Rudolf Henke
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Rudolf Henke * 05.06.1954 - geboren in Birkesdorf (heute: Düren) ist als Facharzt für innere Medizin ein angestellter Krankenhausarzt und ärztlicher Funktionär
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Berufliche Vita
Als Gast in einer Diskussionsveranstaltung im HILTON-Düsseldorf 9.10.2011 auf Einladung von Freie Ärzteschaft
Chronik
- 1972 - Abitur am Stiftischen Gymnasium Düren
- 1972 -1979 - Medizinstudium an der RWTH Aachen
- 1979 - Ärztliche Prüfung und am 22.11.1979: Approbation
- ab 1980 Assistenzarzt am St.-Antonius-Hospital Eschweiler, Wehrdienst als Medizinalrat im Bundesgrenzschutz d. R.
- 21.04.1988 - Anerkennung als Facharzt für Innere Medizin
- seit 1988 - Oberarzt der Klinik für Hämatologie und Onkologie am St.-Antonius-Hospital Eschweiler
- seit 1981 - Mitglied der Kammerversammlung der Ärztekammer Nordrhein
- 1985 -1995 - Delegierter des Deutschen Ärztetages
- seit 1988 - Vorstandsmitglied der Ärztekammer Nordrhein
- seit 1989 - 2. Vorsitzender des Marburger Bundes -Bundesverband-
- seit 1991 - 1. Vorsitzender des Marburger Bundes - Landesverband Nordrhein-Westfalen/Rheinland-Pfalz
- seit 1994 - Sachkundiger Bürger im Sozial- und Gesundheitsausschuss des Rates der Stadt Aachen
- 14.5.1995 - Wahl in den Landtag Nordrhein-Westfalen als Abgeordneter der Stadt Aachen, Fraktion der CDU, Mitglied in den Ausschüssen für Arbeit, Gesundheit, Soziales sowie für Wissenschaft und Forschung des Landtags, Mitglied der Enquetekommission zur Situation und Zukunft der Pflege in Nordrhein-Westfalen
- 26.5.1995 - Wahl in den Vorstand der Bundesärztekammer Vorsitzender der Ausschüsse "Krankenhaus" und "Gesundheitsförderung, Prävention und Rehabilitation" Mitglied im Ausschuss "Integration" (bis zur Auflösung in 2003)
- 21.6.1997 - Wahl in den Aufsichtsausschuss der Nordrheinischen Ärzteversorgung
- ab 2003 Mitglied in der Arbeitsgruppe "Weiterentwicklung der ambulant-stationären Kooperation" bei der Bundesärztekammer
- November 2007: Rudolf Henke wird neuer Vorsitzender des Marburger Bundes und damit Nachfolger von Frank Ulrich Montgomery. 144 von 177 Delegierten wählten den 53-Jährigen bei der 112. Hauptversammlung des Marburger Bundes für zwei Jahre in sein Amt.
- 27.09.2009 - Der 1. Vorsitzende des Marburger Bundes, Rudolf Henke, hat in seiner Heimatstadt Aachen den Wahlkreis 088 erobert und zieht als direkt gewählter Abgeordneter in den Deutschen Bundestag ein. Rudolf Henke gewann das Direktmandat für die CDU mit imponierend deutlichem Vorsprung von fast zehn Prozent vor seiner Kontrahentin, der amtierenden Bundesgesundheitsministerin Ulla Schmidt (SPD). Auf Rudolf Henke entfielen 50.703 der abgegebenen gültigen Erststimmen (39,4%), auf Ulla Schmidt 38.523 Stimmen (29,9%).
- 19.11.2011 - Kammerversammlung der Ärztekammer Nordrhein mit TOP Wahlen wg. des Todes von ÄK-Präsident Jörg-Dietrich Hoppe wählt R. Henke als Nachfolger mit 66 Stimmen zum neuen Präsidenten, Gegenkandidatin Angelika Haus erhält 43 Stimmen.
Mitgliedschaften u.a. weitere
- Vorsitzender der Deutsch-Japanischen Kulturgesellschaft Aachen e.V.
- Vorsitzender "Ärzte helfen Obdachlosen e.V."
- Mitglied der Öcher Boerjerwehr
- Mitglied in der Bürgergemeinschaft Henger Herjotts Fott e.V.
- Mitglied im Caritasverband für die Regionen der Stadt Aachen und Aachen Land e.V.
- Mitglied der DIG (Deutsch-Israelische Gesellschaft Aachen e.V.)
- Mitglied im Förderverein Marienhospital Aachen e.V.karneval_landtag_2009
- Mitglied im Förderverein Regionaler Onkologischer Schwerpunkt Eschweiler e.V.
