Rhön-Kliniken

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Inhaltsverzeichnis

Allgemeines

Die Rhön-Klinikum AG (RKA) hat rund 40 Kliniken in 32 Standorten in den Bundesländern Nordrhein-Westfalen, Niedersachsen, Hessen, Baden-Württemberg, Bayern, Sachsen, Thüringen und Brandenburg. Rhön-Klinikum erzielte im Geschäftsjahr 2004 nach vorläufigen Zahlen bei einem Umsatz von 1,045 Mrd. EUR einen Jahresüberschuss von 76,4 Mio. EUR Die Rhön-Klinikum AG (RKA) hat rund 20.500 Mitarbeiter.

Allgemeine Strategie

BERLIN 19.9.2008 - ÄrzteDEMO
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BERLIN 19.9.2008 - ÄrzteDEMO

In Rhön-Kliniken sind Pflege und Unterbringung in vier Hospitationsebenen untergliedert. Die Behandlung folgt arbeitsteiligen Fließkonzepten . Damit konnten nach Aussagen des Konzerns die Kosten je Fall bei gleichzeitig höherer Qualität der Leistung am und für den Patienten um bis zu 40% unter den des Bundesdurchschnitts gesenkt werden. (Wer weiß etwas zur Praxis?)

Die RHÖN-KLINIKUM AG strebt in jedem Fall die stringente Umsetzung ihrer erfolgsorientierten Konzepte an und ist deshalb nur an Übernahmen interessiert, bei denen sie als Mehrheitsgesellschafter auftritt. (Selbstdarstellung Mitte 2004). Rhön-Kliniken wollen keine Patientenselektion nach USA-Muster betreiben, denn Fließbandfertigung für einen Massenmarkt bringt am Ende höhere Gewinne: Wir sind davon überzeugt, daß eine Flächenversorgung für jedermann wegen der größeren Leistungsmenge bei niedrigerem Preis, der damit sozialer ist, langfristig bei richtiger Steuerung die Krankenhausträger zur Einleitung kostendegressiver Leistungsprozesse anregt und damit dem Entwicklungspotential der hochpreisigen Spitzenversorgung für eine zahlungsfähige Oberschicht überlegen ist. ... Das heißt wir sind davon überzeugt, daß steigende Mengenleistungen, die aus der demografischen Entwicklung resultieren, zur Kostendegression im Krankenhaus führen müssen und die Kostendegression ihrerseits die Leistung preiswerter und damit verfügbar für jedermann macht. Ein vergleichbarer Prozeß hat das Automobil für viele erst erschwinglich gemacht und umgekehrt die Massenproduktion ermöglicht. ( Vorstandsvorsitzender Eugen Münch 17.5.1996)

  • Die RHÖN-KLINIKUM AG teilt die Werte und Ziele des deutschen Sozialsystems, dessen Leistungsfähigkeit sie nach dem Motto "Rationalisierung vor Rationierung" auch künftig gewährleisten will. Aktuell gehören zu dem börsennotierten Klinikkonzern aus der Rhön 45 Kliniken (43 Akut-/2 Reha-Bereich) an 34 städtischen Standorten mit insgesamt 14.690 Betten und Plätzen. Im Konzern sind derzeit 30.414 Mitarbeiter beschäftigt. (im "Medizinletter" Ausgabe Nr. 1/2007 vom 9. Januar 2007)
  • Die Idee hinter dem Zusammenschluss: Einen integrierten Gesundheitskonzern zu schaffen, der für sein Kliniknetz Zusatzversicherungen anbieten kann, sei immer noch aktuell.(2013)
Aktionäre von Rhön Klinikum kippen Übernahmehürde

Tarife

Bezahlt wird bei Rhön nach individuellen Haustarifen , wobei (alle?) Beschäftigten eine erfolgsabhängige Ergebnisbeteiligung am Gesamtergebnis der jeweiligen Klinik erhalten.

