Rolf Rosenbrock

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Prof.Rolf Rosenbrock
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Prof.Rolf Rosenbrock

Prof. Dr. Rolf Rosenbrock * 1.5.1945 Mengens in Thüringen, Leiter der Forschungsgruppe "Public Health" am Wissenschaftszentrum Berlin für Sozialforschung (WZB) - 140 deutsche und ausländische Wissenschaftler betreiben hier problemorientierte Grundlagenforschung. Ökonomen, Soziologen, Politologen, Rechtswissenschaftler und Historiker erforschen Entwicklungstendenzen, Anpassungsprobleme und Innovationschancen moderner Gesellschaften. Diese Forschung ist meist interdisziplinär und international vergleichend. Das WZB konzentriert sich auf Problemfelder, die die Gesellschaft in besonderer Weise berühren. Gefragt wird vor allem nach den Problemlösungskapazitäten gesellschaftlicher und staatlicher Institutionen.

Gegründet wurde das WZB 1969 auf Initiative von Bundestagsabgeordneten aller Fraktionen. Nach einem schrittweisen Aufbau an mehreren Standorten war es 1988 erstmals unter einem Dach vereint im Gebäude des ehemaligen Reichsversicherungsamts, erweitert um die Anbauten von James Stirling.

Das WZB ist eine gemeinnützige GmbH. Zuwendungsgeber sind der Bund (75%) und das Land Berlin (25%). Der Jahreshaushalt beträgt 12,9 Mio. Euro. Zusätzlich wurden Drittmittel in Höhe von 4 Mio. Euro eingeworben (2007).


Inhaltsverzeichnis

Lebenslauf

  • 1964 - 1966 Kaufmännische Lehre bei der Busch Jaeger Dürener Metallwerke AG, Düren und Lüdenscheid
  • 1966 - 1972 Studium der Betriebswirtschaftslehre, der Politischen Ökonomie und der Sozialwissenschaften an der Freien Universität Berlin
  • 1970 - 1972 Tutor an der Technischen Universität Berlin, Fachbereich 8: Stadtplanung und Architektur
  • 1972 Diplom: Dipl.-Kfm., Freie Universität Berlin
  • 1973 - 1974 Postgraduierten-Stipendium der Freien Universität Berlin am Instituto Latinoamericano de Investigaciones Sociales, Santiago de Chile
  • 1974 - 1975 Wissenschaftlicher Mitarbeiter an der Freien Universität Berlin, Fachbereich Politische Wissenschaften
  • 1975 - 1976 Wissenschaftlicher Mitarbeiter in der Forschungsstelle der Vereinigung Deutscher Wissenschaftler e.V., Hamburg
  • 1977 Promotion: Dr. rer. pol. in Volkswirtschaftslehre/Politische Ökonomie, Universität Bremen
  • 1977 - 1984 Wissenschaftlicher Mitarbeiter am Internationalen Institut für Vergleichende Gesellschaftsforschung, WZB
  • 1984 - 1987 Vertreter des Direktors (Prof. Dr. F. Naschold) in wissenschaftlichen Angelegenheiten am Forschungsschwerpunkt Arbeitspolitik im Internationalen Institut für Vergleichende Gesellschaftsforschung, WZB
  • 1988 Habilitation: Privatdozent für Sozialwissenschaften/Gesundheitspolitik, Universität Bremen
  • 1990 Visiting Scholar an der Universität von Kalifornien, Berkeley, Institute of Governmental Studies
  • 1996 Professor für Sozialwissenschaften/Gesundheitspolitik, Technische Universität Berlin
  • seit 1995 Leiter der Forschungsgruppe "Public Health" im Wissenschaftszentrum für Sozialforschung (WZB), Berlin
  • seit 2007 Lehrbefugnis als Professor an der Berlin School of Public Health in der Charité Universitätsmedizin Berlin


