvorsitzender der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV) in Berlin.
Die Vertreter von KBV und Krankenkassen einigten sich darauf, ab 1. Juli 2010 aus der morbiditätsbedingten Gesamtvergütung (MGV) zunächst die Finanzierung der RLV sicherzustellen und danach erst die Vergütungen für bislang „freie Leistungen“ zu berechnen. Zur Steuerung dieser Leistungen, die wie bisher ebenfalls aus der MGV honoriert werden, werden qualifikationsgebundene Zusatzvolumen (QZV) eingeführt.
Leistungen wie Vorsorgeuntersuchungen oder ambulante Operationen, die die Krankenkassen außerhalb der MGV bezahlen, sind von der neuen Regelung nicht betroffen. „Sie werden weiterhin ohne Abstaffelung honoriert“, führte der KBV-Chef aus. Er wies darauf hin, dass es weiterhin große regionale Spielräume gibt: „Die Konvergenzphase für regionale Sonderregelungen ist bis 31. Dezember 2011 verlängert worden.“

KV-Hamburg

  • Die niedergelassenen Ärzte in Hamburg müssen nach Meinung der KV ungerechtfertigte Honorarrückgänge schlucken – nun will sich die Körperschaft im Namen ihrer Mitglieder wehren: Die KV Hamburg hat Klage gegen die Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV) eingereicht. Die in diesen Tagen zugewiesenen Regelleistungsvolumina für das 3. Quartal 2010 bringen laut KV entgegen anderer Erwartungen für die Hamburger Vertragsärzte teilweise deutliche Rückgänge und vor allem massive Verschiebungen zwischen und innerhalb der Arztgruppen. „Dies ist im Wesentlichen auf die Bundesvorgaben zurückzuführen“, erläuterte der Vorsitzende Dieter Bollmann, die Entwicklung, „die strikten Vorgaben zur Budgetierung und zur Verteilungssystematik haben uns keine andere Wahl gelassen.“
Die Klage der KV Hamburg stößt in Berlin auf wenig Begeisterung: „Die KV hat den falschen Adressaten ausgesucht“, kommentierte KBV-Sprecher Dr. Roland Stahl den Vorgang im Gespräch mit dem änd. Konkret klage die KV schließlich gegen den Fremdkassenzahlungsausgleich (FKZ). „Die Änderungen in diesem Bereich haben wir damals auch nicht befürwortet. Im Gegenteil: Wir waren gegen eine Quotierung der Leistungen. Der Beschluss fiel jedoch im Erweiterten Bewertungsausschuss. Dort hatte sich der Schlichter für die Position der Kassen und des Gesundheitsministeriums entschieden“, erinnert Stahl. Somit ähnelten sich in diesem Punkt sogar die Meinungen von KV Hamburg und KBV.


KV-Baden-Württemberg

  • Trotz steigendem Gesamthonorar für das Jahr 2011 sind die Regelleistungsvolumina gefallen. Das Hamsterrad lief mal wieder. Die Faktoren:
  1. Fallzahlanstieg
  2. Zunahme der BAG-Zuschläge (Zuschläge für Berufsausübungsgemeinschaften)
  3. Zunahme der Praxisbesonderheiten
  4. Subventionierung der Mindestquote bei Freien Leistungen
sind die Ursache hierfür. Diese Faktoren wollen und werden wir mit dem neuen Honorarverteilungsmaßstab eingrenzen. (Juli 2012)

RLV als Comic

  • RLV 2009Prognose und Realität - KV-TV PRAXIS ist das Programm für die rheinland-pfälzischen Vertragsärzte und Vertragspsychotherapeuten mit Beiträgen zur aktuellen Gesundheits- und Berufspolitik sowie praktischen Hinweisen für den Berufsalltag. KV RLP hat den intermedia-globe Silver Award 2010 für diesen Comic-Streifen zum RLV erhalten!!

Komisch ... das mit dem RLV

Sehr geehrte ..., ist Ihnen bekannt, dass sich in Bayern überörtliche zulassungsbezirksübergreifende fachärztliche Berufsausübungsgemeinschaften gebildet haben? Diese Berufsausübungsgemeinschaften (BAG) bestehen aus Augenärzten, Orthopäden, Dermatologen, Fachärzte für Rehabilitative Medizin usw. Diese Praxen liegen zum Teil mehr als fünfzig (!) Kilometer auseinander. Nach meiner Information erhält jede (!) dieser Praxen pro teilnehmendes Fachgebiet 5% Aufschlag auf ihr RLV, also 35% Aufschlag, wenn wenigsten sieben verschiedene Fachgebiete an diesem Verbund teilnehmen. Dies bedeutet für jede der teilnehmenden Praxen mehrere zehntausend Euro Aufschlag pro Jahr.
Gedacht waren diese Aufschläge auf das RLV meines Wissens sinnvoller Weise als Ausgleich für solche BAGs, die ihren Patienten eine fachübergreifende Diagnostik und Therapie anbieten. Können Sie mir nun darstellen, wie diese fachübergreifende Diagnostik und Therapie bei einem Zusammenschluss von einem Augenarzt und einem Dermatologen bzw. einem Dermatologen und einem Orthopäden bzw. einem HNO-Arzt aussieht? Wie viele gemeinsame Patienten werden diese Praxen wohl haben, insbesondere wenn diese teilweise mehr als fünfzig Kilometer auseinander liegen? Dennoch erhält jede dieser Praxen für jeden (!) ihrer Patienten einen Aufschlag von 35% auf ihr RLV, da mindesten sieben verschiedene Fachgruppen einer solchen „BAG“ angehören.
Erst dachte ich, es würde sich hier um einen großangelegten Betrug einiger Kollegen handeln. Ich musste mich belehren lassen, dass diese wunderbare Honorarmehrung durchaus rechtens ist, auch wenn diese Praxen schon alleine aufgrund ihrer räumlichen Entfernung, aber auch wegen der fehlenden Kompatibilität ihrer Fachgebiete kaum gemeinsame Patienten haben dürften.


RLV-Reform?

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