Die ÖTV bzw. ver.di haben sich von Anfang an (anfangs?) um einen konzernweiten Manteltarifvertrag mit engeren Grenzen für klinikeigene Regelungen bemüht. (ver.di Infodienst Krankenhäuser 04/2001)

Wie hat sich das weiter entwickelt?) Mit individuellen Haustarifverträgen haben unsere Konzernkliniken die Möglichkeit, auf die jeweiligen Bedingungen am Arbeitsmarkt und auf die Betriebsstrukturen vor Ort einzugehen, heißt es auf der Internetseite der RKA zu diesem Thema. Und weiter: Wir würden den Versuch, uns auf BAT-Niveau binden zu wollen, als Angriff auf die Zukunft unserer Krankenhäuser betrachten, und wir sind sicher, dass die weit überwiegende Mehrzahl unserer Betriebsräte (es gibt sie in allen unseren Häusern) das genau so sieht.


Kapitalstruktur

DEMO Berlin 19.9.2008
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DEMO Berlin 19.9.2008

Größte Anteilseignerinnen an der RKA sind die HypoVereinsbank mit 26,5% und die Familie des Vorstandsvorsitzenden, Eugen Münch, mit 24% der Stammaktien. Rund ein Drittel der RKA-Aktien besitzen als "Vorzugsaktien" kein Stimmrecht. An der HypoVereinsbank sind u.a. die Allianz AG, die E.ON AG und die Münchener Rückversicherung AG beteiligt. Über gehäufte Aufsichtsratsposten und Mandate ist die HypoVereinsbank mit Axel Springer, BMW, BASF, DaimlerChrysler und der ERGO Versicherungsgruppe AG verflochten. ERGO gehört zu über 90% der Münchener Rückversicherungs-Gesellschaft und ist mit Thyssen Krupp und Henkel verflochten. Zur ERGO Versicherungsgruppe gehören die Victoria Krankenversicherung AG, Hamburg-Mannheimer, Deutsche Krankenversicherung AG (DKV), D.A.S. und KarstadtQuelle Versicherungen. An der Münchener Rückversicherung AG sind die Allianz AG, die E.ON AG und die HypoVereinsbank beteiligt. Im Aufsichtrat der Münchener Rück sitzen Aufsichtsratsmitglieder von Aventis und Bayer, deren größte Aktionärin die Allianz AG ist, die wiederum an Schering beteiligt ist.

2003 schüttete die Rhön-Klinikum AG bei einem Gewinn von 73 Mio. " und einer Eigenkapitalrendite von 16% knapp 18 Mio. " Krankenkassenbeiträge als Dividenden an die Aktionäre aus.

Gesellschaftspolitische Einflüsse

Bundesregierung und Gesundheitsorganisationen Die RKA pflegt enge Kontakte zur Bundesregierung. So sind bzw. waren die RKA-Aufsichtsratsmitglieder Karl W. Lauterbach und Detlef Klimpe Berater der Bundesgesundheitsministerin Ulla Schmidt (SPD). Lauterbach gehörte dem Sachverständigenrat für die Konzertierte Aktion im Gesundheitswesen bis Ende 2005 an.

Klaus Theo Schröder (SPD), Staatssekretär im Bundesgesundheitsministerium und seit 1986 für die Gesundheitsministerien Nordrhein-Westfalen, Thüringen und Berlin tätig, war kurzfristig leitender Angestellter der RKA, bevor er in einem persönlichen Telefonat mit Eugen Münch von der Bundesgesundheitsministerin für den Staatsdienst abgeworben wurde.

Die enge Verbindung Schröders zu Rhön war in Berlin heftig kritisiert worden , schrieb das Deutsche Ärzteblatt 22.2.2002, weil sich der Klinikkonzern in Schröders Amtszeit darum beworben hatte, vom Senat das traditionsreiche Berliner Klinikum Buch zu übernehmen. Der springende Punkt: Mit Schröder habe Rhön über Monate hinweg auf beiden Seiten des Verhandlungstisches gesessen.