Affäre RR - STASI-IM

  • Auslöser des erneuten Verdachtes war ein Artikel im "Spiegel" vom 13. Dezember 1999. Darin wird dem "Alt-68er" die Ausschlachtung seiner Kontakte zum links-alternativen Milieu vorgeworfen. Als IM "Maurer" habe er Informationen über Amnesty International, chilenische Flüchtlinge und in den 80er Jahren sogar über Solidarnosc-Sympathisanten weitergegeben, "zu denen auch Andrea Fischer zählte". Seit Ende der 70er Jahre habe er seine Spionage-Tätigkeit dann auf seinen Arbeitsplatz WZB ausgedehnt. Die Aufklärung über Rosenbrocks IM-Tätigkeit sei der Gauck-Behörde erst durch die Auswertung der Anfang 1999 entschlüsselten Stasi-Datenbank "SIRA" möglich. Sie liefert Informationen über insgesamt elf Vorgänge zwischen 1979 und 1987, in denen auf 562 Seiten aus dem WZB an die Hauptverwaltung Aufklärung berichtet wurde.
  • Aus einer persönlichen Erklärung:
Ich arbeite seit Oktober 1977 am WZB. Die über 22 Jahre Arbeit mit und in dieser sowie für diese Institution hat sich mir bis zum 16. 12. 99 als gelungene und erfolgreiche Symbiose zum beiderseitigen hohen Nutzen dargestellt. Immerhin zählt die von mir am WZB aufgebaute und geleitete Gesundheitsforschung – auch ausweislich der Evaluation durch den Wissenschaftsrat (Dez. 1997) – zu den sehr erfolgreichen Forschungseinheiten des WZB. Dies läßt sich auch an allen gängigen meßbaren Erfolgs-Parametern (Bücher und andere Veröffentlichungen im In- und Ausland, Summe und Anteil eingeworbener Drittmittel, Berufungen in Gremien der Wissenschaft und der Politikberatung, Einladungen in Programmkomitees und Präsidien internationaler Konferenzen sowie zu Vorträgen, Berufungen auf Lehrstühle und Professuren an Mitglieder der Gruppe, akademische Lehr- und Prüftätigkeit, öffentliche Resonanz) darstellen. Im Falle der eingetretenen Bedrohung von außen habe ich in dieser Situation fest damit gerechnet, daß das WZB als Arbeitgeber und Institution meinem Wort ein höheres Gewicht beimißt und mir Schutz und Rückendeckung gewährt. Die seither ohne mein Zutun eingetretene Entwicklung habe ich außerordentlich bedauert.
  • Ende eines Alptraums Rolf Rosenbrock kehrt ans WZB zurück - Bestandteil der Einigung zwischen den Parteien ist die Erklärung von Herrn Rosenbrock, daß angesichts des vorliegenden Materials der Verdacht gegen ihn sowohl als ernsthaft als auch als schwerwiegend erscheinen konnte und daß er insoweit das Verhalten der Geschäftsführung nicht als willkürlich einschätzt. Er wiederholt andererseits, daß dieser Verdacht unzutreffend und die gegen ihn ausgesprochene Kündigung also auch nicht rechtmäßig ist.
Die Geschäftsführung des WZB hält ihren Verdacht aufrecht, muß aber davon ausgehen, daß eine weitere, langwierige gerichtliche Auseinandersetzung das WZB belasten würde, ohne die Gewähr zu bieten, daß eine hinreichend objektive Aufklärung erreicht wird.
(Verdacht als inoffizieller Mitarbeiter der Hauptverwaltung Aufklärung des Ministeriums für Staatssicherheit der DDR zu Lasten des WZB gehandelt zu haben, wodurch die fristlose Kündigung aufgrund dieses Verdachts am 21. Januar 2000 gegenüber Herrn Rosenbrock ausgesprochen wurde.)