- Mitglied in der Gesellschaft der Freunde und Förderer der Nordrhein-Westfälischen Akademie
- Mitglied der Medizinischen Gesellschaft Aachen e.V.
- Mitglied im Musikverein Hahn e.V.
- Mitglied im Bauverein der Katholischen Kirchengemeinde St. Adalbert
- Kuratoriumsmitglied der AIDS-Hilfe Nordrhein-Westfalen;
- Deutscher Delegierter des Weltärztebundes
- Mitglied im Deutsch-Türkischen Forum der CDU Nordrhein-Westfalen.
Eigene Aussagen
- "Wie Rudolf Virchow möchte auch ich an der Schnittstelle von Politik und Medizin wirken, um einen Beitrag für ein gerechtes, soziales und zukunftsfähiges Gesundheitssystem zu leisten."
- Henke teilte der Kammerversammlung mit, dass nach einer Rechtsauskunft des Bundestagspräsidenten, das Präsidentenamt einer Ärztekammer mit der Ausübung des Abgeordnetenmandats kompatibel sei. Zugleich kündigte er an, dass er den Vorsitz im Landesverband Nordrhein-Westfalen/Rheinland-Pfalz des Marburger Bundes abgeben werde. Um eine Nachfolgeregelung zu treffen, erbat er sich etwas Zeit.
Interviews
- RhÄ: Bitte ergänzen Sie die folgenden Satzanfänge: Mein Vorgänger Jörg-Dietrich Hoppe war für mich ...
- Henke: Ein guter Freund und ein großes Vorbild.
- RhÄ: Aufgabe der Ärztekammer Nordrhein ist ...
- Henke: ... die Qualität der Patientenversorgung nach Kräften zu fördern.
- RhÄ: Wenn es die ärztliche Selbstverwaltung nicht gäbe, ...
- Henke: ... dann müsste man sie erfinden. Denn viele Fragen, die wir heute mit ärztlicher Kompetenz und in ärztlicher Verantwortung gestalten können, müssten sonst staatlich entschieden werden. Die Kolleginnen und Kollegen hätten viel stärker als heute den Eindruck, für Staat und Krankenkassen vor allem Empfänger von Kommandos zu sein.
- RhÄ: Zum Schluss noch mal die Bitte um eine Satzergänzung: Die Einheit der Ärzteschaft ist ...
- Henke: ... so wertvoll, dass wir immer wieder neu um sie ringen müssen. Die Kammer, in der alle Kolleginnen und Kollegen vertreten sind, ist dafür genau der richtige Ort.
- RhÄ: Herr Präsident, vielen Dank für das Gespräch.
Zitate
- Einen so langen Atem wie Rudolf Henke haben nur wenige: Der Internist aus Aachen hat 18 Jahre lang als ewig Zweiter im Vorstand der Ärztegewerkschaft Marburger Bund gearbeitet und auf seine Chance gewartet. Wenn der Medienliebling und erste Vorsitzende Frank Ulrich Montgomery bei Ärztestreiks vor den Kameras stand, arbeitete Henke still im Hintergrund an den Konzepten. "Montgomery wird auf der Straße erkannt, ich nicht", sagt er ein wenig bitter. Zweifel gibt es an der Unabhängigkeit des Nachfolgers. Henke ist schon längst mehr Politiker als Arzt. Seit 1995 sitzt er für die CDU im Landtag von Nordrhein-Westfalen. In der Klinik in Eschweiler, wo er Oberarzt für Hämatologie und Onkologie ist, verbringt er nur noch wenige Stunden in der Woche. Politik sei für ihn die Fortsetzung seiner ärztlichen Tätigkeit mit anderen Mitteln, sagt Henke. Als Politiker setze er sich auf einer abstrakteren Ebene in der Gesundheitspolitik ebenso für seine Patienten ein, wie in der täglichen Arbeit im Krankenhaus. Auch müsse er sich in Fragen der Gesundheitspolitik nicht den Vorgaben der Partei fügen. So habe er immer gut mit Montgomery zusammengearbeitet, obwohl dieser SPD-Mitglied ist. (Nina von Hardenberg in: Süddeutsche Zeitung - 10. November 2007)
DEMO Marburger Bund 2006 in Hannover
- WECHSEL - Henke führt Marburger Bund - Wechsel nach 18 Jahren: Rudolf Henke ist neuer Vorsitzender der Ärztegewerkschaft Marburger Bund. Der Politiker und Arzt aus Aachen löst damit den Hamburger Mediziner Frank Ulrich Montgomery ab. In Montgomerys Amtszeit wuchs die Ärztegewerkschaft um mehr als 25.000 auf deutlich über 100.000 Mitglieder an. Im September 2005 war der Marburger Bund aus der langjährigen Zusammenarbeit mit der Dienstleistungsgewerkschaft ver.di ausgeschert und hatte im Vorjahr eigene Tarifverträge für die Klinikärzte erstritten. (November 2007 im SPIEGEL)
- Wofür werden sie im Bundestag nun kämpfen? (im Interview mit dem aend Anfang Oktober 2009)
- Uns allen muss klar sein: Die Leistungskraft des Gesundheitswesens ist stark von der Erholung unserer Wirtschaft abhängig. Das ist ja auch einer der Gründe, weshalb die Wähler Schwarz-Gelb nun mit dem Regierungsauftrag versehen haben. Sie waren der Meinung, dass das die beste Lösung ist, um die Wirtschaft wieder wachsen zu lassen. Wir im Gesundheitswesen hängen an diesem Tropf der wirtschaftlichen Erholung.