Ein Abteilungsleiter der RKA, Stephan Achner, war Leiter des Dezernats II "Krankenhausfinanzierung und Krankenhausplanung" in der Deutschen Krankenhausgesellschaft (DKG). Wolfram L. Boschke, der seit 2002 für Rhön arbeitet, war seit 1982 Geschäftsführer des Bundesverbandes Deutscher Privatkrankenanstalten, seit 1985 Geschäftsführer des Landesverbandes der Privatkrankenanstalten in Nordrhein-Westfalen und seit 1998 Mitglied des Kuratoriums zur Förderung deutscher Medizin im Ausland, das von einer großen Koalition aus FDP, SPD, Grünen, CDU und dem Bundesverband Deutscher Privatkrankenanstalten geleitet wird.

Forschung und Lehre

  • Mit dem Herzzentrum Leipzig betreibt RKA die erste private Universitätsklinik der Bundesrepublik.
Der zwischen der Universität Leipzig, dem Freistaat Sachsen und der RHÖN-KLINIKUM AG geschlossene Vertrag gewährleistet Freiheit von Forschung und Lehre , heißt es auf den Internetseiten der RKA. Kaufmännischer Vorstand des Universitätsklinikums Leipzig ist Dr. Elmar Keller, bis dahin Mitglied des Vorstands der Rhön-Klinikum AG und zuvor Geschäftsführer bei der AOK (Health Update 03/03). Dr. Elmar Keller wurde 2006 (zum Ende der 5-jährigen Vorstandszeit) als kaufmännischer Vorstand des Universitätsklinikums Leipzig (zusammen mit dem medizinischen Vorstand Prof. Dr. med. N. Krüger) vom Aussichtsrat des Universitätskliniks Leipzig abgewählt. Neuer kaufmännischer Vorstand des Universitätsklinikum Leipzig ist Herr Matthias Wokittel (vorher SRH-Klinik Gera). Medizinischer Vorstand ist seit 2006 Prof. Dr. med. E. Fleig (vorher Klinikdirektor für Gastroenterologie der UNI Halle/Saale
  • Obschon (noch) nicht privatisiert, versteht sich auch die Universität Bayreuth als Partner und Dienstleister für die gewerbliche Wirtschaft (Internetseite der Uni). Im Februar 2004 verlieh die Universität Bayreuth Eugen Münch und dem Vorstandsvorsitzenden der Techniker Krankenkasse, Norbert Klusen, zum Dank für einen 1998/99 eingerichteten Studiengang die Ehrensenatorwürde. Die RKA schreibt:
Bedingt durch unser stetiges Wachstum haben wir einen ständig steigenden Bedarf an Führungskräften, die in der Lage sind, die Unternehmensziele in den einzelnen Kliniken zu verfolgen und umzusetzen. ... Seit Herbst 1998 gibt es an der Universität Bayreuth einen neuen Diplom-Studiengang "Gesundheitsökonomie". Der von der RHÖN-KLINIKUM AG in Kooperation mit der Universität Bayreuth und der Techniker Krankenkasse eingeführte Studiengang dient auch dazu, dem Konzern zu qualifiziertem Führungsnachwuchs zu verhelfen. (Internetseite Rhön Mitte 2004)
In seiner Dankesrede lobte Klusen einen der Professoren und zugleich Mitglied der bayerischen Bioethik-Kommission, Peter Oberender, dafür, dass er immer den Wettbewerbsgedanken auch für das Gesundheitswesen in den Vordergrund gestellt habe . (Pressemitteilung der Uni)
  • Die RKA gehört zu den Stiftern des Instituts für Medizinmanagement und Gesundheitswissenschaften an der Universität Bayreuth. Das Institut unterstützt dafür die RKA bei strategischen Projekten im Bereich der neuen Medien. Geschäftsführender Direktor des Instituts ist Eckhard Nagel, Mitglied des Nationalen Ethikrats. Zu den Kooperationspartnern des Instituts gehört außer der RKA u.a. Novartis.
  • Das Präsidium der Marburger Universität und der Magistrat haben die hessische Landesregierung aufgefordert, die Privatisierung des Universitätsklinikums Gießen/Marburg rückgängig zu machen. Das sei Teil einer am 26.3.2012 beschlossenen Resolution, teilte die Stadt am 27.3.2012 mit.