Zitate

  • Unsozial, diskriminierend und ineffektiv - Zuzahlungen im Gesundheitswesen haben nicht die von Politikern erhoffte oder vorgegaukelte Wirkung - Seit Beginn des Jahres 2004 müssen viele Bundesbürger für ihre Gesundheit tiefer in die Tasche greifen und wissen nicht, ob dadurch wirklich etwas bei den Krankenkassenbeiträgen eingespart werden kann.
Die beiden Autoren legen noch eins drauf und analysieren, wie gesundheitspolitisch kontraproduktiv Zuzahlungen überhaupt sind. Steuernde Effekte erwarten Ökonomen von Selbstbeteiligungen im Gesundheitswesen durch Eindämmung der adversen Selektion und vor allem des Moral-hazard-Verhaltens der Versicherten. Demnach sollen Eigenanteile die GKV-Mitglieder zu größerer Sorgfalt und Vorsicht bei der Inanspruchnahme der versicherten Leistungen veranlassen, den Verbrauch an "überflüssigen" Behandlungen und damit die Ausgaben einer Krankenversicherung senken. Dahinter steckt die Vorstellung, Patienten missbrauchten das Gesundheitswesen und frönten unnötigen und teuren medizinischen Behandlungen allein auf Grund der Tatsache, dass sie kostenlos sind.
Relativ niedrige, fixe Eigenanteile, wie sie nun die informelle "große Koalition" aus Regierung und größter Oppositionspartei dem deutschen Gesundheitssystem verordnet hat, bergen sogar die Gefahr, kostentreibend zu wirken. Denn anstatt das Moralhazard-Verhalten der Versicherten zu kontrollieren, dürften sie diesen Effekt verstärken: Wer schon einmal im Quartal die Praxisgebühr bezahlt hat, wird möglichst viele weitere Leistungen ohne erneute Zuzahlung in Anspruch nehmen.
Im Hinblick auf den postulierten Steuerungseffekt von Zuzahlungen erweist sich die Unterscheidung zwischen "nützlichen" und "überflüssigen" Leistungen im Gesundheitswesen medizinisch als unsinnig und aus gesundheitswissenschaftlicher Perspektive als problematisch. Patienten sind hoffnungslos überfordert, ihre Beschwerden adäquat einzuordnen, selbst für Ärzte ist oftmals nicht sofort zu erkennen, wie gerechtfertigt eine Konsultation ist. Vor allem aber hat sich in Industrieländern immer wieder gezeigt, dass Zuzahlungen eben nicht bloß die Inanspruchnahme von unangebrachten oder kaum wirksamen Maßnahmen senken, sondern auch die der notwendigen und hoch-effizienten Behandlungen.
"Zuzahlungen müssen richtig weh tun, wenn sie Wirkung zeigen sollen", meint etwas sarkastisch Rolf Rosenbrock aus dem Sachverständigenrat des BMG. Eine Metaanalyse von jeweils einer Studie in Australien, Kanada und den USA kommt zu dem Ergebnis, dass Eigenbeteiligungen im Umfang von 25 bis 30 Prozent der Behandlungskosten die Nachfrage nach medizinischen Leistungen um 25 bis 28 Prozent verringern. Einen Großteil der zusätzlichen Einnahmen fressen allerdings die Verwaltungskosten auf, die für die Erhebung, Weiterleitung und Kontrolle der Gebühren und vor allem für das Management der üblicherweise bestehenden Ausnahme- und Befreiungsregelungen anfallen.
Darum wollen Ministerium und Krankenkassen denn auch die bürokratische Mehrbelastung weitgehend den niedergelassenen Ärzten aufbürden, doch zeigen diese geringere Bereitschaft als abhängig beschäftigte Klinikangestellte, den Mehraufwand durch Freizeitverlust und Reduzierung des Patientenkontakts zu kompensieren. Trotz der kostenneutralen Zusatzbelastung von Medizinern wird auch in Deutschland nur ein Teil der vorgesehenen Praxisgebühr von zehn Euro wirklich im System ankommen, und einen Euro pro Sozialhilfeempfänger und Quartal vertilgt die Bürokratie mühelos. (nach Frankfurter Rundschau Januar 2004)
  • Rosenbrock: Was glauben Sie, was wir getan haben? Sie müssen sich nur anschauen, welche Expertise die Minister der schwarz-gelben Bundesregierung beim Amtsantritt auf ihren Schreibtischen vorfanden. Da lagen 300 Seiten Gutachten des Sachverständigenrats zur Kindergesundheit, in denen genau das gefordert wird. Der Kinder- und Jugendbericht kam zum gleichen Ergebnis. Das Robert-Koch-Institut und die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung - die beiden zuständigen Bundesbehörden - haben ein Aktionsprogramm vorgelegt.
Doch was tut Gesundheitsminister Philipp Rösler? Er sagt ein Jahr lang nichts zum Thema Kinder und Jugendliche. Dann regt er eine neue Gebührenposition "Gesundheitsberatung" für Kinderärzte an. Es fällt schwer, so was als Ignoranz abzutun.
In einem Bericht des aend zur gleichen Veranstaltung ist das zu lesen: Der wirtschaftliche Vergleich zwischen Krankenkasse und privater Versicherung sei der Vergleich zwischen einem Mann mit Eisenkugel am Bein und einem mit Raketenantrieb im Hintern. „Die PKV profitiert außerdem von Geschäften, die den Kassen verboten sind“, geißelte er die derzeitige Gesetzgebung. In keinem anderen Land gebe es solche Strukturen. „In keinem Land kann man sich einfach aus der Solidarität herauskaufen. Die PKV ist eine asoziale und zutiefst anachronistische Veranstaltung“, resümierte der Wirtschaftswissenschaftler.

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  • Kontakt: Prof. Dr. Rolf Rosenbrock - Telefon: +49 30 25491-571
  • E-mail: rosenbrock@wzb.eu
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