- Wir haben jetzt in diesem Jahr zwar den Schutz mehrerer Garantieregelungen aus dem Gesundheitsfonds erlebt. Der denkbare Einnahmenausfall bei den gesetzlichen Krankenkassen wirkt sich in diesem Jahr auf die Finanzkraft des Systems nicht aus, denn der Finanzminister muss mit Krediten einspringen. Wir müssen nun aber die Leistungsfähigkeit des Gesundheitssystems auch über das Jahr 2009 sicherstellen. Es ist nicht auszuschließen, dass wir auf dem Arbeitsmarkt noch sehr in Bedrängnis geraten. Daher hängt viel von der Wirtschaftpolitik ab. Die können wir aus dem Gesundheitssystem heraus nicht ersetzen. Es wäre falsch zu glauben, dass wir da abgekoppelt sind und unser Gesundheitswesen mit eigenen Bordmitteln alle Probleme lösen kann.
- Werden Sie sich für das System der Kostenerstattung in der ambulanten medizinischen Versorgung einsetzen?
- Der Deutsche Ärztetag hat dieses Thema ja mehrfach diskutiert und am Ende war die Zahl der Skeptiker größer. Ich habe große Zweifel, wie in einem System der reinen Kostenerstattung der Zugang aller Bevölkerungsgruppen zu den notwendigen Leistungen erhalten bleibt. Der Abrechnungsaufwand für kleine Beträge nimmt enorm zu. Auch das Inkasso-Risiko wächst beträchtlich. Bisher kann ich den Vorteil einer reinen Kostenerstattung nicht entdecken.
- Als Abgeordneter kann und werde ich mich im Bundestag nicht zum Lautsprecher egoistischer Partialinteressen machen. Seit Rudolf Virchow wissen wir, dass die Ärzteschaft außer der Verantwortung vor den Kranken auch eine wichtige sozialmedizinische und sozialpolitische Verantwortung hat. Dieser Gedanke wird mich bei meiner politischen Arbeit sicher begleiten.
- ... zweifelhafte Regeln, nach denen es hierzulande möglich ist, Mandat und Interessenvertretung zu vermischen. Eigentlich sollten Parlamentarier dem Volk dienen, doch bei der Wahl haben wieder zig Lobbyisten den Einzug geschafft. In Aachen verlor Gesundheitsministerin Ulla Schmidt (SPD) ihr Direktmandat ausgerechnet an den Ärztefunktionär Rudolf Henke (CDU). Henke ist seit 1995 Vorstandsmitglied der Bundesärztekammer und seit 2007 Chef des Marburger Bundes - beide Organisationen machen kräftig Stimmung für die Ärzteschaft. Juristisch ist dagegen wenig einzuwenden. (aus "PARLAMENT Diener zweier Herren" © DER SPIEGEL 43/2009)
- Ihre Wahl in den Bundestag sei eine Chance für den Marburger Bund und für die ganze Ärzteschaft, mehr ärztlichen Sachverstand in politische Entscheidungsprozesse einzubringen, haben Sie damals einmal gesagt. Hat sich diese Hoffnung erfüllt?
- Henke: Als ordentliches Mitglied des Gesundheitsausschusses und als stellvertretendes Mitglied des Ausschusses für Bildung, Forschung und Technikfolgenabschätzung bin ich schon sehr nah dran an den Entscheidungsprozessen. Ich erlebe aber auch, dass ich als Neuling im Bundestag nicht direkt in einer herausgehobenen Position arbeiten kann.
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