Teleportal-Konzept

Rhön-Chef Eugen Münch hat eine Strategie entwickelt, die er das Teleportal-Konzept nennt. Durch das Teleportal-Konzept soll eine kostengünstige Flächenversorgung durch Standardisierung der Diagnostik und Behandlung erreicht werden. Rhön vergleicht den angestrebten Wandel in der Patientenversorgung mit dem Übergang von der Manufaktur zur Prozessorientierung. Wie bei industriellen Fertigungsprozessen werde durch Wiederholung in völlig neuen Formen der Arbeitsteilung eine Rationalisierung ermöglicht.

Die arbeitsteilige „Produktion“ medizinischer Leistungen erfolge dezentral an virtuellen Patienten, die auf der Basis bildgebender Verfahren (übereinandergelegt und mehrdimensional) konstruiert werden. Zusätzlicher Vorteil: der anonyme virtuelle Patient wird, als Pendant zum realen virtuellen Patienten, völlig neue Forschungsmöglichkeiten über Massenphänomene ermöglichen.

Sämtliche Daten des virtuellen Patienten fließen in eine elektronische Krankenakte ein, zu der die Patienten selbst und die beteiligten Behandler über ein Intranet Zugang haben.

Den niedergelassenen Ärzten fällt dabei die Aufgabe zu, Patienten in ein von Rhön organisiertes Versorgungssystem aus ambulant und stationär behandelnden Einrichtungen weiterzuleiten. Der niedergelassene Arzt prüft nur noch, ob stationäre oder teilstationäre Aufnahme erforderlich ist. Alle weiteren Schritte veranlasst die Klinik.

Während Fachärzte anscheinend eher materiell an Rhön gebunden werden sollen, z.B. durch den Kauf von und die Beteiligung an Praxen und durch Bereitstellung diagnostischer Geräte, ist für Hausärzte eine eher immaterielle Einbindung geplant: Die Teleportal-Klinik wird ... für zukünftige Hausärzte der Platz sein, an dem sie einen Teil ihrer Weiterbildung als Assistent des Präsenzarztes verbringen. Mit der Einbindung in das Teleportal-System verbunden ist nach Ansicht von Rhön ein erheblicher Reputationsgewinn des Einweisers gegenüber den Patienten.

Um das Teleportal-Konzept umzusetzen, muss Rhön gerade in den Regionen zukaufen, in denen der Konzern bereits große Häuser besitzt. Der Kerngedanke ist, dass große Kliniken, an denen Spezialisten arbeiten, mit den kleineren Häusern der Region vernetzt werden.


Bertelsmann Stiftung

Ein Aufsichtsratsmitglied der RKA, Brigitte Mohn, ist Mitglied der Geschäftsführung der Bertelsmann Stiftung, die einen ziemlich großen Einfluss nicht nur auf die Entwicklung des Gesundheitssystems zu haben scheint.

Die Bertelsmann-Stiftung veröffentlicht regelmäßig Umfragen, die nicht immer unumstritten sind. So erhielten Projekte der Stiftung schon einmal von nachdenkseiten.de den Preis der "Manipulation des Monats".

Die Bertelsmann Stiftung hat u.a. mit dem Europäischen Praxisassessment (EPA) ein wissen­schaftlich belastbares Instrument zur anonymen Selbstbewertung von Arztpraxen für ein zielgerichtetes Qualitätsmanagement zur Verfügung gestellt und ist außerdem dabei, ein Portal zu entwickeln, in dem sich Bürger über Angebot und Qualität von Krankenhausleistungen informieren können.

In einer neuen Pressemeldung vom 02.07.2006 fordert die Bertelsmann-Stiftung die Schaffung eines "Generalunternehmers Gesundheit", der sowohl die medizinische als auch die finanzielle Gesamtverantwortung für den Genesungsprozeß des Patienten übernehmen soll. [1].

Stiftung Deutsche Schlaganfall-Hilfe

Verbindungen zwischen der RKA und Bertelsmann bestehen auch über die Stiftung Deutsche Schlaganfall-Hilfe, die zu einem großen Teil von der Bertelsmann Stiftung getragen wird. Im Stiftungsrat der Deutschen Schlaganfall-Hilfe sitzen neben VertreterInnen von Bertelsmann auch Prof. Jörg-Dietrich Hoppe (Präsident der Bundesärztekammer), Pohle (ehemaliger Finanzvorstand der Schering AG) und Eugen Münch.


Zitate

  • An diesen Veränderungen arbeitet nicht der Konzern allein, sondern alle Beteiligten - vom Chefarzt, über die Pfleger bis zum Betriebsrat - werden in Projektgruppen eingebunden. Keiner könne sich nachher herausreden, er hätte davon nichts gewusst, so Meder. "In solch stark hierarchisch strukturierten Unternehmen wie Kliniken ist es wichtig, die Spitzen mit ins Boot zu bekommen." Rhön sieht sich bei Uniklinik Gießen-Marburg im Plan - Krankenhaus-Konzern zieht nach 16 Monaten Bilanz
  • Sind Patienten wirklich Kunden im Sinn von Münch? Für Hagen Kühn, Leiter der Forschungsgruppe Public Health am Wissenschaftszentrum Berlin, eine völlig abwegige Vorstellung. "Ein Kunde ist ein potenzieller Käufer: Er hat die Wahl, kann abwägen, kann gehen, wenn es ihm nicht passt, und er kann warten. Ein Patient ist dagegen leidend, braucht Hilfe, hat oft keine Wahl, kann oft nicht abwägen und auch nicht warten." Kühn, der die Privatisierung der Krankenhäuser seit Jahren erforscht, hat in den USA beobachtet, dass es in der Expansionsphase immer nett zugeht. Wenn ein Klinikkonzern Häuser kaufen will, ist er auf ein positives Image angewiesen. Erst wenn der Markt aufgeteilt ist, kann man die Gewinne hoch- und den Service herunterfahren. Rhön-Konzern Kapitalismus im Krankenhaus (stern-Artikel aus Heft 07/2007)
  • In nur zwei Jahren ist es dem privaten Krankenhausbetreiber Rhön Klinikum AG gelungen, die fusionierten Universitätskliniken Gießen und Marburg in die Gewinnzone zu führen. Mussten die Großkrankenhäuser 2005 noch ein Minus von 13,8 Millionen Euro verkraften, so verzeichnet Rhön 2007 ein Plus von gut einer Million Euro.
  • Klagen über Rhön-Klinik - Verdi schließt Beschwerde-Blog - VON JUTTA RIPPEGATHER - Seit fünf Wochen besteht die Möglichkeit, sich im Internet über Erfahrungen mit dem Klinikum auszutauschen, das seit der Privatisierung vor zwei Jahren zum Rhön-Konzern gehört. Die Gewerkschaft Verdi hatte Rhoenwatch.de installiert, nachdem sich Beschwerden über die Folgen des Personalabbaus gehäuft hatten. Jetzt wird die Plattform erst mal abgeschaltet. "Wir machen eine Pause." So formuliert es Georg Schulze-Ziehaus von Verdi Hessen. "Die Probleme sind benannt, nun wollen wir über Lösungen sprechen." (FR-online.de am 04.11.2008)
  • Mit Ihren Ergebnissen beliefern Sie politische Mandatsträger. Auf diese Weise beeinflussen Sie deren Entscheidungen ... Dr. Brigitte Mohn (seit 2002 Leiterin des Themenbereichs Gesundheit in der Bertelsmann-Stiftung): Das Bereitstellen von Informationen und Expertisen im politischen Meinungsbildungsprozess ist ein wesentliches Merkmal der Demokratie. Bei der Entwicklung von Reformstrategien hat die Bertelsmann Stiftung als eine von vielen Organisationen das Bundesministerium für Gesundheit beraten. Unsere Aufgabe ist es, die Reformprojekte zu identifizieren, die international Wirkung erzielen. Daraus leiten wir Anregungen und Empfehlungen ab, die an den Interessen der Patienten und Versicherten orientiert sind. Die Entscheidungen treffen die politischen Gremien. Klartext: „Wir beraten, wir entscheiden nicht“
  • Umsatz und Gewinn 2008 erneut deutlich gesteigert ... Die Umsatzerlöse lagen 2008 bei 2,13 Milliarden Euro, der Konzerngewinn vor Steuern bei 122,6 Millionen Euro. Für das Jahr 2009 rechnet Vorstandsvorsitzender Wolfgang Pföhler sogar mit einem Überschuss von 130 Millionen Euro. (Bilanzpressekonferenz in Frankfurt am Main 23.4.2009) - Im Geschäftsjahr 2008 wurden in den 48 Kliniken und 20 Medizinischen Versorgungszentren des Konzerns insgesamt 1.647.972 (+6,7 %) Patienten behandelt. Die Umsatzerlöse stiegen auf 2,13 Mrd. € (+ 5,2 %). Der Konzerngewinn von 122,6 Mio. € (+10,3 %) verdeutlicht, dass der Konzern seine Restrukturierungsfähigkeit erneut bewiesen hat.
  • Als zuverlässiger Partner mit jahrzehntelanger Erfahrung stehen wir bereit, um den Staat bei der Erfüllung seines Sicherstellungsauftrags noch stärker zu unterstützen. Ausgehend von unseren bisherigen Standorten wollen wir über alle Versorgungsstufen hinweg ein bundesweites Netz knüpfen, das den Patienten erlaubt, in höchstens 1,5 bis zwei Stunden eine Einrichtung unseres Verbunds zu erreichen. Wir kommen damit unserer Vision näher, für jedermann in Deutschland eine wohnortnahe, qualitativ hochwertige und bezahlbare Gesundheitsversorgung anzubieten.
Zugleich setzen wir unseren Weg vom klassischen Klinikbetreiber zum integrierten Gesundheitsdienstleister konsequent fort. Dazu haben wir ein fein abgestimmtes Maßnahmenpaket aufgelegt, mit dem der Vorstand die Entwicklung des Konzerns steuert und interne Strukturen und Prozesse laufend optimiert. (Halbjahresfinanzbericht Juli 2009)
Derzeit gibt es noch Patienten, für die die Klinik weniger Geld bekommt als die Niedergelassenen. Ein Teil von dem Verlust tragen die Hochschul-Ambulanzen, die vom Land finanziert werden. Reichen die Kapazitäten nicht aus, schickt man sie zu den Niedergelassenen. Wenn Rhön Medizinische Versorgungszentren betreibt, kommt es an die niedergelassenen Facharzt-Sitze ran.
Dann wäre die gesamte Gesundheitsversorgung also in einer Hand, die freie Arztwahl verloren?
Ja. Die gibt es dann nur noch auf dem Papier. Rhön hätte das Monopol für den gesamten Landkreis und der Patient geht zum Niedergelassen, der Büttel von Rhön ist. ("Patienten haben Angst" Der Profit des Rhön-Klinikums hat Vorrang vor den Patienten, sagt der Arzt Eike-Peter Schäfer im FR-Interview. Er hat das privatisierte Krankenhaus in Marburg verlassen.)


Interviews

  • Interview mit Herrn Wolfgang Pföhler - seines Zeichens RHÖN-Chef - in der Süddeutschen Zeitung am Samstag 8.9.2012 mit Helga Einecke:
Überschrift: "Eine Klinik ist keine Behörde"
SZ: Und bei Angebot und Finanzierung sind private Klinik-Betreiber besser als staatliche oder gemeinnützige?
Rhön: Unbestitten ist, dass die Organisation von Krankenhäusern sehr komplex ist und diese deshalb wie Unternehmen geführt werden müssen.
Für uns ist das medizinische Ergebnis am wichtigsten.
Wir orientieren uns am Patienten.
Für die notwendigen Investitionen brauchen wir Gewinn.
SZ: Aber den schütten Sie doch in zweistelliger Millionenhöhe an die Aktionäre aus!
Ihnen wird vorgeworfen, Sie würden eher gierige Aktionäre befriedigen als in Krankenhäuser zu investieren.
Rhön: Dieser Vorwurf trifft nicht. Umgekehrt wird ein Schuh draus. Die Aktionäre stellen uns die Mittel zur Verfügung, damit wir investieren können. Dafür zahlen wir Zinsen in Form von Dividenden.
Wir helfen dem Staat und den Kommunen, wir erledigen deren Aufgaben, weil sie dafür nicht genügend Geld haben. Der weit überwiegende Teil unserer Gewinne wird übrigens reinvestiert.

Reden

  • Gibt es einen Punkt, an dem wir dieses Unternehmen und seine Stakeholder davor bewahren können, mit Kraft, Geschick und Ideen dem Strudel der sichtbaren Widersprüche zu entkommen und unsere Zukunft selbst zu gestalten? Diejenigen, die uns diesen und ähnliche Widersprüche auferlegen, sind ganz offenbar nicht in der Lage dazu. Manche von den Trendsetzern haben in ihren eigenen Arbeitsfeldern Zustände, die sie nicht qualifizieren, anderen Vorschläge zu machen - AR-Rede zur HV der RHÖN-KLINIKUM AG am 9. Juni 2010 - 22. Ordentliche Hauptversammlung
  • Als Fachklinik für Altersmedizin dient die Klinik Hildesheimer Land für uns als Plattform für die Entwicklung von geriatrischen Konzepten für andere Kliniken unseres Verbundes. Denn mit der steigenden Zahl älterer Menschen nimmt auch die Bedeutung von Alterserkrankungen stetig zu und der Bedarf einer spezialisierten Altersmedizin wächst. Wir sehen es als unsere Aufgabe an, älteren Patienten ein maßgeschneidertes Versorgungsangebot zu machen und stellen uns auf die speziellen Bedürfnisse älterer Patienten ein. Knapp ein Drittel der über 70‐Jährigen lebt mit fünf oder mehr verschiedenen Krankheiten, Sie können sich vorstellen, dass dies besondere Anforderungen an medizinische Maßnahmen und Strukturen stellt. Mit dem Aufbau der Altersmedizin im Konzern ergreifen wir die Chance, die Versorgung älterer Menschen weiter zu verbessern und erschließen zukünftige Wachstumsfelder.
Rede von Wolfgang Pföhler, Vorstandsvorsitzender 8. JUNI 2011, FRANKFURT AM MAIN - 23. ORDENTLICHE HAUPTVERSAMMLUNG

Quelle

Liste der Rhönkliniken

Aukammklinik GmbH Leibnitzstr. 21 65191 Wiesbaden

Fachkrankenhaus für Psychiatrie und Neurologie Hildburghausen GmbH Eisfelder Strasse 41 98646 Hildburghausen

Frankenwaldklinik Kronach GmbH Friesener Straße 41 96317 Kronach

HEINZ-KALK-KRANKENHAUS GmbH Am Gradierbau 3 97688 Bad Kissingen

Haus Saaletal GmbH Salzburgweg 7 97616 Bad Neustadt/Saale

Herz- und Gefäß-Klinik GmbH Salzburger Leite 1 97616 Bad Neustadt/Saale

Herzzentrum Leipzig GmbH -Universitätsklinik- Strümpellstr. 39 04289 Leipzig

Klinik "Haus Franken" GmbH Salzburger Leite 1 97616 Bad Neustadt/Saale

Klinik Kipfenberg GmbH Neurochirurgische und Neurologische Fachklinik Kindiger Str.13 85110 Kipfenberg

Klinik München-Pasing Steinerweg 5 81241 München

Klinik München-Perlach Schmidbauerstraße 44 81737 München

Klinik für Handchirurgie der Herz- und Gefäß-Klinik GmbH Salzburger Leite 1 97616 Bad Neustadt/Saale

Klinik für Herzchirurgie Karlsruhe GmbH Franz-Lust-Str. 30 76185 Karlsruhe

Kliniken Herzberg und Osterode GmbH Dr.-Frössel-Allee 37412 Herzberg am Harz

Kliniken Miltenberg-Erlenbach GmbH Krankenhausstrasse 45 63906 Erlenbach am Main

Kliniken Uelzen und Bad Bevensen GmbH Hagenskamp 34 29525 Uelzen

Klinikum Frankfurt (Oder) GmbH Müllroser Chaussee 7 15236 Frankfurt (Oder) ,Markendorf

Klinikum Hildesheim GmbH Weinberg 1

Klinikum Meiningen GmbH Bergstrasse 3 98617 Meiningen

Klinikum Pforzheim GmbH Kanzlerstraße 2-6 75175 Pforzheim

Klinikum Pirna GmbH Schandauer Str. 12 01796 Pirna

Klinikum Salzgitter GmbH - Kattowitzer Str. 191

Krankenhaus Cuxhaven GmbH - Altenwalder Chaussee 10 - 12 27474 Cuxhaven

Krankenhaus Hammelburg GmbH Ofenthaler Weg 20 97762 Hammelburg

Krankenhaus St. Barbara Attendorn GmbH Hohler Weg 9 - 57439 Attendorn

Krankenhaus Waltershausen-Friedrichroda GmbH - Reinhardsbrunner Str. 14-17 - 99894 Friedrichroda

Kreiskrankenhaus Gifhorn GmbH - Bergstrasse 30 - 38518 Gifhorn

Mittelweser Kliniken GmbH Nienburg - Marienstraße 2 - 31582 Nienburg an der Weser

Mittelweser Kliniken GmbH Stolzenau - Holzhäuser Weg 28 - 31592 Stolzenau

Neurologische Klinik GmbH Bad Neustadt - von-Guttenberg-Str. 10 - 97616 Bad Neustadt/Saale

Park-Krankenhaus Leipzig-Südost GmbH - Strümpellstr. 41 - 04289 Leipzig

Psychosomatische Klinik Bad Neustadt - Salzburger Leite 1 - 97616 Bad Neustadt/Saale

Soteria Klinik Leipzig GmbH - Morawitzstr. 4 - 04289 Leipzig

St. Elisabeth Krankenhaus Bad Kissingen - Kissinger Str. 150 - 97688 Bad Kissingen

Stiftung Deutsche Klinik für Diagnostik GmbH - Aukammallee 33 - 65191 Wiesbaden

Weisseritztal-Kliniken GmbH - Bügerstr. 7 - 01705 Freital

Zentralklinik Bad Berka GmbH - Robert-Koch-Allee 9 - 99437 Bad Berka

(natürlich "ohne Gewähr" auf Richtigkeit, Uniklinikum Giessen/Marburg/Lahn fehlt dabei auch noch!)


  • 12. November 2008 - Heute wurde der Kaufvertrag zwischen Vertretern des Landkreises Wesermarsch und des Vorstands der RHÖN-KLINIKUM AG, Bad Neustadt, vor einem Notar in Nordenham notariell beurkundet. In der Kreistagssitzung am vergangenen Montag stimmten die Verantwortlichen der 100%-igen Übernahme der Wesermarsch-Klinik Nordenham durch den Krankenhauskonzern zum 1. Januar 2009 zu.
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